Samstag, 30. Mai 2026

Über ein Gespräch mit Georg Alexander, Herzog zu Mecklenburg

 

Wappen am Schloß Hohenzieritz, von hier

Kurz zur Erklärung: Der Heimatverein Neukalen (also ganz im Schwerinschen Landesteil, nämlich bei Malchin), hatte zu einem Gespräch über die Bedeutung von Heimat eingeladen. Ich durfte eine Einführung abliefern, die in etwa meinem nachfolgend wiedergegebenen Text entspricht.

Habent sua fata libelli. 

„Bücher haben ihre Schicksale“, sagt der alte Römer Terentianus Maurus. Nun Familien auch. Ich stamme aus dem abtrünnigen Herzogtum im Südosten namens Mecklenburg-Strelitz. Da hatte sich Mecklenburg wieder einmal aufgespalten. 

Herzog Georg August von Mecklenburg-Strelitz, von hier

Es gab im 19. Jahrhundert einen Herzog Georg August von Mecklenburg-Strelitz, den zweitältesten Sohn von Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz, übrigens ein nicht nur musisch bedeutender Mann, er stand etwa in intensivem Briefwechsel mit Goethe. Es sind dort rührende Anekdoten überliefert, aber ich schweife ab. 

Großfürstin Katharina Michailowna von Rußland, von hier

Dieser Zweitälteste heiratete 1851 die Großfürstin Katharina Michailowna von Rußland und verlegte seinen Wohnsitz dorthin. Neustrelitz war ihr wohl doch nicht mondän genug, mutmaße ich. Sie war eine Philanthropin, und viele ihrer unterstützten Organisationen bestehen heute noch.

Das Paar bewohnte den imposanten Michailowski-Palast in St. Petersburg. Zar Nikolaus II. war dies offenkundig eher ein wenig zu viel und er schenkte ihn nach dem Rückkauf dem neu gegründeten Russischen Museum.

Das Schicksal von Zar Nikolaus II. dürfte hier bekannt sein. 

Georg Herzog zu Mecklenburg konnte den mordfreudigen Bolschewiki aber durch Gottes Gnade auf abenteuerlichen Wegen entkommen, letztlich ins Reich, und wohnte bis April 1940 im Schloß Remplin, das in besseren Zeiten von der Familie erworben worden war. Bis die Nationalsozialisten es durch Brandstiftung größtenteils zerstörten. 

1856, von hier

Es kam noch eine Internierung in Sachsenhausen hinzu, schließlich waren es ja Russen. Nach Kriegsende fand die Familie Zuflucht in Sigmaringen. Später zog sie es in den Schwarzwald und heute weilt der älteste Sohn des Chefs des Hauses namens Herzog Georg Borwin unter uns und wohnt auch nicht gar so weit weg von hier.

Wir freuen uns also auf ein Gespräch mit seiner Hoheit, Herzog Georg Alexander.

Noch mal und sogar ältere Geschichte

Das war jetzt fast zuviel Geschichte. Und ich kann verraten, es wird gleich noch schlimmer, aber immerhin nicht zu lange. Warum all das?

Nun. Es zeigt, worin sich jemand bewegen muß. Wir alle haben Familie und müssen damit leben. Ob es uns gefällt oder nicht. Und auch, wenn es uns nicht gefällt: Seine Herkunft zu kennen, ist vor allem Schatz und ein Fundament.

Wie lebt man weiter, wenn alles so über den Haufen gestürzt wurde. Gewißheiten, Vertrautes, Heimat? Die erste Regel:

Den Faden zum Vergangenen nicht abreißen lassen. Denn es sind nicht nur Fäden. Es sind Nervenbahnen. Warum sollte sich ein Mensch freiwillig amputieren, außer er ist reichlich geisteskrank. Keine erstrebenswerte Verfassung.

Die Ursprünge der Familie Mecklenburg

Eine kleine Abschweifung ganz weit zurück: Schauen wir auf die alten Nachrichten, so sind sie wie Berggipfel, die hie und da aus dem Nebelmeer der Geschichte auftauchen. Wir wissen, daß die Obotriten fürstliche Anführer hatten, die, üblicherweise verwandt, aufeinander folgten.

So siegte ein Drasco, der Sohn eines Fürsten Witzan für Karl den Großen 798 bei Bornhöved über die Sachsen Nordalbingiens und erhält 804 vom Kaiser die obotritische Königswürde (rex Abotritorum nomine Drosuc). 

Sein Sohn Ceadrag gründet Alt-Lübeck (etwa 817/819). Sein Bruder Slaomir wird 821 zum ersten Christen unter den Obotritenfürsten. 

862 hören wir von einem „dux Abodritorum Tabomuizli“, offenbar aus anderer Familie. Und wie wir sehen können, auch die natürlich lateinisch schreibenden Chronisten hatten erkennbar Schwierigkeiten mit der Übertragung der slawischen Namen. Doch dann schweigen die Nachrichten wieder länger.

Das Haus Mecklenburg

Die Familie Mecklenburg reicht in diese halb-mythischen Zeiten zurück.

Von den Nakoniden, von denen wir die ersten zusammenhängenden zuverlässigen Nachrichten wieder haben, kann man nicht ausschließen, daß es Verbindungen zum Haus Mecklenburg gab. Die schriftlichen Quellen lassen uns hier einfach im Stich. 

In Neustrelitz, meiner Heimatstadt gibt es im dortigen Slawendorf ein Boot, das Nakon heißt. Immerhin können wir sagen. Der erste heilige Märtyrer war ein slawischer Fürst namens Gottschalk. Er wurde in der Burg Lenzen 1066 erschlagen. Sein Gedenktag ist der 14. Juni und sein Name bedeutet althochdt. „Gottesknecht“. 

Das zum Thema, daß Menschen früherer Zeiten stets nur machtpolitisch und opportunistisch gehandelt hätten. Nein. Sie hatten auch Sorgen um ihr Seelenheil. Sie waren nicht zuletzt irrende, fühlende, sorgende Menschen.

So wie die Habichtsburg den Habsburgern ihren Namen gab und die Burg Zollern den Hohenzollern, heißt die Familie Mecklenburg nach der Mikilinborg, nur daß diese wenige Jahrhunderte älter ist, beiläufig gesagt. 

Die Mikilinborg, das der altsächsische Name, bei Wismar, diente den Nakoniden, dem ältesten bekannten obodritischen Fürstengeschlecht seit dem 10, Jahrhundert als Hauptsitz. Schließlich erhielt ein ganzen Land seinen Namen von ihr, eben unser Mecklenburg.

Niklot


Reiterstandbild des Obotritenfürsten Niklot am Schweriner Schloß, von hier

Jetzt habe ich gar nicht den Stammvater des Geschlechts erwähnt, nämlich Niklot. Hoch am Schweriner Schloß reitet er den Besuchern entgegen. Ich will dies kurz nachtragen, denn er ist eine sehr farbige Gestalt. 

Sein Kopf landete aufgespießt auf einer Lanze. Das war 1160. Warum? Nun, er war gegenüber seinem Lehnsherrn, Heinrich dem Löwen wiederholt eidbrüchig geworden. 

Der dänische König Waldemar hatte sich unserem Kaiser Friedrich Barbarossa als Lehnsmann unterworfen und bat darum, daß doch die slawischen Seeräuberangriffe aufhörten, ganz Fünen sei bereits entvölkert. 

Heinrich der Löwen wurde beauftragt. Niklot weigerte sich. Bei einer Strafexpedition geriet er in einen Hinterhalt - Knechte des Herzogs waren ausgerückt, um Futter zu holen – er wollte sie überfallen und bemerkte er zu spät, daß er in eine Falle geraten war. 

Sein Speer sprang von dem verdeckten Harnisch eines der vermeintlichen Knechte ab. Ein sächsischer Ritter namens Bernhard, wohl Bernhard I. von Ratzeburg, erschlug ihn und vollzog am Leichnam die sächsische Strafe für Eidbruch. Der abgetrennte Kopf wurde, aufgespießt auf einer Lanze anschließend in das Lager der Sachsen und Dänen getragen.

War Niklot, ein heldenhafter, eidbrüchiger, tapferer Heide, ungestüm, rauflustig und beutefreudig? Oder war er ein wendischer „Nationalheld“, der seinem Volk die Eigenständigkeit bewahren wollte, taktisch durchaus flexibel und meist verläßlich? 

Dem nicht sein Heidentum, sondern, daß er nicht verläßlich genug war, zum Verhängnis wurde. 

Bei einem Gegner wie Heinrich dem Löwen ein tödlicher Fehler, dem nicht so sehr am Christentum, aber an seiner eigenen Macht das meiste lag, und der zumal mit herausragenden Qualitäten gesegnet war.

Die Pointe ist, mit seinem Widerstand hat Niklot genau das Gegenteil seiner vermutlichen Absichten erreicht. Denn Heinrich wollte das Obotritenland zwar unterworfen und tributpflichtig sehen, aber gar nicht selbst unmittelbar in Besitz nehmen (samt Christianisierung und deutscher Besiedelung). Das ändert sich jetzt.

Aber immerhin hat er dem Pribislaw, einem Sohn Niklots, den größten Teil des Landes seines Vaters 1167 zu Lehen gegeben, nachdem dieser sich unterworfen hatte. Und so setzte sich die Herrschaft  der Familie, wenn auch zunächst eingeschränkt, dann über die folgenden Jahrhunderte fort.

Man kann sich seine Familie eben nicht aussuchen. Aber versuchen, ihr Handeln ins Bessere zu drehen. Und das mit dem Aufspießen kam dann auch später nicht mehr vor.

Warum überhaupt Geschichte?

Geschichte gibt einem Raum eine Struktur, es ist wie ein Wurzelgeflecht, auf dem wir uns bewegen. Und aus dem immer wieder unerwartet Schößlinge treiben. 

Geschichtliche Denkmäler sind keine Steinhaufen, die man beliebig umnutzen oder auch einfach zerstören kann, sondern sie sind der Gestalt gewordene Geist einer Region, eines Landes. Sie sind ihr Gesicht.

In einem Raum zu leben, der vertraut ist, der Rückhalt gibt. Das eigene Innenleben, früher sagte man Seele, bereichert, mit Bildern füllt und mit Namen und zugehörigen Geschichten. So daß kaum noch ein Gefühl von Fremdheit übrig bleibt, sondern das von Heimat. 

Somewheres vs. Anywheres

Ich spüre die Frage, wann sagt er endlich Amen. Bald. Aber wir müssen noch über Anfechtungen sprechen. Vor allem wenn sie so überraschend überfallen. Wer könnte etwas gegen das Vorige haben.

Es gibt sie durchaus und die Anhänger dieser Sekte meinen, sie stünden längst kurz vor der Übernahme der Weltherrschaft. 

Klingt weit weg. Aber haben Sie sich jemals gewundert, warum aus der banalsten Werbung sie neuerdings ständig Schwarze anspringen. Die Botschaft – wir werden euch Rassisten auch zu Hause quälen. Oder ein mittelmäßiger Künstler erschaudert, weil er in einem Volkshaus auftreten soll.

Der Hl. Mauritius war ein Schwarzer und wurde im Abendland vielfach verehrt.

Wir sind in einem Kampf. Und, was wäre daran neu? Jemand verteidigt das, was ihm unverzeichtbar ist. Ehre. Familie. Zukunft. All das eben.

Bevor jemand fürchtet, hier spräche selbst ein Sektenprediger, muß ich kurz etwas nüchterner und fast technokratisch reden.

Der britische Autor David Goodhart hat mit einer einfachen Unterscheidung etwas Licht in dieses Halbdunkel gebracht. „Somewheres“ gegen „Anywheres“. Nun er ist Brite. Also kann man ihm die Wortwahl nicht vorwerfen. Was meint das?

Unsere westlichen Gesellschaften würden von zwei Gruppen bestimmt. Die „Somewheres“, die Irgendwo-Menschen, sind an ihrem Lebensort orientiert. Er meint, sie seien eher weniger gebildet und vermögend. Sie störten sich an Veränderungen und insbesondere könnten sie keine Zuwanderung leiden. Also die geborene Beute für gewisse Parteien. 

Dagegen stünden die „Anywheres“, die Überall-Menschen mit meist höheren Einkommen, sie zeichneten sich durch höhere Mobilität aus und seien in ihrem Selbstverständnis nicht an einen Ort gebunden und offen für Veränderungen. Und natürlich sähen sie Zuwanderung als Bereicherung an.

Das wäre jetzt die nette Zusammenfassung. 

Die Wahrheit ist etwas unerfreulicher. Es gibt eine Weltsicht, die im Westen weite Teile der herrschenden Öffentlichkeit besetzt hält und vor allem finanzielle Schlüsselressourcen in Besitz genommen hat. Da wird man dann automatisch vermögender.

Man kann das vermeintlich vornehmer ethischen Universalismus nennen. Sie (besagte Ideologie, noch meine Worte) - ich zitiere: „kann mit dem konkreten, an seinen Ort, seine Familie, seine Ethnie, seine Kultur, seine Religion, seine Tradition, seine Nation vulgo Sprachgemeinschaft gebundenen Individuum nichts anfangen, weil solche Bindungen anti-universalistisch – also irrational – wirken; er will das atomisierte Wesen, das nichts weiter ist als ein ‚Mensch‘“, 

Und damit auch leichter verfügbarer und verführbarer, sage ich. 

Diese auf den ersten Blick idealistische Weltsicht (auf den zweiten nicht mehr so sehr) dient als Parolen-Reservoir in einer Art von innerwestlichem Bürgerkrieg. 

Das Abendland ist die einzige Kultur, die radikale Selbstkritik bis zur Selbstverachtung hervorgebracht hat, und diese degenerierte Selbstkritik hat Ideologien die Tore geöffnet, die nichts anderes als seine Zerstörung wollen. 

Natürlich unter dem Propagandabild der Humanität. Aber wann hätte der Widersacher jemals gesagt: Ich bin das Böse.

Noch ein Zitat: „Es ist hinreichend bekannt, dass der Entwurzelte zu Universalismus neigt und sich daher mit der eigenen Entwurzelung nicht zufriedengibt, sondern sie als den einzig und partout besten Zustand menschlichen Seins erachtet und daher auch seine Umgebung entwurzeln will.“ 

Wir Deutsche sind, auch verwundet durch unsere Geschichte, besonders empfänglich für derlei Scharlatanerien. Aber diese Exzentrik hat auch eine lange Herkunftsgeschichte.

Um den Rumänen Cioran wiederzugeben:

„Wenn die Deutschen sich in der Metaphysik hervorgetan haben, so darum, weil sie unter allen Völkern dasjenige sind, dem der gesunde Menschenverstand am meisten abgeht.”

Und das letzte Zitat sei einem Vladimir Jabotinsky gegönnt, einem aus großbürgerlicher assimilierter Familie stammender Juden aus Odessa, der in einem 1936 erschienenen Roman geschrieben hat: „Nur über den Verfall gelangt man zur Restauration. Der Verfall ist also so etwas wie der Nebel bei der Geburt der Sonne.“

Ich wollte mit diesem Einschub nicht verstören, sondern nur andeuten, daß wir uns auf nicht ganz sicherem Gelände bewegen und jemand sich nicht wundern darf, wenn er bei Begriffen wie Volk und Heimat eventuell feindselig angeschaut werden könnte. 

Oder wenn die Mitfreude bei der Gewinnung von etwas Verlorenem sich in Grenzen hält.

Aber jetzt haben Sie es fast überstanden. Denn, um doch nochmal jemanden zu zitieren, nämlich einen berühmten Italiener namens Trappatoni: „Ich habe fertig“.


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Ich hatte Fragen vorbereitet, und die, die ich irgendwie tatsächlich gestellt habe, will ich noch kurz bringen.

Was können die alten Familien tun, damit es in unserem Fall wieder eine gemeinsame mecklenburgische Identität gibt?

In einer traditionsfeindlichen Umgebung, wie sie gegenwärtig oft besteht: Was ist der Kern an Identität, den man dem entgegenhält?

Nach meinem persönlichen Eindruck ging die Kontaktaufnahme Ihrer Familie besonders von der jüngsten Generation aus. Wie kam das?

Letzteres wurde bestätigt und überhaupt gab es eine lebhafte Diskussion darüber, was Heimat bedeute und wie die Rolle der alten Familien in der Gegenwart aussehen könne. Das will ich jetzt nicht ausführlich beschreiben. Nur eins noch.

Einmal ein Satz, der sich mir eingeprägt hat: Wenn man uns will, kommen wir.

Und als er in St. Petersburg war und sich sozusagen „geoutet“ hatte, würde er förmlich auf Händen getragen worden sein. Dagegen, als er in Schwerin anregte, als eine Good-Will-Botschafter für Mecklenburg tätig werden zu können, kam als Antwort: Wer sind sie und was wollen sie überhaupt? Ein Unterschied, der viel über den Zustand dieses Landes aussagt.


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Christian Ludwig (rechts) mit seiner Mutter und seinem Bruder, Postkarte von 1918, von hier

Aus dem Publikum kam die Frage auf. Wieso der Chef des Hauses Mecklenburg sein Vater sein könne, schließlich komme er doch aus Mecklenburg-Strelitz.

Ich hole etwas aus: Die Familie Mecklenburg hat ja nie den Kontakt zu ihrem Land aufgegeben. Ich erinnere mich, wie ich als Jugendlicher, also weit vor der Wende, dem letzten Herzog der Schweriner Linie, Christian Ludwig Herzog zu Mecklenburg († 18. Juli 1996) vom Turm des HKB aus das moderne Neubrandenburg erklären durfte oder mußte, je nach Sichtweise.

Der Herzog hat zwei Töchter Donata und Edwina. Aber keinen männlichen Nachkommen. Die Linie Strelitz (Adolf Friedrich VI., Großherzog von Mecklenburg [-Strelitz] ertrank 1918 am Kammerkanal bei Neustrelitz, vermutlich aus Selbsttötung, und genauso vermutlich aus einem ziemlich dämlichen Grund.

Wenn man die alten Regeln weiter ernst nehmen will, ist also diese Familie als lebendiger Seitenstamm eines wahrscheinlich tausend Jahre alten Baumes der neue Hauptstamm.




Es werden, so der Herrgott will, zwei Beiträge folgen, einer über einen überraschend eindrucksvollen Altar in der Kirche von Neukalen und einer über Schloß/Kirche von Dargun.

nachgetragen am 1. Juni

Montag, 25. Mai 2026

Pfingsten

 

Antoon van Dyck, Ausgießung des Hl.Geistes, zw. 1618 u. 1620, von hier

„Ein Priester, der einige Zeit in Afrika in einem Gebiet verbringen konnte, das noch kaum vom Christentum und von der europäischen Zivilisation berührt ist, hat mir erzählt, dass das Erschütternde und Bewegende dieser Erfahrung für ihn die lähmende Furcht gewesen ist, die das ganze Leben dieser Menschen beherrscht, die eigentliche Prägemarke des Heidentums, in dem der eine Gott nicht erschienen ist. Sie fürchten sich vor den Geistern der Toten, sie fürchten sich vor unbekannten Geistern, sie fürchten sich vor der Unberechenbarkeit der bekannten Geister. Das ganze Leben ist ein Kalkül der Furcht, des Auskommenkönnens mit den unheimlichen Mächten, denen der Mensch fast waffenlos gegenübersteht.

 Der Heilige Geist überwindet die Furcht. Eine Welt des Heiligen Geistes ist nicht geprägt durch unbekannte Geister und Mächte, sondern durch den Geist, der die Liebe und als Liebe die Allmacht ist. Deswegen ist Furchtlosigkeit das Zeichen für den Heiligen Geist, der uns in die Hände der allmächtigen Liebe gibt. Und deswegen kann auch der Glaube, wo er gesund ist, furchtlos sich den Mächten der Welt entgegensetzen, weil er sich von dem geführt und behütet weiß, der als der Stärkere den Starken gefesselt hat (vgl. Mk 3, 27).

 Und es ist nicht so, wie es hingestellt wird, als ob in einer Welt, die den Glauben endgültig beiseite wischt, dann endlich die reine Vernunft und die reine Furchtlosigkeit aufstünden. Wo der Glaube verschwindet, muss der Mensch wieder beginnen, sich vor den unbekannten Mächten des Schicksals, der Zukunft, der Natur zu fürchten, die er nicht bannen kann, sondern nur der, der das All geschaffen hat und es in seinen Händen trägt.

So wollen wir an diesem Pfingsttag bitten, dass der Heilige Geist zu uns komme und das Angesicht der Erde erneuere.“

So der Heilige Vater Benedikt XVI. als er noch Erzbischof von München und Freising war.

Ausgießung des Heiligen Geistes, Rabbula-Evangeliar, 586, von hier

Der Hl. Geist ist die Kraft und der Beistand Gottes in und für uns. Wovor sollten wir uns also fürchten. Er erweckt unseren Geist und läßt uns teilhaben am Schöpfungshandeln Gottes, indem er uns weit über die Beschränktheiten unseres eigenen Geistes hinausträgt. Inspiration eben. 

Veni creator spiritus

von hier

Frohe und Gesegnete Pfingsten!




Mittwoch, 13. Mai 2026

Letzte Bilder


Letzte Bilder - da aus den letzten Tagen, nicht weil ich etwa schon mit dem Irdischen abgeschlossen hätte, jedenfalls nicht vollständig. So der blühende Kirschbaum, der im Hof des Hauses steht, in dem ich seit einigen Jahren wohne vom 25. April.



Ebenso datieren die Impressionen aus dem Inneren der Scheune Bollewick vom gleichen Datum. Die Motivation dahinter war, sollte mir die Veranstaltung zu unerträglich werden, flüchte ich mich einfach in diesen Lustort des Kitsches, eine Etage tiefer.







Zum Ort [Bollewick - bolle (rund, bauchig) und wick (germ. Suffix wig, wik - Platz bzw. Dorf, entlehnt aus lat. vicus = Dorf) also Runddorf.] gehört unter anderem diese malerische Kirche in Kambs.


Dorfkirche Kambs, von hier

Und schließlich ein paar Bilder von Werken des Bildhauers Karl Rätsch in der Schloßkirche Neustrelitz, mit dessen Lebenswerk man sich noch bis zum 4. Oktober dort vertraut machen kann. Einen Überblick verschafft dieser Artikel.






Eine kleine Anekdote. Einem vielleicht vierjährigen Jungen bereitete es offensichtlich Vergnügen, auf allen Vieren durch die zahlreich herumstehenden Besucher zu krabbeln. Als ich ihn halb amüsiert beobachtete und er das bemerkte, strahlte er mich mit den Worten an „Hallo Du“. Irgendwo rührend.

vom 14. Mai

Freitag, 3. April 2026

Karfreitag in Neukirchen, Mecklenburg

 

Neukirchen bei Bützow

Das stellvertretende Leiden und die Herrlichkeit des Knechtes Gottes

13Siehe, mein Knecht wird weislich tun und wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. 14Gleichwie sich viele an dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist denn anderer Leute und sein Ansehen denn der Menschenkinder, 15also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, die werden's mit Lust sehen; und die nichts davon gehört haben, die werden's merken. 1Aber wer glaubt unsrer Predigt, und wem wird der Arm des HERRN offenbart? 2Denn er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. 3Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. 4Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. 5Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

6Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. 7Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. 8Er aber ist aus Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volkes geplagt war. 9Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. 10Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des HERRN Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. 11Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünden. 12Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten. Amen.

Jes 52, 13 - 53, 12


Dorfkirche Moisall

Bild von hier

Friede sei mit Euch!

Liebe Gemeinde,

„an einem strahlenden Frühlingsmorgen des Jahres 334 vor Christi Geburt überquerte Alexander der Große die Meerenge, die Europa von Asien trennt. Noch in Europa hatte er am Grab des Protesilaos, das an der Spitze der Halbinsel Gallipoli liegt, geopfert. Protesilaos war bei Beginn des Trojanischen Krieges der erste Achaier, der nach dem Eintreffen der griechischen Flotte vor der Küste Troias an Land sprang. Er wurde, nachdem er mehrere troische Krieger im Zweikampf besiegt hatte, von Hektor erschlagen. 

Selbst Achilleus war nicht tapfer genug gewesen, der Erste sein zu wollen. Seine Mutter Thetis hatte ihm vorausgesagt, daß der, welcher als Erster an Land ginge, als Erster fallen werde.“ Der Schriftsteller Peter Bamm schließt diesen Bericht mit der bemerkenswerten Feststellung: „Es ist ein sympathischer Zug an diesem gewaltigsten der homerischen Helden, daß schon er, wie alle Helden nach ihm, Angst hatte. Frei von Angst sind nicht die Helden, sondern die Heiligen.“

Nach meiner Überzeugung soll uns auch das gesamte Reden des Propheten zu der erhebenden Gewissheit führen, dass es für den Menschen nur zwei wirkliche Gefühle geben kann – die Furcht oder die Liebe. Von beiden spricht dieser Tag zu uns.

Der Karfreitag ist der Tag des Todes und der Tag unserer Todesfurcht. Grausam und grauenhaft zieht sich das Sterben dahin. Selbst Gottes Sohn bleibt nicht verschont. Ein furchtbares Geschehen findet am Kreuz sein Ziel.


Die Schlagworte – Verrat, Verhaftung, Verleugnung, Verspottung, Folterung, Verurteilung und Hinrichtung geben nur eine schemenhafte Vorstellung von dem, was damals geschah. Ein Mensch wurde zerschunden, zerquält, zermartert, zermalmt und am Ende, ganz am Ende, getötet.

Wie oft in der Geschichte, die randvoll ist von Grausamkeiten, hat sich das zugetragen? Dennoch bleibt der Tod Gottes einzigartig. Das Kreuz Gottes ist gleichsam über alle Tode, die jemals geschahen, aufgerichtet. Das Kreuz unseres Herrn ragt empor auf einem gewaltigen Leichenberg, es überragt fürwahr eine Schädelstätte, es ragt empor auf Golgatha.

Gott ist tot, so lautet die unmissverständliche Botschaft dieses Tages. Nichts, aber auch gar nichts, darf sich neben diese Botschaft stellen. Das immer wieder aufkommende und nur scheinbar tröstliche Gerede, das heute schon das Geschehen der Osternacht vorwegnehmen will, zeugt von nichts anderem als von der Furcht davor, den Tod Gottes aushalten zu müssen.

Wir sollen dem toten Gott mit der gleichen Liebe begegnen, wie seine Mutter Maria es tat, die ihn unter dem Herzen getragen und dann geboren hatte, und die ihn nun wieder auf ihren Schoß legt und beweint.



Bild von hier

Der Karfreitag verlangt von uns einzig und allein das – wir müssen den Tod Gottes aushalten. Nur so kommen wir in die Nähe dessen, was dieser Tag bedeutet. Es gibt eine tiefe Parallelität oder sogar Gleichzeitigkeit von Schöpfung und Erlösung.

Es war ein Sonntag, an dem Gott das Licht ins Dasein rief, und es war ein Sonntag, an dem der Engel Gottes die Menschwerdung des Herrn der Welt verkündet hat. Das war der erste Tag.

Nun, am Karfreitag, stehen wir am sechsten Tag. Gott schuf an ihm den Menschen. Der Tod Gottes muss folglich in eins gesetzt werden mit der Erschaffung des Menschen am Anfang der Welt. Erst im Tod Gottes kommt die Erschaffung des Menschen an ihr wirksames Ziel. Mit seinem Tod schafft Gott gleichsam ein erneutes und diesmal menschliches Nichts, aus dem heraus die Erlösung und die Vollendung aller Dinge Gestalt gewinnen soll. 

Im Tod verbindet sich Gott mit uns Menschen, seinen geliebten Geschöpfen, ganz. Der Tod Gottes entspricht geradezu der Erschaffung des Menschen, und der Mensch wirkt mit seinem Dasein Gottes Tod. Denn er hat gefehlt und Gott verlassen, er ist in Sünde und Gottesferne gestürzt. Gott aber wollte sein Werk nicht vernichten, sondern Gott will es retten. Auch davon redet schon der Prophet.

Neukirchen Kirche, Triumphkreuz, Bild von hier

Ist das eine so ferne Geschichte? Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.

Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Haben wir nicht auch erlebt, wie Lüge, Verrat und Betrug Herrschaft über das Leben erlangten? Haben wir nicht erlebt, wie zerstörerische Gewalt und Kriege alles hinwegfegten, was das Leben ausgemacht hat? Haben wir und unsere Eltern und Großeltern nicht auch so vieles erlebt, wovon wir glaubten, es könne immer nur die anderen treffen? Aber es ist unsere Krankheit, und es sind unsere Schmerzen.

Nicht nur das Leben der Menschen der Vorzeit, auch unser Leben, jedes Leben, hat biblische Ausmaße. Darin entspricht der Tod Gottes der Erschaffung des Menschen, und der Mensch wirkt mit seinem Dasein das Leiden und den Tod Gottes. Gott und Mensch sind ganz im Tode vereint, denn es ist unser Tod, der hier am Kreuz gestorben wird. Es ist der Tod, der für uns aus Liebe gestorben wird, um uns aus unserer Todesfurcht zur Liebe zu erwecken.

Nur Gott kann sein Leben lassen und es auch wieder nehmen. Wir Menschen aber können nur über den Tod hinaus lieben, oder wir werden die Opfer unserer Furcht. Es gibt nur Furcht oder Liebe – aus diesen beiden heraus entfaltet sich unser ganzes Leben.

Nun schaut auf das Kreuz. Das Kreuz steht am Scheideweg jedes Menschen.

Hier am Kreuz folgt er entweder weiter seiner Furcht, oder er lässt sich zur Liebe bekehren. Gott ist diese Liebe. Darum sollen wir uns nicht in Ekel und Entsetzen abwenden vom leidenden, gequälten und sterbenden Menschen. Der, der heute stirbt, der stirbt unseren Tod. Wo ich mich von ihm abwende, da verleugne ich auch mich selbst, ich beraube mich meiner eigenen Menschlichkeit, die doch im Tode Gottes erst ganz in Erfüllung geht. 

Die am Kreuz gewirkte Versöhnung ist doch immer auch die Versöhnung des unter dem Kreuz stehenden Menschen mit seiner eigenen Existenz. Darum befielt der Herr dem Jünger die Mutter und der Mutter den Jünger an. Die Gottesmutter und der Lieblingsjünger des Herrn – sie sind die zentralen Zeugen des Kreuzes. Sie haben alle Furcht überwunden und folgten Christus nur noch durch ihre Liebe geleitet bis unter das Kreuz. 

Die Liebe, die die Furcht wirklich ganz überwunden hat, die gelangt an keinen anderen Ort als unter das Kreuz auf Golgatha. Sie muss nun nichts mehr fürchten, denn der eigene Tod ist hier ja bereits gestorben worden.

Ein kleiner Schein, von dem, was hier auch gemeint ist, schimmert uns auf, wenn wir an Menschen denken, die ihr ganzes Leben gemeinsam verbrachten, als Eheleute oder als Freunde. Nachdem der eine gestorben ist, fürchten sie den Tod nicht mehr, denn wie sollte man nicht ertragen können, was der geliebte Mensch bereits ertragen hat?

Am Karfreitag blicken wir darum unverwandt auf das Kreuz und auf die Wunden unseres Herrn. Im Sterben bereits beginnt er sich in die Welt hinein zu verströmen, und dann ganz in seinem Tod. Nachdem der Landsknecht ihm die Seite geöffnet hat, fließen Blut und Wasser von seinem Leichnam herab. Ein niemals wieder endender Strom der Gnadengaben fließt auf uns Menschen nieder.

Weil unser eigener Tod bereits gestorben wurde, sollen wir den Tod nicht mehr fürchten, sondern allein auf die Gaben blicken, die uns vom Kreuz her werden – das Wasser unserer Taufe und der Leib und das Blut unseres Herrn zur Speisung für die Ewigkeit.

In diese Gemeinschaft hinein sind wir berufen, in die Gemeinschaft der Heiligen, die unter dem Kreuz nichts mehr zu fürchten hat.

Amen.

Der Friede Gottes ist höher als alle unsere Vernunft. Er bleibe an diesem Tag und alle Zeit bei euch!

Amen.

Fürbittengebet 

Mit unverwandtem Blick auf das Kreuz, an dem der Herr hängt, beten wir: Gedenk an uns o Herr!

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Mit diesem Ruf hast du uns gezeigt, dass du uns nachgegangen bist bis in die äußerste Verlassenheit. Darum können wir beten für diejenigen, die sich von Gott verlassen glauben, denn du bist auch bei ihnen.

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

Selbst den Henkern hast du vergeben. Darum können wir beten für die Verbrecher, für Mörder und Diebe. Du willst dich aller erbarmen.

Gedenk an uns o Herr!

Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Nur mit dir werden wir es erlangen.

Weib, siehe, das ist dein Sohn! In dem geliebten Jünger hast du uns alle zu Geschwistern gemacht.

Siehe, das ist deine Mutter! Maria, die mehr als alle Menschen an deinen Schmerzen teilnahm, hast du uns allen zur Mutter bestimmt. Sie grüßen wir auch in der Stunde deines Todes.

Madonna del Rosario, wohl die älteste erhaltene Marienikone, von hier

Mich dürstet!

Laß uns so verlangen nach deinem Wort und stille das Verlangen. Wir beten für die Kirche und für die ganze Welt, schenke Frieden!

Gedenk an uns o Herr!

Es ist vollbracht! Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Amen

Die Kerzen sind erloschen, die Glocken schweigen, die Orgel bleibt stumm, denn Christus, unser Herr, ist tot, das Licht der Welt ist in die Dunkelheit des Todes versunken!

Wir aber erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

In diesem Glauben empfangt den Segen der Kirche.

Es segne euch der allmächtige und dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Hl. Geist. Amen

Thomas Roloff

Dienstag, 10. März 2026

Gedenkgottesdienst zum 250. Geburtstag von Königin Luise am 10. März 2026 im Mausoleum beim Schloss Charlottenburg zu Berlin

 

Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg, von hier

Christian Daniel Rauch: Grabmal der Königin Luise von Preußen, von hier


Eröffnung


Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 

1Petr 1,3


Unter diesem Vers aus dem 1. Petrusbrief, feiern wir Gottesdienst im Gedenken an den 250. Geburtstag der hochverehrten Königin Luise. Wir wollen Gott die Ehre geben und mit der verewigten Fürstin und für alle Toten beten.

Das tun wir in besonderer Weise mit Ihnen, Königliche Hoheit und mit weiteren Mitgliedern Ihres königlichen Hauses. Die Kirche neigt sich und bekennt ein unvergängliches Königtum.

Wir rufen Gott an, dass er die Verstorbenen im Frieden ruhen lasse. Herr, lass die Toten im Frieden ruhen und Dein ewiges Licht leuchte ihnen. Amen.

Louise Élisabeth Vigée Le Brun,

Luise von Mecklenburg-Strelitz, Königin von Preußen, 1802, von hier


Psalm 126

Ein Lied im höhern Chor. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan!

Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.

HERR, bringe wieder unsere Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.


Kyrie

Kollektengebet


Lasset uns beten:

Ewiger Gott, die Kirche und mit ihr die ganze Welt sind auf dem Weg an das Kreuz deines Sohnes unseres Herrn. Lass uns deine Gegenwart schauen. Du leidest mit deiner Schöpfung und schenkst ihr darin Trost. Als Gemeinschaft der Lebenden und der Toten sind wir ums Kreuz versammelt. Wir recken uns nach deiner rettenden Hand.

Amen


Evangelium


Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm,

Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr.

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen.

Matth 5, 1-11


Credo


Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.


Luisentempel, Schloßpark Hohenzieritz 


Predigt: Psalm 126


Gnade sei mit Euch und Frieden von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,

„Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“

So haben wir es zum Beginn dieses Gottesdienstes gebetet und so hoffen wir es für Auguste Wilhelmine Amalie Luise von Preußen, der Tochter des Herzogs Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz, an deren 250. Geburtstag wir uns in ihrem Grabhaus an sie erinnern.

Die ganze Kirche ist, wie jede Familie auch, eine Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Wie könnte das deutlicher werden als durch die Anwesenheit der königlichen Familie Preußens an diesem Ort?

Bedenke, o Mensch, dass du Staub bist und zum Staube zurückkehren wirst!

Das ist unzweifelhaft das eine, worauf wir hier blicken. Das andere aber ist die ununterbrochene Folge, in der das Leben und die hohe Würde dieser Familie weitergeschenkt wurden.

Eine Familie, auch ein königliches Haus, ist immer genauso ein Bund der Abstammung, wie auch der gemeinsamen Erinnerung.

Beides beschäftigt uns heute und das in besonderer Weise im Hinblick darauf, dass auch unser Glaube ein Band gemeinschaftlicher Erinnerung um uns legt.


Jozef Maria Grassi (1757-1838), Louise von Mecklenburg-Strelitz, von hier

Königin Luise war „eine der edelsten Frauen der Geschichte“. So beginnt noch ganz selbstverständlich der Artikel über sie in Meyers Lexikon von 1909. In dieser Frau stellt sich uns die Wirklichkeit des dynastischen Europas vor Augen, wie sie über Jahrhunderte hinweg prägend war.

Ihr Schicksal entschied sich, als sie den preußischen Kronprinzen kennen lernte und ihn am 24. Dezember 1793 in Berlin heiratete.

1797 machte sie diese Verbindung zur Königin des Landes und es heißt von ihr, „sie vereinigte von nun an die Pflichten der Königin mit denen der Gattin und Mutter“.

„Mehr, als ein Königreich gab der Himmel Dir in Louisen,

Aber Du brachtest Ihr auch mehr, als die Krone, Dein Herz.“

So schrieb Friedrich von Hardenberg, den wir auch als Novalis kennen und gab damit den Ton der Verehrung vor, die Luise erfahren sollte.

„Wer den ewigen Frieden jetzt sehn und liebgewinnen will, der reise nach Berlin und sehe die Königin. Dort kann sich jeder anschaulich überzeugen, daß der ewige Friede herzliche Rechtlichkeit über alles liebt, und nur durch diese sich auf ewig fesseln läßt.“


Friedrich Georg Weitsch: Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise

im Park von Schloß Charlottenburg, 1799, von hier

Auch das schrieb Novalis und gab einer Hoffnung Ausdruck, die leider verhängnisvoll und tragisch unerfüllt bleiben sollte. Die Geschichte vollzog sich gänzlich anders, als die Ideale und Träume und Sehnsüchte der Romantiker es hofften.

1806 brach die völlige Niederlage über Preußen herein. Statt des Glücks eines einfachen häuslichen Lebens, welches das Königspaar dem ganzen Land beispielgebend vorstellte, ereigneten sich nun Zusammenbruch, Flucht und Demütigung.

Nur, weil unsere Sicht überschattet ist, durch alles, was sich im verfluchten 20. Jahrhundert ereignet hat, können wir nicht mehr ermessen, wie grausam und hoffnungslos der nach dem Frieden von Tilsit eingetretene Zustand Preußens war.

Gebietsabtretungen, Kontributionen und Besatzung beugten es tief herab. Woher sollte noch Hilfe kommen, nachdem selbst Russland so schweren Verrat geübt hatte?


Gedenktafel in Memel an den Aufenthalt von Königin Luise und ihres Ehemanns Friedrich Wilhelm III., 1807 - 1808 während der Flucht vor Napoleon, von hier

Es war zunächst und vor allem die nicht zu unterschätzende Stärke im Glauben, die Luise Halt und Kraft gegeben hat und aus der heraus es ihr möglich gewesen ist, auch den König zu stützen.

Die Königin war keineswegs nur eine Projektionsfläche für die Hoffnungen der Menschen. Sie wäre dazu völlig ungeeignet gewesen, wenn sie nicht tatsächlich eine treue Hoffnung für ihr Land bewahrt und diese Hoffnung auch im König hätte wecken können. Wie klar und weitsichtig ihr Urteil war, dafür will ich ein einziges Beispiel aus einem Brief geben, den sie im April 1808 an ihren Vater geschrieben hat. Denn es ist leicht, im Nachhinein über die Geschichte zu urteilen. Unendlich schwer aber ist es, in der Situation selbst eine Orientierung zu gewinnen.

„Es wird mir immer klarer, dass Alles so kommen mußte, wie es gekommen ist. Die göttliche Vorsehung leitet unverkennbar neue Weltzustände ein und es soll eine andere Ordnung der Dinge werden, da die alte sich überlebt hat, und in sich selbst als abgestorben zusammen stürzt.

Wir sind eingeschlafen auf den Lorbeern Friedrich des Großen, welcher, der Herr seines Jahrhunderts, eine neue Zeit schuf. Wir sind mit derselben nicht fortgeschritten, deshalb überflügelt sie uns.

Gewiß wird es besser werden; das verbürgt der Glaube an das vollkommenste Wesen. Aber es kann nur gut werden in der Welt durch die Guten.“

Dann urteilt die Königin hellsichtig über den Korsen: “Deßhalb glaube ich auch nicht, daß der Kaiser Napoleon Bonaparte fest und sicher auf seinem, jetzt freilich glänzenden Thron ist. Fest und ruhig ist nur allein Wahrheit und Gerechtigkeit, und er ist nur politisch, das heißt klug, und er richtet sich nicht nach ewigen Gesetzen, sondern nach Umständen, wie sie nun eben sind. Damit befleckt er seine Regierung mit vielen Ungerechtigkeiten.

Er meint es nicht redlich mit der guten Sache und mit den Menschen. Er und sein ungemessener Ehrgeiz meint nur sich selbst und sein persönliches Interesse. … 

Er ist von seinem Glück geblendet und er meint Alles zu vermögen. Dabei ist er ohne alle Mäßigung, und wer nicht Maß halten kann, verliert das Gleichgewicht und fällt.“

In dieser Haltung nahm die Königin nach der Niederlage steten Einfluss auf das politische Geschehen, regte die Berufung des Reichsfreiherrn von Stein an, befand sich im Einvernehmen mit Scharnhorst und Gneisenau und gab damit einen entscheidenden Impuls für die preußischen Reformen, durch die sich das Land langsam wieder erhob.

Aus unzähligen Zeugnissen wissen wir, wie sehr die späteren Helden der Befreiungskriege durch ihre Königin inspiriert waren. Endlich nahm Luise auch noch eine Reise nach St. Petersburg auf sich. Durch den einjährigen Aufenthalt bei Alexander I. gelang es, das Verhältnis zu Russland wiederherzustellen, worin die entscheidende Grundlage für die Erhebung und Befreiung Europas von der Fremdherrschaft gesehen werden muss.

Im Dezember 1809 kehrte das Königspaar nach Berlin zurück und vermutlich trug Luise bereits in sich, was ihr im Sommer des Folgejahres bei einem Besuch in Hohenzieritz den Tod bringen sollte.

Ihre Hofdame, die Gräfin Voß, schrieb dazu in ihr Tagebuch: „Die Ärzte sagen, der Polyp im Herzen sei eine Folge zu großen und anhaltenden Kummers.“

Vielleicht erst durch den frühen Tod der Königin wurden sie und Friedrich Wilhelm endgültig zu dem, was wiederum Novalis so beschrieb: „Ein wahrhaftes Königspaar ist für den ganzen Menschen, was eine Constitution für den bloßen Verstand ist.“

Nur aus diesem Zusammenhang heraus lässt sich für uns heute erschließen, was Königin Luise ihren Zeitgenossen war und noch mehr den Nachgeborenen wurde. Sie war ein Leitstern, wie es unserem Volk zuvor wohl kaum ein Mensch gewesen ist.

Wie ein Wunder mussten die Jahre der voranschreitenden Befreiung erscheinen und wie die Erfüllung aller Sehnsüchte die unter ihrem Sohn ein halbes Jahrhundert später zustande gebrachte Einheit der Deutschen. Inzwischen sind andere Stürme und Verwüstungen über unseren Kontinent hinweggegangen.


Anton von Werner, Wilhelm I. am Sarkophag seiner Mutter Königin Luise

im Charlottenburger Mausoleum (am 19. Juli 1870), 1881, von hier

Dennoch bleibt es wahr und ist eine Orientierung zum Guten, dass die vielleicht stärkste Wurzel des preußischen und später auch des deutschen Nationalgefühls die Liebe zu einer Frau, zu einer Königin, zu einer Mutter war.

Denn es ist die größte Gnadengabe des Christentums, dass es uns lehrt, was eine Mutter ist. Es ist der größte Akt der Barmherzigkeit, dass es Gott gefallen hat, selbst eine Mutter zu suchen. Das ist der Unterschied zwischen unserem Gott und uns. Wir Menschen bekommen unsere Mutter als Geschenk, Gott hat sich die seine erwählt.

Dadurch, dass jeder Mensch eine Mutter hat, wird ihm das Geheimnis der Menschwerdung Gottes zu etwas ganz Vertrautem. Es ist die Mutter, in der wir Gott finden. Es ist die Mutter, in der wir alle Liebe geschenkt bekommen. Es ist die Mutter, an der wir Opferbereitschaft, Treue, Hingabe und alle Güte lernen. Es ist der Respekt vor der Mutter, in dem auch der Respekt vor Gott wächst. Es war der Respekt vor der Mutter auch der Kern der Liebe zur Königin.

Vieles in der Welt war tiefen, manchmal katastrophalen Wandlungen unterworfen und ist es noch, die Wahrheiten des Glaubens kennen diesen Wandel nicht. So bleibt auch heute und künftig, der hier versammelten Familie der Königin Luise der Auftrag, diese zu bezeugen und darin der Welt ein Beispiel zu geben, aus dem zu jeder Zeit das wirkliche Königtum erwächst, nämlich das unseres Herrn Jesus Christus.

Als Christen dürfen wir darauf vertrauen, dass am Thron Gottes, des Allmächtigen, des Herrn über Leben und Tod, des Schöpfers und Erlösers aller Dinge, für uns Fürsprache gehalten wird und wir dürfen in Liebe gewiss sein, in unserer Königin eine Fürsprecherin zu haben.

Amen

Und der Frieden Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn. Amen.


Karl Friedrich Schinkel: Entwurf für ein Mausoleum der Königin Louise, Außenansicht


Entwurf für ein Mausoleum der Königin Louise, Innenraum, von hier


Heinrich von Kleist


An die Königin von Preußen

Zur Feier ihres Geburtstages den 10. März 1810


Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen,

Still deine Brust verschlossen, was sie litt,

Wie Du das Unglück mit der Grazie Tritt

Auf jungen Schultern hast getragen,

Wie von des Krieges zerrissnem Schlachtenwagen

Selbst oft die Schar der Männer zu dir schritt,

Wie trotz der Wunde, die Dein Herz durchschnitt,

Du stets der Hoffnung Fahn uns vorgetragen:

O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen!

Wir sahn Dich Anmut endlos niederregnen,

Wie groß Du warst, das ahndeten wir nicht!

Dein Haupt scheint wie von Strahlen mir umschimmert;

Du bist der Stern, der voller Pracht erst flimmert,

Wenn er durch finstre Wetterwolken bricht!


Gedenkmausoleum für die Königin Luise, Neustrelitz


Fürbitte + Vater unser


Wir wollen Fürbitte halten und zu Gott beten mit dem gemeinsamen Ruf: Herr, erbarme Dich!

Allmächtiger Gott, wir danken Dir für den Weg Deines Sohnes ans Kreuz und bitten Dich, mache uns zu treuen Zeugen seines Sieges im Glauben an Dich.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.


Ewiger Gott, wir danken Dir für die Gemeinschaft der Heiligen. Durch sie bleiben wir verbunden mit allen Menschen und mit Deinen Wundern. Wir bitten Dich, stärke Deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und schenke ihr nach Deinem Willen Einheit und Frieden.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.


Barmherziger Gott, wir danken Dir für das Leben von Luise. Du hältst sie nun in Deinen Händen. Wir können uns durch ihr Schicksal belehren lassen. Wir bitten Dich mit ihr für die vormals regierende Familie, deren Ahnfrau sie ist. Segne den Prinzen und die Prinzessin von Preußen und die gesamte königliche Familie und schenke ihr, dass sie uns ein Vorbild im Glauben und ein Zeichen der Hoffnung ist.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.


Gütiger Gott, wir danken Dir für Deine Gegenwart und bitten Dich um Segen und Frieden für unser Volk und für alle Völker, für unser Vaterland und für alle Länder, denn Du hältst die ganze Welt in Händen und rufst Dein Volk aus allen Völkern.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.


In der Gemeinschaft mit der Gottesmutter Maria, mit der ganzen Kirche, mit der verewigten Königin und mit allen, die in diesem Hause ihre letzte Ruhe gefunden haben, beten wir, wie Christus uns zu beten gelehrt hat:


Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsre Schuld, 

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen. 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.


Verleih uns Frieden gnädiglich,

Herr Gott, zu unsern Zeiten.

Es ist doch ja kein andrer nicht,

der für uns könnte streiten,

denn du, unser Gott, alleine.


Sendung + Segen


Gehet hin im Frieden des Herrn.


Der Herr segne dich und behüte dich. 

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.


Nun danket alle Gott


Nun danket alle Gott

mit Herzen, Mund und Händen,

der große Dinge tut

an uns und allen Enden,

der uns von Mutterleib

und Kindesbeinen an

unzählig viel zu gut

bis hierher hat getan.


Der ewigreiche Gott

woll uns bei unserm Leben

ein immer fröhlich Herz

und edlen Frieden geben

und uns in seiner Gnad

erhalten fort und fort

und uns aus aller Not

erlösen hier und dort.


Lob, Ehr und Preis sei Gott

dem Vater und dem Sohne

und Gott dem Heilgen Geist

im höchsten Himmelsthrone,

ihm, dem dreiein’gen Gott,

wie es im Anfang war

und ist und bleiben wird

so jetzt und immerdar.


Der Gottesdienst wurde gehalten von Thomas Roloff.


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Bilder -Nachträge


Nachdem mir einiges an Bildern zugegangen ist, will ich eine Auswahl gern hier noch teilen. Der erste Teil handelt vom Geschehen im Charlottenburger Mausoleum, wie unschwer zu erkennen ist. 











Der zweite Teil besteht aus Impressionen vom Schloß Charlottenburg. Es ist ganz erstaunlich, was von diesem stark kriegversehrten Bau wiedergewonnen werden konnte.

















Der dritte Teil wechselt kurz nach Strelitz. Es beginnt mit einem Blick auf die Grabfigur im Gedenkmausoleum für die Königin Luise in Neustrelitz.

Grabfigur der Königin Luise. Kopie von Albert Wolff (1892)
nach dem Original von Christian Daniel Rauch, von hier

Wir wechseln ins Schloß Hohenzieritz, dem Sterbeort der Königin, in ihre dortige Gedenkstätte, die Bilder sind schon wieder historisch, da nach der modernen Entkernung der ehemaligen Ausstellung wenig mehr als der Ort und die Grabfigur geblieben ist. Man mag das hier nachlesen.

Königin-Luise-Gedenkstätte, Schloß Hohenzieritz, 2014, von hier


Königin-Luise-Gedenkstätte, Schloß Hohenzieritz, 2014, von hier

Aber da wir unmöglich so enden können, folgt als Abschluß diese bezaubernde Figurengruppe von Schadow:

Johann Gottfried Schadow, Luise und Friederike von Mecklenburg-Strelitz, von hier