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Donnerstag, 30. Juli 2015

Carl Blechen

 Carl Blechen, Meeresbucht in Italien, 1829
(in größerer Auflösung) hier gefunden 

 Carl Blechen,Turmruine mit Drachen, 1827
(in größerer Auflösung) hier gefunden 

Carl Blechen, Weg nach Castel Gandolfo, Detail, 1830

Carl Blechen ist einer der großen Unbekannten, sofern man an ein eher umfänglicheres Publikum denkt. Der Blogger Jay hat mir gestern ein schlechtes Gewissen gemacht, als er über ihn schrieb. Wenn wir übellaunig wären, würden wir behaupten, er habe nur seinen Beitrag von 2010, leicht aufgehübscht und eingekürzt, wiederholt, aber sein „Abstract“ wirkt auf mich dafür zu ernsthaft. Er wollte einfach noch einmal an ihn erinnern, denke ich.

Doch zurück zum Künstler; sein Leben läßt sich besser kurz abhandeln. Geboren am 29. Juli 1798 in Cottbus, der familiäre Hintergrund durchaus bescheiden. Immerhin konnte er das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium besuchen, doch für ein Studium genügten die Mittel nicht. 1812 kam er als Lehrling in ein Bankgeschäft, ab 1820 arbeitete er im Berliner Bankhaus Koehne. 1822 weisen ihn die Akten der Berliner Akademie der Künste als Schüler aus, für ein Jahr. 1823 reiste er nach Dresden, wo er Johan Christian Clausen Dahl besuchte und wohl auch die Bekanntschaft Caspar David Friedrichs machte. 1826 wurde er Mitglied im Berlinischen Künstlerverein.

Schinkels Empfehlung brachte eine Anstellung als „Decorationsmaler“ am Königstädtischen Theater in Berlin, wo er von August 1824 bis Juni 1827 eine große Zahl wirkungsvoller Bühnenbilder schuf, das er aber nach einem Streit mit der Sängerin Henriette Sontag wieder verlassen mußte. Er hatte sich nunmehr als freischaffender Künstler durchzuschlagen.

Im Sommer 1828 reiste er an die Ostsee. Im Herbst darauf begab er sich nach Italien und erreichte Ende November Rom, wo er bis zum Mai 1829 blieb, zwei Monate verbrachte er in der Umgebung Neapels und kehrte im heißen Sommer nach Rom zurück, um weiter dann im Herbst langsam durch Mittelitalien nach Berlin zurückzukehren, das er im November 1829 erreichte.

Während dieser Reise, die seine Malauffassung entscheidend neu prägen sollte, entstanden hunderte Skizzen, die später weiter ausgearbeitet wurden. Insbesondere die von ihm reflektierten Lichterfahrungen führten ihn über die zeitgenössischen Strömungen deutlich hinaus.

1831 bewarb sich Blechen, wieder auf Empfehlung Karl Friedrich Schinkels, erfolgreich für die Akademieprofessur der "Landschaftszeichnen Classe". 1833 bereiste er den Harz, 1835 folgt eine vierwöchige Reise nach Paris in Begleitung seines Freundes und Förderers Louis Sachse. Im selben Jahr wird er zum ordentlichen Mitglied der Akademie gwählt. Seit 1836 verstärkten sich die Anzeichen einer psychischen Erkrankung, die ihn zur Aufgabe der Lehrtätigkeit zwingen.

Am 23. Juli 1840 starb Carl Blechen geistig umnachtet. Sein Grab auf dem Dreifaltigkeitskirchhof in Berlin-Kreuzberg ist nicht mehr auffindbar, immerhin erinnert eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer als Ehrengrab des Landes Berlin an ihn.

 Carl Blechen, Das Innere des Palmenhauses auf der Pfaueninsel, 1832
(in größerer Auflösung) hier gefunden 

Fontane, der sich an einer Biographie Blechens versucht hatte, die er aber nie fertigstellte, hat sich nach den hinterlassenen Notizen über dessen Ende etwas derber geäußert:

"Was Blechen schließlich bis zur Pulle trieb, ist schwer festzustellen, vielleicht erblich, vielleicht natürliche Neigung, vielleicht Ärger, Kränkung, Verstimmung. Zu dieser Dreiheit mag allerlei Grund vorgelegen haben, und unter diesen Gründen wird auch eine 'unglückliche Ehe' genannt. Da sich diese Versicherung in fast allen Briefen wiederholt, so mag Wahres in der Tatsache gewesen sein. Aber das möchte ich mit annähernder Gewißheit sagen: Wenn es so gewesen ist, so ist nicht die Frau dafür verantwortlich zu machen. Im Gegenteil, nicht nur aus der Handlungsweise der Frau, wie sie sich in ihrem Testament und anderen Dingen ausspricht, sondern namentlich auch aus etwa dreißig mir vorliegenden Briefen und Briefchen der Frau geht hervor, daß es eine sehr gute, sehr verständige und, ich schreibe dies Wort mit allem Vorbedacht nieder, eine sehr edelmütige Frau gewesen ist, ganz schlicht, ganz einfach, ganz ohne 'Höhere Bildung', aber von allergesundestem Menschenverstand, und nicht bloß von richtigem, sondern auch von feinem Gefühl."

Vom feinen Gefühl der Henriette Blechen teilt der Frauenversteher Fontane dann auch noch mit, sie habe Aktzeichnungen von Blechens Hand an den Kunsthändler Sachse verschenkt, "aber erst, nachdem die untern unanständigen Hälften mit der Schere weggeschnitten waren".

Aber es gibt genug anderes von Blechen, das eher unser Interesse beanspruchen sollte, wie das oben gezeigte Bild vom Palmenhaus, das vielleicht noch am ehesten eine gewisse Bekanntheit behalten hat. Über den Ort selbst (der nur wenige Jahrzehnte so bestand) schreibt Fontane sehr schön (in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 3, Die Pfaueninſel“):

„Pfaueninsel! Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: ein Schloß, Palmen und Känguruhs; Papageien kreischen; Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad; Volièren, Springbrunnen, überschattete Wiesen; Schlängelpfade, die überall hin führen und nirgends; ein räthselvolles Eiland, eine Oase, ein Blumenteppich inmitten der Mark.“

„1830 wurde auch das Palmenhaus errichtet.

Das kleine Eiland stand damals auf seiner Höhe. 'Eine Fahrt nach der Pfaueninsel... galt den Berlinern als das schönste Familienfest des Jahres und die Jugend fühlte sich überaus glücklich, die munteren Sprünge der Affen, die drollige Plumpheit der Bären, das seltsame Hüpfen der Känguruhs hier zu sehn. Die tropischen Gewächse wurden mit manchem Ach! des Entzückens bewundert. Man träumte in Indien zu sein und sah mit einer Mischung von Lust und Grauen die südliche Thierwelt: Aligatoren und Schlangen, ja das wunderbare Chamäleon, das opalisirend oft alle Farben der blühenden Umgebung wiederzuspiegeln schien.' Meine eigenen Kindheitserinnerungen, wie ich sie Eingangs ausgesprochen, finden hier ihre Bestätigung.“

Der Blogger Jay teilt uns Fontanes Urteil u.a. zu obigem Gemälde wie folgt mit: "Die Palmenhausbilder sind sehr schön und wohl kaum übertroffen. Aber doch eigentlich langweilig."

Nun ja. Es ist nicht zwangsläufig so, daß ein großer Schriftsteller wie Fontane mit seiner Begabung für's Schildern damit selbstverständlich auch hinreichend Empathie für ein ganz eigenartig Anderes miterwirbt. Er hat ihn vor allem, was nur zu menschlich ist, in ein Schema zu bringen gesucht, das ihm entgegenkam.

So urteilt er schließlich, Blechens "eigentlichen Landschaften" seien "realistisch, helle Töne, Sonnenbrand, gelbe Kahlheit herrschen vor. Mitunter nähern sich diese Landschaften aber dem Romantischen, und er tut manchmal ein romantisches Element hinzu." Und sein Fazit: "Widerlegung, daß er besonders im Romantismus gesteckt habe. Nur wenig spricht dafür."

Carl Blechen, Im Park der Villa d'Este, 1830
hier gefunden 

Er steht sich mit anderen Äußerungen dabei selbst ein wenig im Weg. So wenn er über das „Semnonenlager“ von 1828 (in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Die Müggelberge) schreibt: 

“Karl Blechen, 'der Vater unsrer märkischen Landschaftsmalerei', wie er gelegentlich genannt worden ist, hat in einem seiner bedeutendsten Bilder die Müggelberge zu malen versucht. Und sein Versuch ist glänzend geglückt. In feinem Sinn für das Charakteristische, ging er über das bloß Landschaftliche hinaus und schuf hier, in die Tradition und Sage der Müggelberge zurückgreifend, eine historische Landschaft. Die höchste Kuppe zeigt ein Semnonenlager. Schilde und Speere sind zusammengestellt, ein Feuer flackert auf, und unter den hohen Fichtenstämmen, angeglüht von dem Dunkelrot der Flamme, lagern die germanischen Urbewohner des Landes mit einem wunderbar gelungenen Mischausdruck von Wildheit und Behagen. Wer die Müggelberge gesehen hat, wird hierin ein richtiges und geniales Empfinden unsres Malers bewundern – er gab dieser Landschaft die Staffage, die ihr einzig gebührt.“

Doch was sagen Kategorien wie „romantisch“ oder hier wohl passender „heroisch“ schon aus, das Semnonenlager, das seit dem letzten Krieg verschollen ist, macht nicht unbedingt einen konventionell realistischen Eindruck. Wenn Kunst wesentlich ist, erscheint sie eher irreal oder besser überreal, da sie mehrere Wirklichkeiten übereinanderlegt.

100 Jahre nach Blechens Tod heißt das übrigens in der Nachfolge Fontanes dann, er habe den "Weg von romantischer Gedankenmalerei" zu einer heiter bejahenden Naturwiedergabe gefunden, "zu einer Malerei der Farbe und des Lichts, die den Impressionismus in manchen Stücken vorausnahm."

So sehr daran manches stimmt (man schaue sich nur die ersten 3 Bilder dieses Beitrages an), macht es Kunst doch auch zu einer Art von Treppenaufstieg (wohin eigentlich?). Genug davon.

Aber einmal noch Fontane zuvor: In einem Brief von 1873 gibt er der zeitgenössischen Architektur einen hübschen Seitenhieb; er versichert nämlich dem Adressaten, er solle seine Antwort einfach so dahinschreiben. „Abfassung gleichgültig; wie die modernen Architekten sagen: 'Der Stil wird angeputzt.'“.

Die obige Ansicht der Villa d'Este von 1830 ist vielleicht auch noch etwas bekannter. Sie scheint seinen Zug zum Theatralischen zu bestätigen. Aber was bedeutet das schon, ist es bei ihm nicht eher verdichtete Wirklichkeit, ein Blick, der Dinge nicht einfach so dahinnimmt, sondern geradezu mit dem Finger befiehlt: Sieh hin und sehe! Ganz ohne Belehrung, nur als dringliche Mitteilung. Völlig anders, aber ebenso eindrücklich etwa nachfolgend.

Carl Blechen, Bäume im Herbst bei Sonnenaufgang,1823

Und bevor ich jetzt etwas Unsinniges wie z.B. 'fast schon eine Art von chinesische anmutendem Impressionismus' daherfasele, will ich noch zu einem anderen Bild von 1829 verlinken (die Abbildung ist extrem klein, gibt aber einen Eindruck), da versinkt nämlich das, was vom Forum Romanum noch übrig ist, gewissermaßen in Licht und Sand.

Die Poesie des Wirklichen, sprich die Tiefe des Lichts und die Präsenz des Vergangenen vermag er atemberaubend lebendig vor uns hinzustellen, nur dies genannt (er hat selbst Fabriken gemalt, aber das mögen wir weniger an diesem Platz). Die Klosterruine Oybin wird nicht zur Gedankenikone, wie bei unserem Friedrich, das mag sein, aber er malt sehr „realistisch“ eine Seite aus dem Buch des Lebens und der Welt, das uns schaudern läßt. Wie bei dem darauf folgenden. Man muß viel geschaut haben, um Derartiges mitteilen zu können. In Bildern, das war die Sprache, die ihm zu Gebote stand, und die wir nur versuchen können zu entziffern.

Und selbst dem Verfall vermag er etwas Gelöstes abzulesen. Das Vergehen des Schönen hinterläßt dem, der zu sehen vermag, mehr als nur Leere. Er wußte das.

 Carl Blechen, Klosterruine Oybin, 1822
(in größerer Auflösung) hier gefunden 

Carl Blechen, Gotische Kirchenruine, 1826
Carl Blechen, Gotische Kirchenruine, c. 1829-1831
hier gefunden 

vorläufig beendet am 1. August

Donnerstag, 6. September 2012

Dies & Das


Linda Ronstadt, Dolly Parton, Emmylou Harris

Ich gestehe, ich habe gegenwärtig ein recht schlechtes Gewissen, was das Lesen anderer Blogs angeht. Es ist lückenhaft, oft willkürlich, und dies ärgert mich, weil ich ahne, was mir dabei fehlt. Daher heute eine kleine Zitierrunde, auch wenn das natürlich nichts gut macht. Es sind auch nur drei und zwar deutsche.

Beginnen wir mit dem Herrn Morgenländer, der kommt zwar noch am besten weg, aber ich möchte gern auf 2 Reihen verweisen, die er begonnen hat. Zum einen wären da seine 100 Lieblingsgedichte (hier sein Beitrag über „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther), zum anderen eine Reihe über „vergessene“ Autoren des vorigen Jahrhunderts wie Jochen Klepper, Rudolf Alexander Schröder, Werner Bergengruen oder Hans Carossa ("Nach Carossa gehn wir aber nicht!" - hübsch). Ich empfehle allerdings ein Stichwort, damit man die Reihe wiederfindet (*räusper), er ist halt sehr produktiv.

Der Blogger Jay hat gerade kurz, aber sehr warmherzig über Patsy Cline geschrieben. Doch ich gestehe, am meisten vergnügt hat mich letztens sein Verriß eines aufgeplusterten Herrn namens Richard David Precht. Ich zitiere: „Er hat Philosophie auch nur im Nebenfach studiert - das habe ich auch, aber das binde ich meiner Umwelt selten auf die Nase... Aber er ist jetzt Professor für Philosophie geworden, allerdings nur ein Honorarprofessor. Und nur an der Leuphana Universität. Falls Sie die nicht kennen sollten, das war früher die PH Lüneberg. Was man mit Namen so machen kann, es begeistert mich immer wieder.“

Nun allerdings schlägt mein schlechtes Gewissen tatsächlich unbarmherzig zu: „Alle Dinge sind dazu da, damit sie uns Bilder werden in irgendeinem Sinne“, zitiert sie Rainer Maria Rilke. Die Bloggerin Rosabella vermag es, auf eine poetische Art, wie es wohl nur Frauen von einer bestimmten Gemüts- und Geisteshaltung gegeben ist, Gedanken- und Lebensräume mit wenigen Beobachtungen, Worten, Bildern aufzuschließen, die derart ergreifen, daß man wie durch ein sich öffnendes Tor in einen beseeligten Ort eintritt.
nachgetragen am 8. September

Mittwoch, 29. August 2012

Nachträge & andere Mühseligkeiten


Die wesentlichen Dinge brauchen mehr als ein Leben, um sie halbwegs erklären zu können. Also ist es ein von vornherein verlorenes Spiel. Aber Dichtung vermag einem immerhin eine Ahnung (oder die Illusion davon) zu verschaffen, man hätte etwas ergriffen.

Ich habe endlich die Nachträge zur Auswahl aus einer Anthologie von 1921 verfertigt, ausschließlich illustriert mit Bildern von Lovis Corinth. Man findet sie hier.

Und wo wir bei der Anzeige von Nachträgen sind. Über das nahegelegene Belvedere hatte ich dann endlich dort etwas geschrieben. Nur einige Anmerkungen diesmal.

Herr Morgenländer war so tapfer, über Anselm von Canterbury zu schreiben; ich bin davor schon mehrfach zurückgeschreckt. Und bevor ich mich allzu schlecht fühle. Ich hab früher mal ein wenig zu Heraklit zusammengebracht, das nicht so übel war, denke ich, obwohl unvollendet.

Ich habe letztens mit wieder stark anwachsendem Vergnügen den Blog SILVAE gelesen, John Locke mag nicht mein Lieblingsphilosoph sein, aber dennoch war dieser Beitrag ein Teil meines Vergnügens. Es gab noch einen anderen Beitrag, der mir letztens gefallen hatte, ich kann ihn gerade nur nicht wiederfinden.

Anteilnahme verschafft einem oft das trügerische Gefühl, man hätte Teil an Dingen, die man tun sollte, irgendwie. Ich zum Beispiel, sollte mich besser mehr bewegen, was mache ich stattdessen, veröffentliche einfach einen Schnappschuß, der dieser Tage entstand.


Samstag, 22. Oktober 2011

Liszt und so


Transkription der Pastorale von Beethoven, Glenn Gould
hier gefunden

„Ich wollte zum Schreiben dieses Posts Musik von Liszt auflegen, musste aber erst nachdenken, wo die Liszt CDs eigentlich sein könnten. Ich vermutete sie in einem Kasten in einer dunklen Ecke (ja, da muss mal wieder gestaubsaugt werden), wo auch Chopin ist.“ Mit derlei launigen Bemerkungen würdigte der Blogger Jay Franz Liszt’s 200. Geburtstag, während Herr Morgenländer doch deutlich milder, um nicht zu sagen euphorisch urteilt. Beide haben ihren Post Musik beigegeben. Insofern auch aus diesem Grund empfehlenswert, die beiden Orte aufzusuchen. Es ist zwar wieder ein Nachtrag geworden, aber vielleicLinkht stolpert ja jemand darüber. Ich selber, gebe ich zu, habe bei Liszt aus verschiedenen Gründen oft ein unbehagliches Gefühl. Das mag damit zusammenhängen, daß er unbewußt immer mit diesen unerfreulichen Nachrichten verbunden bleiben wird, aber dafür kann er ja nichts, wie auch immer.
nachgetragen am 24. OktoberLink

Montag, 7. Februar 2011

Lese-Spuren



Ja, selbst ein solcher Blog hinterläßt Spuren. Ich war auf der Suche nach einem Kommentar, den die hochgeschätzte Bloggerin „Rosabella“ einmal hier geschrieben hatte und von dem ich wußte, daß ich ihn aus Verlegenheit nie beantwortet hatte. Und da das einige Zeit zurücklag, ging mir bei der Suche wieder einmal auf, wieviel Bemerkenswertes freundliche Menschen an diesem Ort hinterlassen. Ich sollte vielleicht einmal versuchen, einen Beitrag aus Kommentaren zu machen, denn oft ist man in dem entsprechenden Moment nicht entfernt in der Lage angemessen zu antworten.

Das brachte mich aber erst einmal auf eine andere Idee, nämlich eine kleine Reise durch einige meiner Lieblingsblogs zu unternehmen. Beginnen wir gleich bei der herzensfreundlichen „Rosabella“, die diesen wunderbar inspirierenden Ort von Schönheit und Poesie pflegt. Sie hat heute (dieser Beitrag wurde gestern begonnen, aber am heutigen Dienstag beendet) einfühlsam über Paula Modersohn-Becker geschrieben und dazu Rilke zitiert.

Johann Heinrich Füssli, Nachtmahr
1781, hier gefunden

Das erscheint nun in der Tat etwas unerfreulicher, aber Johann Heinrich Füssli, der Meister des Alptraums, wurde vor 270 Jahren, am 7. Februar 1741 geboren. Ich hatte kurz erwogen, etwas über ihn zu schreiben, doch Jay, der Autor des Qualitätsblogs „Silvae“ hatte das wieder einmal so unterhaltsam bewerkstelligt, daß ich diesen Gedanken sofort wieder fallenließ, nachdem ich seinen Beitrag gelesen hatte, nur ein Zitat: „Was er (Füssli) technisch nicht beherrscht, gleicht er durch Originalität aus.“



Das ist jetzt wieder etwas freundlicher und ein alter Sonnenuntergang von mir, ich meine natürlich ein älteres Photo davon, bestenfalls nett zu nennen, aber wenn ich einen Blog aufsuchen will, der mich seit Jahren mit guten Aufnahmen (überwiegend Garten- und Landschaftsbilder) überrascht, dann ist es etwa „Casa Coniglio“, geschrieben von Forest aus Albuquerque, wohin dieser nach einem Ausflug nach Kalifornien offensichtlich reuevoll zurückgekehrt ist. Er hat gerade eine kleine Serie von einem Sonnenuntergang dort gepostet.

Ein anderer wundervoll photographierter Blog stammt von dem Hawaiianer Arnold, der in San Diego lebt. Da ich ihn ein wenig näher kenne, erstaunt mich nicht nur, wie er in der Natur oder wo auch immer gefundene Dinge regelmäßig interessant und kenntnisreich beschreibt, sondern mehr noch, daß er die Energie besitzt, dies mit eiserner Disziplin täglich zu tun. Und so erfreulich wollen wir dies für heute auch enden lassen.