Donnerstag, 6. August 2026

Über das Wappen von Mecklenburg


Das Wappen von Mecklenburg (-Schwerin), von hier

Dieses Wappen ist für meinen Geschmack ein wenig zu überladen, aber so habe ich es hinter mir.

Eine zu lang gewordene Einleitung (die man auch überspringen kann)

Am Nordwestufer des Kummerower Sees; vom Aussichtsturm bei Aalbude Richtung Ost. Der Wasserarm mündet am Abfluss der Peene in den Kummerower See, von hier

Bei einem Unsympath, der Rethra auf einem Burgwall bei Dargun am Kummerower See zweifelsfrei verortet hat, las ich, ein Stierkopf sei das Kampfzeichen von Pribislaw I. gewesen. Bevor ich weiter herumsuche, niemand war dabei, der jedenfalls Nachrichten hinterlassen hätte. Und Münzen mit einem solchen Abbild sind auch nicht bei mir vorbeigerollt (es gibt welche, nur zeigen sie eine Reiterfigur). 

Hatte Pribislaw I. wirklich einen Stier als Feldzeichen und die Herren von Mecklenburg zeigten  ursprünglich einen Greifen, ab 1219 jedoch einen schwarzen Kopf eines Stiers auf goldenem Grund? Was weiß ich schon. Sei es also so. 

Sie schwankten jedenfalls zuächst offensichtlich. Und später war ihnen der Stier wohl auch ein wenig genierlich. Denn mir fiel ein, daß ich vor Ewigkeiten mal etwas über einen Nicolaus Marschalk (ich mußte mich selbst googeln, um es wiederzufinden) geschrieben hatte.

Anthyrius Crullus & Symbullam

„Zusammengefaßt: Ein Offizier Alexander des Großen wandert nach dessen Tod mit seinen Leuten, die ihn zum König erheben, nach Norden, gründet eine große Stadt, begründet eine Dynastie und heiratet die Tochter des Gotenkönigs. Der Büffelkopf im Wappen ist eigentlich ein Mißverständnis, eigentlich gehört dort ein Pferdekopf hinein, von wegen des Bukephalos (von altgriechisch βουκέφαλος, „Ochsenköpfiger“, aufgrund des Brandzeichens), des Pferds Alexanders. Diese erbauliche Geschichte ist eine komplette Erfindung, jedenfalls was die Gestalt des Anthyrius angeht, allerdings eine unterhaltsame.“ 

Aber diese ausgedachten Stammbäume waren einmal europaweit sehr verbreitet, warum auch immer.

Das Pferd hatten schon die Hannoveraner, die damals noch nicht so hießen, und den Greif die Pommern, also mußte man wohl oder übel beim Stierkopf bleiben. Und mein Gott, warum auch nicht?

Kapelle Althof, Tafel von Friedrich Franz I., von hier

Niklots Sohn Pribislaw, ist in der Tat der eigentliche Ursprungsvater des Hauses Mecklenburg. Schließlich starb sein Vater einen unschönen Tod wegen Treulosigkeit. Pribislaw († 30. Dezember 1178) war sein ältester Sohn, er hatte zwei Brüder, Wertislaw und Prislav. 

Nach weiteren kriegerischen Zwischenfällen und der schließlichen Unterwerfung des Pribislaw entschied sich Heinrich der Löwe Anfang 1167, ihm das Land seines Vaters zu Lehen zu geben. Hätte er nicht müssen, hat er aber. Allerdings ohne Schwerin und größere Gebiete südlich davon, die er erhielt Gunzelin von Hagen, und so entstand die deutsche Grafschaft Schwerin. Es sollte letztlich bis 1358 dauern, daß die Grafschaft den Mecklenburger Herzögen wieder zufiel. Na ja, sie haben sich schon sehr bemüht, potentielle Erben beiseite zu schieben, sie hatten aber auch jegliches moralische Recht dazu.

Mit Pribislaw regierte zum ersten Mal seit Gottschalk wieder ein christlicher Fürst die Obotriten. Pribislaw betrieb den Wiederaufbau des Landes, allerdings ohne deutsche Kolonisten,  1171 gründete auf Anregung Bischof Bernos zu Althof ein Zisterzienserkloster, das später nach Doberan verlegte Kloster Doberan, wo er heute auch begraben ist.

Gedenktafel am Grabmal von Pribislaw König der Obotriten im Münster von Bad Doberan, von hier

Münster von Bad Doberan als Grabstätte von Pribislaw König der Obotriten, von hier

1172 begleitete er seinen Lehnsherrn auf dessen Kreuzzug nach Jerusalem. Seinen Sohn Heinrich Borwin I. vermählte er mit einer Tochter Heinrichs, Mathilde. Pribislaw verstarb am 30. Dezember 1178 bei einem Turnier am Hofe Heinrichs zu Lüneburg. Wenn es nicht zynisch klänge, könnte man sagen, ein erstaunlich friedvoller Tod für einen Obotriten.

Jedenfalls war es Heinrich der Löwe, der dieser Familie zur Herrschaft verhalf. Ich habe diese Anfänge hier einmal ermüdend lange aufgeschrieben.

und hier auch noch fortgesetzt

Reiterstandbild des Obotritenfürsten Niklot am Schweriner Schloß, von hier

Niklot gilt dennoch als der Stammvater der späteren Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg. Zu Herzögen und damit reichsunmittelbaren Fürsten wurden sie durch den König und späteren Kaiser Karl IV. am 8. Juli 1348, zu Großherzögen am 28. Juni 1815.

In den Überlieferungen des Mecklenburgischen Fürstenhauses wird Niklot zum „König Nyklot“. Es ist schon eigenartig, kein enthusiastischer Gottschalk, kein bedachtsamer Heinrich, beides herausragende christliche Fürsten, sondern der Heide Niklot wird zum Stammvater des Geschlechts, wobei der Zähigkeit seines Sohnes Pribislaw ebenfalls einiges zugutezuhalten ist, seine Nachkommen hatten diese nicht immer. 

Überhaupt: Eine naive Erwartung bei der Neigung zur Geschichte irrt darin, hier einen mehr idyllischen Ort oder bessere Menschen finden zu wollen. Die menschliche Natur ändert sich nicht wesentlich, sie wird etwas modifiziert hin und wieder. Allerdings gibt es Zeiten des Aufschwungs und solche des Niedergangs, mitunter geschieht beides zugleich. Vor allem aber ist die Aufrechterhaltung der Tradition ein Wert an sich. Sie gibt der Zeit eine Struktur und dem Land einen wichtigen Teil seiner Physiognomie.

Obotriten und im Osten die Lutizen waren keine friedlichen braven Heiden, die von ihren aggressiven christlichen Nachbarn bedrängt wurden, sie waren als Völker auf die Länge gesehen nur kulturell und wirtschaflich rückständiger und vielleicht deshalb schwächer als diese. Die Wenden, fassen wir sie so zusammen, hatten allerdings immer wieder Fürsten, die dies sahen. Warum manche immer gleich Opportunismus unterstellen und ihnen nicht die Überlegung zutrauen, daß, wenn das Land gehoben werden sollte, es ohne Christentum, also auch die Klöster etc., und deutsche Siedler recht aussichtslos wäre.

Hl. Gottschalk auf einem Fenster der Propsteikirche St. Anna in Schwerin, von hier

Jedenfalls gab es in der Familie einen Märtyrer, der heiliggesprochen wurde - den Hl. Gottschalk und ein anderer Fürst ging lieber ins Exil als vom christlichen Glauben abzufallen (beides riecht wenig nach Opportunismus). Denn wiederholt gab es blutige Aufstände, vornehmlich aus dem Osten, angetrieben von den heidnischen Priestern aus Rethra. Man hat das Haus Mecklenburg früher die Obotriten gennannt, manchmal auch die Niklotiden. Diese Familie ist wie ein alter Baum, Hauptäste brechen ab in einem Sturm, Nebenäste führen sein Dasein weiter. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich habe mich schon hinreichend weg vom Wappen geschrieben.

So ein Wappen ist ja auch ein Bild der Geschichte und in unserem Fall sind es vor allem die verschiedenen Regionen, die sich in ihm widerspiegeln.

Mecklenburg um 1300, von hier

„Nach dem Tod des Mecklenburger Fürsten Heinrich Borwin I., Enkel Niklots, wurde das Land Mecklenburg 1229 im Zuge einer ersten Hauptlandesteilung unter seinen vier Enkeln aufgeteilt:

Nikolaus erhielt den Teil Werle, der bis ins 15. Jahrhundert hinein bestand und zwischendurch mehrfach in Teilherrschaften zerfiel.

Johann erhielt Mecklenburg - die Mecklenburger Fürsten sollten sich als erfolgreichste Herrscher erweisen.

Pribislaw erhielt den Teil Parchim, der ca. 1255 zwischen Mecklenburg und Werle aufgeteilt wurde

Heinrich Borwin III. erhielt den Teil Rostock, welcher 1314 ebenfalls zwischen Mecklenburg und Werle aufgeteilt wurde.“

Das ist so erfreulich knapp und bündig geschrieben. Also habe ich es einfach zitiert. Aber so werden die verschiedenen Landesteile, die sich eben in unserem Wappen wiederfinden, recht schön deutlich.

Mecklenburgs Wappen

Wappen von Mecklenburg (-Strelitz)

Feld 1 - Das Wappen des Herzogtums Mecklenburg

Wir sind also wieder beim zentralen Schildteil, dem Wappen des Herzogtums Mecklenburg, im Nordwesten gelegen und mit der Mikilinborg der Ausgangsort des Landes Mecklenburg. Wohl 973 berichtet ein Ibrāhīm ibn Yaʿqūb, oder sagen wir besser Abraham Jakobson, von „Nakons Burg“.  Dieser sei ein König der nordwestlichen Slawen und anderen großen Slawenfürsten ebenbürtig. Abraham war ein Gesandter des Kalifen von Córdoba und traf demnach Otto I. am 1. Mai 973 auf dessen Hoftag in Merseburg (vorher schon einmal in Rom). 

Ich werde mich jetzt ganz un-heraldisch von links oben (vom Betrachter aus gesehen) vorarbeiten. Eigentlich beschreibt man ein Wappen so, als würde man es vor sich halten. Aber ich denke, das verwirrt nur.

„Im goldenen Feld ein vorwärts gekehrter, aufrecht stehender schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, weißen Zähnen, herausgeschlagener roter Zunge, mit abgerissenem schwarzen Halsfell, dessen Randung bogenförmig ausgeschnitten ist und so sieben Spitzen zeigt. Der Stierkopf hat silberne Hörner und auf der Stirn eine goldene Fürstenkrone.“ (zitiert nach Rajko Lippert, Das Großherzogliche Haus Mecklenburg-Strelitz, Reutlingen 1994)

2 - Die Herrschaft Rostock

Also mit dem ersten Schildteil sind wir durch. Daneben die Herrschaft Rostock mit ihrem Greifen. Wir sprachen bereits darüber. „Im blauen Feld ein rechts gekehrter, schreitender goldener Greif mit erhobener rechter Vorderpranke, erhobenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge“ (s.o.).

Albrecht II. mußte 1370 übrigens Rostock erst aus dänischer Lehnshoheit erwerben

3 – Das Fürstentum Ratzeburg

3 Ansichten vom Ratzeburger Dom, hier innen

„Im roten Feld ein schwebendes rechtwinkliges Balkenkreuz, über demselben eine schwebende goldene Fürstenkrone“ (s.o). Zunächst einmal ich beschreibe die Stelitzer Variante, schließlich lebe ich in der Residenzstadt Neustrelitz, sie unterscheidet sich in Details von der Schwerinschen, aber nicht grundsätzlich.

Auf der Karte oben wird man kein Fürstentum Ratzeburg finden. Wohl aber ein Stiftsgebiet des Bistums Ratzeburg. Es war üblich, daß Bistümer ein Gebiet erhielten, in dem der Bischof die weltliche Herrschaft ausübte, wir werden gleich zum anderen ähnlichen Fall gelangen. Nach der Reformation fiel das Gebiet an Mecklenburg und wurde zum weltlichen Territorium. Herzog Adolf Friedrich I. von Mecklenburg war dessen letzter Administrator. Und im Westfälischen Frieden wurde ihm das Stiftsgebiet als erbliches, weltliches Fürstentum zugesprochen.

4 – Die Herrschaft Werle oder das Fürstentum Wenden


Siegel und Wappen der Herzoglichen Herren von Werle, von hier und hier

Was es mit ihr auf sich hatte, habe ich bereits beschrieben.

„Im goldenen Feld ein vor sich gekehrter, rechts gelehnter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul und herausgestreckter roter Zunge. Hörner und Krone wie beim Herzogtum Mecklenburg. (s.o.)“

Am 7. September 1436 starb dessen letzter Regenten Wilhelm ohne männliche Erben und so fiel die Herrschaft zurück an die mecklenburgische Dynastie. Bei der nächsten Landesteilung wurde das Gebiet allerdings zum Kern von Mecklenburg-Güstrow. Aber ich will auch nicht endlos werden

5 - Die Herrschaft Stargard

… mit dem Arm der Beatrix.

„Im roten Feld ein nach rechts gekehrter weiblicher Arm, mit einem Puffärmel am Oberarm bekleidet, am unteren Rande des Ärmels eine fliegende Schleife, alles silbern gefärbt, welcher aus einer kleinen natürlichen Wolke hervorragt und zwischen Daumen und Zeigefinger einen goldenen, diamantbesetzen Ring hält. (s.o.)“

In der Schweriner Variante fehlt die Wolke.

Beatrix von Brandenburg, Tafel 44 der Mecklenburgischen Siegel aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, von hier

Wappen von Neustrelitz, von hier

Dieser Bildteil ist etwas ungewöhlich – kein dräuendes Viech etc. sondern ein Frauenarm. Am 12. August 1292 heiratet Fürst Heinrich II. (der Löwe) Beatrix, die Tochter des brandenburgischen Markgrafen Albrecht III. Stargard war brandenburgisch geworden, daher überrascht dann auch nicht, daß es dort immer noch eine Stadt Neu-Brandenburg gibt etc. etc. Nun wurde es wohl als Mitgift mecklenburgisch.

1314 stirbt Beatrix ohne männliche Nachkommen und die Brandenburger wollen logischerweise die Mitgift zurück. Die Mecklenburger wollen das, was sie nunmal haben nicht zurückgeben. Es kommt zum Krieg und die Mecklenburger obsiegen 1316 in der Schlacht bei Gransee, auch sowas gab es mal, und nach dem Frieden von Templin von 1317 bleibt Stargard mecklenburgisch.

Ich muß zwei Anmerkungen zur Karte weiter oben machen. Sie ist zwar ganz hübsch, aber Fürstenberg kam bereits 1348 zu Mecklenburg. Und Neustrelitz wurde erst 1733 gegründet. Es ist also eine reichlich junge Stadt.

6 – Das Fürstentum Schwerin

Zwei Felder bleiben uns noch übrig.

„Oben im blauen Feld ein rechts gekehrter, schreitender goldener Greif mit erhobener rechter Vorderpranke, stehend auf der unteren, grünen, mit Silber eingefaßten Schildhälfte.“ (s.o.) Das Fürstentum Schwerin ist das andere Stiftsland, welches sich Mecklenburg nach der Reformation einverleibte. Das Stiftsland war ein eigenständiges weltliches Herrschaftsgebiet des Schweriner Bischofs, vor allem um die Städte Bützow und Warin, Bützow war Stiftshauptstadt. Von der Bischofsburg ist noch das Renaissance-Schlößchen erhalten, das Herzog Ulrich von Mecklenburg als Stiftsadministrator durch den Umbau der Bischofsburg 1556 errichtete.

Das Schloß Bützow, von hier

Das Schloß Bützow, von hier

7.  - Die Grafschaft Schwerin

Wappen der Grafen von Schwerin, von hier

Was es mit der Grafschaft auf sich hat, habe ich weit oben bereits beschrieben. Das Wappen ist oben rot, unten golden. Nur eigentlich beschreibt ein solcher Herzschild das dominierende Element. Er beherrscht sozusagen das ganze Wappen. Das würde nahelegen, die Grafen von Schwerin hätten sich Mecklenburg unterworfen. 

Dabei hat Albrecht II. die Grafschaft 1358 schlicht gekauft. Vielleicht war die Freude über diesen endlich herausgezogenen Pfahl im Fleische so groß, daß der Schild in die Mitte kam. Natürlich gab es auch bei den Schweriner Grafen mehrere Linien mit 3 verschiedenen Wappen, aber alle starben aus oder wurden beiseite geschoben. Will man Abrecht II. dafür tadeln?

Theodor Fischer: Abrecht II. Herzog zu Mecklenburg, Ahnengalerie im Schweriner Schloß, von hier

Wenn ich in grausamer Stimmung wäre, würde ich noch die Helmzier etc. erklären. Aber irgendwann ist auch einmal gut. Nur eines noch. Ein mecklenburgisch-Schwerin'scher Patriot sprach mit mir über den Unterschied der beiden Landeswappen. Und es ist immer eine große Genugtuung, wenn man korrigieren darf.

Ja, Schwerin hatte das „Per aspera ad astra“  - „Durch das Raue zu den Sternen“ als Motto im Wappen.  Mecklenburg-Strelitz hatte zwar ein Motto, aber nicht im Staatswappen. Der Hausorden der Wendischen Krone hatte in Strelitz allerdings „Avito viret honore“ - „Er grünt in angestammter Ehre“. 

Hausorden der Wendischen Krone in der Schweriner Variante, von hier

Und nu is wirklich jenuch.

Montag, 3. August 2026

Und 6 andere Bürgerkriegslieder des Südens


Soviel gandiose Musik für eine solch böse Sache. Ich habe schon lange einen Narren an der Bürgerkriegsmusik des Südens gefressen. Dieser vorige Beitrag war also alles, aber kein Ausrutscher. 

Eigentlich bin ich gerade tief in der mecklenburgischen Landesgeschichte versunken, aber dies mußte jetzt einfach raus. Denn ich höre es gerade. Ich rätsel immer noch, was mich daran so fasziniert, aber egal ich präsentiere jetzt einfach 6 weitere grandios-überwältigende Lieder aus dem Süden, der verloren hat.

Wahrscheinlich ist es die Geschichte, die einem zustößt und man kann etwas daraus machen oder einfach stumpf untergehen. An der Musik-Front hat der Süden jedenfalls um Längen gewonnen: Im Kampf gegen die „mercenary hords“. 

Ein tiefempfundenes Freundliches:

Macht was daraus, aus eurem Erbe. Das ist fern von jeglicher Herablassung. Eure Musik ist einfach zu tief in meine Seele hineingekrochen und sie hat darin keine Gefahr erkannt. Und ich kann sagen, sie ist darin wohlerfahren, sonst wäre ich lange tot. Also, wenn sie meint, kann man geltenlassen, weiß sie, wovon sie spricht.

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6 Other Civil War Songs of the South

So much magnificent music for such an evil cause (there may be some irony hidden). I have long been captivated by the Civil War music of the South. So, that previous post was anything but a slip-up.

I am actually deeply immersed in the history of Mecklenburg right now, but I simply had to get this out—because I’m listening to it at this very moment, again and again, as so often. I’m still trying to figure out what fascinates me so much about it, but whatever.

I’m simply going to present 6 more magnificent, overwhelming songs from the South—the South that lost at the end.

It is likely about the history that befalls you—you can make something of it, or simply go under, numb and defeated. On the musical front, at least, the South won by a landslide: in the fight against the "mercenary hordes."

A heartfelt, friendly word:

Make something of it—of your heritage. This comes without a shred of condescension. Your music has simply crept deep into my soul, and it found no danger there. And I can say that my soul is well-versed in these matters; otherwise, I would have been dead long ago. So, if it gives its stamp of approval, you can be sure it knows what it’s talking about.

1 Johnny Fill up the Bowl

von hier

 der Text

When Johnny comes marching home again,

    Hurrah, hurrah!

We'll give him a hearty welcome then,

    Hurrah, hurrah!

The men will cheer, the boys will shout,

The ladies, they will all turn out,

    And we'll all feel gay,

When Johnny comes marching home.


The old church bell will peal with joy,

    Hurrah, hurrah!

To welcome home our darling boy,

    Hurrah, hurrah!

The village lads and lassies say,

With roses, they will strew the way,

    And we'll all feel gay,

When Johnny comes marching home.


Get ready for the jubilee,

    Hurrah, hurrah!

We'll give the hero three times three,

    Hurrah, hurrah!

The laurel wreath is ready now,

To place upon his loyal brow,

    And we'll all feel gay,

When Johnny comes marching home.


Let love and friendship on that day,

    Hurrah, hurrah!

Their choicest treasures then display,

    Hurrah, hurrah!

And let each one perform some part,

To fill with joy the warrior's heart,

    And we'll all feel gay,

When Johnny comes marching home.


2 If youn wanna smell hell - Join the Calvary 

von hier

zum Text:


CHORUS: If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


We’re the boys who went around McClellian,

Went around McClellian, went around McClellian!

We’re the boys who went around McClellian,

Bully boys, hey! Bully boys, ho!


CHORUS: If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


We’re the boys who crossed the Potomicum,

Crossed the Potomicum, crossed the Potomicum!

We’re the boys who crossed the Potomicum,

Bully boys, hey! Bully boys, ho!


CHORUS:

If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


Then we went into Pennsylvania,

Into Pennsylvania, into Pennsylvania!

Then we went into Pennsylvania,

Bully boys, hey! Bully boys, ho!


CHORUS:

If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


The big fat Dutch gals hand around the breadium,

Hand around the breadium, hand around the breadium!

The big fat Dutch gals hand around the breadium,

Bully boys, hey! Bully boys, ho!


CHORUS:

If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


Ol’ Joe Hooker, won’t you come out of The Wilderness?

Come out of The Wilderness, come out of The Wilderness?

Ol’ Joe Hooker, won’t you come out of The Wilderness?

Bully boys, hey! Bully boys, ho!


CHORUS:

If you want to have a good time, jine the cavalry!

Jine the cavalry! Jine the cavalry!

If you want to catch the Devil, if you want to have fun,

If you want to smell Hell, jine the cavalry!


3 Jackson in the Valley

von hier

4 The Irish Brigade

von hier

5 Roll Alabama, Roll

von hier

6 The Cavalier's Glee

von hier

Und God save the south!

natürlich, was sonst.

von hier

Sonntag, 2. August 2026

Jeremias oder vom Trost eines erfüllten Lebens


Ein Zweig eines Christusdorns, den mir Brigitte Saeger vor Jahren einmal geschenkt hat - "der wächst in jedem Sandkasten". Daraus soll die Dornenkrone unseres Herrn geflochten worden sein. Nun immerhin hat er selbst mich bis hierhin überlebt.

Ich werde versuchen, meine Vorbemerkungen zur heutigen Predigt des Herrn Roloff kurz zu halten. Es wird mir nicht gelingen. Er kennt meinen Spruch. Darum ist es nicht indiskret, wenn ich auch hier behaupte, er sei ein besserer Mensch, wenn er predige. Gut, ich bin auch ein besserer Mensch, wenn ich glaube, ohne daß ich irgendwas dafür könnte.

Ach so, während ich dies schreibe, höre ich natürlich Musik vom bösen Süden. Sie ist einfach zu erfrischend.

In meinen Bücherregalen steht einiges an Theologischem herum. Etwa etwas  von einem Herrn Willi Marxsen. Hl. Jungfrau, was für ein plumper Rationalismus in dieser historisch-kritischen Methode steckt. Diese Plattheit konnte glänzen, solange noch Glauben da war. Heute interessiert nicht mal mehr das, nur noch der Klimakampf in einer stetig schrumpfenden Kirche, vorgetragen meist von häßlichen, dummen jungen Frauen oder von Zeitgenossen, die gerne solche wären.

Jesus sei in den Glauben seiner Jünger hinein auferstanden. Großer Gott, welch dümmliche Lästerung, die nicht einmal eine Vorstellung davon hat, daß es so etwas wie eine Offenbarung geben könne.

Ich suchte bei mir nach einem Zitat des Hl. Vaters und fand immerhin zunächst das:

Der gekreuzigte und auferstandene Messias, das ist der Kern des Christentums, wie ihn der Apostel Paulus, selbst von Geburt Jude, deutlich beschreibt. Zieht man die Auferstehung vom Neuen Testament ab, so bleibt bloßes Judentum übrig. 

Benedikt XVI. bei der Pfingstmesse im Petersdom, 15. Mai 2005. von hier

Aber zum Hl. Vater im Wiederfinden eines alten Beitrags 

(Jesus von Nazareth, Bd. II):

„‘Sie [die Auferstehung Christi] ist ein Ereignis in der Geschichte, das doch den Raum der Geschichte sprengt und über sie hinausreicht.‘ Gewissermaßen ein Mutationssprung im Sein. ‚Ja, die Materie selbst wird in eine neue Wirklichkeitsweise umgebrochen. Der Mensch Jesu gehört nun gerade auch mit seinem Leib ganz und gar der Sphäre des Göttlichen und Ewigen zu.‘“ 

Diese nachliberalen deutschen Theologen konnten sich einfach nicht vorstellen, daß es so etwas wie eine Offenbarung geben könne. Also noch einmal der Hl. Vater:

„Als historische Methode sucht sie den damaligen Geschehenszusammenhang auf, in dem die Texte entstanden sind. Sie versucht die Vergangenheit möglichst genau – so wie sie in sich selber war – zu erkennen und zu verstehen,… Soweit die historische Methode sich treu bleibt, muss sie das Wort nicht nur als vergangenes aufsuchen, sondern auch im Vergangenen stehenlassen. Sie kann darin Berührungen mit der Gegenwart, Aktualität ahnen, Anwendungen auf die Gegenwart versuchen, aber heutig machen kann sie es nicht – da überschritte sie ihr Maß. Gerade die Genauigkeit in der Auslegung des Gewesenen ist ihre Stärke wie ihre Grenze.

Damit hängt ein Weiteres zusammen. Als historische Methode setzt sie die Gleichmäßigkeit des Geschehenszusammenhangs der Geschichte voraus, und deshalb muss sie die ihr vorliegenden Worte als Menschenworte behandeln. Sie kann bei sorgfältigem Bedenken wohl den »Mehrwert« erahnen, der in dem Wort steckt, eine höhere Dimension sozusagen durch das Menschenwort irgendwie hindurchhören und so die Selbsttranszendierung der Methode eröffnen, aber ihr eigentlicher Gegenstand ist das Menschenwort als menschliches."

Aber es gibt auch Gutes und Aufbauendes, wie etwa die Predigt des Herrn Roloff, die gleich folgen soll. Eines der, vermutlich gewollten, Mißverständnisse ist, es gehe beim christlichen Glauben um so etwas wie Heteronomie. So wie im Islam, dessen Gott die Menschen im Grunde reichlich gleichgültig sind. Unterwerfen müssen sie sich. Alles weitere hängt dann von seinen Launen ab.

Grabstätte Papst Benedikt XVI., von hier

Anders ist es bei unserem Gott. Er will unsere Heilung. Wir werden wieder das ganz und gar, was unserer Natur und Veranlagung entspricht, die Er für uns wollte. So kommen wir in Gott wieder zu uns selbst zurück. Aber jetzt folgt wirklich Herr Roloff.

Predigt zum 9. Sonntag nach Trinitatis in Magdeburg

Jeremiah, Chromolithograph by Storch and Kramer etc., von hier

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Jeremias Berufung

Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker.

Ich aber sprach: Ach Herr, HERR, ich tauge nicht, zu predigen; denn ich bin zu jung. Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: "Ich bin zu jung"; sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen, was ich dich heiße.

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. Und der HERR reckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.  Siehe, ich setze dich heute dieses Tages über Völker und Königreiche, daß du ausreißen, zerbrechen, verstören und verderben sollst und bauen und pflanzen.

Jeremia 1. 4-10


Liebe Gemeinde,

im Glauben bejahen wir nur das, was uns bestimmt ist. Noch einfacher kann man sagen: Unser Glaube ist das JA zum Leben. Er ist die Antwort auf die Lebendigkeit Gottes, von dem wir unser Leben haben.

Der Glaube ist gleichsam ein geistiges Atmen. Er schlägt eine Brücke und verbindet die gegenwärtige Existenz mit dem, was wir bereits bei Gott waren, bevor wir zur Welt kamen und mit dem, was wir sein werden, wenn wir die Welt wieder verlassen.

Die Grundlage zu dieser Glaubenssicht finden wir in dem Wort des Herrn in unserem Predigttext: Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe denn du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker.

Wenn wir uns auf diesen Gedanken einlassen, dann verbindet sich mit ihm geradezu die Vorstellung von einer Präexistenz, die jedem Menschen eigen ist und die er ganz bei Gott hatte. Dadurch ist der Mensch nicht nur ein Gewordener und ein Geborener. Der Mensch ist bereits das, von dem Gott selbst sagt: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete. Es geht hier nicht um ein Vorhersehen. Gott sieht nicht voraus, was irgendwie zufällig oder gar durch andere Kräfte und Mächte gewirkt wird. Gott ist alles in allem. Die Welt verwirklicht sich aus ihm und durch ihn und mit ihm.

Dieser Gedanke hat zwingend zur Folge, dass wir uns nicht selbst gehören und auch nicht willkürlich über unser Schicksal verfügen könnten.

Der gläubige Mensch sucht und strebt danach zu werden, was ihm bestimmt war und zugleich fürchtet er diesen Zusammenhang, weil aus ihm die Möglichkeit des schicksalhaften Versagens erwächst. Wie sollen wir diesem Ideal im Herzen Gottes gerecht werden? In unserer konkreten Geschichte handelt es sich um Jeremia, den Gott zum Propheten bestimmt hat.

Wozu hat er mich bestimmt? Wie findet man das heraus? Es kann nicht jeder Mensch wie Jeremia behaupten, dass Gott zu ihm spricht. Was aber jeder Mensch aus dieser Geschichte ersehen und lernen kann, ist die Weise, in der Gott behutsam und streng den zum Propheten bestimmten Jeremia auf seinem Wege leitet. Dem erschreckten Ausweichen, „Ich bin zu jung“, tritt er mit großer Güte entgegen. Sage das doch nicht, denn ich sende dich und ich lege dir meine Worte in den Mund. Vor allem aber sagt Gott wieder und wieder: Fürchte dich nicht!

Das ist es, was wir an diesem Sonntag neu erfassen sollen. Gott hat jeden Menschen gekannt, bevor er war und hat ihm damit auch eine Bestimmung geschenkt. Es ist an uns, sie zu finden. Wir sollen lauschen, wir sollen suchen, wir sollen aufmerksam sein und vor allem sollen wir fest darauf vertrauen, dass es diese Bestimmung gibt.

In schönem Zusammenklang illustriert das Evangelium des heutigen Tages diese Erwartung durch sein Reden von dem Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. In der Epistel wiederum haben wir gleichsam von der entgegengesetzten Methode gehört. „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch alles für Schaden gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines HERRN, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Kot, auf daß ich Christum gewinne.“ So ringt der Apostel und wirft alles von sich fort, was ihn hindert, dem Herrn zu folgen. Es gibt im Leben also Zeiten, um die Kostbarkeit zu suchen und es gibt Zeiten, um endlich fortzuwerfen, was sich als Plunder erwiesen hat und uns nur beschwert. Wenn wir nur zum Herrn gelangen.

Christus ist unser Schatz im Acker und er ist die köstliche Perle, die wir in unserem Leben gewinnen sollen, damit es an sein Ziel kommt. Sagt darum auch nicht „Ich bin zu jung“ oder „Ich weiß nicht, was Gott von mir fordert“, sondern geht seinem Wort dort nach, wo ihr es findet.

Dazu besitzen wir sein Wort in der Heiligen Schrift, in der Liturgie, im Bekenntnis und in einer besonderen Weise auch im Sakrament. Dieses schenkt uns zusätzlich eine ganz leibliche Vorstellung von dem, was ich am Anfang der Predigt eine geistliche Präexistenz genannt habe.

Denn so, wie wir vor aller Zeit bereits in Gott gekannt waren, so schenkt er uns nun, ihn zu essen und zu trinken, ihn einen Teil von uns werden zu lassen. Aus dieser Gewissheit, dass er unsere Speise ist, wächst unser Glaube. Denn Gott ist in uns, so wie wir vor aller Zeit in ihm gewesen sind.

In dieser Spannung zwischen dem festen Vertrauen darauf, dass Gott uns schon kannte, noch bevor wir waren und unserem Ringen mit seinem Wort und Willen, verwirklicht sich die Freiheit des Menschen. Der freie Gehorsam gegen Gott beschenkt und vollendet die Existenz eines jeden Menschen.

Man kann aber genauso sagen: Der verstockte Unglaube, die wütende Ablehnung Gottes, die immer wieder ins Böse und in die Sünde verfällt und Menschen zu falschen Bekenntnissen und Unterwerfungen zwingen will, ist vielleicht ein noch sicherer Beweis für die Gegenwart des Allmächtigen, als unsere Gottesdienste es zuweilen sind. Auch darum spricht der Herr: Fürchte dich nicht!

Ilja Repin, Der Prophet Jeremia klagt in den Ruinen von Jerusalem, von hier  

Macchiavelli meinte, Menschen würden auf zweierlei Weise gewonnen und geleitet, durch Furcht oder durch Liebe. Die Furcht aber sei sicherer.

Auch darin prüfe sich ein jeder unter euch, auch vor dem Hintergrund all dessen, was uns gegenwärtig und in den vergangenen Jahren widerfahren ist. Wo wurdet ihr zur Furcht geleitet und wo suchte man, euch durch Liebe zu gewinnen?

Es war ein in vielem sehr zu Recht gegen die mittelalterliche Kirche erhobener Vorwurf, dass sie den Menschen vor allem möglichen Angst gemacht hat und die Höllenqualen voller Wonne ausgemalt wurden, um daraus im wahrsten Sinne Kapital zu schlagen.

Luther hat damit kraftvoll aufgeräumt und das Evangelium von der Menschenliebe Gottes neu zum Glänzen gebracht. Wir sollten uns darum von den oftmals völlig glaubenslosen Angstmachern unserer Tage nicht in die Irre jagen lassen.

Die Kirche lässt sich stets durch ihren Herrn zur furchtlosen Liebe rufen. Dieser Ruf war es, der auch Jeremia zuteilgeworden ist. Täuschen wir uns auch hier nicht. Dem Ruf endlich zu folgen hat Jeremia kein vordergründig glückliches Leben beschert. Er musste in schweren Zeiten bestehen. Er hat Krieg, Not und Zerstörung durchlitten und am Ende wohl einen gewaltsamen Tod gefunden. Aber er ist seinem Auftrag gerecht geworden. Er hat bestanden. Er ist zum Vorbild im Glauben geworden. Mit seinem Prophetenbuch hat er ein großartiges Zeugnis hinterlassen, dass auch heute in der Kirche Wirkung entfaltet.

Nun wird nicht jedes Leben ein Prophetenbuch hinterlassen. Aber jedes Leben drängt auf seine je eigene Erfüllung hin, die doch nur darin liegen kann, dass es Zeugnis ablegt von dem, was Gott beschlossen hat.

Schwinge dich auf meine Seele und singe von diesem wunderbaren Gott, der uns ins Leben gerufen hat. Rühme den großen Namen des Gottes, der alle Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut.

Das ist die eigentliche Pflicht aller Geschöpfe, nämlich das Lob Gottes in die Welt zu tragen. Der Prophet tut dies durch das Wort, das ihm in den Mund gelegt wurde und das er nun in die Welt schreit. Der Künstler lobt Gott mit seinen Werken. Wer ein Instrument zu spielen gelernt hat, der lobt Gott mit seiner Musik. Jede sinnvolle Arbeit kann ein Gotteslob sein und die Liebe der Mutter zu ihren Kindern ist es ohnehin.

Alles, was wir Menschen tun und worin wir gefunden haben, seinem Willen zu entsprechen, kann Gott loben und es macht diese Welt schöner, besser und trägt die größte Wahrheit in sie hinein. Gott hat alles geschaffen und er will alles erlösen.

Schneiden wir uns von dieser Gewissheit ab, dann verkümmern wir. Tut ihr das nicht.

Wir gehören zu denen, die sich sagen lassen: Fürchtet euch nicht und die dann auch danach tun.

Amen

Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn.

Amen

von hier

Thomas Roloff

Nachtrag

Ich schrieb "Die weiteren Bildnachweise werden bald folgen. Ich bin heute etwas müde."

Ich hoffe, ich konnte inzwischen alles belegen. Aber 4 Bilder soll es noch als Zugabe geben. Einmal 2 von einem der Predigt-Orte, nämlich St. Nikolai in Magdeburg:


Und dann 2 von diesen beiden entzückenden Kindern.



Samstag, 1. August 2026

Über den grandiosen Sieg des Südens oder die 5 schönsten Bürgerkriegslieder

vielleicht von hier

Präsident Jefferson Davis, von hier

„O jump into the wagon, and we'll all take a ride. / Wait for the wagon! The dissolution wagon! / The South is the wagon, and we'll all take a ride.“

Dieser Beitrag ist mehr eine kurze Art von Notwehr. Wenn ich etwas schreibe, suche ich mir zumeist eine Begleitmusik als Hintergrund aus. Und so kann ich jetzt fast jeden Südstaaten-Song auswendig, zumindest in meinen Alpträumen (denn sie kommen zurück) und habe in denselbigen schon viele Yankee Soldiers getötet und bedauert, daß es nicht mehr waren. 

Ich bin daran gewöhnt, daß mir nächtens Dinge widerfahren, von denen ich nicht einmal eine Ahnung hatte. Manches ist bei Tageslicht verschreckend, vieles das Fassungsvermögen eines durchschnittlichen Zeitgenossen, wie z.B. mir, weit übersteigend überwältigend schön. Nur, daß das irgendwas mit mir als Person zu tun hätte, diese Befürchtung durfte ich lange begraben. Was immer die Ratio dahinter ist. Obwohl, als Liebhaber verlorener Sachen und Unternehmungen finden sie vermeintlich bei mir nächtens ein erholsames Plätzchen. Wofür immer das endlich gut sein mag.

Da wird einem das gegenwärtige Fernsehen, um dieses lange überholte Medium wenigstens einmal zu erwähnen, wenn nicht längst aus anderen, patriotischen Gründen schon sowieso, doch eher fad. 

***

Es ist oft grandios und doch erstaunlich, wie eine solche verwerfliche Sache eine derartige Musik hervorbringen konnte, abgesehen davon, daß die überwältigende Mehrheit der Südstaaten-Kämpfer eben keine Sklavenhalter waren und trotzdem um so verbitterterter kämpften, daß am Ende mehr Menschen starben als in allen folgenden Kriegen der wiedervereinigten USA zusammen (720.000 oder mehr).

Wie auch immer. Die Musik hat sich in mein Gemüt eingebrannnt, natürlich nicht diese peinliche Battle Hymn of the Republic. Und so will ich für diesmal einige Lieder vorstellen. Um zumindest danach wieder besser schlafen zu können.

Zunächst ein Überblick. Denn wer nur hören mag, bitte nach hier.

1 God Save the South


Ein grandioses Lied: „God made the right stronger than might.“ Ja, das ist unsere ewige Hoffnung und Erwartung. George Henry Miles, geboren in Baltimore, Maryland, hat den Text erschaffen.

„I believe slavery is an abomination but i could never turn my sword against my home state of Virginia" Robert. E. Lee

2 Der Übeltäter


I'll place my knapsack on my back
My rifle on my shoulder
I'll march away to the firing line
And kill that Yankee soldier
And kill that Yankee soldier
I'll march away to the firing line
And kill that Yankee soldier

Before the South shall bow her head
Before the tyrants harm us
I'll give my all to the Southern cause
And die in the Southern army
And die in the Southern army
I'll give my all to the Southern cause
And die in the Southern army

If I must die for my home and land
My spirit will not falter
Oh, here's my heart and here's my hand
Upon my country's altar
Upon my country's altar
Oh, here's my heart and here's my hand
Upon my country's altar

Then Heaven be with us in the strife
Be with the Southern soldier
We'll drive the mercenary horde
Beyond our Southern border
Beyond our Southern border
We'll drive the mercenary horde
Beyond our Southern border.

Diese längere Version ist noch schöner, zum Lied selbst nach hier.

3 Der andere Übeltäter


Das war der andere Übeltäter: The Dissolution Wagon. Das Ding hat sich so tief in mein Gemüt eingebrannt, das werde ich vermutlich noch dem Jüngsten Gericht entgegen schmettern.

4 I’m a Good Ol’ Rebel


Ja, ein bitteres Lied, wie auch anders, aber schön.


5 Dixie


Ja. Dies konnte nicht anders sein. Obwohl, darin ist eine solche Lebensbejahung und auch Freude, die muß man einfach einmal aufbringen.

zerstörtes Denkmal von Robert E. Lee, von hier

„Im Dezember 2021 genehmigte der Stadtrat einen Plan, die Statue einzuschmelzen und das Material für Kunst im öffentlichen Raum wiederzuverwenden… Im Oktober 2023 wurde die Statue zu einer Gießerei an einem unbekannten Ort gebracht und eingeschmolzen. 

Im Jahr 2025 wurde die eingeschmolzene Statue in Form von Bronzebarren in der Ausstellung „ Monuments“ im Museum of Contemporary Art in Los Angeles gezeigt, zusammen mit anderen entfernten Denkmälern der Konföderierten und zeitgenössischen Werken.“ von hier

Wenn die Seele des Südens noch irgendwo lebt, hier hätte sie aufschreien müssen. Also tut etwas oder schweigt weiterhin, ihr tapferen Erinnerer des Südens. Denn hier hättet ihr zuschlagen müssen. Ansonsten bleibt doch alles, immerhin schöne, Folklore. 

wird fortgesetzt, irgendwann sicherlich


Donnerstag, 23. Juli 2026

Bei der Muttergottes von Laase


Der Wechsel vieler Jahrhunderte hat Farben und Gold lange fortgenommen, Verletzungen und Verluste sind hinzugekommen. Aber still strahlt die Würde und die Verehrung, die diese Figur als Hinweis auf die unsichtbare Himmelskönigin ausgelöst haben wird und immer noch wirkt.

So ist die Skulptur im Äußeren zurückgekehrt zu ihrem Ursprung aus „einem mächtigen Eichenstamm der Urwälder Mecklenburgs“. Die Figur erwächst aus der Tiefe der Natur des Landes und trägt ihr Gesicht.

Das Gewand liegt in schweren Falten über dem Leib der Gottesmutter, gleichsam wie ein Ornament, umkreisend das thronende Kind. Sie „bieten ihm Stütze und laufen von allen Seiten auf es zu“.

„Damals sah man in Maria den 'Thron' ihres Sohnes Jesus Christus: Durch sie kam Gott zur Welt. Am Ende der Zeit werden sie beide im Reich Gottes herrschen, so das damalige Glaubensverständnis.“ Daher die Darstellung als König und Königin, eben die gekrönte Madonna.

Nun ja, daß die Gottesmutter einen zentralen Platz im Heilshandeln Gottes einnimmt, darf man auch heute noch glauben. Die Glaubenden früherer Zeiten hatten dafür eben ein unmittelbareres Gespür.

Es war Marias „fiat“ – „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast,“ ihr Einverstanden-Sein, korrespondierend zum „fiat“ – „es werde“, mit dem Gott die Schöpfung ins Leben rief, welches der Erlösung der Schöpfung in ihrem Sohn Jesus Christus den Weg eröffnete.

(Wo ich zitiert habe, stammen die Worte von einer Präsentation unter dem Titel„Die Sprache der Falten“ der Laaser Madonna unter www.kunst-geschichte-kirche.de, einem kunstgeschichtlichen Auftritt der „Nordkirche“, dessen eher mühseliger Navigationszugang noch einen milderen Kritikpunkt darstellt. Aber man schaue selbst.)

Vermutlich gehörte die Skultur zur ursprünglichen Ausstattung der Laaser Kirche, womöglich schon im hölzernen Vorgänger des heutigen Gebäudes, als Zentrum eines prachtvollen Altaraufbaus, vergoldet und farbig gefaßt.

Fragment des ursprünglichen Altaraufbaus

Aber die Figur selbst blieb erhalten, immerhin. Das ist in den Wirrnissen, die u.a. auch die Reformation selbst ausgelöst hatte, alles andere als selbstverständlich.

Kirche Laase

Laase liegt auf der Pilgerroute der Heiligen Birgitta, die 1341 von Schweden nach Santigo de Compostella über Mecklenburg gepilgert war. Es gibt heute wieder Besucher. 

Der Ort wird 1248 als Kirchdorf im Stiftsland erstmals urkundlich erwähnt. Das Stiftsland war ein besonderes Gebiet, das direkt dem Bistum Schwerin unterstellt war. Auf Grund von Untersuchungen am Dachstuhl kann man von einem hölzernen Vorgängerbau der jetzigen Kirche ausgehen. 


Sakramentsschrank mit Christus als Schmerzensmann

Dies und anderes Wissenswertes darf man auf einer sehr lesenswerten Seite der Kirchengemeinde Bützow finden und bei der Gelegenheit kann ich auch auf einen Artikel des Nordkurier verweisen, in dem Katharina von Stralendorff eindrucksvoll von den Bemühungen um die Kirche berichtet, so daß man danach einen recht guten Eindruck vom Ort und von den Restaurierungsbemühungen der zurückliegenden Zeit gewinnt.

Dort kann man auch nachlesen, wann die Kirche geöffnet ist, nämlich von Mai bis September, außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Blick auf das  Kirchenschiff vom Turm her möglich, eine spezielle Schaltung beleuchtet den Kirchenraum, mit Spot auf die Madonna von Laase.

Herr Roloff hat mich auf diesen Ort gebracht. Und da er auf dem Weg dorthin an Schloß Vietgest, einem Sitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe vorbeikam, will ich mit diesen beiden Bildern enden.



Montag, 13. Juli 2026

Über Erfindungen von Geschichte

 
M. Tullius Cicero, gewissermaßen der seriöse Gegenpol, von hier

Ich lese gerade mit großem Vergnügen in der Historia Augusta, einem allgemein als Schundwerk spätantiker Geschichtserfindung bekannten Überlieferungsstück. Doch die tägliche Nachrichtenlektüre ruft mich vorübergehend in die mißliche Gegenwart zurück.

Das Unangenehme an Podcasts ist, man hört eben aus der Stimme auch den Habitus der Beteiligten heraus. Dafür muß man das Ganze nicht lesen, sondern kann nebenbei so belanglos alltäglichen wie notwendigen Tätigkeiten nachgehen.

Der umtriebige Journalist Ulf Poschardt hat im Gespräch mit dem tapferen jungen Herrn Mannhart von Apollo News sein neuestes Buch „Bückbürgertum“ vorgestellt und mir während des Zuhörens meinen widerwilligen Respekt zunehmend erworben. 

Zum Glück hat Meister Klonovsky soeben alles, was zu sagen wäre, dazu gesagt. Gruselig fand ich etwas anderes. Ihm wurde offenkundig von einem Leser eine Personenanalyse beider vorgelegt, die eine KI generiert hätte:

„Poschardt ist im Kern ein liberaler Vitalist: Er will mehr Freiheit, Wagnis, Tempo und Eigenverantwortung. Klonovsky ist eher ein konservativer Kulturpessimist: Er will Maß, Gedächtnis, Rangordnung und verlorene Formen bewahren. Der eine fürchtet die lähmende Anpassung, der andere den kulturellen Zerfall.“

Beide seien kluge, unterhaltsame und notwendige Störenfriede, aber auch eitel, selbstverliebt und gelegentlich zynisch. Sie funktionierten hervorragend als Rauchmelder. Aber sie seien nicht die Feuerwehr, und man solle sie nicht mit den Leuten verwechseln, die anschließend das Haus wieder aufbauten.

Diese Beschreibung halte ich für Herrn Klonowsky für reichlich ungerecht, diesen tapferen Arbeiter im Weinberg der Wahrheit. Aber wenn das wirklich KI war, das verstörte mich denn schon. 

Herr K. wolle Maß, Gedächtnis, Rangordnung und verlorene Formen bewahren. Ja, welcher Mensch, der noch leidlich bei Verstand ist, nicht?

Zur Verdeutlichung des Problembergs füge ich ein Bild in zwei Varianten an, das mir zugesandt wurde.


(c) T. Kurschus