Montag, 26. Oktober 2026

Über Lebensbejahung und Gottesverehrung - eine Predigt

Horace Vernet: Jeremia in den Ruinen von Jerusalem, 1844, von hier

Magdeburg steht mit seiner langen Geschichte für vieles. So hat Im Dreißigjährigen Krieg hier das größte Massaker seiner Geschichte stattgefunden. 

Herr Roloff durfte im Magdeburger Dom – der Grablege unseres ersten Kaisers Otto I. - diesen Sonntag nachfolgende Predigt halten. 


Predigt zum 21. Sonntag nach Trinitatis im Magdeburger Dom

Gnade sei mit euch und Frieden von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Als Predigttext ist uns aufgegeben ein Abschnitt aus dem Buche des Propheten Jeremia: Jer 29, 1.4-14

Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel

1 Dies sind die Worte in dem Brief, den der Prophet Jeremia sandte von Jerusalem an die übrigen Ältesten, die weggeführt waren, und an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem hatte weggeführt gen Babel: 4 So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Gefangenen, die ich habe von Jerusalem wegführen lassen gen Babel: 5 Bauet Häuser, darin ihr wohnen möget, pflanzet Gärten, daraus ihr Früchte essen möget; 6 nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter; nehmet euren Söhnen Weiber und gebet eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter zeugen; mehret euch daselbst, daß euer nicht wenig sei. 7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl. 8 Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Laßt euch die Propheten, die bei euch sind, und die Wahrsager nicht betrügen und gehorcht euren Träumen nicht, die euch träumen. 9 Denn sie weissagen euch falsch in meinem Namen;

ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. 10 Denn so spricht der HERR: Wenn zu Babel siebzig Jahre aus sind, so will ich euch besuchen und will mein gnädiges Wort über euch erwecken, daß ich euch wieder an diesen Ort bringe. 11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. 12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden. Denn so ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will euer Gefängnis wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, dahin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wiederum an diesen Ort bringen, von dem ich euch habe lassen wegführen.

Der Herr segne an uns sein Wort! Amen.

Dom St. Mauritius und Katharina Magdeburg, Ansicht vom Ostufer der Elbe, von hier

Magdeburger Dom, Westfassade, von hier

Liebe Gemeinde,

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Röm 12,21

Das ist es, was sich in den Lesungen des heutigen Tages entfaltet hat.

„Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. 12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ 

So belehrt uns Paulus im Epheserbrief.

Und der Kern des Evangeliums ist die Aufforderung: „Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel;“

Dazu gesellt sich der Brief, den der Prophet Jeremia an die nach Babylon verschleppten Angehörigen seines Volkes schreibt. Die Situation, in die dieser Brief gehört, können wir uns gar nicht dramatisch genug vorstellen. Im Jahr 587 vor Christus wurde das Südreich Juda vernichtet, der Tempel wurde zerstört, große Teile der Bevölkerung verschleppt. Es war eine Apokalypse größten Ausmaßes. Es war das Ende der Welt, wie das jüdische Volk sie bis dahin gekannt hatte.

Als M. Merian d. J. diesen Stich 1665 veröffentlichte, stand infolge der „Magdeburger Hochzeit“ von Magdeburg kaum noch mehr als der Dom; darum der Titelzusatz „in flore“ (d. h. „in Trauer“), von hier

Pieter Meulener: Die Belagerung von Magdeburg (1631), 1650, von hier

Eduard Steinbrück: Die Plünderung Magdeburgs (Die Magdeburger Jungfrauen), 1866, von hier

Die eingetretene Verwüstung war vielleicht nur der in Europa und Asien 1945 zu vergleichen. So müssen sie sich gefühlt haben, die Überlebenden, die Davongekommenen, die Geschundenen. Tausende waren 587 gefangen geführt, der Heimat beraubt. An den Wassern zu Babel saßen sie und weinten, wenn sie an Zion gedachten.

Millionen waren es am Ende der beiden Weltkriege, die nur als ein erneuter 30-jähriger Krieg begriffen werden können.

Wie dem Volke Israel erging es den Hunderttausenden Griechen, die ihrer Heimat beraubt und erschlagen wurden. So ging es dem geschundenen armenischen Volk. So erging es den aus Ostpolen vertriebenen Menschen, die mehr gezwungen als freiwillig bis dahin deutsches Gebiet besiedelten. So ging es Millionen Angehörigen unseres Volkes, die meist alles verloren, nur das Leben retteten und über die Hekatomben von Toten trauerten.

Sie alle wurden gewahr, dass die Geschichte zuweilen eine dramatische und zerstörende Gewalt ist, der wir Menschen hilflos ausgeliefert sind, von deren Wirken wir davongerissen werden.

Es war ein Land, - wir liebten dies Land, -

Aber Grauen sank drüber wie Dünensand.

Verweht wie im Bruch des Elches Spur

Ist die Fährte von Mensch und Kreatur, -

Sie erstarrten im Schnee, sie verglühten im Brand,

Sie verdarben im Elend in Feindesland,

Sie liegen tief auf der Ostsee Grund,

Flut wäscht ihr Gebein in Bucht und Sund,

Sie schlafen in Jütlands sandigem Schoß, -

Und wir letzten treiben heimatlos,

Tang nach dem Sturm, Herbstlaub im Wind, -

Vater, Du weißt, wie einsam wir sind!

In diese Worte kleidete es Agnes Miegel in ihrem wohl berühmtesten Gedicht.

Wolfgang Willrich:Porträt Agnes Miegel, 1942, Kreidezeichnung, von hier

In diese immer gleiche Situation vernichtender Trauer und traurigster Vernichtung hinein spricht der Prophet Jeremia, der das Unheil kommen sah, der warnte und flehte und der dafür angefeindet, drangsaliert und beinahe gemordet worden wäre. Denn er hat nicht eingestimmt in den Chor der falschen Propheten, die immer nur das Unrecht der Anderen sahen, vor dem Gott schon retten würde, und die niemals den Blick auf die eigene Sünde warfen. Für sie war Gott nur der Vollstrecker eigener Erwartungen. Genau damit führten sie das Volk und seinen König erst in die Irre und dann in den Untergang.

Nicht so Jeremia. Land, Land, Land, höre des Herrn Wort! So war seine Botschaft, doch niemand ist ihm gefolgt. So ist oft das Los der wahren Propheten, sie werden verlacht.

Nun war die totale Katastrophe da. Insbesondere die Oberschicht des Volkes wurde nach Babylon verschleppt. Der Rest blieb führungslos zurück. Niedergeschlagenheit war überall.

Aber gerade in dieser Situation brauchen Menschen Zuspruch. Sie brauchen Orientierung und kraftvolle Hilfe, die nicht im menschlichen Ratschlag, sondern nur in Gottes Gericht und Verheißung gefunden werden kann.

Westfassade um 1890, von hier

Nordfassade um 1890, von hier

Beides kommt dem Volk in Babylon durch den Brief des Jeremia.

„So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Gefangenen, die ich habe von Jerusalem wegführen lassen gen Babel:“

Das ist der erste Donnerschlag: Ich, der HERR Zebaoth, habe euch von Jerusalem wegführen lassen. Nicht der Gott des Königs Nebukadnezar hat über den Gott Israels triumphiert, sondern dieser hat sich als allmächtig erwiesen, denn er allein ist der Herr der Geschichte. Im Grunde ist sogar das eine tröstende Botschaft, wenn man sie nur endlich recht versteht. Dieser Gott ist aber nicht der willfährige Erfüller unserer Erwartungen, sondern er vollstreckt allein seinen Willen.

Und dann verkündet Jeremia, was er aus dem Mund Gottes vernommen hat, den Ausweg:

5 Bauet Häuser, darin ihr wohnen möget, pflanzet Gärten, daraus ihr Früchte essen möget; 6 nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter; nehmet euren Söhnen Weiber und gebet eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter zeugen; mehret euch daselbst, daß euer nicht wenig sei. 7 Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl.

So, als würde gleichsam nach jeder Katastrophe, nach jedem Untergang, nach Gottes Willen seine Schöpfung neu einsetzen. So wie Noah nach der Sintflut zunächst einen Weinberg pflanzt, so sollen die Gefangenen an den Wassern Babels Häuser bauen und Gärten anlegen, damit sie Wohnung und Essen haben.

Gott befiehlt ihnen gleichsam, die Fundamente des Zusammenlebens neu zu errichten. Zweierlei ist dafür maßgeblich. Im Miteinander von Menschen wird das Leben weitergeschenkt. Ohne die Generationenfolge kann das Leben keinen Bestand haben. Ohne das immerwährende „mehret euch“, das eben auch schon am Anfang der Schöpfung gestanden hat, siegt am Ende der Tod. Eine Gesellschaft, die sich dieser einfachsten aller Tatsachen verweigert, geht sehenden Auges in den eigenen Untergang. Der erste und reine Wille eines Gemeinwesens muss darum auf den Erhalt des Lebens gerichtet sein. Muss es vor diesem Hintergrund nicht befremden, dass der Begriff „Lebensschutz“ in unseren Tagen vielfach verunglimpft wird und diejenigen, die sich ihm verpflichtet fühlen, in Misskredit gebracht werden?

Magdeburger Dom, Westfassade: St. Mauritius (links), St. Katharina (rechts) und Muttergottes, von hier

Magdeburger Dom, Heiliger Mauritius, von hier

In der Heiligen Schrift jedenfalls wird selbst das Tun von Lots Töchtern gerechtfertigt und in der Kunstgeschichte mit Freude thematisiert, weil dadurch das Leben Fortsetzung findet. In den abgründigen Situationen des Daseins ist der verlässlichste Ratgeber, sich immer konsequent für das Leben zu entscheiden.

Das behält selbst dort Gültigkeit, wo der Mensch gewordene Gott ans Kreuz geht. Er ergibt sich dem Tod, um den Triumph des Lebens zu wirken.

Mittelschiff mit Orgel, von hier

Magdeburger Dom, Inneres zum Chor, von hier

Zum Fundament des Lebens gehört zudem, sich immer und überall an Gott zu wenden. Das Gebet stellt die Verbindung her zum Ursprung alles Lebendigen. Es braucht nicht den Tempel. Gott ist gegenwärtig. Betet und sucht immer und überall der Stadt Bestes.

Wer diesen Zusammenhang einmal meditativ bedenken will, der wird vielleicht darauf stoßen, dass sie Struktur des Lebens, die gegenwärtige Verbindung zweier Menschen als Horizontale und die daraus erwachsende Generationenfolge, als Vertikale, wie auch unser zeitliches Sein und das Ausstrecken nach Gottes Ewigkeit im Gebet und in der Liturgie, jeweils eine Kreuzform entstehen lassen. Das Kreuz ist gleichsam der ganzen Schöpfung als Zeichen des Lebens eingeschrieben.

Dann folgt der zweite Donnerschlag in Jeremias Brief, nämlich seine dringliche Warnung vor den falschen Propheten, die nur scheinbar Gutes verkünden, im Ergebnis aber den Tod wirken. In Babylon stellten sie ein schnelles Ende der Gefangenschaft in Aussicht. Es würde schon irgendwie eine Rückkehr geben.

Wer sich diesen falschen Hoffnungen überlassen hätte, der hätte sein Leben verpasst. Wer nicht dem Leben dient und in Gott den Ursprung des Lebens ehrt, der verliert sich.

Hütet euch auch heute vor den falschen Propheten und vor ihren vergifteten Begriffen. Wenn sie sagen, es wäre Selbstbestimmung das höchste Gut und sie sollte unseren Lebenslauf prägen. Kein Mensch hat jemals zugestimmt, geboren zu werden. Wir leben in der Generationenfolge und müssen daher den Entscheidungen unserer Eltern vertrauen. Gleichzeitig müssen wir so leben, dass die kommenden Generationen in unseren Entscheidungen sicheren Grund finden. Den sichersten Schutz verdienen in diesem Zusammenhang immer jene, die am Schutzlosesten sind. Das Maß der eigenen Schutzlosigkeit ist der entscheidende Gradmesser dafür, in welchem Umfang die Gemeinschaft für ein Wesen eintreten muss. Die Freiheit des Christenmenschen gründet im Gehorsam gegenüber Gott und nur aus dem Hören auf sein Wort kann eine verantwortliche Entscheidung des Menschen erwachsen. Das ist der radikale Maßstab für das Gute, durch das sich das Böse überwinden lässt.

Herrscherpaar in Heilig-Grab-Kapelle, Magdeburger Dom, von hier

Magdeburger Dom, Grab Otto I.,  von hier

Wenn in dieser Weise das Gemeinwesen wieder auf die Fundamente der Lebensbejahung und der Gottesverehrung gestellt ist, dann wird auch in unserer Zeit der Ewige reden:

11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. 12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden. Denn so ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.

So soll und so wird es sein. Lebensbejahung und Gottesverehrung sind die tragenden Säulen einer dem Menschen gemäßen Welt. Gott blickt sich durch unsere Augen an. Wir werden ihn suchen und finden. Wir wollen und werden Frieden haben und Gemeinschaft mit Gott.

Amen.

Der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen

Thomas Roloff

Magdeburger Dom: Die Törichten Jungfrauen, von hier

Magdeburger Dom: Die Klugen Jungfrauen, von hier

Sonntag, 25. Oktober 2026

LudwigXVI. - „Wenigstens der Erzbischof von Paris muß doch an Gott glauben!“

Antoine-Éléonor-Léon Le Clerc de Juigné, von hier

Als 1781 der Sitz des Erzbischofs von Paris vakant wurde, unterstützte Ludwig XVI. Antoine-Éléonor-Léon Le Clerc de Juigné (1728 – 1811) statt des von der Königin favorisierten Étienne Charles de Loménie de Brienne (1727 – 1794) mit den berühmten Worten: „Wenigstens der Erzbischof von Paris muß doch an Gott glauben!“ Le Clerc de Juigné wurde also 1782, wie wir heute wissen am Vorabend der französischen Revolution, Erzbischof von Paris. 

Seine Amtsführung bestätigte die Wahl des Königs. Le Clerc de Juigné war nicht nur loyal zum König und aufrichtig fromm, sondern auch umfassend gebildet und von untadeliger Lebensführung. Er trieb ernsthafte Studien, hatte einen Sinn für gute Literatur, sprach fließend Griechisch und war in der Bibel gewissermaßen zu Hause, bei jedem Zitat nannte er sofort Buch, Kapitel und Vers. 

Man rühmt ihm nach, daß er seine neue Diözese mit demselben Geist und denselben Prinzipien geführt hätte wie seine vormalige Diözese Châlons: „dieselbe Klugheit, dieselbe Mäßigung, dieselbe Sanftmut, dasselbe Bemühen um die Wahrung des Friedens... zwischen Priestertum und Obrigkeit“. Eifer für kirchliche Disziplin und gesunde Lehre, aber frei von Übertreibung, Großzügigkeit gegenüber den Armen. „Sein immenses Einkommen wurde für Almosen, gute Werke und fromme Einrichtungen verwendet.“

Als die Einnahmen der Diözese im strengen Winters 1788/89 nicht zur Milderung der Not ausreichten, verkaufte er persönliches Eigentum, verpfändete sein Vermögen und nahm hohe Kredite auf, für deren Bürgschaft sein älterer Bruder, der Marquis de Juigné finanziell einstehen mußte.

Wappen als Erzbischof von Paris, von hier

Am 14. April 1790 leistete er noch seinen Bürgereid. Aber angesichts der sich überstürzenden Ereignisse gewann er den Eindruck, daß alles verloren sei, und erhielt vom König die Erlaubnis, Frankreich zu verlassen. Zunächst ging er nach Konstanz, wo sich ihm andere geflüchtete Bischöfe und Priester anschlossen. Er unterstützte sie mit dem Verkauf verbliebener Wertgegenstände und von Geschenken, die er u.a. von Katharina II. von Rußland erhielt. Er gründete sogar ein Priesterseminar, um die durch die revolutionären Wirren verlorenen Priester zu ersetzen.

Der Erfolg der französischen Armeen zwang ihn 1799, nach Augsburg zu wechseln, wo ihm der Kurfürst von Trier, Clemens Wenzel von Sachsen, Asyl angeboten hatte. Nach der Verkündung des napoleonischen Konkordats kehrte er 1802 nach Paris zurück und legte auf Bitte von Papst Pius VII. am 31. Januar 1802 sein Amt als Erzbischof nieder.

Er starb am 19. März 1811 in Paris im Alter von 83 Jahren. Nach der Restauration wurde sein Leichnam in die Kathedrale Notre-Dame überführt.

Grabmonument in Notre-Dame, Paris, von hier und hier

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Étienne Charles de Loménie de Brienne, von hier

Loménie de Brienne (1727 – 1794) hingegen galt weithin als Atheist, dessen geistliche Karriere (1788 bestätigte Rom ihn als Erzbischof von Sens), offenkundig von dem Bemühen getrieben war, gesellschaftlich Einfluß zu gewinnen. Vor allem war er ein ehrgeiziger Politiker, der an der zugegebermaßen übermenschlichen Aufgabe scheiterte, die völlig zerrütteten Finanzen des Königreichs zu retten. 

1790 leistete er den Eid auf die Zivilverfassung des Klerus – als einer der wenigen Bischöfe des Ancien Régime - und ermutigte viele seiner Priester, es ihm gleichzutun. Papst Pius VI. drängte ihn daraufhin, als Kardinal zurückzutreten.

Er kaufte die ehemalige Abtei Saint-Pierre-le-Vif im Stadtzentrum von Sens und ließ die prächtige Kirche, die Grablege seiner Vorgänger als Erzbischof von Sens, abreißen. Anschließend bezog er mit seiner Familie das Abtshaus. Dennoch waren die Tage selbst der konstitutionellen Kirche (siehe die nachfolgende Erklärung) gezählt. Auf dem Höhepunkt der revolutionären Wirren legte er 1793 sein Priesteramt nieder, offenbar glaubte er, so sein beträchtliches Vermögen retten zu können. Die damals führenden Revolutionäre blieben aber mißtrauisch. Er wurde am 18. Februar 1794 in Sens verhaftet und starb noch in derselben Nacht im Gefängnis, es ist ungeklärt, ob an einem Schlaganfall oder durch Vergiftung.

Die Zivilverfassung des Klerus 

Die Zivilverfassung des Klerus war ein Beschluß der Nationalversammlung von 1790 (nach der Verstaatlichung der Kirchengüter und der Aufhebung der Orden), also noch vor dem Sturz des Königs von 1792, der die Geistlichen zu vom Volk gewählten und vom Staat besoldeten Beamten machte. Dem Papst wurde jeglicher Einfluß entzogen und er wurde nur noch als „sichtbares Haupt der universalen Kirche“ anerkannt.

Als staatlich besoldete Kleriker hatten sie einen Eid auf die Verfassung abzulegen (was eben auch die Kappung der Verbindungen zu Rom einschloß). Im März 1791 verurteilte Papst Pius VI. die Zivilkonstitution und erklärte die Weihen der konstitutionellen Bischöfe am 13. April 1791 für illegitim und unkanonisch. Danach kam  es zu einem Schisma zwischen romtreuen Klerikern und solchen, die den Eid auf die Zivilkonstitution ablegten. Die Eidverweigerer wurden hingerichtet, eingekerkert oder deportiert, etwa 40.000 Priester mußten Frankreich verlassen.

Louis Duveau, Messe auf See, 1864, von hier

Am 29. November 1791 wurden jene Priester, die den Eid verweigerten, für „umsturzverdächtig“ erklärt, mit Kerker bedroht, vollständig entrechtet, ihre Gottesdienste verboten. Am 6. April 1792 wurde das Tragen von geistlichen Gewändern und Abzeichen untersagt, am 27. Mai die Ausweisung der Eidverweigerer beschlossen, ab Juli kam es zu Deportationen nach Südfrankreich. Nach dem Sturz des Königs begannen am 2. September Ermordungen zahlreicher Priester und Aristokraten in den Gefängnissen.

Joseph Ducreux: Porträt Ludwigs XVI., entstanden wenige Tage vor seiner Hinrichtung, von hier

Als sich die Revolution weiter radikalisierte, war es aber auch für die Anhänger der konstitutionellen Kirche nicht mehr sicher, und es wurde gleichgültig, welche Art von Christ man war. 

Joseph-François Schwebach, Entweihung einer Kirche während der französischen Revolution, etwa 1793, von hier

Eine gewisse Beruhigung trat zwischen 1795 und 1797 ein und dann schließlich mit dem Konkordat Napoleons von 1801.

Wer sich über den Furor der Verfolgungen näher informieren will, folge diesem Verweis oder jenem.

Gedenkkreuz aus Steinen auf der Île Madame, von hier

Und übrigens kann man an dieser ersten europäischen Revolution schon ein Muster erkennen: Die Radikalen überbieten und bekämpfen sich gegenseitig in ihrem Radikalismus, bis eine Partei als Sieger übrig bleibt und irgendeine Art von neuer Ordnung herstellt. Hier hieß diese neue Ordnung letztlich Napoleon.

Ludwig XVI. und Marie-Antoinette, Grabmal in Saint-Denis, von hier

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Wir springen in die Gegenwart und ich dachte mir, als Kontrast streue ich ein paar aktuelle Herbstbilder ein.

Vergangenen Sonntag - nicht daß ich der sonntäglichen Gottesdienste gänzlich entbehren könnte - hörte ich wieder einmal Pf. Latzel zu St. Martini in Bremen, natürlich war ich dort nicht hingefahren, und erfuhr von einer Begebenheit, der ich nachgehen mußte. 

Auch wenn mir als strengem Lutheraner sein Reformiert-Sein mitunter recht sauer aufstößt (zu viele Kirchen zerstört, zu viel an gläubiger Kunst vernichtet etc.). Hier war ein größerer Feind.

Und gleich kam mir die oben erwähnte Geschichte in den Sinn und ich dachte bei mir: Wenigstens der Bischof von Trier sollte doch für Gott einstehen müssen. Immerhin waren seine Vorgänger über Jahrhunderte als Erzbischöfe Kurfürsten des alten Reichs. Aber wie ich immer wieder sage, wenn man eines der katholischen Kirche vorwerfen muß, dann ist es ihr Mangel an Sinn für Tradition.

Der ref. Pf. Latzel warb also für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ und erwähnte eine Stellungnahme des Bistums Trier, in der die Sache vollständig abgelehnt wurde. Dieses feingesponnene Machwerk des Gegenwarts-Religiösen – jedenfalls in Deutschland, es gibt Weltgegenden, die mehr Anlaß zur Hoffnung geben - ist derart aufschlußreich, daß wir es im folgenden ein wenig entschlüsseln wollen, denn natürlich ist es völlig imprägniert mit uneigentlicher Sprache. Ein Exempel gewissermaßen.

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Will man nicht gleich die Kriegstrompete blasen (oder neuerdings die Antifa-Tröte) bei einer Angelegenheit, die einem völlig mißfällt, wo die Ablehnung aber umständlich zu argumentieren ist, komme man zuerst sanft, bedachtsam und freundlich bedauernd daher bei der Aufgabe, zu erklären, warum Wohlmeinende hier in eine Falle laufen würden:

Die Aktion widerstrebt nämlich einem hehren, allgemein anerkannten Ziel. Und eine gute Alternative wird gleich mitgeliefert.

Zuerst: „Weihnachten im Schuhkarton“ ist unökologisch und nicht nachhaltig. Es leiste „keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder in Not“ und bewirke „keine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen notleidender Kinde. Weder bei der Ernährung noch der medizinische Versorgung. Auch die Wohnverhältnisse oder die Möglichkeiten, eine Schul- oder Berufsausbildung zu erhalten, würden nicht verbessert. Die Wirtschaft in den Empfängerländern profitiere ebenfalls nicht. Diese Aktion ist nicht nachhaltig!

Aber! Sie „ist auch aus ökologischen Gründen problematisch. So ist vor allem der weltweite Transport der Kartons über Tausende von Kilometern klimaschädlich.“

Das Bistum Trier empfehle daher „denjenigen, die Kindern in Not helfen wollen, Hilfsaktionen zu unterstützen, die humanitäre Hilfe und nachhaltige Entwicklungshilfe leisten“. 

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Jetzt ist die Bahn frei für die dringend erforderliche „Feindmarkierung“. Es handelt sich nämlich um eine „evangelikale Missionsaktion“. „‘Weihnachten im Schuhkarton’ ist Teil der weltweiten Aktion ‚Operation Christmas Child‘. Träger und Inhaber dieser Aktion ist das amerikanische Hilfs- und Missionswerk ‚Samaritan's Purse‘“. Die deutsche Niederlassung sei mit „der ‚Billy Graham Evangelistic Association‘ auch über diese Aktion hinaus personell und programmatisch eng verbunden“.

Das amerikanische Hilfs- und Missionswerk „Samaritan´s Purse“ sei ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch fragwürdige und aggressive Missionsmethoden und –aktionen in die Kritik geraten. Direktor sei Franklin Graham, der Sohn des Predigers Billy Graham, er leite auch die „Billy Graham Evangelistic Association“. „Franklin Graham werde kritisiert, „weil er sich immer wieder in herabsetzender Weise zu anderen Religionen äußert. Grahams Polemik richtet sich vor allem gegen den Islam, aber auch gegen andere Religionen.“

Nachdem der Feind so ausgemacht und markiert  ist, können seine Absichten nur finster sein. Kinder sollen nämlich mit Weihnachtsgeschenken für das Christentum geködert werden, auch wenn sie gar nicht Weihnachten feiern!

Die Aktion beschränke sich nicht auf die Verteilung der gesammelten Geschenkkartons, sondern Kinder „sollen mit den christlichen Missionaren und Gemeinden in Kontakt kommen, die vor Ort die Verteilung organisieren. Auch Angehörige nichtchristlicher Religionen, die das christliche Weihnachtsfest nicht feiern, sollen auf diese Weise missioniert werden.“

„Das Bistum Trier lehnt Missionierungs-Praktiken ab, bei denen Geschenke für bedürftige Kinder als ‘Türöffner’ und Werbemittel für Missionsaktivitäten eingesetzt werden. Das gilt besonders für eine Missionierung von Angehörigen nichtchristlicher Religionen.“

Wo immer möglich, werde mit der Verteilung der Geschenke auch die Einladung zu einem ausführlichen Missionskurs verbunden und zwar nicht nur an die Kinder, die die Kartons erhalten, sondern auch an ihre Eltern.

„Die Aktion richtet sich ausdrücklich auch an Angehörige nichtchristlicher Religionen, die das christliche Weihnachtsfest nicht feiern.“ Geschenkkartons würden auch in Ländern verteilt, in denen mehrheitlich oder fast ausschließlich Buddhisten, Hindus oder Muslime lebten. Dabei komme es immer wieder zu Konflikten.

Ich weiß, es ist ermüdend, aber den Sound mit seinen subkutanen Botschaften mußte ich doch bringen. Nur zur gefälligen Erinnerung: Es geht dabei um „eine Botschaft oder Wirkung, die nicht direkt ausgesprochen oder offensichtlich ist, sondern schleichend, unbewußt... beim Empfänger ankommt“. Somit also „unter der Haut“ geht.

Die einen nennen dies subkutan, andere uneigentliches Sprechen, noch andere die „Sprache der Lüge“. Eine Begebenheit zur Illustration.

Die damals obersten Kirchenvertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland, also Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx besuchten im Oktober 2016 in Jerusalem die Klagemauer, den Tempelberg und den Felsendom. Dabei hatten sie nach eigener Aussage auf Bitten der muslimischen und jüdischen Autoritäten ihre Amtskreuze abgelegt. Das Problem nur, keine dieser Autoritäten ließ sich im Nachhinein als Zeugen auffinden. Und selbst wenn anders. Am Ort des Wirkens, Leidens und Sterbens unseres Herrn als Bischof das Kreuz abzulegen, dazu bedarf es einer besonderen Geistesverfassung.

Wir lesen: „Viele christliche Kirchen und viele Angehörige anderer Religionen lehnen die Verteilung von Geschenken und die damit beabsichtigte Missionierung von Juden, Muslimen, Buddhisten und Hindus ab. Sie betrachten dieses Vorgehen als respektlos oder empfinden es als Provokation.“

Standhaft im Irrtum wäre es zu sagen. Wir finden das auch verabscheuungswürdig, aber nein, „andere sagen“. Das erinnert doch sehr an die schwierige Ehefrau, die ihrem Gatten eine reinwürgen will mit den Worten: „Die Leute erzählen…“, und wenn er nachfragt, „ja warum denn?“ beleidigt antwortet „das mußt du doch wissen!“

Dazu paßt auch ganz wunderbar der folgende Satz: „Das Bistum Trier ist mit vielen christlichen Kirchen und Gemeinden durch eine lange und vertrauensvolle ökumenische Zusammenarbeit verbunden. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass es sich bei diesen christlichen Kirchen und Gemeinden, besonders bei den Freikirchen, nicht um christliche Fundamentalisten handelt.“ Nein, wir haben nichts gegen Freikirchen, nur die vorher Genannten sind böse.

***

Der unbefangene Leser hat spätestens jetzt den Eindruck. Das mit der Mission ist doch völlig aus der Zeit gefallen und verletzt vor allem die Gefühle Andersglaubender. Ganz so angreifbar will man sich denn aber auch nicht machen und sichert sich ab. Und jetzt kommt der Pudding, der sich partout nicht an die Wand nageln lassen will. Denn wie Kai aus der Kiste taucht der Begriff Mission dann noch auf, in einem Nebensatz, es bestünden „wesentliche Unterschiede im Verständnis der christlichen Mission und der christlichen Entwicklungspartnerschaft“. Welche, wird nicht verraten.

Wir finden hier das Phänomen einer äußerlich fortbestehenden Institution vor, die ihren konstituierenden Inhalt weitgehend ausgewechselt hat, offenkundig, weil sie sich seiner schämt. Das ist gewissermaßen die neue  Zivilkonstitution (oder besser Zivilreligion, zur Erklärung siehe oben), nur daß diejenigen wenigen, es sind immer wenige, die sie diesmal nicht gut finden, nicht als Feinde der Revolution im Gefängnis ermordet werden.

Und hier blitzt die neue Zivilreligion kurz auf: „Stattdessen fördert das Bistum Trier die Ökumene, den Dialog der Religionen und ein konstruktives gemeinsames Engagement der Weltreligionen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.“ Tatsächliche Mission stört da eher, jedenfalls darf sie niemand Andersglaubendem das Gefühl vermitteln, beleidigt sein zu dürfen, vor allem keinen Muslimen.

Unser Herr und Heiland sagt aber in Matth 28,18b ff „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Unser Herr sagt nicht: Sprecht aber von mir so, daß das nur ein Sinnangebot sei, und wenn sie weiter dem Baal ihre Kinder oder woanders die Kriegsgefangenen opfern wollen, respektiert ihr das auch!

Was damals der verlogene Slogan von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit war ist heute Toleranz (für die Gleichgesinnten) und die Bewahrung der Schöpfung. Es braucht immer solche Wieselworte, daran sich die Eingeweihten gegenseitig erkennen können.

Die, wenn auch stark schrumpfenden, Großkirchen in Deutschland haben sich so stark in den Un-Geist der Gegenwart hineingeschmiegt, daß ihnen alles als anstößig erscheint, was sie an ihr Herkommen und Erbe erinnert. Es ist ein Geist der Untreue und der Feigheit.


Donnerstag, 8. Oktober 2026

Ein persönlicher Nachtrag oder Marina II


Und wir: Zuschauer, immer, überall,

dem allen zugewandt und nie hinaus!

Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt.

Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.


Wer hat uns also umgedreht, daß wir,

was wir auch tun, in jener Haltung sind

von einem, welcher fortgeht? Wie er auf

dem letzten Hügel, der ihm ganz sein Tal

noch einmal zeigt, sich wendet, anhält, weilt -,

so leben wir und nehmen immer Abschied.

aus:

Rainer Maria Rilke - Die achte Elegie

Marina Staffeld war zutiefst beeindruckend in ihrer (nun ja, es geht nicht anders zu sagen) authentischen Frömmigkeit. Durch meine Lebensgeschichte bin ich bei demonstrativ wirkendem Auftreten dieser Art hochgradig mißtrauisch und kenne genug Gründe, warum diese Haltung begründet ist.

Aber. Erfahrungen sind Wahrscheinlickeiten und nicht die vollständige Wahrheit. 

Ein anderes: Ich durfte einmal jemanden zufällig kennenlernen, der von seinem Aussehen (außer am A… nach seinen Worten) völlig überflüssig tätowiert war. Wir müssen uns also im Sommer begegnet sein. 

Er erwies sich als ein grundgütiger Mensch mit einem aussichtslos chronischen Leiden, erzählte aber, er sei als junger Mensch ein ganz schlimmer Finger gewesen, körperlich deutlich beeindruckender, und hätte dafür auch einiges an Jahren im Gefängnis gesessen. 

Seine Mutmaßung war, vielleicht müsse er daher als Ausgleich für das, was er anderen angetan habe, soviel ertragen.

Darauf will ich beim besten Willen nicht hinaus, sondern meine „Pointe“ ist. Menschen können sich tatsächlich ändern oder besser gesagt, zu ihrem eigentlichen Ich zurückfinden. Man sollte die Möglichkeiten des Herrgotts also nie unterschätzen.

Warum diese mäandernde Ausschweifung?

Auch Marina Staffeld war gewissermaßen eine Spätberufene. Und es ist ungemein tröstlich zu sehen, dass authentisches Mensch-Sein möglich ist. Weitere Erörterungen etwa über den Ratschluß des Allmächtigen etc. breche ich besser ab.

Bei einer Beerdigung solcher Art ist man ja wie betäubt. Die Lebensgeister wurden also kurz fortgescheucht, kamen aber zurück. Eine Freundin fragte sich nämlich, ob zu ihrer Beerdigung auch so viele Leute kommen würden und bezweifelte das.

Da fiel mir also nächtens die passende Antwort ein: Ach mach Dir da mal keine Sorgen. Wenn Du zu meiner Beerdigung kommst, komme ich auch zu Deiner. Ich habe ihr natürlich vom dem Einfall erzählt. Und sie hat gelacht. 

Die Photos hat meine liebe Nachbarin gemacht, der ich erzählte, ich sei in diesen alten Anzug gewissermaßen wieder hineingewachsen.

Für Marina Staffeld

Der Chor und sie

gemeinsam mit ihrem verstorbenen Vater

Marina unterwegs


Herr, nimm Deine treue Dienerin gnädig bei Dir auf. Sie hat am Ende darum gebetet, daß Du sie zu Dir nehmen mögest. Du hast ihr diese Bitte gewährt. 

Herr, tröste und stärke die, die ihr nahe sind, und stärke unseren Glauben. 

Amen.

Samstag, 12. September 2026

Bilder und Besucher

Der Schloßgarten

Diesen Sonnabend hatte ich die große Freude, Besuchern aus Berlin unsere gar nicht so unbedeutende Residenzstadt zu zeigen, insbesondere den Schloßgarten, und ein wenig über unsere Geschichte und Denkwürdigkeiten zu erzählen. 

Das Luisen-Mausoleum


Die Orangerie außen und der Rote Saal




Schloßkirche


Schloßstraße

Stadtkirche, innen und von oben


Zum Glück konnte mich anschließend Herr Roloff ersetzten, denn auf den Turm der Stadtkirche hätte ich alter Mann es beim besten Willen nicht mehr geschafft. 

Aber sie haben meine Bemühungen mit stoischer Geduld ertragen. Anschließend hat Herr Roloff sie auch noch zu unserer verehrten Königin Luise nach Hohenzieritz geführt, aber davon soll es später Bilder geben.

nachgetragen am 14. September


Nachträge über Hohenzieritz









nachgetragen am 15. September