Donnerstag, 14. April 2011

Nachträge


Ich hatte Nachträge versprochen, nun eigentlich hatte ich sie mir selbst versprochen, niemand hat sie eingefordert. An diesem Tag also (zu Ende gebracht wird dies gerade am darauffolgenden Dienstag) gab es folgende Kuriosität. Ich hatte meine Frau Mutter zu ihrem gewöhnlichen Arzttermin gebracht (sie kann sich über weitere Strecken nicht selbst bewegen) und es war Markttag, ich blieb also an einem Gemüsestand stehen, sprang der Marktfrau bei, als sie einer Kundin den Unterschied von Thymian und Majoran zu erklären suchte, kaufte etwas bei ihr, ging fort und wurde bald von lauten Rufen verfolgt: „Sie haben ihr Buch vergessen“. Nun ja ich bin in der Tat von der Sorte Mensch, die ihre Bücher an den unmöglichsten Orten vergißt, aber diesmal, nein, nicht ich. Nun das Kuriose daran, die gute Frau hatte wirklich deutlich mehr als einen Kunden zu der Zeit, als ich mich dort aufgehalten hatte, aber offensichtlich war ich von denen der einzige, dem sie zutraute, ein Buch liegengelassen zu haben.

Am Abend sah ich dann Philippe Jaroussky bei dem Herrn Schmidt in dessen Show. Ich sehe kaum noch fern, zum Glück tat ich es an jenem Abend, denn was für ein liebenswürdiger Mensch. Ich bin bei Countertenören immer noch etwas unentschieden, aber dennoch. Wenn man ein wenig von dem zu verstehen beginnt, woraus jemand seine Sendung begreift, verändert das nicht selten dabei auch einen selbst.


Philippe Jaroussky, "Lascia ch'io pianga" aus Händels "Rinaldo"
hier gefunden

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