Diesen Sonnabend hatte ich die große Freude, Besuchern aus Berlin unsere gar nicht so unbedeutende Residenzstadt zu zeigen, insbesondere den Schloßgarten, und ein wenig über unsere Geschichte und Denkwürdigkeiten zu erzählen.
Das Luisen-Mausoleum
Die Orangerie außen und der Rote Saal
Schloßkirche
Schloßstraße
Stadtkirche, innen und von oben
Zum Glück konnte mich anschließend Herr Roloff ersetzten, denn auf den Turm der Stadtkirche hätte ich alter Mann es beim besten Willen nicht mehr geschafft.
Aber sie haben meine Bemühungen mit stoischer Geduld ertragen. Anschließend hat Herr Roloff sie auch noch zu unserer verehrten Königin Luise nach Hohenzieritz geführt, aber davon soll es später Bilder geben.
„O jump into the wagon, and we'll all take a ride. / Wait for the wagon! The dissolution wagon! / The South is the wagon, and we'll all take a ride.“
Dieser Beitrag ist mehr eine kurze Art von Notwehr. Wenn ich etwas schreibe, suche ich mir zumeist eine Begleitmusik als Hintergrund aus. Und so kann ich jetzt fast jeden Südstaaten-Song auswendig, zumindest in meinen Alpträumen (denn sie kommen zurück) und habe in denselbigen schon viele Yankee Soldiers getötet und bedauert, daß es nicht mehr waren.
Ich bin daran gewöhnt, daß mir nächtens Dinge widerfahren, von denen ich nicht einmal eine Ahnung hatte. Manches ist bei Tageslicht verschreckend, vieles das Fassungsvermögen eines durchschnittlichen Zeitgenossen, wie z.B. mir, weit übersteigend überwältigend schön. Nur, daß das irgendwas mit mir als Person zu tun hätte, diese Befürchtung durfte ich lange begraben. Was immer die Ratio dahinter ist. Obwohl, als Liebhaber verlorener Sachen und Unternehmungen finden sie vermeintlich bei mir nächtens ein erholsames Plätzchen. Wofür immer das endlich gut sein mag.
Da wird einem das gegenwärtige Fernsehen, um dieses lange überholte Medium wenigstens einmal zu erwähnen, wenn nicht längst aus anderen, patriotischen Gründen schon sowieso, doch eher fad.
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Es ist oft grandios und doch erstaunlich, wie eine solche verwerfliche Sache eine derartige Musik hervorbringen konnte, abgesehen davon, daß die überwältigende Mehrheit der Südstaaten-Kämpfer eben keine Sklavenhalter waren und trotzdem um so verbitterterter kämpften, daß am Ende mehr Menschen starben als in allen folgenden Kriegen der wiedervereinigten USA zusammen (720.000 oder mehr).
Wie auch immer. Die Musik hat sich in mein Gemüt eingebrannnt, natürlich nicht diese peinliche Battle Hymn of the Republic. Und so will ich für diesmal einige Lieder vorstellen. Um zumindest danach wieder besser schlafen zu können.
Zunächst ein Überblick. Denn wer nur hören mag, bitte nach hier. Dort findet man „1 Hour of Patriotic Music | The Confederate States of America“ von „Minnesota Mapping“. Da sind wirklich die bekanntesten Sachen versammelt.
Ein grandioses Lied: „God made the right stronger than might.“ Ja, das ist unsere ewige Hoffnung und Erwartung. George Henry Miles, geboren in Baltimore, Maryland, hat den Text erschaffen.
„I believe slavery is an abomination but i could never turn my sword against my home state of Virginia" Robert. E. Lee
Das war der andere Übeltäter: The Dissolution Wagon. Das Ding hat sich so tief in mein Gemüt eingebrannt, das werde ich vermutlich noch dem Jüngsten Gericht entgegen schmettern.
„Im Dezember 2021 genehmigte der Stadtrat einen Plan, die Statue einzuschmelzen und das Material für Kunst im öffentlichen Raum wiederzuverwenden… Im Oktober 2023 wurde die Statue zu einer Gießerei an einem unbekannten Ort gebracht und eingeschmolzen.
Im Jahr 2025 wurde die eingeschmolzene Statue in Form von Bronzebarren in der Ausstellung „ Monuments“ im Museum of Contemporary Art in Los Angeles gezeigt, zusammen mit anderen entfernten Denkmälern der Konföderierten und zeitgenössischen Werken.“ von hier
Wenn die Seele des Südens noch irgendwo lebt, hier hätte sie aufschreien müssen. Also tut etwas oder schweigt weiterhin, ihr tapferen Erinnerer des Südens. Denn hier hättet ihr zuschlagen müssen. Ansonsten bleibt doch alles, immerhin schöne, Folklore.
Bauer Kittel aus Klein Vielen, der mir regelmäßig Kartoffeln von glücklichen Hühnern vorbei bringt, hatte diesmal einen Eimer mit Kirschen vorrätig, am selbigen Tag gepflückt, wie nett. Ein Danaergeschenk. Um daraus wenigstens Marmelade machen zu können, hörte ich beim Mich-Einsauen diverse Podcasts etc. Manchmal ist der technische Fortschritt doch auch eine Erleichterung.
Übrigens mache ich meine Marmeladen nie ohne viel Hinzufügungen – Zimt und Nelken, gemahlen, lange eingelegten Ingwer, um eine Idee zu geben.
Die Bilder sind vom letzten Sonnabend. Im Juli gibt es hier auf dem Schloßberg seit langen Jahren einen Musical-Monat. Diesmal ist es die Csárdásfürstin.
Einer meiner hiesigen Vereine, nämlich der Residenzschloß-Verein, der tapfer versucht, etwas von dem von bösen Menschen 1945 ff. zerstörten Schloß, dem Ursprung dieser Stadt, wieder ins Leben zurückzurufen, hat dort seinen Stand und als unermüdlicher Parteisoldat ließ ich mich in die Pflicht nehmen.
Ich habe mir Versprechen ziemlich abgewöhnt, aber vielleicht schreibe ich doch noch etwas dazu.
Auf dem Rückweg grüßte ich die Schloßkirche und ihren Schöpfer, den Baurat Buttel. Wenn es eine bemerkenswerte Gestalt in der Geschichte dieser nicht gar so großen Stadt gibt, dann gehört er ziemlich vorne dazu. Die Stadtoberen waren zu sehr mit internen Querelen beschäftigt, als daß sie zwei seiner zurückliegenden Jubiläen hätten angemessen würdigen können. Der Tagesstreit ist dann eben doch wichtiger.
Aber wozu sich an derlei erinnern. War es ein schlechtes Gewissen, das da später diese Denkmalbank hervorzauberte. Als Idee schon des öfteren ausgeführt. Aber warum nicht.
Letzte Bilder - da aus den letzten Tagen, nicht weil ich etwa schon mit dem Irdischen abgeschlossen hätte, jedenfalls nicht vollständig. So der blühende Kirschbaum, der im Hof des Hauses steht, in dem ich seit einigen Jahren wohne vom 25. April.
Ebenso datieren die Impressionen aus dem Inneren der Scheune Bollewick vom gleichen Datum. Die Motivation dahinter war, sollte mir die Veranstaltung zu unerträglich werden, flüchte ich mich einfach in diesen Lustort des Kitsches, eine Etage tiefer.
Zum Ort [Bollewick - bolle (rund, bauchig) und wick (germ. Suffix wig, wik - Platz bzw. Dorf, entlehnt aus lat. vicus = Dorf) also Runddorf.] gehört unter anderem diese malerische Kirche in Kambs.
Und schließlich ein paar Bilder von Werken des Bildhauers Karl Rätsch in der Schloßkirche Neustrelitz, mit dessen Lebenswerk man sich noch bis zum 4. Oktober dort vertraut machen kann. Einen Überblick verschafft dieser Artikel.
Eine kleine Anekdote. Einem vielleicht vierjährigen Jungen bereitete es offensichtlich Vergnügen, auf allen Vieren durch die zahlreich herumstehenden Besucher zu krabbeln. Als ich ihn halb amüsiert beobachtete und er das bemerkte, strahlte er mich mit den Worten an „Hallo Du“. Irgendwo rührend.
Gelegentlich ist die Wirklichkeit doch zu wenig respektabel, als daß wir sie ernsthaft in Erwägung ziehen könnten. / Occasionally, the so called truth is not respectable enough to warrant serious consideration.
To those who unfortunately don‘t understand German
It’s a pity German is not that known how it should be. Surprisingly some people read this blog and more surprisingly, some of them have an English tongue. But this is a German blog. I’ve tried to deal with this problem. If you are interested in German poetry there are translations listed in the column to the right above. And you can find a very kind introduction of this blog here from a gentleman who called himself “naturgesetz”.
I thought there is enough nonsense at this place without a translation tool, I can’t really recommend one, a blogger whose blog I “adore” wrote me once: “I looked at your blog: too bad the translation programs don't work well. On the other hand, they translate the German into something that sounds very poetic, even if it doesn't quite make sense.” Forgive me for stealing your words.
For all that try to use Babelfish.
And I thought by myself, why you shouldn’t give your readers a reason for a good laughter (because my English is not that good), so I guess I will make a short summary in the comment area in the future, to comment your own blog is indeed ridiculous, so enjoy it. Oh and if you like, correct me.
eine Begründung dieser Zumutung findet sich hier auch
Anmerkungen
Über "Cottage lake at night" & anderes
Sollte jemand Ansprüche auf eines der hier vorzufindenden Photos oder aus einem der zitierten Texte erheben wollen, bitte ich um eine Nachricht an