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Dienstag, 8. Juni 2010
Robert Schumann
Ich gebe zu, ich habe vor dem 200. Geburtstag von Robert Schumann (geboren am 8. Juni 1810) furchtbar versagt. Kürzlich hatte ich diese kurze Playlist zu Schumann zusammengestellt, die noch zu funktionieren scheint. Ich bringe sie heute noch einmal, sozusagen zur Bekräftigung meines ersten Satzes.
Sonntag, 7. März 2010
Großherzog Paul Friedrich und etwas Schumann

Denkmal des Großherzogs Paul Friedrich vor dem Schweriner Schloß
hier gefunden
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Vor etwas weniger als einem Jahr habe ich an Großherzogin Alexandrine erinnert, eine Tochter der Königin Luise von Preußen und eine Institution im Schwerin des 19. Jahrhunderts. Ihren Gatten Paul Friedrich, seit 1837 Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hatte sie sehr lange überlebt, er verstarb bereits 1842, genauer am 7. März 1842, und dies ist der Grund, warum heute an ihn erinnert werden soll.
In der „Geschichte Mecklenburgs“ von Ernst Boll findet sich zu ihm u.a. das folgende:
„Seine kurze Regierung gilt als eine gesegnete Zeit im Lande; sein derbes und dabei freundliches, auch dem kleinen Manne verständliches Wesen, die Gewandtheit im Gebrauch der plattdeutschen Rede, die er auch seinen Söhnen einzupflanzen nicht unterließ, haben ihm bei seinen Untertanen ein dankbar-populäres Andenken hinterlassen, daß durch die schlichtfürstliche, liebenswürdige Weise seiner Gemahlin noch gesteigert wurde. Die hohe Frau hat es verstanden, den Hohenzollern-Namen den Mecklenburgern lieb zu machen. Die Zurückverlegung der Residenz von Ludwigslust nach Schwerin hat diese Stadt zu ihrer jetzigen Blüte gebracht, nach dem Fürsten heißt der Stadtteil, dessen Aufbau er in’s Leben rief, die „Paulsstadt“, nach ihm eigentlich mehr als nach dem Apostel die neue Paulskirche. Die Prachtbauten der Residenz hat er, wenn auch nicht vollendet, doch begonnen und gefördert.“
Tatsächlich ist sein bedeutendstes Verdienst wohl die Rückverlegung der Residenz aus dem Städtchen Ludwigslust und daß er die Neugestaltung Schwerins in Angriff genommen hat, wenn ihm auch wenig Zeit zur Durchführung verblieb, da ihm seine zupackende Art eine Erkältung einbrachte - er hatte sich direkt an der Bekämpfung einer Feuersbrunst beteiligt - an der er verstarb.
Daniel Georg Morhof
hier gefunden
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Und da wir gerade im Mecklenburgischen sind und wir die nicht ganz so zahlreichen berühmten mecklenburgischen Namen pflegen sollten. Bei Daniel Georg Morhof († 30. Juli 1691 in Lübeck, u.a. ein bedeutsamer Literaturhistoriker) fand ich gerade nachfolgendes:
Öffentliche Ämter
Der Ämter Last ist groß und schwer die hohen Würden:
Drum pfleget man sie gern den Eseln aufzubürden.
Auf eine mit bloßen Brüsten
Wozu die bloße Brust? Wo gehst du hin? zum Baden?
Nein, du hast etwas feil, drum öffnest du den Laden.
~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.~.
Übrigens, da ich jüngst eine kleine Zusammenstellung von Schumann-Liedern versprochen hatte, ich muß daran noch etwas arbeiten, aber das wäre schon einmal der Anfang.
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Sonntag, 21. Februar 2010
Justinus Kerner, vertont
aus „Zwölf Gedichte von Justinus Kerner für Singstimme und Klavier“
op. 35 von Robert Schumann (1840)
hier gefunden
op. 35 von Robert Schumann (1840)
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Stille Tränen
Du bist vom Schlaf erstanden
Und wandelst durch die Au‘,
Da liegt ob allen Landen
Der Himmel wunderblau.
Solang du ohne Sorgen
Geschlummert schmerzenlos,
Der Himmel bis zum Morgen
Viel Tränen niedergoß.
In stillen Nächten weinet
Oft mancher aus den Schmerz,
Und morgens dann ihr meinet,
Stets fröhlich sei sein Herz.
Ich muß gestehen, daß ich die Gedichte von Justinus Kerner, der am 21. Februar 1862 gestorben ist, gesungen noch am ehesten genießen kann, vor allem, wenn die Vertonung von Robert Schumann stammt. Man rechnet ihn zur „Schwäbischen Dichterschule“, über die sich Heinrich Heine in seinem Schwabenspiegel ziemlich böse lustig gemacht hat. Er urteilt dort mitunter ein wenig arg, aber immer unterhaltsam, man mag das hier weiter nachlesen. Kerner wird dabei von ihm mit diesen freundlichen Worten bedacht:
„Nach ihm kommt der Doktor Justinus Kerner, welcher Geister und vergiftete Blutwürste sieht und einmal dem Publikum aufs ernsthafteste erzählt hat, daß ein Paar Schuhe, ganz allein, ohne menschliche Hülfe, langsam durch das Zimmer gegangen sind, bis zum Bette der Seherin von Prevorst. Das fehlt noch, daß man seine Stiefel des Abends festbinden muß, damit sie einem nicht des Nachts trapp! trapp! vors Bett kommen und mit lederner Gespensterstimme die Gedichte des Herrn Justinus Kerner vordeklamieren! Letztere sind nicht ganz und gar schlecht, der Mann ist überhaupt nicht ohne Verdienst, und von ihm möchte ich dasselbe sagen, was Napoleon von Murat gesagt hat, nämlich: ‚Er ist ein großer Narr, aber der beste General der Kavallerie.‘ Ich sehe schon, wie sämtliche Insassen von Weinsberg über dieses Urteil den Kopf schütteln und mit Befremden mir entgegnen: ‚Unser teurer Landsmann, Herr Justinus, ist freilich ein großer Narr, aber keineswegs der beste General der Kavallerie!‘ Nun, wie ihr wollt, ich will euch gern einräumen, daß er kein vorzüglicher Kavalleriegeneral ist.“
Wie auch immer, dies ist zweifelsohne ein sehr schönes Lied, hier in einer anderen Interpretation, gesungen von Peter Schreier.
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