Slovenian: Pogodbeniki Svete alianse, 1860s, von hier
Es ist nicht ungewöhnlich, sich darüber Gedanken zu machen, wann und vor allem warum unser stolzes Vaterland in den desolaten Zustand geraten ist, in dem es nun mal ist (daß das Vereinigte Königreich und das republikanische Frankreich überraschenderweise weit mehr fertig sind, tröstet da auch nicht, sondern ist eher irrelevant). Es folgt ein Erklärungsversuch des Herrn Roloff.
Dreikaisertreffen in Skierniewice am 17.September 1884, von hier
Die Ursachen für die Zerstörung Europas
Ein Manifest
Bis in den März des Jahres 1890 hinein bestand Einvernehmen zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland. Dieses hatte Tradition bis zurück in die Zeit der Befreiungskriege und war nach 1867 durch Bismarck mit größter Sorgfalt gepflegt worden. Im Ergebnis seiner Diplomatie wachten ein protestantischer, ein katholischer und ein orthodoxer Kaiser gemeinsam über die Interessen des christlichen Europas. Gemeinsam waren sie eine unangreifbare Macht.
In einer gewissen Weise war diese Konstellation, bei aller fortbestehenden Konkurrenz, eine geradezu zwangsläufige und notwendige Folge aus den beiden tödlichen Bedrohungen, denen Europa permanent ausgesetzt gewesen ist.
Bereits seit Jahrhunderten bestand mit der Türkengefahr die Möglichkeit einer Unterwerfung des christlichen Kontinents unter den muslimischen Glauben. Aus der Abwehr dieser Gefahr hat sich gleichsam überhaupt erst so etwas wie ein europäisches Bewusstsein gebildet. Letztmalig war dies am 12. September 1683 am Kahlen Berge vor Wien deutlich unter Beweis gestellt geworden.
Die andere tödliche Gefahr war Europa aus dem Atheismus der Französischen Revolution nach 1789 erwachsen. In den Koalitionskriegen und später in den Befreiungskriegen schuf sich eine christlich-monarchische Solidarität, die geradezu als das Werte-Fundament für die drei Kaisermächte bezeichnet werden muss.
Das Zerbrechen ihres Einvernehmens 1890 markiert den Beginn des traurigen Abstiegs und des Weges in die Selbstzerstörung Europas, wie sie sich zwischen 1914 und 1945 militärisch und seitdem kulturell abgespielt haben.
Denn das Ende der Drei-Mächte-Konstellation zum Schutze Europas hatte ein Zusammengehen Russlands mit der revolutionären Macht Frankreich zur Folge und das Reich orientierte sich auf den Nahen Osten und wurde im Ergebnis Bündnispartner der Osmanen. Diese im wahrsten Sinne „über Kreuz liegenden“ Bündnisse, banden Europa gleichsam den Strick um den Hals.
Wer immer Europa schwächen oder auch nur schaden wollte, der musste von nun an nur noch an einem beliebigen Ende zu ziehen beginnen. Es war eine ganz und gar unnatürliche, geradezu widersinnige Situation entstanden. Die Franzosen begannen für möglich zu halten, dass man die nach 1871 eingetretenen Realitäten wieder ändern könnte und Russland wiederum glaubte, dass der Weg nach Konstantinopel durch das Brandenburger Tor führen würde.
Das Ergebnis dieses Verhängnisses war nach dem Ersten Weltkrieg das völlige Verschwinden des traditionsreichen österreichischen Kaisertums und die extreme Schwächung der beiden anderen Mächte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt und es blieben ein nur scheinbar übermächtiges Sowjetrussland und der von Amerika dominierte Westen. Europa, in dem vor dem Ersten Weltkrieg fünf Großmächte bestanden, hatte Macht und Mitte verloren.
Eine Erholung oder gar eine Renaissance Europas war so bis 1990 verhindert. Mit der Einheit der Deutschen veränderte sich zum zweiten Male alles. Wie sehr das der Fall war, wird erst seit dem Beginn des Ukraine-Krieges vollständig sichtbar.
Statt einer Gesundung wird seit zwei Jahrzehnten eine Islamisierung des Kontinents, wenn nicht betrieben, dann doch zugelassen und die atheistische revolutionäre Ideologie ist inzwischen in fast allen Staaten geradezu Staatsräson. Das bedeutet nichts anderes als dass man die beiden großen Gefahren, gegen die sich das Abendland erwehren musste und aus deren Abwehr sich ein politisch-kulturelles Europa einstmals überhaupt erst gebildet hatte, ins Innere gelassen hat und die Auswirkungen ihrer Anwesenheit preist man als das neue Europa. Eine größere Perversion der Begriffe kann es kaum geben.
Ob überhaupt noch die Chance einer erneuten Abwehr besteht, ist mehr als ungewiss. Es müsste dazu ein Erwachen des Glaubens geben, wie wir es überhaupt noch nicht erlebt haben. Es bräuchte den Aufbruch des Christentums.
Die einzige bereits anstehende Aufgabe ist die der Bereitschaft zum ernsthaften Gebet. Betet darum, Brüder und Schwestern, dass Gott sich über Europa erbarmt. Jede weltliche Ordnung muss, wenn sie dauerhaft Legitimation besitzen will, Gleichnis und Verheißung von Gottes ewiger Ordnung sein. Überall, wo sich dieser Gedanke verliert, bleiben nur Ideologie und Willkür.
Nachdem am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war, brannte bereits in der Nacht zum 28. Februar 1933 der Reichstag: In der Wahl vom 5. März gewannen NSDAP und DNVP gemeinsam die absolute Mehrheit der Sitze. Da der bisherige Tagungsort nicht nutzbar war, wich man auf die nahe gelegene Krolloper aus. Sie ist der Ort der nachfolgenden Ereignisse.
Am 23. März 1933 wurde gegen die Stimmen der SPD, aber mit denen aller übrigen Parteien (aufgrund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat waren die Mandate der KPD annulliert worden) das sogenannte „Ermächtigungsgesetz“ beschlossen, das die Reichregierung ermächtigte, ohne das Parlament Gesetze zu erlassen. Es wurde mehrfach verlängert. Infolgedessen diente der Reichstag in den seltenen folgenden Zusammenkünften der Parlamentarier nur noch als Podium für öffentliche Auftritte Adolf Hitlers, so etwa am 6. Oktober 1939 bei der Verkündung des Sieges über Polen.
Adolf Hitler vor dem Reichstag in der Kroll-Oper zum Abschluß des Feldzugs gegen Polen, Quelle Bundesarchiv
Es mag verwundern, wenn ich nachfolgend die Rede eines einmal führenden Politikers der SPD vollständig anbringe. Aber der für manchen überraschende, in jedem Fall aufschlußreiche Inhalt rechtfertigt dies vollauf, vom Anlaß völlig abgesehen.
Es handelt sich um die Rede des Reichstagsabgeordneten und SPD-Vorsitzenden Otto Wels in der Sitzung des Reichstags vom 23. März 1933 in der Debatte über das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Ermächtigungsgesetz).
"Meine Damen und Herren! Der außenpolitischen Forderung deutscher Gleichberechtigung, die der Herr Reichskanzler erhoben hat, stimmen wir Sozialdemokraten umso nachdrücklicher zu, als wir sie bereits von jeher grundsätzlich verfochten haben.
Ich darf mir wohl in diesem Zusammenhang die persönliche Bemerkung gestatten, dass ich als erster Deutscher vor einem internationalen Forum, auf der Berner Konferenz, am 3. Februar des Jahres 1919, der Unwahrheit von der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges entgegengetreten bin.
Der Versailler Vertrag wurde am 28. Juni 1919 zwischen dem Deutschen Reich einerseits sowie Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten andererseits geschlossen und beendete den Ersten Weltkrieg, er war ohne Beteiligung Deutschlands ausgehandelt worden und stellte die alleinige Schuld Deutschlands und seiner Verbündeten am Ausbruch des Weltkriegs fest, verpflichtete es zu Gebietsabtretungen, Reparationszahlungen an die Siegermächte und stark reduzierten eigenen Verteidigungskräften.
William Orpen: Vertragsunterzeichnung in der Spiegelgalerie des Schlosses von Versailles 1919, von hier
Nie hat uns irgendein Grundsatz unserer Partei daran hindern können oder gehindert, die gerechten Forderungen der deutschen Nation gegenüber den anderen Völkern der Welt zu vertreten.
Der Herr Reichskanzler hat auch vorgestern in Potsdam einen Satz gesprochen, den wir unterschreiben. Er lautet: 'Aus dem Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern und Besiegten kam der Wahnwitz der Reparationen und in der Folge die Katastrophe der Weltwirtschaft.' Dieser Satz gilt für die Außenpolitik; für die Innenpolitik gilt er nicht minder.
Am 21. März 1933 fand in der Potsdamer Garnisonkirche ein Staatsakt zur Eröffnung des aus den Wahlen vom 5. März 1933 hervorgegangen Reichstages statt. Otto Wels zitiert aus der Ansprache Hitlers bei diesem Anlaß. Bild: Reichskanzler Adolf Hitler verneigt sich vor Reichspräsident Paul von Hindenburg und reicht ihm die Hand. Photo von hier.
Auch hier ist die Theorie von ewigen Siegern und Besiegten, wie der Herr Reichskanzler sagte, ein Aberwitz. Das Wort des Herrn Reichskanzlers erinnert uns aber auch an ein anderes, das am 23. Juli 1919 in der Nationalversammlung gesprochen wurde. Da wurde gesagt: 'Wir sind wehrlos, wehrlos ist aber nicht ehrlos.'
'Gewiss, die Gegner wollen uns an die Ehre, daran ist kein Zweifel. Aber dass dieser Versuch der Ehrabschneidung einmal auf die Urheber selbst zurückfallen wird, da es nicht unsere Ehre ist, die bei dieser Welttragödie zugrunde geht, das ist unser Glaube bis zum letzen Atemzug.'
-- Das steht in einer Erklärung, die eine sozialdemokratisch geführte Regierung damals im Namen des deutschen Volkes vor der ganzen Welt abgegeben hat, vier Stunden bevor der Waffenstillstand abgelaufen war, um den Weitervormarsch der Feinde zu verhindern. - Zu dem Ausspruch des Herrn Reichskanzlers bildet jene Erklärung eine wertvolle Ergänzung. Aus einem Gewaltfrieden kommt kein Segen; Im Innern erst recht nicht.
Eine wirkliche Volksgemeinschaft lässt sich auf ihn nicht gründen. Ihre erste Voraussetzung ist gleiches Recht. Mag sich die Regierung gegen rohe Ausschreitungen der Polemik schützen, mag sie Aufforderungen zu Gewalttaten und Gewalttaten selbst mit Strenge verhindern. Das mag geschehen, wenn es nach allen Seiten gleichmäßig und unparteiisch geschieht, und wenn man es unterläßt, besiegte Gegner zu behandeln, als seien sie vogelfrei.
Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.
Nach den Verfolgungen, die die Sozialdemokratische Partei in der letzten Zeit erfahren hat, wird billigerweise niemand von ihr verlangen oder erwarten können, daß sie für das hier eingebrachte Ermächtigungsgesetz stimmt. Die Wahlen vom 5. März haben den Regierungsparteien die Mehrheit gebracht und damit die Möglichkeit gegeben, streng nach Wortlaut und Sinn der Verfassung zu regieren. Wo diese Möglichkeit besteht, besteht auch die Pflicht.
Kritik ist heilsam und notwendig. Noch niemals, seit es einen Deutschen Reichstag gibt, ist die Kontrolle der öffentlichen Angelegenheiten durch die gewählten Vertreter des Volkes in solchem Maße ausgeschaltet worden, wie es jetzt geschieht, und wie es durch das neue Ermächtigungsgesetz noch mehr geschehen soll. Eine solche Allmacht der Regierung muss sich umso schwerer auswirken, als auch die Presse jeder Bewegungsfreiheit entbehrt.
Meine Damen und Herren! Die Zustände, die heute in Deutschland herrschen, werden vielfach in krassen Farben geschildert. Wie immer in solchen Fällen fehlt es auch nicht an Übertreibungen. Was meine Partei betrifft, so erkläre ich hier: Wir haben weder in Paris um Intervention gebeten, noch Millionen nach Prag verschoben, noch übertreibende Nachrichten ins Ausland gebracht.
Solchen Übertreibungen entgegenzutreten wäre leichter, wenn im Inlande eine Berichterstattung möglich wäre, die Wahres vom Falschen scheidet.
Noch besser wäre es, wenn wir mit gutem Gewissen bezeugen könnten, dass die volle Rechtssicherheit für alle wiederhergestellt sei.
Das, meine Herren, liegt bei Ihnen.
Die Herren von der Nationalsozialistischen Partei nennen die von ihnen entfesselte Bewegung eine nationale Revolution, nicht eine nationalsozialistische. Das Verhältnis ihrer Revolution zum Sozialismus beschränkt sich bisher auf den Versuch, die sozialdemokratische Bewegung zu vernichten, die seit mehr als zwei Menschenaltern die Trägerin sozialistischen Gedankengutes gewesen ist und auch bleiben wird. Sollten die Herren von der Nationalsozialistischen Partei sozialistische Taten verrichten, sie brauchten kein Ermächtigungsgesetz.
Eine erdrückende Mehrheit wäre Ihnen in diesem Hause gewiß. Jeder von Ihnen im Interesse der Arbeiter, der Bauern, der Angestellten, der Beamten oder des Mittelstandes gezielte Antrag könnte auf Annahme rechnen, wenn nicht einstimmig, so doch mit gewaltiger Majorität.
Aber dennoch wollen Sie vorerst den Reichstag ausschalten, um Ihre Revolution fortzusetzen. Zerstörung von Bestehendem ist aber noch keine Revolution. Das Volk erwartet positive Leistungen. Es wartet auf durchgreifende Maßnahmen gegen das furchtbare Wirtschaftselend, das nicht nur in Deutschland, sondern in aller Welt herrscht.
Wir Sozialdemokraten haben in schwerster Zeit Mitverantwortung getragen und sind dafür mit Steinen beworfen worden.
Unsere Leistungen für den Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft, für die Befreiung der besetzten Gebiete werden vor der Geschichte bestehen.
Beisetzung von Essener Opfern am 10. April 1923, Bild von hier
Otto Wels spricht die Besetzung des Ruhrgebiets an: Ab 8. März 1921 besetzten französische und belgische Truppen die Städte Duisburg und Düsseldorf, ab 11. Januar 1923 dann das gesamte Ruhrgebiet bis Dortmund, vorübergehend auch Teile des bergischen Industriegebiets (Remscheid und Lennep) sowie Barmen. Die Alliierten hatten inzwischen statt Reparationen in Form von Geld, Sachleistungen (Stahl, Holz, Kohle) gefordert. Am 9. Januar 1923 erklärte die alliierte Reparationskommission, Deutschland halte absichtlich Lieferungen zurück (unter anderem seien 1922 nur 11,7 Millionen statt der geforderten 13,8 Millionen Tonnen Kohle und nur 65.000 statt 200.000 Telegraphenmasten geliefert worden). Dies nahm Frankreich zum Anlaß, in das Ruhrgebiet einzumarschieren. Die Besetzung, die auch mehrfach zu Toten unter der deutschen Zivilbevölkerung geführt hatte, endete im August 1925.
Denkmal für die belgische Besatzung am Niederrhein in Kleve-Kellen bei Haus Schmithausen. Vorderseite: "Zur Erinnerung an schwere Besatzungszeit 1918 - 1926", Bild von hier
Wir haben gleiches Recht für alle und ein soziales Arbeitsrecht geschaffen. Wir haben geholfen, ein Deutschland zu schaffen, in dem nicht nur Fürsten und Baronen, sondern auch Männern aus der Arbeiterklasse der Weg zur Führung des Staates offensteht.
Davon können Sie nicht zurück, ohne Ihren eigenen Führer preiszugeben.
Vergeblich wird der Versuch bleiben, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Wir Sozialdemokraten wissen, daß man machtpolitische Tatsachen durch bloße Rechtsverwahrungen nicht beseitigen kann. Wir sehen die machtpolitische Tatsache Ihrer augenblicklichen Herrschaft. Aber auch das Rechtsbewußtsein des Volkes ist eine politische Macht, und wir werden nicht aufhören, an dieses Rechtsbewußtsein zu appellieren.
Die Verfassung von Weimar ist keine sozialistische Verfassung. Aber wir stehen zu den Grundsätzen des Rechtsstaates, der Gleichberechtigung, des sozialen Rechtes, die in ihr festgelegt sind. Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.
Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. Sie selbst haben sich ja zum Sozialismus bekannt. Das Sozialistengesetz hat die Sozialdemokratie nicht vernichtet. Auch aus neuen Verfolgungen kann die deutsche Sozialdemokratie neue Kraft schöpfen.
Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten. Wir grüßen unsere Freunde im Reich. Ihre Standhaftigkeit und Treue verdienen Bewunderung. Ihr Bekennermut, ihre ungebrochene Zuversicht -- verbürgen eine hellere Zukunft."
Vor 150 Jahren, also am 10. Mai 1871, wurde in Frankfurt am Main ein Friedensvertrag unterzeichnet, der den Krieg zwischen der Französischen Republik und dem Deutschen Reich beendete. Begonnen hatte er als ein Krieg des französischen Kaiserreichs gegen Preußen, da, wie es in der französischen Kriegserklärung vom 19. Juli 1870 hieß, dessen Regierung, die Verpflichtung zu haben glaubte, „für die Verteidigung ihrer Ehre und ihrer verletzten Interessen zu sorgen“. Der Kriegsgrund war ein vorgeschobener und vermochte außerhalb Frankreichs auch niemanden recht zu überzeugen. Nicht von ungefähr blieb es ohne Bündnispartner, nach denen es emsig Ausschau gehalten hatte.
„Solange der französische Bonapartismus, der sich in der damaligen Lage nur an der Macht halten konnte, wenn er die endgültige Schaffung eines gesamtdeutschen Staates verhinderte und dabei möglichst noch die französische Grenze allmählich nach dem Osten vorschob, noch nicht geschlagen war, führte Deutschland einen gerechten Verteidigungskrieg.“ So schrieb der Historiker und Marxist Engelberg in seiner zweibändigen maßstabsetzenden Bismarck-Biographie.
Neu-Deutsche Historiker verteidigen dagegen gern den französischen Imperialismus, indem sie einen deutschen unterstellen. Der eine schaute noch auf die Wirklichkeit, selbstredend aus der Perspektive seiner Überzeugungen. Die gegenwärtig Modischen sind getrieben von Übel-Wollen und dreister Unbildung.
„Gestern haben wir endlich unterzeichnet, mehr erreicht als ich für meine persönliche politische Berechnung für nützlich halte. Aber ich muß nach oben und nach unten Stimmungen berücksichtigen, die eben nicht rechnen. Wir nehmen Elsaß und Deutsch-Lothringen, dazu auch Metz mit sehr unverdaulichen Elementen, und über 1300 Millionen Thaler.“ So Bismarck schon am 27. Februar an seine Frau (über den Vorfrieden, der nunmehr im Wesentlichen bestätigt wurde).
Das ist es, was heute, wenn überhaupt noch, als Inhalt des Vertrages bekannt ist, die Kriegsentschädigungen durch Frankreich und dessen Gebietsabtretungen. Bismarck war aus pragmatischen Gründen über den Gebietszuwachs wenig begeistert, da er immer schon die neuen möglichen Schwierigkeiten sah. Etwa später: Warum Kolonien, wenn man keine Flotte hat, sie zu schützen, die aber, wenn man sie sich zulegte, nur die Briten in ihrem Meeresherrschaftswahn zum Übelnehmen einladen würde. Wie es dann ja auch kam.
Aber Bismarck war hier wohl zu überbedachtsam. Die Franzosen waren beleidigt, weil sie den Krieg verloren hatten, der Verlust Elsaß-Lothringens war da nur ein guter zusätzlicher Vorwand. Es handelte sich übrigens um überwiegend deutschsprachige Gebiete, die Frankreich aufgrund der Schwäche des Reiches nach und nach okkupiert hatte, so Straßburg mitten im Frieden 1681 während das Reich mit der Abwehr der Türkengefahr beschäftigt war.
Überhaupt hatte Frankreich ein langanhaltendes starkes Bedürfnis, seine Grenzen gen Osten auszudehnen. Und als dies etwa bei der Pfalz nicht gelingen wollte, brannte man wenigstens die Gegend gründlich nieder, so etwa die Kaiserdome in Speyer und Worms oder die Stadt Heidelberg. Mit anderen Worten: Diese Grenze des Reiches war seit Jahrhunderten, vom Dreißigjährigen, über die sog. Reunionskriege, den Pfälzischen Erbfolgekrieg bis zu Napoleon I., wo selbst Hamburg französisch wurde, Angriffen aus dem Westen ausgesetzt und nun sollte es auf einmal andersherum sein? Das war zuviel für das französische Selbstbewußtsein und verletzte die Ehre der „Großen Nation“ in unerträglichem Maße
Ezéchiel du Mas, comte de Mélac, Befehlshaber der Rheinarmee Ludwig XIV., hier gefunden
Der Rückschlag der Befreiungskriege, wie die Deutschen sie nannten, mochte in der kollektiven französischen Erinnerung mehr wie ein Unfall der Geschichte aussehen, den Napoleon III. nun eben ungeschehen zu machen versucht hatte.
Europa 1812, vor Napeoleons Rußlandfeldzug, hier gefunden
Das war alles auf deutscher Seite gerade in den rheinnahen süddeutschen Gebieten aber noch nicht wirklich in Vergessenheit geraten, weder die Verheerungen noch das Bewußtsein, daß auf der ganzen anderen Rheinseite deutschsprachige Gebiete lagen. Und auf militärisch verantwortlicher Ebene wollte man an der Westgrenze eine festere Garantie gegen künftige französische Ambitionen. Das erklärt vielleicht die Stimmungen von oben und unten, auf die sich Bismarck bezieht.
Dennoch war der Frankfurter Friede ein mäßiger und nicht darauf ausgelegt, den besiegten Kriegsgegner zu zerstören, wie es der Versailler später dann zu betreiben suchte. Die rund 1,33 Milliarden Preußischen Taler Kriegsentschädigung brachte Frankreich schneller auf als erwartet und so zogen schon im September 1873 die letzten deutschen Truppen ab.
Die Bewohner Elsaß-Lothringens, die für Frankreich optieren wollten, behielten „ihren auf den mit Deutschland vereinigten Gebieten belegenen Grundbesitz“. Und Artikel II bestimmt ferner:
„Kein Bewohner der abgetretenen Gebiete darf in seiner Person oder seinem Vermögen wegen seiner politischen oder militairischen Handlungen während des Krieges verfolgt, gestört oder zur Untersuchung gezogen werden.“
Es war ein letztes Muster eines Friedens, der den Kriegsgegner immer noch respektierte. Für die Deutschen, deren II. Kaiserreich eben geschaffen worden war, begann ein Aufschwung auf kulturellem, technischem und wirtschaftlichem Gebiet, wie er kein Beispiel in der deutschen Geschichte kennt.
Und so wurde nicht nur hier, sondern auch in Magdeburg am Denkmal für die Einigungskriege im Park am Fürstenwall dieses heute eher vergessenen Ereignisses gedacht.
Robert Schumann, Nikolaus Becker, Rheinlied, hier gefunden
Robert Schumann, Nikolaus Becker, Sie sollen ihn nicht haben den freien deutschen Rhein, hier gefunden
nachgetragen am 17. Mai
Nachtrag am 18. Mai
Eben lese ich in einem Stück von glorifizierendem Revolutionskitsch, daß der Sturz der Napoleon-Säule am Place Vendôme auf die Nachricht von der Ratifizierung hin erfolgt sein soll. Welch Ironie! Und, woraus man alles etwas lernen kann.
Pariser Kommune 1871 beim Sturz der Colonne Vendôme, hier gefunden
Jemand sagte mir, ich müsse an einem vorigen Beitrag feilen. Sarkasmus oder Ironie würden heute nicht mehr verstanden. Dahinter steckt natürlich schon die rührende Überzeugung von der Aufklärungswilligkeit bei Menschen. Ich glaube nicht daran. Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Grundfesten der Vernunft abgeräumt werden, und das am liebsten mit der vernünftigsten Maske. Menschen treiben in ihren Untergangsaufregungen, Vermessenheiten und Ressentimentsaufwallungen hier und da dahin. Dagegen gut und vernünftig zureden zu wollen, halte ich einfach für sinnlos. Man kann es nur noch ein wenig mehr auf die Spitze treiben für die, die es ebenso ermüdet.
Wer etwa die groteske Behauptung unter sich läßt, das Kaiserreich sei ein Hort der Judenverfolgung gewesen, gegen alle leicht auffindbaren Fakten, der will das geglaubt wissen, weil er damit eine Absicht verfolgt.
Der verdienstvolle Herr Klonovsky hatte damals nach dem Ausruf - „Ist dieser Mann noch bei Sinnen?“ die repräsentativeren Synagogenneubauten in Baden-Württemberg und Berlin vorgestellt. Allein in Berlin seien im Kaiserreich sieben neue jüdische Gotteshäuser eröffnet worden (für eines davon steuerte Seine Majestät persönlich die Wandverkleidung bei). Alle diese Synagogen wären von den Nationalsozialisten zerstört worden. Und er folgert: „Das dürfte auch der perfide Grund sein, warum Steinmeier die Juden mit den Sozialistengesetzen und dem Kulturkampf framt.“ Er wolle „den historischen Analphabeten, die er offenbar in großer Zahl unter seinen Zuhörern vermutet, das Kaiserreich als logisches Prius der nationalsozialistischen Judenverfolgung verkaufen“.
Als ich neulich an Dietrich Bonhoeffers Ausführungen über die Dummheit erinnerte (aus "Widerstand und Ergebung“), bestach mich vor allem seine Einsicht, daß Dummheit keine intellektuelle Minderbegabung sei, sondern eine Charakterschwäche (und ich füge hinzu eine Art von Besessenheit). Nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung könne die Dummheit überwinden. „Dabei wird man sich damit abfinden müssen, daß eine echte innere Befreiung in den allermeisten Fällen erst möglich wird, nachdem die äußere Befreiung vorangegangen ist; bis dahin werden wir auf alle Versuche, den Dummen zu überzeugen, verzichten müssen.“
Es gibt die einfache Dummheit, die muntere Dummheit, die arglistige Dummheit, die täuschende Bosheit und danach kann man eigentlich aufhören, denn das Böse tritt fast immer verkleidet auf. Es sagt selten, ich bin das Böse, außer im Faust, und selbst da noch leicht verklausuliert.
Wir leben wieder in einem Zeitalter der Dummheit. Und ich habe bei Bonhoeffer gelernt, daß man manchmal einfach nur warten kann.
Nationaldenkmal Kaiser Wilhelm vor dem Berliner Schloß, etwa 1900, hier gefunden
II
Was mich überhaupt zu dem Beitrag veranlaßt hatte, waren nicht irgendwelche unsägliche Reden, sondern eher Verwunderung. Warum gerät ausgerechnet das Deutsche Reich in den Fokus der Volksaufklärer?
Warum diese Hysterie um die Farben Schwarz-Weiß-Rot? Nur weil manche Menschen, die mit den gegenwärtigen politischen Verhältnissen nicht unbedingt sympathisieren, sich diese zum Identitätssymbol erwählt haben (warum auch immer)? Mit solchen „Abweichlern“ muß jedes System zurechtkommen, und es ist immer interessant und bezeichnend, in welcher Weise dies geschieht. Täten diese Leute als nächstes eine Sonne auf einem Regenbogen erwählen, wollte man dann Sonne und Regenbogen verbieten?
Es ist ein wenig mühsam, in den gegenwärtigen Zeiten den Überblick zu bewahren, und vor allem wartet als Lohn nur noch größere Verstörtheit, zwar besser sortiert und damit klarer, aber letztlich gewinnt man nichts anderes, als was einem das Gefühl nicht schon gesagt hätte. Etwa diese regelmäßigen Haßausbrüche gegen Rekonstruktionen von Vergangenem überraschen kaum mehr.
So wenn der Oberschamane der Antikolonialismus-“Forschung“ an der Universität Hamburg Jürgen Zimmerer sich in einer kulturmaoistischen Fernsehsendung mit der Vorstellung in Ekstase deliriert, „diese Barockfassade mit Stacheldraht“ aufzubrechen.
Um das Humboldt-Forum in einen antirassistischen und antikolonialen (Un-)Ort zu verwandeln, hülfen angesichts der Wucht und Größe des Gebäudes keine kleinen Schrifttafeln oder einzelnen Räume. Mit diesem preußischen Disneyland, das man in die Mitte Berlins gesetzt habe, hätte man die Spuren der deutschen Gewaltgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts tatsächlich überbaut und überschrieben. Man ginge ja sprichwörtlich architektonisch zurück in den Zustand vor 1914.
Der bekannte Furor, der die Bolschewiki 1931 die Christ-Erlöser-Kathedrale (neben vielen anderen Kirchen) in Moskau hat nicht nur aufbrechen, sondern gleich abbrechen lassen, denen waren deren Wucht und Größe auch zuwider.
Sprengung der Christ-Erlöser-Kathedrale Moskau, 1931,
Denn es kann nur einen Gott geben, nämlich den der immerwährenden Menschheitsbefreiung und des ewigen Fortschritts. Das sei denen gesagt, die einwenden mögen, dies seien doch nur etwas exaltierte Reden eines ansonsten wohlmeinenden Agitators. Kommt Gelegenheit, kommt die Vendée!
Christ-Erlöser-Kathedrale Moskau, August 2016, hier gefunden
III
Die kognitive Dissonanz, mit einem Staat nichts zu tun haben zu wollen, mit dem man rechtlich identisch ist, nach eigenem Bekunden, überrascht dann auch nicht mehr.
Denn schließlich bettelt eine bestimmte Fraktion im Bundestag immer wieder fast regelmäßig darum, die "These von der Fortexistenz des Deutschen Reiches“ endlich zurückzuweisen, damit sie nicht von Neonazis und ähnlichem Gelichter benutzt werden könne.
Und mit der Regelmäßigkeit eines Drehorgelliedes erfolgt darauf die Antwort: Das Bundesverfassungsgericht habe in ständiger Rechtsprechung festgestellt, daß das Völkerrechtssubjekt "Deutsches Reich" nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland nicht sein Rechtsnachfolger, sondern mit ihm als Völkerrechtssubjekt identisch sei.
Aber ansonsten will man mit dem Deutschen Reich nichts zu tun haben.
Noch ein anderes Beispiel: Im sog. Traditionserlaß („Die Tradition der Bundeswehr – Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege“) heißt es gegenwärtig:
„Traditionen von Verbänden ehemaliger deutscher Streitkräfte werden an Truppenteile und Dienststellen der Bundeswehr nicht verliehen; ihre Fahnen und Standarten werden in der Bundeswehr nicht mitgeführt oder begleitet.“
Die gestörte Beziehung zum Eigenen der Geschichte ist gewissermaßen konstitutiv für diese Republik.
Fahne des I. Bataillon des 1. Garde-Regiment zu Fuß,
Fahne des II. Bataillons und des Füsilier-Bataillons, hier gefunden
Aber diese Störung wächst sich mit zelotische Eifer, dessen kulthafte Züge immer gespenstischer hervortreten, mittlerweile mehr zu einem Hexensabbat aus. Um an dieser Stelle eine mögliche Verwirrung angesichts des Titels des Ganzen aufzulösen:
Da haben wir einmal den sprichwörtlichen „Tanz um das goldene Kalb“. Die Israeliten waren gerade aus Ägypten ausgezogen und Mose war fort. Gott sprach nämlich mit ihm auf dem Berge Sinai (2. Mose 32).
1. Da aber das Volk sah, daß Mose verzog, von dem Berge zu kommen, sammelte sich's wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns her gehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat... 7. Der Herr aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt. 8. Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.
Die Geschichte geht dann spannend weiter, man mag es unter dem angegebenen Ort weiterlesen.
Henri-Paul Motte, Der Tanz der Israeliten um das Goldene Kalb, 1899, hier gefunden
Und dann haben wir den sog. „Sündenbock“. Einmal im Jahr (beim Versöhnungsfest) jagten die Israeliten einen Schafbock in die Wüste, auf den zuvor die Sünden des Volkes gelegt worden waren.
Und Aaron soll den Farren, sein Sündopfer, herzubringen, daß er sich und sein Haus versöhne, und darnach die zwei Böcke nehmen und vor den Herrn stellen vor der Tür der Hütte des Stifts, und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem Herrn, das andere dem Asasel. Und soll den Bock, auf welchen das Los des Herrn fällt, opfern zum Sündopfer. Aber den Bock, auf welchen das Los für Asasel fällt, soll er lebendig vor den Herrn stellen, daß er über ihm versöhne, und lasse den Bock für Asasel in die Wüste.
Und wenn er vollbracht hat das Versöhnen des Heiligtums und der Hütte des Stifts und des Altars, so soll er den lebendigen Bock herzubringen. Da soll Aaron seine beiden Hände auf sein Haupt legen und bekennen auf ihn alle Missetat der Kinder Israel und alle ihre Übertretung in allen ihren Sünden, und soll sie dem Bock auf das Haupt legen und ihn durch einen Mann, der bereit ist, in die Wüste laufen lassen, daß also der Bock alle ihre Missetat auf sich in eine Wildnis trage; und er lasse ihn in die Wüste.
3. Mose 16, 6-10 und 20-22
William Holman Hunt, Der Sündenbock, 1854, hier gefunden
Beide Gestalten hat der Kult der Gegenwart gewissermaßen zu einer fusioniert. Und die anderen Opfertiere? Nun diese spürt man immer wieder in der „eigenen“ Geschichte auf, um sie dann auf dem Altar des guten Gewissens verbrennen zu können. Alles, was an deutscher Geschichte lebenstief, geiststiftend und traditionsgegründet ist, muß dafür herhalten. Aber ihr Gott ist ein gieriger Gott. Es ist nie genug, und er ist auf Novitäten aus. Also müssen sie in entlegenere Gegenden vordringen und immer weiter jagen. Dieser Kult der Zerstörung arbeitet sich rückwärts durch die Geschichte und wird irgendwann zielsicher bei Kain und Abel angelangen, um herauszufinden: Kain war Deutscher!
Kaiserin Auguste Viktoria, geborene Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, verstorben am 11. April 1921 im Haus Doorn, ist im Antikentempel von Sanssouci zu Potsdam begraben. Seit 1921 dient der Antikentempel als Grabstätte für Mitglieder des Hauses Hohenzollern.
Andacht zur Kranzniederlegung am Sarg von Kaiserin Auguste Viktoria am 11. April 2021
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Der Herr sei mit euch.
In ihrer Konfirmation war Auguste Viktoria unter das Wort gestellt worden: Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.
Wir hören und beten den 122. Psalm:
Ich freue mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Haus des Herrn!
Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem.
Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll,
wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des Herrn.
Denn dort stehen die Throne zu Gericht, die Throne des Hauses Davids.
Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl gehen denen, die dich lieben!
Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!
Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.
Um des Hauses des Herrn willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.
Amen
Heute jährt sich zum 100. Mal das Sterben der letzten Kaiserin des Deutschen Reiches, der letzten Königin Preußens.
Sie war am 22. Oktober 1858, früh 7 ½ Uhr geboren worden:
Am 30. November wurde sie getauft.
Auguste Viktoria starb am 11. April 1921, einem Montag, kurz vor 6 Uhr früh.
Ihrer kaiserlichen und königlichen Würden ging sie damit endgültig verlustig. Die Krone des Lebens aber wissen wir auf ihrem Haupt, uns als Trost und Verheißung.
Amen
Wir wollen beten:
Allmächtiger Gott,
Du hast uns mit der verewigten Kaiserin eine Frau vor Augen gestellt, die uns mit ihrer Liebe zu dir ein Beispiel gegeben hat, von dem wir erzählen sollen, durch das wir ermutigt werden, in dem wir Hoffnung finden.
Ewiger Gott,
in dir findet unsere Zeit ihr Maß und ihr Ziel. Auf dich trauen wir und bitten für den Prinzen und die Prinzessin von Preußen und die ganze königliche Familie. Sie ist wie jede Familie, wie dein ganzes Volk, eine Gemeinschaft der Lebenden und der Toten, als solche mögen sie unserem Lande dienen.
Großer Gott,
hilf uns, dass wir in der Geschichte nicht eigenen Ruhm suchen, sondern dein Wirken erblicken. Schenke deinem Volk Einheit und Frieden und gib, dass wir untereinander gesinnt seien, wie Jesus Christus auch war: Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. In seinem Namen sollen sich alle derer Knie beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist.
Mit ihm und in Gemeinschaft der ganzen Kirche wollen wir beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.
Sendung und Segen
Video von der Beisetzung 1921 in Potsdam, hier gefunden
Gedenkgottesdienstes zum 100. Todestag von Kaiserin Auguste Viktoria am Sonntag Quasimodogeniti 2021 in Potsdam
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Herr sei mit euch!
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1Petr 1,3
Unter diesem Vers feiern wir Gottesdienst an diesem österlichen Sonntag, der den schönen Namen Quasimodogeniti – gleichwie die neugeborenen Kindlein – trägt. In österlicher Freude gedenken wir auch des Sterbens Ihrer Majestät der Kaiserin Auguste Viktoria, das sich vor 100 Jahren ereignet hat. Die Kirche ist die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Wir dürfen sie in unserer Mitte wissen, wenn wir singen, beten und unseren Glauben bekennen. Wenn wir als Christen für unsere Toten beten, dann dürfen wir gewiss sein, auch immer mit ihnen zu beten am Thron des auferstandenen Herrn. Ihn bitten wir:
Komm Du mit Deinem Segen. Stärke unsere Gemeinschaft mit Dir und untereinander.
Lass uns Zeugen Deiner Auferstehung sein. Du bist der Herr, Du bist das Heil. Du bist König und Gott in Ewigkeit. Amen.
Psalm 126
1 Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan!
3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
4 HERR, bringe wieder unsere Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
5 Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.
6 Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.
Ehr´ sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Allmächtiger Gott, der Du Deinen Sohn von den Toten auferweckt hast: Verleihe uns, dass auch wir, durch Deine Gnade wiedergeboren, in einem neuen Leben wandeln.
Durch unseren Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn / der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
1. Lesung
Da aber Samuel alt ward, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel. Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abia, und sie waren Richter zu Beer-Seba. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinem Wege, sondern neigten sich zum Geiz und nahmen Geschenke und beugten das Recht. Da versammelten sich alle Ältesten in Israel und kamen gen Rama zu Samuel und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben. Das gefiel Samuel übel, daß sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem HERRN. Der HERR aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem, was sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht soll König über sie sein. Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, und sie mich verlassen und andern Göttern gedient haben. So gehorche nun ihrer Stimme. Doch bezeuge ihnen und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird.
1 Sam 8, 1-9
Halleluja
Alliance-Wappen der Kaiserin Auguste Victoria, hier gefunden
Schleswig-Holstein-Lied
Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Sitte hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schönrer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland.
Teures Land, du Doppeleiche,
unter einer Krone Dach,
stehe fest und nimmer weiche,
wie der Feind auch dräuen mag!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!
Evangelium
Ehre sei Dir Herre!
Am Abend aber desselben ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HERRN sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
Thomas aber, der Zwölf einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den HERRN gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren abermals seine Jünger drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HERR und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus!
Die Kirche ist die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten. Wo wäre dies offensichtlicher als hier? Dort, wo Gottesdienst gefeiert wird, da steht die Gemeinde immer am Sarg.
Einhundert Jahre nach dem Sterben der Kaiserin ist es an der Zeit, sich grundsätzlich darüber zu verständigen, was ihr und diesem Volk widerfahren ist. Das Sterben einer Kaiserin, einer Königin von Preußen, betrifft niemals nur sie allein, sondern alle Menschen, deren Königin sie gewesen ist.
Lesung und Evangelium, die wir gehört haben, sollen uns bei diesem Nachdenken helfen.
Beiden Texten ist es gemeinsam, dass Menschen sich oft schwertun mit den unsichtbaren Dingen. Wir wollen sehen und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Thomas will sich nicht begnügen mit dem, was andere ihm erzählen. Er kommt nicht zurecht mit dem nun unsichtbaren Herrn. Er will seinen Finger in die Nägelmale und seine Hand in die Seite Jesu legen. Er will sich durch Berührung vergewissern.
Wir begegnen hier einem ganz menschlichen Drang. Darüber hinaus aber erleben wir, wieviel Verständnis der Herr mit dieser menschlichen Schwäche hat. Er kommt erneut. Er zeigt sich. Er lässt den Zweifler nicht im Zweifel vergehen.
Ganz ähnlich ist das, was uns bei Samuel erzählt wird. Die Menschen erleben Willkür und Korruption. Darum drängen sie ihre Ältesten, zu Samuel zu gehen und eine gründliche Reform für die Ordnung ihres Zusammenlebens zu verlangen.
Sie wollen einen König, der sichtbar auf dem Thron sitzt, vernehmlich zu ihnen spricht und nach Recht und Gesetz über sie richtet. Sie sind des Unsichtbaren überdrüssig, weil nur Schlechtes hervorgebracht wird. Sie wollen sich im Sichtbaren vergewissern.
Zwei Dinge aber sind ihnen vermutlich gar nicht bewusst. Mit diesem Drängen verwerfen sie Gott, der doch ihr wahrer und einziger König ist. Aber vor allem legen sie einem Menschen ein Amt und eine Bürde auf, die er allein nicht tragen kann.
Samuel erkennt das sofort und es gefällt ihm übel, wie es in unserer Geschichte heißt. Als er sich dann aber im Gebet an den Herrn wendet, da muss er erfahren, dass Gott barmherzig ist. So wie sich der Auferstandene mit den Malen der Folter am Körper zeigt, so gewährt der Herr seinem Volk ein irdisches unvollkommenes Königtum, weil es danach verlangt.
Das ist die Situation von Menschen, denen in dieser Welt das Amt eines Königtums auferlegt ist.
Auguste Viktoria hatte davon durchaus einen Begriff, als sie mit ihrer Hochzeit begann, auf den Thron zuzugehen.
„Soll´s uns hart ergehen, lass uns feste stehn,
Und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen.“
Wir wissen, dass dies unser Weg ist, so hat sie es am Tage vor ihrer Vermählung bekundet, und so haben es die Menschen auf dem Magdeburger Hauptbahnhof gesungen, als ihr Sarg ins Reich zurückkehrte.
Eine Königin, die der Krone gerecht werden will, muss größeres Gottvertrauen besitzen als andere Menschen, denn sie spiegelt seine Gegenwart in der Welt. Dadurch wird sie zu dem, was Friedrich von Hardenberg, der uns als Novalis geläufig ist, in der Sentenz zusammengefasst hat: „Ein wahrhaftes Königspaar ist für den ganzen Menschen, was eine Constitution für den bloßen Verstand ist.“
In diese Vorstellung passt es, das Königspaar als einen Teil jener uns heute fernen Poesie und Romantik des Staates zu sehen, von der auch wieder Novalis gehofft hat, dass sie dazu in der Lage wäre, die Wunden zu heilen, die der Verstand schlägt.
Die Gemeinschaft eines großen Volkes braucht einen verbindenden Glauben, die Bereitschaft zum Dienst und zur Pflichterfüllung und sie braucht Treue. Glaube, Dienst und Treue eines Volkes werden in ihrem Verhältnis zum Königspaar verwandelt. Sie bleiben keine kalten abstrakten Größen, sondern werden Ausdrucksformen einer konkreten Beziehung. Sie werden Ausdrucksformen der Liebe, ohne die menschliches Leben nicht denkbar ist.
Wir alle kennen den Verlauf unserer Geschichte. Es ist hier nicht der Ort, um alle ihre schmerzlichen, verhängnisvollen und auch grausamen Seiten wieder hervorzukehren. Eine Tatsache bleibt allein, dass jemand, der auf die höchste Höhe emporgehoben war, nun in die tiefste Tiefe hinabgestoßen wurde. Und selbst darin war nur ein Vorzeichen von all dem gegeben, was noch kommen sollte. Aus einem so vollständigen Treuebruch, aus dem Verwerfen jeder Tradition und der Aufgabe einer Kontinuität, die beinahe ein Jahrtausend getragen hatte, konnte nichts Gutes erwachsen. Und der Fortgang der Ereignisse hat dies dann nur bestätigt.
Ich will darum ein drittes Mal Novalis zitieren: „Ein einstürzender Thron ist, wie ein fallender Berg, der die Ebene zerschmettert und da ein todtes Meer hinterläßt, wo sonst ein fruchtbares Land und lustige Wohnstätte war.“
Wohl war den Menschen, als sie Auguste Viktoria 1921 unter gewaltiger Anteilnahme zu Grabe trugen, dies bereits eine schmerzliche, noch dunkle Ahnung. Das Zusammengehörigkeitsgefühl unseres Volkes krönte sich gleichsam selbst durch die Verehrung der Königin!
Das Sichtbare aber war nun vergangen und es mussten Trost und Hoffnung wieder allein in den unsichtbaren Gütern, nämlich in Gottes Verheißungen gesucht werden.
Jochen Klepper konnte noch dichten:
Noch leben Söhne fürstlicher Geschlechter,
Die du als Ordner unter uns gesandt.
Laß uns nicht ohne Mahner, ohne Wächter;
Gib Könige und Propheten allem Land.
Einhundert Jahre ist dies nun alles her. Geblieben sind scheinbar nur die Träger königlicher Namen. Es könnte nachdenklich machen, wie sehr diese unserer Gegenwart wieder zum Stein des Anstoßes geradezu zum Ärgernis werden.
Werdet daran nicht irre. Das mit dem königlichen Namen verbundene Amt liegt nämlich nicht in irgendeinem Vorrecht, sondern allein in der Pflicht gegenüber dem Volk. Hier besteht sie darin, zu bekunden, was eine Königin ist und mit Blick auf Auguste Viktoria zu bezeugen die Mutter, in ihrer Liebe, die Christin, in ihrem Glauben, die Kaiserin, in ihrer Treue und in allem ihren Glanz.
Amen
Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem auferstandenen Herrn. Amen
Christ ist erstanden
von der Marter alle.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.
Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen.
Seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ´.
Kyrieleis.
Halleluja,
Halleluja,
Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.
Fürbitte & Vater unser
Wir wollen Fürbitte halten und zu Gott beten mit dem gemeinsamen Ruf: Herr, erbarme Dich!
Allmächtiger Gott, wir danken Dir für die Auferstehung Deines Sohnes, unseres Erlösers und bitten Dich, mache uns zu treuen Zeugen seines Sieges im Glauben an Dich.
Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.
Ewiger Gott, wir danken Dir für die Gemeinschaft der Heiligen. Durch sie bleiben wir verbunden mit allen Menschen und mit Deinen Wundern. Wir bitten Dich, stärke Deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit und schenke ihr nach Deinem Willen Einheit und Frieden.
Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.
Barmherziger Gott, wir danken Dir für das Leben von Auguste Viktoria. Du hast der Welt durch sie ein bleibendes Zeichen gegeben. Wir bitten Dich mit ihr für die königliche Familie. Segne den Prinzen und die Prinzessin von Preußen und schenke ihnen Glaube, Liebe und Hoffnung.
Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.
Gütiger Gott, wir danken Dir für Deine Gegenwart und bitten Dich um Segen und Frieden für unser Volk und für alle Völker, für unser Land und für alle Länder, denn Du hältst die ganze Welt in Händen und rufst Dein Volk aus allen Völkern.
Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme Dich.
In der Gemeinschaft mit der Gottesmutter Maria, mit der ganzen Kirche, und mit der verewigten Kaiserin beten wir, wie Christus uns zu beten gelehrt hat:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.
Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zu gut
bis hierher hat getan.
Der ewigreiche Gott
woll uns bei unserm Leben
ein immer fröhlich Herz
und edlen Frieden geben
und uns in seiner Gnad
erhalten fort und fort
und uns aus aller Not
erlösen hier und dort.
Lob, Ehr und Preis sei Gott
dem Vater und dem Sohne
und Gott dem Heilgen Geist
im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreiein’gen Gott,
wie es im Anfang war
und ist und bleiben wird
so jetzt und immerdar.
Sendung & Segen
Gehet hin im Frieden des Herrn!
Der HERR segne dich und behüte dich,
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig,
Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Gelegentlich ist die Wirklichkeit doch zu wenig respektabel, als daß wir sie ernsthaft in Erwägung ziehen könnten. / Occasionally, the so called truth is not respectable enough to warrant serious consideration.
To those who unfortunately don‘t understand German
It’s a pity German is not that known how it should be. Surprisingly some people read this blog and more surprisingly, some of them have an English tongue. But this is a German blog. I’ve tried to deal with this problem. If you are interested in German poetry there are translations listed in the column to the right above. And you can find a very kind introduction of this blog here from a gentleman who called himself “naturgesetz”.
I thought there is enough nonsense at this place without a translation tool, I can’t really recommend one, a blogger whose blog I “adore” wrote me once: “I looked at your blog: too bad the translation programs don't work well. On the other hand, they translate the German into something that sounds very poetic, even if it doesn't quite make sense.” Forgive me for stealing your words.
For all that try to use Babelfish.
And I thought by myself, why you shouldn’t give your readers a reason for a good laughter (because my English is not that good), so I guess I will make a short summary in the comment area in the future, to comment your own blog is indeed ridiculous, so enjoy it. Oh and if you like, correct me.
eine Begründung dieser Zumutung findet sich hier auch
Anmerkungen
Über "Cottage lake at night" & anderes
Sollte jemand Ansprüche auf eines der hier vorzufindenden Photos oder aus einem der zitierten Texte erheben wollen, bitte ich um eine Nachricht an