Sonntag, 2. August 2026

Jeremias oder vom Trost eines erfüllten Lebens


Ein Zweig eines Christusdorns, den mir Brigitte Saeger vor Jahren einmal geschenkt hat - "der wächst in jedem Sandkasten". Daraus soll die Dornenkrone unseres Herrn geflochten worden sein. Nun immerhin hat er selbst mich bis hierhin überlebt.

Ich werde versuchen, meine Vorbemerkungen zur heutigen Predigt des Herrn Roloff kurz zu halten. Es wird mir nicht gelingen. Er kennt meinen Spruch. Darum ist es nicht indiskret, wenn ich auch hier behaupte, er sei ein besserer Mensch, wenn er predige. Gut, ich bin auch ein besserer Mensch, wenn ich glaube, ohne daß ich irgendwas dafür könnte.

Ach so, während ich dies schreibe, höre ich natürlich Musik vom bösen Süden. Sie ist einfach zu erfrischend.

In meinen Bücherregalen steht einiges an Theologischem herum. Etwa etwas  von einem Herrn Willi Marxsen. Hl. Jungfrau, was für ein plumper Rationalismus in dieser historisch-kritischen Methode steckt. Diese Plattheit konnte glänzen, solange noch Glauben da war. Heute interessiert nicht mal mehr das, nur noch der Klimakampf in einer stetig schrumpfenden Kirche, vorgetragen meist von häßlichen, dummen jungen Frauen oder von Zeitgenossen, die gerne solche wären.

Jesus sei in den Glauben seiner Jünger hinein auferstanden. Großer Gott, welch dümmliche Lästerung, die nicht einmal eine Vorstellung davon hat, daß es so etwas wie eine Offenbarung geben könne.

Ich suchte bei mir nach einem Zitat des Hl. Vaters und fand immerhin zunächst das:

Der gekreuzigte und auferstandene Messias, das ist der Kern des Christentums, wie ihn der Apostel Paulus, selbst von Geburt Jude, deutlich beschreibt. Zieht man die Auferstehung vom Neuen Testament ab, so bleibt bloßes Judentum übrig. 

Benedikt XVI. bei der Pfingstmesse im Petersdom, 15. Mai 2005. von hier

Aber zum Hl. Vater im Wiederfinden eines alten Beitrags 

(Jesus von Nazareth, Bd. II):

„‘Sie [die Auferstehung Christi] ist ein Ereignis in der Geschichte, das doch den Raum der Geschichte sprengt und über sie hinausreicht.‘ Gewissermaßen ein Mutationssprung im Sein. ‚Ja, die Materie selbst wird in eine neue Wirklichkeitsweise umgebrochen. Der Mensch Jesu gehört nun gerade auch mit seinem Leib ganz und gar der Sphäre des Göttlichen und Ewigen zu.‘“ 

Diese nachliberalen deutschen Theologen konnten sich einfach nicht vorstellen, daß es so etwas wie eine Offenbarung geben könne. Also noch einmal der Hl. Vater:

„Als historische Methode sucht sie den damaligen Geschehenszusammenhang auf, in dem die Texte entstanden sind. Sie versucht die Vergangenheit möglichst genau – so wie sie in sich selber war – zu erkennen und zu verstehen,… Soweit die historische Methode sich treu bleibt, muss sie das Wort nicht nur als vergangenes aufsuchen, sondern auch im Vergangenen stehenlassen. Sie kann darin Berührungen mit der Gegenwart, Aktualität ahnen, Anwendungen auf die Gegenwart versuchen, aber heutig machen kann sie es nicht – da überschritte sie ihr Maß. Gerade die Genauigkeit in der Auslegung des Gewesenen ist ihre Stärke wie ihre Grenze.

Damit hängt ein Weiteres zusammen. Als historische Methode setzt sie die Gleichmäßigkeit des Geschehenszusammenhangs der Geschichte voraus, und deshalb muss sie die ihr vorliegenden Worte als Menschenworte behandeln. Sie kann bei sorgfältigem Bedenken wohl den »Mehrwert« erahnen, der in dem Wort steckt, eine höhere Dimension sozusagen durch das Menschenwort irgendwie hindurchhören und so die Selbsttranszendierung der Methode eröffnen, aber ihr eigentlicher Gegenstand ist das Menschenwort als menschliches."

Aber es gibt auch Gutes und Aufbauendes, wie etwa die Predigt des Herrn Roloff, die gleich folgen soll. Eines der, vermutlich gewollten, Mißverständnisse ist, es gehe beim christlichen Glauben um so etwas wie Heteronomie. So wie im Islam, dessen Gott die Menschen im Grunde reichlich gleichgültig sind. Unterwerfen müssen sie sich. Alles weitere hängt dann von seinen Launen ab.

Grabstätte Papst Benedikt XVI., von hier

Anders ist es bei unserem Gott. Er will unsere Heilung. Wir werden wieder das ganz und gar, was unserer Natur und Veranlagung entspricht, die Er für uns wollte. So kommen wir in Gott wieder zu uns selbst zurück. Aber jetzt folgt wirklich Herr Roloff.

Predigt zum 9. Sonntag nach Trinitatis in Magdeburg

Jeremiah, Chromolithograph by Storch and Kramer etc., von hier

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Jeremias Berufung

Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker.

Ich aber sprach: Ach Herr, HERR, ich tauge nicht, zu predigen; denn ich bin zu jung. Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: "Ich bin zu jung"; sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen, was ich dich heiße.

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR reckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.  Siehe, ich setze dich heute dieses Tages über Völker und Königreiche, daß du ausreißen, zerbrechen, verstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Jeremia 1. 4-10


Liebe Gemeinde,

im Glauben bejahen wir nur das, was uns bestimmt ist. Noch einfacher kann man sagen: Unser Glaube ist das JA zum Leben. Er ist die Antwort auf die Lebendigkeit Gottes, von dem wir unser Leben haben.

Der Glaube ist gleichsam ein geistiges Atmen. Er schlägt eine Brücke und verbindet die gegenwärtige Existenz mit dem, was wir bereits bei Gott waren, bevor wir zur Welt kamen und mit dem, was wir sein werden, wenn wir die Welt wieder verlassen.

Die Grundlage zu dieser Glaubenssicht finden wir in dem Wort des Herrn in unserem Predigttext: Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker.

Wenn wir uns auf diesen Gedanken einlassen, dann verbindet sich mit ihm geradezu die Vorstellung von einer Präexistenz, die jedem Menschen eigen ist und die er ganz bei Gott hatte. Dadurch ist der Mensch nicht nur ein Gewordener und ein Geborener. Der Mensch ist bereits das, von dem Gott selbst sagt: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete. Es geht hier nicht um ein Vorhersehen. Gott sieht nicht voraus, was irgendwie zufällig oder gar durch andere Kräfte und Mächte gewirkt wird. Gott ist alles in allem. Die Welt verwirklicht sich aus ihm und durch ihn und mit ihm.

Dieser Gedanke hat zwingend zur Folge, dass wir uns nicht selbst gehören und auch nicht willkürlich über unser Schicksal verfügen könnten.

Der gläubige Mensch sucht und strebt danach zu werden, was ihm bestimmt war und zugleich fürchtet er diesen Zusammenhang, weil aus ihm die Möglichkeit des schicksalhaften Versagens erwächst. Wie sollen wir diesem Ideal im Herzen Gottes gerecht werden? In unserer konkreten Geschichte handelt es sich um Jeremia, den Gott zum Propheten bestimmt hat.

Wozu hat er mich bestimmt? Wie findet man das heraus? Es kann nicht jeder Mensch wie Jeremia behaupten, dass Gott zu ihm spricht. Was aber jeder Mensch aus dieser Geschichte ersehen und lernen kann, ist die Weise, in der Gott behutsam und streng den zum Propheten bestimmten Jeremia auf seinem Wege leitet. Dem erschreckten Ausweichen, „Ich bin zu jung“, tritt er mit großer Güte entgegen. Sage das doch nicht, denn ich sende dich und ich lege dir meine Worte in den Mund. Vor allem aber sagt Gott wieder und wieder: Fürchte dich nicht!

Das ist es, was wir an diesem Sonntag neu erfassen sollen. Gott hat jeden Menschen gekannt, bevor er war und hat ihm damit auch eine Bestimmung geschenkt. Es ist an uns, sie zu finden. Wir sollen lauschen, wir sollen suchen, wir sollen aufmerksam sein und vor allem sollen wir fest darauf vertrauen, dass es diese Bestimmung gibt.

In schönem Zusammenklang illustriert das Evangelium des heutigen Tages diese Erwartung durch sein Reden von dem Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. In der Epistel wiederum haben wir gleichsam von der entgegengesetzten Methode gehört. „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch alles für Schaden gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines HERRN, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Kot, auf daß ich Christum gewinne.“ So ringt der Apostel und wirft alles von sich fort, was ihn hindert, dem Herrn zu folgen. Es gibt im Leben also Zeiten, um die Kostbarkeit zu suchen und es gibt Zeiten, um endlich fortzuwerfen, was sich als Plunder erwiesen hat und uns nur beschwert. Wenn wir nur zum Herrn gelangen.

Christus ist unser Schatz im Acker und er ist die köstliche Perle, die wir in unserem Leben gewinnen sollen, damit es an sein Ziel kommt. Sagt darum auch nicht „Ich bin zu jung“ oder „Ich weiß nicht, was Gott von mir fordert“, sondern geht seinem Wort dort nach, wo ihr es findet.

Dazu besitzen wir sein Wort in der Heiligen Schrift, in der Liturgie, im Bekenntnis und in einer besonderen Weise auch im Sakrament. Dieses schenkt uns zusätzlich eine ganz leibliche Vorstellung von dem, was ich am Anfang der Predigt eine geistliche Präexistenz genannt habe.

Denn so, wie wir vor aller Zeit bereits in Gott gekannt waren, so schenkt er uns nun, ihn zu essen und zu trinken, ihn einen Teil von uns werden zu lassen. Aus dieser Gewissheit, dass er unsere Speise ist, wächst unser Glaube. Denn Gott ist in uns, so wie wir vor aller Zeit in ihm gewesen sind.

In dieser Spannung zwischen dem festen Vertrauen darauf, dass Gott uns schon kannte, noch bevor wir waren und unserem Ringen mit seinem Wort und Willen, verwirklicht sich die Freiheit des Menschen. Der freie Gehorsam gegen Gott beschenkt und vollendet die Existenz eines jeden Menschen.

Man kann aber genauso sagen: Der verstockte Unglaube, die wütende Ablehnung Gottes, die immer wieder ins Böse und in die Sünde verfällt und Menschen zu falschen Bekenntnissen und Unterwerfungen zwingen will, ist vielleicht ein noch sicherer Beweis für die Gegenwart des Allmächtigen, als unsere Gottesdienste es zuweilen sind. Auch darum spricht der Herr: Fürchte dich nicht!

Ilja Repin, Der Prophet Jeremia klagt in den Ruinen von Jerusalem, von hier  

Macchiavelli meinte, Menschen würden auf zweierlei Weise gewonnen und geleitet, durch Furcht oder durch Liebe. Die Furcht aber sei sicherer.

Auch darin prüfe sich ein jeder unter euch, auch vor dem Hintergrund all dessen, was uns gegenwärtig und in den vergangenen Jahren widerfahren ist. Wo wurdet ihr zur Furcht geleitet und wo suchte man, euch durch Liebe zu gewinnen?

Es war ein in vielem sehr zu Recht gegen die mittelalterliche Kirche erhobener Vorwurf, dass sie den Menschen vor allem möglichen Angst gemacht hat und die Höllenqualen voller Wonne ausgemalt wurden, um daraus im wahrsten Sinne Kapital zu schlagen.

Luther hat damit kraftvoll aufgeräumt und das Evangelium von der Menschenliebe Gottes neu zum Glänzen gebracht. Wir sollten uns darum von den oftmals völlig glaubenslosen Angstmachern unserer Tage nicht in die Irre jagen lassen.

Die Kirche lässt sich stets durch ihren Herrn zur furchtlosen Liebe rufen. Dieser Ruf war es, der auch Jeremia zuteilgeworden ist. Täuschen wir uns auch hier nicht. Dem Ruf endlich zu folgen hat Jeremia kein vordergründig glückliches Leben beschert. Er musste in schweren Zeiten bestehen. Er hat Krieg, Not und Zerstörung durchlitten und am Ende wohl einen gewaltsamen Tod gefunden. Aber er ist seinem Auftrag gerecht geworden. Er hat bestanden. Er ist zum Vorbild im Glauben geworden. Mit seinem Prophetenbuch hat er ein großartiges Zeugnis hinterlassen, dass auch heute in der Kirche Wirkung entfaltet.

Nun wird nicht jedes Leben ein Prophetenbuch hinterlassen. Aber jedes Leben drängt auf seine je eigene Erfüllung hin, die doch nur darin liegen kann, dass es Zeugnis ablegt von dem, was Gott beschlossen hat.

Schwinge dich auf meine Seele und singe von diesem wunderbaren Gott, der uns ins Leben gerufen hat. Rühme den großen Namen des Gottes, der alle Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut.

Das ist die eigentliche Pflicht aller Geschöpfe, nämlich das Lob Gottes in die Welt zu tragen. Der Prophet tut dies durch das Wort, das ihm in den Mund gelegt wurde und das er nun in die Welt schreit. Der Künstler lobt Gott mit seinen Werken. Wer ein Instrument zu spielen gelernt hat, der lobt Gott mit seiner Musik. Jede sinnvolle Arbeit kann ein Gotteslob sein und die Liebe der Mutter zu ihren Kindern ist es ohnehin.

Alles, was wir Menschen tun und worin wir gefunden haben, seinem Willen zu entsprechen, kann Gott loben und es macht diese Welt schöner, besser und trägt die größte Wahrheit in sie hinein. Gott hat alles geschaffen und er will alles erlösen.

Schneiden wir uns von dieser Gewissheit ab, dann verkümmern wir. Tut ihr das nicht.

Wir gehören zu denen, die sich sagen lassen: Fürchtet euch nicht und die dann auch danach tun.

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn.

Amen

von hier

Thomas Roloff

Nachtrag

Ich schrieb "Die weiteren Bildnachweise werden bald folgen. Ich bin heute etwas müde."

Ich hoffe, ich konnte inzwischen alles belegen. Aber 4 Bilder soll es noch als Zugabe geben. Einmal 2 von einem der Predigt-Orte, nämlich St. Nikolai in Magdeburg:


Und dann 2 von diesen beiden entzückenden Neger-Kindern.



Samstag, 1. August 2026

Über den grandiosen Sieg des Südens oder die 5 schönsten Bürgerkriegslieder

vielleicht von hier

Präsident Jefferson Davis, von hier

„O jump into the wagon, and we'll all take a ride. / Wait for the wagon! The dissolution wagon! / The South is the wagon, and we'll all take a ride.“

Dieser Beitrag ist mehr eine kurze Art von Notwehr. Wenn ich etwas schreibe, suche ich mir zumeist eine Begleitmusik als Hintergrund aus. Und so kann ich jetzt fast jeden Südstaaten-Song auswendig, zumindest in meinen Alpträumen (denn sie kommen zurück) und habe in denselbigen schon viele Yankee Soldiers getötet und bedauert, daß es nicht mehr waren. 

Ich bin daran gewöhnt, daß mir nächtens Dinge widerfahren, von denen ich nicht einmal eine Ahnung hatte. Manches ist bei Tageslicht verschreckend, vieles das Fassungsvermögen eines durchschnittlichen Zeitgenossen, wie z.B. mir, weit übersteigend überwältigend schön. Nur, daß das irgendwas mit mir als Person zu tun hätte, diese Befürchtung durfte ich lange begraben. Was immer die Ratio dahinter ist. Obwohl, als Liebhaber verlorener Sachen und Unternehmungen finden sie vermeintlich bei mir nächtens ein erholsames Plätzchen. Wofür immer das endlich gut sein mag.

Da wird einem das gegenwärtige Fernsehen, um dieses lange überholte Medium wenigstens einmal zu erwähnen, wenn nicht längst aus anderen, patriotischen Gründen schon sowieso, doch eher fad. 

***

Es ist oft grandios und doch erstaunlich, wie eine solche verwerfliche Sache eine derartige Musik hervorbringen konnte, abgesehen davon, daß die überwältigende Mehrheit der Südstaaten-Kämpfer eben keine Sklavenhalter waren und trotzdem um so verbitterterter kämpften, daß am Ende mehr Menschen starben als in allen folgenden Kriegen der wiedervereinigten USA zusammen (720.000 oder mehr).

Wie auch immer. Die Musik hat sich in mein Gemüt eingebrannnt, natürlich nicht diese peinliche Battle Hymn of the Republic. Und so will ich für diesmal einige Lieder vorstellen. Um zumindest danach wieder besser schlafen zu können.

Zunächst ein Überblick. Denn wer nur hören mag, bitte nach hier.

1 God Save the South


Ein grandioses Lied: „God made the right stronger than might.“ Ja, das ist unsere ewige Hoffnung und Erwartung. George Henry Miles, geboren in Baltimore, Maryland, hat den Text erschaffen.

„I believe slavery is an abomination but i could never turn my sword against my home state of Virginia" Robert. E. Lee

2 Der Übeltäter


I'll place my knapsack on my back
My rifle on my shoulder
I'll march away to the firing line
And kill that Yankee soldier
And kill that Yankee soldier
I'll march away to the firing line
And kill that Yankee soldier

Before the South shall bow her head
Before the tyrants harm us
I'll give my all to the Southern cause
And die in the Southern army
And die in the Southern army
I'll give my all to the Southern cause
And die in the Southern army

If I must die for my home and land
My spirit will not falter
Oh, here's my heart and here's my hand
Upon my country's altar
Upon my country's altar
Oh, here's my heart and here's my hand
Upon my country's altar

Then Heaven be with us in the strife
Be with the Southern soldier
We'll drive the mercenary horde
Beyond our Southern border
Beyond our Southern border
We'll drive the mercenary horde
Beyond our Southern border.

Diese längere Version ist noch schöner, zum Lied selbst nach hier.

3 Der andere Übeltäter


Das war der andere Übeltäter: The Dissolution Wagon. Das Ding hat sich so tief in mein Gemüt eingebrannt, das werde ich vermutlich noch dem Jüngsten Gericht entgegen schmettern.

4 I’m a Good Ol’ Rebel


Ja, ein bitteres Lied, wie auch anders, aber schön.


5 Dixie


Ja. Dies konnte nicht anders sein. Obwohl, darin ist eine solche Lebensbejahung und auch Freude, die muß man einfach einmal aufbringen.

zerstörtes Denkmal von Robert E. Lee, von hier

„Im Dezember 2021 genehmigte der Stadtrat einen Plan, die Statue einzuschmelzen und das Material für Kunst im öffentlichen Raum wiederzuverwenden… Im Oktober 2023 wurde die Statue zu einer Gießerei an einem unbekannten Ort gebracht und eingeschmolzen. 

Im Jahr 2025 wurde die eingeschmolzene Statue in Form von Bronzebarren in der Ausstellung „ Monuments“ im Museum of Contemporary Art in Los Angeles gezeigt, zusammen mit anderen entfernten Denkmälern der Konföderierten und zeitgenössischen Werken.“ von hier

Wenn die Seele des Südens noch irgendwo lebt, hier hätte sie aufschreien müssen. Also tut etwas oder schweigt weiterhin, ihr tapferen Erinnerer des Südens. Denn hier hättet ihr zuschlagen müssen. Ansonsten bleibt doch alles, immerhin schöne, Folklore. 

wird fortgesetzt, irgendwann sicherlich


Donnerstag, 23. Juli 2026

Bei der Muttergottes von Laase


Der Wechsel vieler Jahrhunderte hat Farben und Gold lange fortgenommen, Verletzungen und Verluste sind hinzugekommen. Aber still strahlt die Würde und die Verehrung, die diese Figur als Hinweis auf die unsichtbare Himmelskönigin ausgelöst haben wird und immer noch wirkt.

So ist die Skulptur im Äußeren zurückgekehrt zu ihrem Ursprung aus „einem mächtigen Eichenstamm der Urwälder Mecklenburgs“. Die Figur erwächst aus der Tiefe der Natur des Landes und trägt ihr Gesicht.

Das Gewand liegt in schweren Falten über dem Leib der Gottesmutter, gleichsam wie ein Ornament, umkreisend das thronende Kind. Sie „bieten ihm Stütze und laufen von allen Seiten auf es zu“.

„Damals sah man in Maria den 'Thron' ihres Sohnes Jesus Christus: Durch sie kam Gott zur Welt. Am Ende der Zeit werden sie beide im Reich Gottes herrschen, so das damalige Glaubensverständnis.“ Daher die Darstellung als König und Königin, eben die gekrönte Madonna.

Nun ja, daß die Gottesmutter einen zentralen Platz im Heilshandeln Gottes einnimmt, darf man auch heute noch glauben. Die Glaubenden früherer Zeiten hatten dafür eben ein unmittelbareres Gespür.

Es war Marias „fiat“ – „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast,“ ihr Einverstanden-Sein, korrespondierend zum „fiat“ – „es werde“, mit dem Gott die Schöpfung ins Leben rief, welches der Erlösung der Schöpfung in ihrem Sohn Jesus Christus den Weg eröffnete.

(Wo ich zitiert habe, stammen die Worte von einer Präsentation unter dem Titel„Die Sprache der Falten“ der Laaser Madonna unter www.kunst-geschichte-kirche.de, einem kunstgeschichtlichen Auftritt der „Nordkirche“, dessen eher mühseliger Navigationszugang noch einen milderen Kritikpunkt darstellt. Aber man schaue selbst.)

Vermutlich gehörte die Skultur zur ursprünglichen Ausstattung der Laaser Kirche, womöglich schon im hölzernen Vorgänger des heutigen Gebäudes, als Zentrum eines prachtvollen Altaraufbaus, vergoldet und farbig gefaßt.

Fragment des ursprünglichen Altaraufbaus

Aber die Figur selbst blieb erhalten, immerhin. Das ist in den Wirrnissen, die u.a. auch die Reformation selbst ausgelöst hatte, alles andere als selbstverständlich.

Kirche Laase

Laase liegt auf der Pilgerroute der Heiligen Birgitta, die 1341 von Schweden nach Santigo de Compostella über Mecklenburg gepilgert war. Es gibt heute wieder Besucher. 

Der Ort wird 1248 als Kirchdorf im Stiftsland erstmals urkundlich erwähnt. Das Stiftsland war ein besonderes Gebiet, das direkt dem Bistum Schwerin unterstellt war. Auf Grund von Untersuchungen am Dachstuhl kann man von einem hölzernen Vorgängerbau der jetzigen Kirche ausgehen. 


Sakramentsschrank mit Christus als Schmerzensmann

Dies und anderes Wissenswertes darf man auf einer sehr lesenswerten Seite der Kirchengemeinde Bützow finden und bei der Gelegenheit kann ich auch auf einen Artikel des Nordkurier verweisen, in dem Katharina von Stralendorff eindrucksvoll von den Bemühungen um die Kirche berichtet, so daß man danach einen recht guten Eindruck vom Ort und von den Restaurierungsbemühungen der zurückliegenden Zeit gewinnt.

Dort kann man auch nachlesen, wann die Kirche geöffnet ist, nämlich von Mai bis September, außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Blick auf das  Kirchenschiff vom Turm her möglich, eine spezielle Schaltung beleuchtet den Kirchenraum, mit Spot auf die Madonna von Laase.

Herr Roloff hat mich auf diesen Ort gebracht. Und da er auf dem Weg dorthin an Schloß Vietgest, einem Sitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe vorbeikam, will ich mit diesen beiden Bildern enden.



Montag, 13. Juli 2026

Über Erfindungen von Geschichte

 
M. Tullius Cicero, gewissermaßen der seriöse Gegenpol, von hier

Ich lese gerade mit großem Vergnügen in der Historia Augusta, einem allgemein als Schundwerk spätantiker Geschichtserfindung bekannten Überlieferungsstück. Doch die tägliche Nachrichtenlektüre ruft mich vorübergehend in die mißliche Gegenwart zurück.

Das Unangenehme an Podcasts ist, man hört eben aus der Stimme auch den Habitus der Beteiligten heraus. Dafür muß man das Ganze nicht lesen, sondern kann nebenbei so belanglos alltäglichen wie notwendigen Tätigkeiten nachgehen.

Der umtriebige Journalist Ulf Poschardt hat im Gespräch mit dem tapferen jungen Herrn Mannhart von Apollo News sein neuestes Buch „Bückbürgertum“ vorgestellt und mir während des Zuhörens meinen widerwilligen Respekt zunehmend erworben. 

Zum Glück hat Meister Klonovsky soeben alles, was zu sagen wäre, dazu gesagt. Gruselig fand ich etwas anderes. Ihm wurde offenkundig von einem Leser eine Personenanalyse beider vorgelegt, die eine KI generiert hätte:

„Poschardt ist im Kern ein liberaler Vitalist: Er will mehr Freiheit, Wagnis, Tempo und Eigenverantwortung. Klonovsky ist eher ein konservativer Kulturpessimist: Er will Maß, Gedächtnis, Rangordnung und verlorene Formen bewahren. Der eine fürchtet die lähmende Anpassung, der andere den kulturellen Zerfall.“

Beide seien kluge, unterhaltsame und notwendige Störenfriede, aber auch eitel, selbstverliebt und gelegentlich zynisch. Sie funktionierten hervorragend als Rauchmelder. Aber sie seien nicht die Feuerwehr, und man solle sie nicht mit den Leuten verwechseln, die anschließend das Haus wieder aufbauten.

Diese Beschreibung halte ich für Herrn Klonowsky für reichlich ungerecht, diesen tapferen Arbeiter im Weinberg der Wahrheit. Aber wenn das wirklich KI war, das verstörte mich denn schon. 

Herr K. wolle Maß, Gedächtnis, Rangordnung und verlorene Formen bewahren. Ja, welcher Mensch, der noch leidlich bei Verstand ist, nicht?

Zur Verdeutlichung des Problembergs füge ich ein Bild in zwei Varianten an, das mir zugesandt wurde.


(c) T. Kurschus

Samstag, 4. Juli 2026

Zum Tage


Bauer Kittel aus Klein Vielen, der mir regelmäßig Kartoffeln von glücklichen Hühnern vorbei bringt, hatte diesmal einen Eimer mit Kirschen vorrätig, am selbigen Tag gepflückt, wie nett. Ein Danaergeschenk. Um daraus wenigstens Marmelade machen zu können, hörte ich beim Mich-Einsauen diverse Podcasts etc. Manchmal ist der technische Fortschritt doch auch eine Erleichterung. 

Übrigens mache ich meine Marmeladen nie ohne viel Hinzufügungen – Zimt und  Nelken, gemahlen, lange eingelegten Ingwer, um eine Idee zu geben.

Die Bilder sind vom letzten Sonnabend. Im Juli gibt es hier auf dem Schloßberg seit langen Jahren einen Musical-Monat. Diesmal ist es die Csárdásfürstin

Einer meiner hiesigen Vereine, nämlich der Residenzschloß-Verein, der tapfer versucht, etwas von dem von bösen Menschen 1945 ff. zerstörten Schloß, dem Ursprung dieser Stadt, wieder ins Leben zurückzurufen, hat dort seinen Stand und als unermüdlicher Parteisoldat ließ ich mich in die Pflicht nehmen.

Ich habe mir Versprechen ziemlich abgewöhnt, aber vielleicht schreibe ich doch noch etwas dazu.

Auf dem Rückweg grüßte ich die Schloßkirche und ihren Schöpfer, den Baurat Buttel. Wenn es eine bemerkenswerte Gestalt in der Geschichte dieser nicht gar so großen Stadt gibt, dann gehört er ziemlich vorne dazu. Die Stadtoberen waren zu sehr mit internen Querelen beschäftigt, als daß sie zwei seiner zurückliegenden Jubiläen hätten angemessen würdigen können. Der Tagesstreit ist dann eben doch wichtiger.

Aber wozu sich an derlei erinnern. War es ein schlechtes Gewissen, das da später diese Denkmalbank hervorzauberte. Als Idee schon des öfteren ausgeführt. Aber warum nicht.

nachgetragen am 7. Juli

Mittwoch, 24. Juni 2026

Johannis

 El Greco, St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist, zw. 1600 und 1610, von hier

Heute ist Johannis, der Tag, an dem seit dem 5. Jahrhundert die Kirche der Geburt Johannes des Täufers gedenkt. Der Grund dafür steht im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende. Anlaß ist ein Täuferspruch im Blick auf  den kommenden Christus: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“ (Johannesevangelium 3,30).

Wie kam man auf das Datum, denn es ist in den Evangelien nur indirekt bezeugt. Nun im Evangelium des Lukas erfahren wir, daß Elisabeth, die Mutter des Johannes, bereits im sechsten Monat schwanger war, als Maria, der Mutter Jesu, die Geburt Ihres Kindes angekündigt wird. Daraus schloß man, daß Johannes  der Täufer sechs Monate älter war als Jesus. Und so legte man den 24. Juni als Geburtstermin des Johannes fest, ein halbes Jahr vor Heiligabend.

Jemand mag einwenden. Das stimmt doch wieder einmal nicht. Die Sommersonnenwende liegt, jedenfalls auf der nördlichen Erdhälfte, doch zwischen dem 20. und 22. Juni. Ja heute! In der Antike, die Geschichte ist ja nun schon etwas länger her, lag sie zwischen dem 22. und 24. Juni. Die  Wintersonnenwende entsprechend hin zum 25. Dezember. Und danach richtet sich das Kirchenjahr, das auch schon etwas länger im Gebrauch ist. 

Ich mag das jetzt nicht theologisch vertiefen. Wem das fehlt, sollte unbedingt diese Predigt lesen, die Herr Roloff am 24. Juni 2018 gehalten hat. 

Aber wer war überhaupt Johannes der Täufer? Ein Bußprediger in der Wüste, ein Asket und Weltverächter. „Johannes aber war bekleidet mit Kamelhaaren und mit einem ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und wilden Honig.“ (Lukas 1,6)

Er gilt als der letzte Prophet und hatte überraschenderweise eine beträchtliche Anhängerschaft. Man eilte zu ihm, um sich die Sünden vergeben zu lassen. 

Nur als kleinen Einschub: Merkwürdigerweise haben sich sowohl Caravaggio (gut, bei dem wundert einen eigentlich nichts), aber auch Leonardo da Vinci zu Bildern eines sehr jugendlich, sagen wir romantischen Täufers veranlaßt gesehen, vielleicht wollten sie da der Tradition ihre eigenen, anderen Intentionen etwas entgegensetzen. 

Johannes der Täufer wurde wohl 5 v. Chr. geboren und erlitt das Martyrium in Machaerus um 30, jedenfalls vor 36 n. Chr., gar so jugendlich war er da jedenfalls nicht mehr.

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Johannes der Täufer in der Wüste. zw. etwa 1604 und 1606, von hier

Leonardo da Vinci, Johannes der Täufer, von 1513 bis 1516, hier gefunden

Wenn man sich ein reales Bild machen will. Er dürfte komplett gegensätzlich ausgesehen haben. Recht schroff und ziemlich unromantisch. Also mehr so:

Johannes der Täufer in der Wüste, Gemälde des Berner Nelkenmeisters, um 1490, von hier

Aber zurück zu ihm selbst und seinem Leben: Er entstammte einer Priesterfamilie, und schon seine Geburt hatte etwas legenden- oder sagen wir besser zeichenhaftes. Elisabeth, seine Mutter war hochbetagt und unfruchtbar, man kann sich heute nur schwer vorstellen, was das für einen antiken Menschen bedeutete. Sein Vater  Zacharias, der doch Priester war, dürfte deshalb jahrzehntelang Gott angefleht haben.

Bei Lukas ist dies alles schön erzählt, also wollen wir den Anfang der Geschichte wortwörtlich bringen (Lukas 1, 5-17):

„Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, war ein Priester von der Ordnung Abia, mit Namen Zacharias, und sein Weib war von den Töchtern Aarons, welche hieß Elisabeth.  Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.  Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und waren beide wohl betagt.

Und es begab sich, da er des Priesteramtes pflegte vor Gott zur Zeit seiner Ordnung, nach Gewohnheit des Priestertums, und an ihm war, daß er räuchern sollte, ging er in den Tempel des Herrn. Und die ganze Menge des Volks war draußen und betete unter der Stunde des Räucherns.

Es erschien ihm aber der Engel des Herrn und stand zur rechten Hand am Räucheraltar. Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam ihn eine Furcht an. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! denn dein Gebet ist erhört, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, des Namen sollst du Johannes heißen. Und du wirst des Freude und Wonne haben, und viele werden sich seiner Geburt freuen.

Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird noch im Mutterleibe erfüllt werden mit dem heiligen Geist. Und er wird der Kinder Israel viele zu Gott, ihrem Herrn, bekehren. Und er wird vor ihm her gehen im Geist und Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungläubigen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein bereitet Volk.“

Zacharias der Priester glaubt dem Engel des Herrn nicht. Und wird als Strafe mit Stummheit geschlagen. Das Kind wird geboren und soll am achten Tag beschnitten werden, die Verwandten wollen ihn nach seinem Vater Zacharias nennen. Die Mutter widerspricht und will, daß er Johannes heiße. Der Name ist in der Verwandtschaft ungebräuchlich und sie fragen daher seinen stummen Vater, der fordert eine Tafel und schreibt darauf: ‚Er heißt Johannes‘ (hebräisch Johanan bedeutet "der Herr ist gnädig").

Im selben Augenblick fällt die Stummheit von ihm und er stimmt das später berühmte Benedictus an.

Giovanni Pierluigi da Palestrina: Benedictus Dominus Deus Israel, von hier

„Gelobet sei der Herr, der Gott Israels! denn er hat besucht und erlöst sein Volk  und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund des Propheten:

daß er uns errettete von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist.

Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Du wirst vor dem Herrn her gehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, das da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Lukas 1, 68 - 79

Benedictus (Gregorian Chant in Latin) - CANTICLE OF ZECHARIAH, 

von hier

Christus und Johannes der Täufer

Christus und Johannes der Täufer waren in den Augen der Zeitgenossen sicherlich beide Propheten, von einem Konkurrenzverhältnis, und sei es bei den Anhängern, ist nichts überliefert. Im Gegenteil, Christus läßt sich von Johannes taufen, obwohl dieser das zunächst als unangemessen zurückweist. 

Kuppel des Baptisteriums der Arianer in Ravenna, von hier

Baptisteriums der Arianer in Ravenna, von hier

Obwohl ihr Lebensstil gänzlich verschieden war, predigen sie doch beide von der Buße und dem kommenden Reich Gottes. Johannes war sich seines Vorläufertums bewußt. Die nachfolgende Erzählung deutet aber an, daß er sich wohl fragte, ob Christus wirklich der verheißene Messias sei. Inzwischen wurde Johannes gefangen genommen und aus dem Gefängnis erteilt er den folgenden Auftrag:

„Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, der sich nicht an mir ärgert.

Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her bewegt?

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern.

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: ‚Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.‘“

„Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die reißen es an sich.“

Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklagt, und ihr wolltet nicht weinen.

Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel. Des Menschen Sohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle!“

Matthäus 11, 2 – 10, 12, 16 - 19a

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Die Enthauptung Johannes des Täufers, 1608, von hier

Der Tod des Johannes

Jetzt erfahren wir, warum Johannes der Täufer im Gefängnis war, und auch von seinem drastischen Ende:

„Er aber, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes gegriffen und ins Gefängnis gelegt um der Herodias willen, seines Bruders Philippus Weib; denn er hatte sie gefreit. Johannes aber sprach zu Herodes: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest.

Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannes; denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war; und verwahrte ihn und gehorchte ihm in vielen Sachen und hörte ihn gern.

Und es kam ein gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrestag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vornehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Herodias und tanzte, und gefiel wohl dem Herodes und denen die am Tisch saßen. Da sprach der König zu dem Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dir's geben. Und er schwur ihr einen Eid: Was du wirst von mir bitten, will ich dir geben, bis an die Hälfte meines Königreiches.

Sie ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Und sie ging alsbald hinein mit Eile zum König, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt zur Stunde auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers.

Der König war betrübt; doch um des Eides willen und derer, die am Tisch saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte tun. Und alsbald schickte hin der König den Henker und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und trug her sein Haupt auf einer Schüssel und gab's dem Mägdlein, und das Mägdlein gab's ihrer Mutter.“

Markus 6, 17-28

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Salome mit dem Kopf Johannes des Täufers, etwa 1610, von hier

Mit diesem Gruselbild wollen wir denn doch nicht enden. Darum folgen noch 2 aus dem Baptisterium der Arianer in Ravenna.

Nachleben

Wer annimmt, damit sei die Gestalt Johannes des Täufers doch recht erledigt, irrt. Ausgerechnet mit dieser recht sperrigen Gestalt haben sich reiche Brauchtümer verbunden. Das mag mit dem besonderen Datum der Sonnenwende zusammenhängen, gewissermaßen wurden sie christlich getauft. Für den heidnischen Ursprung ist Stonehenge in England wohl das berühmteste Symbol.

Stonehenge - Wiltonia sive Comitatus Wiltoniensis; Anglice Wilshire (Atlas van Loon), eine Beschreibung aus dem 17. Jahrhundert, von hier

Stonehenge von Norden, hier gefunden

Zu diesen heidnischen Wurzeln mögen Reinigungs- und Schutzrituale passen wie das, in der Nacht vor dem Johannestag in Flüssen oder Seen zu baden.  Oder das Johannesfeuer in der Johannesnacht vor dem Johannestag, da scheint das Sonnenwendfeuer doch deutlich durch. Man tanzt um das Feuer oder springt gar darüber hinweg. Vom Sprung glaubte man, er würde Unheil überwinden und von Krankheit reinigen. Und die Wirkung wäre am größten, wenn alle gemeinsam um das Feuer tanzten. 

Nun im nachfolgenden Beispiel wäre das Springen wohl eher eine übermenschliche Leistung. Allenfalls von Hexen, Zauberern und ähnlichem Gelichter zu schaffen, aber dagegen soll es ja gerade gehen.

Apropos Hexen. Anderenorts werden auch noch Hexen verbrannt, als Strohpuppe. So hier beim dänischen Sankt-Hans-Fest.

Man kann das viele Feuer aber auch so deuten, daß Johannes der Täufer Zeugnis ablegte für das wahre Licht der Welt. (Johannes 1, 6-9)

Und noch einmal etwas Magie - Der Johannestag als Lostag. Die Nacht zum Johannestag diente zur Wetterprognose. Bei gutem Wetter sei weiterhin dasselbige für die kommenden Wochen und eine gute Ernte zu erwarten.  

(c) Klaus Lorenz

Auch das Johanniskraut war für Abwehrzauber gut. Kränze daraus über Türen und Fenster sollten vor Dämonen und bösen Geistern schützen oder man warf sie über die Häuser, um sich vor Unwetter und Hagel zu schützen.

Warum die Johannisbeere so heißt, mag an das blutige Ende des Täufers erinnern.

Beim  Johannisbrotbaum aber fehlt mir jede Erklärung. Seine Samenkörner haben wohl ein ziemlich  konstantes Durchschnittsgewicht von rund 200 Milligramm. In der Antike wog man mit ihnen daher Diamanten. Davon das Wort Karat als ein Lehnwort des französischen le carat, welches vom italienischen carato herrührt und letztlich aus dem griechischen kerátion („Hörnchen“, da die Fruchthülse des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig ist) stammt.

Bei so vielen Beziehungen zum Namen eines jüdischen Propheten, der vor gut 2000 Jahren einen gruseligen Tod starb, mag einem recht schwindelig werden, aber es ist auch ein guter Hinweis darauf, in welchem Geflecht von Traditionen und Bedeutungen wir heute leben.

nachgetragen am 28. Juni

Sonntag, 14. Juni 2026

Bismarck-Familientreffen auf Gut Welle & eine Predigt

Bismarcks Wappen, von hier

Herr Roloff war aus besagtem Anlaß gebeten worden, einen Gottesdienst in der Gutskapelle zu Welle zu halten. Er hat diese Aufgabe gern übernommen. Und im Nachfolgenden bringe ich die Predigt, die er dabei gehalten hat.

Zuvor noch eine Anmerkung zum obigen Wappen. Als Otto von Bismarck 1865 in den erblichen Grafenstand erhoben wurde, fügte er dem alten Bismarckschen Familienwappen - ein dreiblättriges Kleeblatt, umgeben von drei Eichenblättern - einen Wappenspruch hinzu:

IN TRINITATE ROBUR – „In der Kraft der Dreieinigkeit “. Das Motto spielt zwar auf die Dreiheit des Wappenbildes und auf das Eichenmotiv an, geht aber zweifelsohne darüber hinaus. Lateinisch „robur“ bedeutet „Kraft, Härte, Stärke, Festigkeit“ und meinte ursprünglich das „Hartholz“, besonders die Eiche. 

Also begrüßte er vor der Predigt die versammelte Gemeinde mit den Worten: „Der Leit- und Wappenspruch der Familie Bismarck ist „In Trinitate Robur“. Und deshalb ist die Trinitatiszeit in gewisser Weise immer auch Bismarckzeit.

Predigt zum 2. Sonntag nach Trinitatis in der Gutskirche Welle

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Der Predigttext ist das Evangelium des heutigen Tages:

Das große Abendmahl 

15Da aber solches hörte einer, der mit zu Tische saß, sprach er zu ihm: Selig ist, der das Brot ißt im Reiche Gottes.16Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu.17Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! 18Und sie fingen an, alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 19Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 20Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. 21Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. 22Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. 23Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf das mein Haus voll werde. 24Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen waren mein Abendmahl schmecken wird. Amen

Lk 14, 15-24

Liebe Gemeinde,

es ist zwar bereits Jahrzehnte her und dennoch bleibt mir eine Erinnerung ungewöhnlich präsent, die genau mit diesem Text zu tun hat. Ich stand damals im Begriff, meinen 30. Geburtstag vorzubereiten. Ich hatte einen Ort ausgewählt. Das Fest sollte in der Wasserburg in Gommern stattfinden. Ich hatte einen befreundeten Pfarrer gebeten, uns zuvor in der St. Thomas-Kirche von Pretzien eine kleine Andacht zu halten. Ich hatte eine Gästeliste verfasst und, dieser gemäß, die Einladungen gefertigt, die ich an einem Novembertag zur Post brachte. 

Damals war es mir zur Gewohnheit geworden, abends gelegentlich die Messe in St. Sebastian zu hören. Ich ging also von der Post das kurze Stück zur Kirche, nahm Platz und es wurde diese Geschichte gelesen. Der Priester forderte uns auf, uns vorzustellen, wir hätten ein Fest vorbereitet, viele Gäste eingeladen und niemand kommt!

Dadurch habe ich mir ein besonderes Verhältnis zu dieser Geschichte bewahrt und muss an die kleine Begebenheit denken, sooft ich vom Großen Abendmahl höre.

Warum lädt man zu einem Fest ein? Ein wahres Fest wird von der Gewissheit getragen, dass es dem Gastgeber darum geht, den Gästen eine Freude zu bereiten indem er sie um sich versammelt und miteinander in Gemeinschaft bringt. 

Das Fest im biblischen Zusammenhang ist aber zugleich immer auch noch ein Bild von unserer ewigen Gemeinschaft mit Gott. Wir sind mit der ganzen Schöpfung von Gott ausgegangen und sollen zu einer durch ihn bestimmten Stunde zurückkehren. Gott ruft, er lädt ein und wir kommen. Sein Abendmahl bedeutet immer Heimkehr.

In unserer Geschichte fingen sie alle an, sich nacheinander zu entschuldigen. Sie haben einen Acker oder Ochsen gekauft oder eben ein Weib genommen und sind zu dem Schluss gelangt, dass die Erledigung dieser Angelegenheiten wichtiger ist als das Große Abendmahl des Herrn. Das ist eine Beschreibung davon, wie man sich ganz im Diesseitigen verlieren kann. Das ist eine Beschreibung von dem, was wir heute gemeinhin Säkularisierung nennen. Der Mensch steht immer wieder in der Versuchung, sich den Dingen der Schöpfung ganz hinzugeben und dabei den Schöpfer zu vergessen, manchmal sogar zu leugnen.

Genau darin nun wird das Abendmahl zum Gericht. Es ist der Entschluss der Eingeladenen, nicht zu erscheinen, denn damit richten sie sich.

Der Mensch richtet sich selbst, indem er Gott nicht folgt. So einfach ist es manchmal, den Heilsplan und mit ihm das innerste Prinzip der Schöpfung zu verstehen. Gottes Wille und Entschluss, alles zu einem guten Ende zu führen, steht unverrückbar fest und weil Gott Gott ist, wird es dieses gute Ende und sein großes Abendmahl auch geben. Das Gericht besteht allein darin, ob es mit uns oder ohne uns stattfindet.

Fast gerät man in die Versuchung, Mitleid mit dem Hausherrn zu bekommen. Im Hausherrn wird uns aber Gott vor Augen gestellt. Er sendet seinen Knecht aus und sorgt dafür, dass sein Haus voll wird und dass das Fest stattfinden kann.

Dieses Thema durchzieht die ganze Heilige Schrift. Die Erwählten lassen ihre Chance verstreichen und Gott ruft die, denen das Fest scheinbar nicht bestimmt gewesen ist.

Wir sollen dadurch gewahr werden, dass die Zugehörigkeit zum erwählten Volk, dass die Zugehörigkeit zur Kirche nichts bedeuten, wenn sie nur formal bestehen und nicht mit lebendigem Gehorsam gefüllt werden. Die Zugehörigkeit zum erwählten Volk, die Zugehörigkeit zur Kirche sind kein Privileg, sondern eine Verpflichtung zum Gehorsam. So wie der Adel auch.

Und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater.

Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Gott kann sich aus Steinen ein neues Volk rufen, denn er will und wird sein großes Abendmahl feiern.

Sagt darum auch nicht, wir gehören der Kirche an, uns kann nichts widerfahren. Die Zugehörigkeit zur Kirche ersetzt nicht den Gehorsam, ersetzt nicht das Hören auf Gott. Die Zugehörigkeit zur Kirche schafft sich erst durch den Gehorsam und sie geht verloren im Ungehorsam.

Gottes Wort ist mächtig. Mit seinem Wort schuf Gott alles, was ist. Das Nichts vermochte nicht, ihm zu widerstehen.

Der Mensch erst konnte sich Gott widersetzen durch den Ungehorsam. Darum sandte Gott seinen Sohn, um zurückzurufen, was in die Irre gegangen war. Maria ist die Gnade zuteilgeworden, Mutter des Erlösers zu sein. Das Wunder wurde gewirkt, im Moment ihres Gehorsams, als sie zum Engel auf dessen Verkündigung sprach: Mir geschehe, wie du es gesagt hast.

Dieser kurze und demütige Satz ist die Antwort auf das Schöpfungsgeschehen. Er fasst die Unterwerfung unter Gottes Willen, die zur höchsten Ehre und zur Freiheit eines ganz und gar erfüllten Lebens führt. Marias „mir geschehe“ ist die Antwort auf Gottes Ruf „es werde“. Maria wird in den Gehorsam gerufen und sie bekundet ihren Gehorsam.

Gleiches richtet sich an jeden von uns in der Einladung zum Großen Abendmahl. Es hängt allein an unserer Antwort, ob es mit uns stattfindet oder ob unsere Welt vergeht. So sehr wir versuchen, uns an einen Acker, an ein paar Rinder oder an das Glück einer Beziehung zu hängen, alles das wird den Untergang unserer Welt nicht abwenden. Es wird aber keinesfalls dazu führen, dass Gottes großes Abendmahl nicht stattfindet. Gottes Heilsplan ist unabänderlich. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes. Dies soll verkündet werden aller Welt und jedem Menschen.

Darum sollen wir nicht in Zweifel verfallen und uns an irdische Dinge binden. Auch wenn vieles davon gut und nützlich ist, sollen wir es doch aus der Hand legen, wenn der Ruf an uns ergeht.

Bindet euch also nicht an irdische Dinge. Vielmehr sollen wir in jedem Augenblick unseres Lebens bereit sein, Gott zu hören, der uns ruft. Immer klingt in dieser Einladung naturgemäß an, dass es eine letzte Stunde gibt, in der wir bereit sein müssen. Wir sollen an Gottes Tisch treten, an dem uns sein Thron allerdings zum Richtstuhl werden kann, wenn wir meinen, etwas gefunden zu haben, was wichtiger, größer und bedeutsamer ist, als er.

Die Fragestellung, die hier ergeht, ist aber keineswegs nur für das Ende unseres Lebens relevant. Sie bringt uns in Erinnerung, dass wir an jedem Tag gerufen werden, in den Dienst genommen und in seine Gemeinschaft gestellt werden können.

Gott ruft zum Abendmahl. Lasst uns ihm fröhlich und dankbar antworten: Ja, Herr, hier bin ich!

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unseren Herrn.

Amen.

Thomas Roloff

Der Familienfriedhof der Bismarcks auf Gut Welle.



nachgetragen am 15. Juni