Sonntag, 5. Oktober 2008

2 Kaiser

Herakleios (Φλάβιος Ἡράκλειος, lat. Flavius Heraclius) wurde am 5. Oktober 610 römischer Kaiser.

Ich gebe zu, daß gerade die Geschichte von Byzanz zu bestürzenden Gedankengängen über die Rätselhaftigkeit des göttlichen Ratschlusses verführt. Herakleios, einer der außergewöhnlichsten Kaiser, kann die verheerenden Folgen der Regierung eines charakterlosen Usurpators rückgängig machen, er besiegt unter schwerstem Ringen endlich die Perser, die das Land lange verheert und Syrien, Ägypten und das Heilige Land in ihre Gewalt gebracht hatten, er bringt die höchste Reliquie der Christenheit, das Heilige Kreuz, zurück nach Jerusalem und 8 Jahre später, 636 fällt Syrien, dann Jerusalem, dann Ägypten an die eroberungslustigen Krieger Mohammeds.


Heinrich III. starb am 5. Oktober 1056 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

Ein Kaiser, der aus Respekt vor dem Papstamt mehrere Päpste absetzte und dieses damit derart stärkte, daß es sich gegen seine Nachfolger wandte. Er ist in Speyer begraben.

nasser Sonntag

Samstag, 4. Oktober 2008

o. T.










Nachtrag

Eigentlich wollte ich den gegenwärtigen Nationalfeiertag eher übergehen, aber indirekt spielt er jetzt doch noch eine Rolle, denn indem ich just über Beiträge stolperte, die vor ressentimentsgesättigter Gedankenarmut nur so strotzten, fiel mir auf, welch grandiose Musik Tamara Danz mit ihrer Gruppe Silly doch gemacht hat. Bei der Begegnung mit Unerfreulichem bewährt es sich zumeist, das Angenehmere und Bedeutsamere zu suchen.





Freitag, 3. Oktober 2008

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Andreas Gryphius

Ich denke, ich habe gelegentlich von meiner alten Liebe zur deutschen Barockdichtung gesprochen, von daher ist es unverzeihlich, daß mir eben erst auffiel, daß Andreas Gryphius am 2. Oktober 1616 in Glogau geboren worden ist:

Es ist alles eitel

Du siehst, wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden:

Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum, die man nicht wiederfind't.
Noch will was ewig ist kein einig Mensch betrachten!

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Johann Joseph Fux

Wie ich gerade lese, fand am heutigen Tage, allerdings im Jahr 1715, die Uraufführung der Oper „Orfeo ed Euridice“ von Johann Joseph Fux in Wien statt. Warum erscheint mir das bemerkenswert, nun aus einem eher abwegig persönlichen Grund. Und vorher vermerkt, fiel mir wieder einmal auf, wie erschreckend das Fortleben einer Person doch von akzidentiellen Faktoren abhängt, z.B. daß die Archive nicht verbrannt sind, nun gut, zeitweise war ich von dem Gedanken fehlgeleitet, ich hätte eine Art poetische Begabung, und eben jener Herr Fux „inspirierte“ mich zu dem, was jetzt nachfolgen wird. Es gibt sicher genug Menschen, die so etwas zu recht längst entsorgt hätten, aber das ist das Schöne an Orten wie diesem: Man kann auch einfach einmal das Gegenteil ausprobieren.


Opera seria

Reinhold der reinste und edelste Held
erobert Jerusalem und dem glänzenden
Sieg erwirkt der großmütige König Goffredo
Frieden und Segen
der heiligen Stadt.

Baroque Triumph Europas

O jede französische Ouvertüre spült doch hinweg
die Dämonen der schwarzen Nacht entsteigend
den aufbrechenden Abgründen wahnzerirrt die Trommeln
der Eingeborenen
unserer verlorenen Kolonien.

O Wandel der Zeit

Es wallen aber die Roben des Festes entlang
den Gärten und Marmorstufen
indes der Zauber tosender Nächte des Feuerwerks
"Constanza e Fortezza" gekrönt der alte römische Name
alles aber verneigt sich alsdann zu beiden Seiten
denn es naht leuchtend
die Gestalt des Kaisers.