Samstag, 17. Januar 2026

Freitag, 16. Januar 2026

Zum Neuen Jahr

Eine meine erfreulichsten Erwerbungen kürzlich war die einer Ausgabe des Gesangbuchs für die evangelisch–lutherische Kirche in Mecklenburg-Strelitz von 1897. Nur als Nebennote, sollte ich mich doch einmal wieder in einen Gottesdienst der gegenwärtigen evangelischen Kirche wagen, werde ich es sicherlich als Gedankentrost mitnehmen.

Das nachfolgende Lied daraus hat mich zutiefst beeindruckt. Es ist paßt nicht völlig zu meiner eigenen Erlebniswelt, aber ich sehe die tiefere Verwandtschaft. Ich habe übrigens meine Textfassung gelegentlich sparsam hinzugefügt.


Durch Trauern und durch Plagen


Durch Trauern und durch Plagen,

durch Noth, durch Angst und Pein,

durch Hoffnung und durch Klagen,

durch manchen Sorgenstein

bin ich, Gott Lob, gedrungen;

dies Jahr ist hingelegt.

Dir, Gott, sei Lob gesungen,

mein Herze wird erregt.


Der du mich hast erbauet,

in dir besteht mein Heil;

dir ist mein Glück vertrauet,

du bist und bleibst mein Theil.

Du hast mich wohl erhalten,

du bist mein fester Trost,

dich laß ich ferner walten,

wenn mir die Not zustürzt.


Mein Gott, o meine Liebe,

was du willst, will auch ich;

gieb, daß ich nichts verübe,

was irgend wider dich.

Dir ist mein Will ergeben,

ja, er ist nicht mehr mein,

dieweil mein ganzes Leben

dein eigen wünscht zu sein.


Nach dir soll ich mich schicken,

und, Herr, ich wills auch thun.

Soll mich die Armuth drücken,

ich will dabei beruhn.

Soll mich Verfolgung plagen,

ja, Herr, befiehl du mir.

Soll ich Verachtung tragen,

ach, ich gehorch auch hier.


Soll ich verlassen sitzen,

Herr  Gott, dein Wille gilt.

Soll ich in Ängsten schweben,

mein Heiland, wie du willst.

Soll ich denn Krankheit leiden,

ich will gehorsam sein.

Soll ich von dannen scheiden,

Herr, dein Will ist auch mein.


Soll ich zum Himmel dringen?

Gar gern, o Gott, mein Licht.

Soll mich die Höll verschlingen?

Ach, dieses willst du nicht.

Ich habe zwar verdienet

die rothe Höllenglut,

du aber bist versühnet

durch deines Sohnes Blut.


Heut ist das Jahr beschlossen,

Herr, deine Gnad sei heut

neu auf mich ergossen,

mein Herze werd auch neu.

Laß ich die alten Sünden,

so werd ich, Gott, bei dir

auch neuen Segen finden;

dein Wort verspricht es mir.

Gottfried Wilhelm Sacer (1635 – 1699)


Wenn auch spät:


Auf ein gutes und gesegnetes Jahr also. 


Alles Notwendige ist oben gesagt.





Nachbemerkung:

Die Neujahrsbilder wirken immer so schnell recht abgestanden. Außerdem ist es in dem Moment sowieso meist neblig düster und kalt. Aber irgendetwas löst sich dann; merkwürdig. Vielleicht ist es die Hoffnung, die tief innen wohnt und wider alle sinnvollen Erwartungen ausbrechen darf. Eine unvernünftige Hoffnung gewissermaßen.

Also wollen wir unvernünftig hoffnungsvoll sein.



Freitag, 26. Dezember 2025

Frohe Weihnachten


 Frohe und Gesegnete Weihnachten

Jan van Eyck, Kleiner Marienaltar, sog. 'Dresdner Triptychon', Mitteltafel,

von hier


Alma Redemptoris Mater, Gregorian Chant Academy, von hier


Alma Redemptóris Mater, quæ pérvia cæli

Porta manes, et stella maris, succúrre cadénti,

Súrgere qui curat pópulo: tu quæ genuísti,

Natúra miránte, tuum sanctum Genitórem

Virgo prius ac postérius, Gabriélis ab ore

Sumens illud Ave, peccatórum miserére.


Erhabne Mutter des Erlösers,

du allzeit offene Pforte des Himmels

und Stern des Meeres,

komm, hilf deinem Volke,

das sich müht, vom Falle aufzustehn.

Du hast geboren, der Natur zum Staunen,

deinen heiligen Schöpfer.

die du, Jungfrau davor und danach,

aus Gabriels Mund vernahmst das selige Ave,

o erbarme dich der Sünder.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Über den Apostel Thomas


Michelangelo Merisi da Caravaggio, Der ungläubige Thomas, von hier

Predigt zum 4. Advent (Thomastag) 2025 in Rothensee

Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Sehnsucht nach der himmlischen Heimat

1Wir wissen aber, so unser irdisch Haus, diese Hütte, zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. 2Und darüber sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlangt, daß wir damit überkleidet werden; 3so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß erfunden werden. 4Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns und sind beschwert; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. 5Der uns aber dazu bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. 6So sind wir denn getrost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir ferne vom HERRN; 7denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen. 8Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem HERRN. 9Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohl gefallen. 10Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richtstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.

2. Kor. 5.1 ff.

Liebe Gemeinde,

diese Verse sind der Predigttext zum Gedenktag des Apostel Thomas und sie sind doch zugleich ganz und gar adventlich.

Das mag daran liegen, dass der Thomastag immer im Advent liegt. Noch mehr aber steht es damit im Zusammenhang, dass das Leben des Jüngers gleichsam eine Illustration zu diesem Text ist.

Der 21. Dezember markiert die längste Nacht und den kürzesten Tag des Jahres. Es ist die Nacht, die den Zweifel gebiert, und es ist der Apostel Thomas, der im Kreise der Jünger der Zweifler genannt wird, und dessen Gedenken die Kirche am 21. Dezember begeht. 

Thomas ist eine ganz auffällige und bedeutungsschwere Gestalt in der Gemeinschaft Jesu. Sein Name bedeutet Zwilling. Die Überlieferung sieht darin nur einen Beinahmen und setzt die Person gleich mit Judas, einem der Brüder Jesu. Manchmal wird er sogar als Zwillingsbruder Jesu angesehen. Die im Zwilling ausgedrückte Zweiheit kann aber auch auf die eigentlichen Urgründe des Zweifels hin gedeutet werden. Dort nämlich, wo eine ursprünglich vorhandene Einheit verloren geht, da beginnt der Mensch zu zweifeln. Der Zweifel gehört darum zum Menschen und zum Glauben.

Das Johannesevangelium bringt das in drei Szenen eindrucksvoll zum Ausdruck. Als Jesus aufbrechen will, um Lazarus, der gestorben war, wieder zu erwecken, sagt Thomas resigniert: „Lasst uns mitziehen, dass wir mit ihm sterben!“ Auch im Rahmen der Leidensankündigung Jesu erweist sich Thomas als der Zweifler, denn auf die Feststellung Jesu „Und wo ich hingehe, den Weg dorthin kennt ihr“, entgegnet Thomas: „Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst und wie sollen wir den Weg wissen?“ Damit gibt er Jesu Anlass zu der Offenbarung: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ 

Berühmtheit aber erlangte die Geschichte vom achten Tag nach der Auferstehung des Herrn. Thomas war nämlich nicht bei den anderen Jüngern gewesen, als Jesu diesen erstmals erschien und bezweifelte ihre Erzählungen. „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich´s nicht glauben.“

Die Finsternis des Zweifels umhüllte Thomas. Das nächste Mal war Thomas dann bei den Jüngern, als Jesus kam, und dieser sprach zu ihm: „Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläubig sondern gläubig!“ Thomas antwortete: „Mein Herr und mein Gott!“

Mit diesen Worten ist er der erste Apostel, der die Gottheit Jesu bekennt, woher sicher seine besondere Stellung im Jüngerkreis herrührt. Gregor der Große hat wohl auch darum formuliert: „Dieser Apostel habe durch seinen Unglauben unserem Glauben mehr genützt, als die übrigen Apostel durch ihren Glauben.“ Dass diese Einschätzung zutreffend ist, lässt sich sicher auch durch das dieser Szene unmittelbar folgende Wort des Auferstandenen zeigen, das sogar sprichwörtlich wurde: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ 

Der Mensch soll gerade in der jeweiligen Finsternis seiner Zeit am Glauben der Väter festhalten und sich durch ihn führen und halten lassen, denn nur das Licht des Glaubens durchdringt am Ende alle Finsternis. Thomas hat gleichsam allen menschlichen Zweifel hineingetragen in den Kreis der Jünger, in die Nähe des Herrn und hat sie durch die Gemeinschaft mit ihm, dem Auferstandenen, im Glauben überwunden.

Nationalheiligtum der Basilika des Heiligen Thomas, von hier

Der Legende nach soll Thomas nach der Himmelfahrt des Herrn Richtung Osten gezogen sein und das Evangelium verkündet haben. Er gilt als Apostel Indiens. Auf dem Wege dahin sollen ihm übrigens die Heiligen Drei Könige begegnet sein. Er hat sie getauft und zu Bischöfen ernannt. In Indien war Thomas dann als Baumeister tätig, weshalb sein Attribut das Winkelmaß ist und er zum Patron der Architekten, Maurer, Bau- und Zimmerleute wurde.

Genau hier findet sich nun der Anknüpfungspunkt zu unserem Predigttext. Es wird erzählt, dass der Großkönig, Maharadscha, an dessen Hofe Thomas als Baumeister tätig war, ihn beauftragte, ihm einen neuen Palast zu errichten. Er gab ihm für den Bau wieder und wieder große Summen Geld, die Thomas allerdings an die Armen verteilte. Endlich aber wollte der König den Baufortschritt besichtigen und deckte den vermeintlichen Schwindel auf. Thomas musste ins Gefängnis und sollte hingerichtet werden. In der Nacht davor aber hatte der Maharadscha einen Traum. Der Allmächtige Gott wandelte mit ihm durch einen einzigartigen Palast voller Glanz und Herrlichkeit, wie er ihn niemals zuvor gesehen hatte. Der Großkönig fragte den Herrn, wer dieses Haus gebaut hat und Gott antwortete: Diesen Palast hat Thomas für dich errichtet durch seine Mildtätigkeit und durch die Werke seines guten Herzens.

Als der König wieder erwachte, da begnadigte er Thomas und belohnte ihn. Lasst uns in dieser Geschichte erkennen, dass wir wissen können, so unser irdisch Haus, diese Hütte, zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und wir erkennen, dass wir alle offenbar werden müssen vor dem Richtstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.

Vielleicht ist in diesem Bild auch viel von dem zu erkennen, was wir im Advent erwarten. Advent ist nämlich nicht nur die Vorbereitungszeit auf das Christfest. Uns, die wir Jesus als unseren Herrn und unseren Gott verehrten, ist es ein ewiger Advent, denn wir erwarten seine Wiederkunft und sprechen: Komm, denn du bist mein Herr und mein Gott!

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unseren Herrn.

Amen

Thomas Roloff 

Mittwoch, 12. November 2025

Pilze &


Die Zeit des Jahres eben.

 (c) Klaus Lorenz

Sonntag, 9. November 2025

Über die Fallstricke der Nächstenliebe

Wer schubst hier wen zuerst vom Thron, fragt man sich unwillkürlich, aber das nur als freundliche Einleitung zum Nachfolgenden.
Der Titel trifft den Kern der Predigt des Herrn Roloff nur am Rand, das wird der geneigte Leser schnell selbst herausfinden.
Die Unterbrechung der letzten Monate war eine unfreiwillige. Jedoch scheint es jetzt wieder eine längere Fortsetzung zu geben. Wir hoffen einfach.

Predigt am drittletzten Sonntag des Kirchenjahres 2025
in Rothensee

Lk 6,27-38

Von der Feindesliebe
27Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen;
28segnet die, so euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen. 29Und wer dich schlägt auf einen Backen, dem biete den anderen auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem wehre nicht auch den Rock. 30Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das deine nimmt, da fordere es nicht wieder. 31Und wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen gleich auch ihr. 32Und so ihr liebet, die euch lieben, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber.
33Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun das auch. 34Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was für Dank habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wiedernehmen. 35Vielmehr liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig über die Undankbaren und Bösen.
Von der Stellung zum Nächsten
36Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
37Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben. 38Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.

Liebe Gemeinde,

„Selten so gelacht!“, so möchte man ausrufen, wenn man diesen Text liest, der so typisch für die Botschaft des lieben Jesus ist, der so naiv erscheint, der so voller Idealismus daherkommt.

Liebt eure Feinde, tut denen wohl, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen und bittet für die, so euch beleidigen. Wann jemals hätte sich das durchgesetzt?

Noch utopischer ist die immer wieder gehörte Forderung, die andere Wange hinzuhalten, wenn man auf die eine bereits geschlagen wurde und den Rock nicht zu versagen, wo der Mantel schon genommen wurde.

Als Lebensprinzip für diese Welt eignet sich das nicht! Für diese Welt ist es aber auch nicht!

Mit dem drittletzten Sonntag des Kirchenjahres beginnt eine Zeit, in der das Weltgericht, das nahende Himmelreich und das Ende aller Dinge verstärkt ins Bewusstsein gerückt werden. Die Liturgie unserer Gottesdienste ist ganz auf diese Fragen ausgerichtet. Darum hilft es uns vielleicht, in den Evangeliumstext des heutigen Tages zu schauen, wenn wir verstehen wollen, was der Predigttext meint.

Wenn vom Reich Gottes die Rede ist, dann fragen die Pharisäer nämlich gleich „Wann“? Christus aber antwortet: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“

Das Reich Gottes verwandelt die Welt nicht durch sein Kommen. Das Reich Gottes verwandelt die Welt durch seine Gegenwart. Gott und sein Reich sind immer gegenwärtig. Wann war das auf Erden jemals sichtbarer als hier im Evangelium, wo Christus zu den Menschen von Angesicht zu Angesicht sprach. „Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“ Jesus hätte auch sagen können, ich bin mitten unter euch.

Bei dem, was wir im Predigttext hören, geht es also nicht um eine Lebensordnung für Menschen und Völker. Eine Lebensordnung hat nur dann Sinn, wenn man sie durchsetzen kann. In unserem Predigttext geht es um die lebendige Gegenwart des Herrn.

Christus hat sich bis ans Kreuz hingegeben. In den Sakramenten empfangen wir ihn. Wir nehmen Anteil an ihm, sodass er mit uns in der Welt präsent ist. Gott ist gegenwärtig. Darum ist es von so zentraler Bedeutung, dass wir im Sakrament wirklich den Herrn empfangen und er an uns leiblich, das heißt, tatsächlich Anteil nimmt, ein Teil von uns wird. Hier ereignet sich dann nämlich die Verheißung: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch!“

Das bedeutet dann aber auch nicht mehr ich liebe meine Feinde, sondern ich überlasse mich der Tatsache, dass der Herr seine Feinde geliebt hat und selbst seinen Henkern vergeben konnte. Er wirkt in mir seine Güte, weil die meine nicht ausreicht.

Für mich gibt Jesus Sirach die Regel vor. Dort heißt es im 12. Kapitel: 1Willst du Gutes tun, so sieh zu, wem du es tust; dann verdienst du Dank damit. 2Tu dem Frommen Gutes, so wird dir’s reichlich vergolten, wenn nicht von ihm, so doch gewiss vom Höchsten. 3Es gibt nichts Gutes für den, der beharrlich Böses tut und nicht gern Almosen gibt. 4Gib dem Frommen, doch des Frevlers nimm dich nicht an. 5Tu Gutes dem Demütigen, aber dem Gottlosen gib nichts. Verweigere ihm dein Brot und gib ihm nichts, damit er dadurch nicht stärker wird als du: Denn du wirst doppelt so viel Schlechtes empfangen, wie du ihm Gutes getan hast. 6Denn auch der Höchste ist den Sündern feind und wird die Gottlosen bestrafen. [Doch er bewahrt sie bis zum Tag ihrer Strafe.] 7Gib dem Guten, doch des Frevlers nimm dich nicht an.

Erst durch das Wirken Jesu, unseres Erlösers, wird eine ganz neue Dimension aufgetan. Christus hat durch sein unschuldiges Leiden das Wunder vollbracht, dass alle, durch die er litt, Mitwirkende an seinem Heilswerk wurden. Die Menschen, die Jesus quälten, verspotteten, schlugen, kreuzigten und am Ende töteten, die drangen mit ihren Absichten nicht mehr hindurch, sie konnten ihr Ziel nicht mehr erreichen, sondern wurden Vollstrecker von Gottes Willen, das Böse zu überwinden. Sie sind dadurch nicht gerechtfertigt, sondern endgültig und vollständig besiegt. Aber gerade darum trifft sie nun auch Gottes Erbarmen.

Das nämlich ist wiederum der am meisten verstörende Satz aus unserem Predigttext: „35Vielmehr liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn er ist gütig über die Undankbaren und Bösen.“

Gott ist gütig über die Undankbaren und Bösen! Wir erwerben uns durch unser Tun keinen Vorzug, wir sind nicht besser als die Sünder, denn auch wir sind und bleiben Sünder und seines Erbarmens bedürftig. Die Kirche ist eben keine Umerziehungsanstalt, die bessere Menschen hervorbringt, die dann hochmütig auf die Ungläubigen blicken, wie die Pharisäer auf die Zöllner, sondern sie ist der Ort von Jesu Gegenwart und von seinem Wirken.

Wir wissen den Herrn in uns und dürfen uns gerade in unserer Sündhaftigkeit seinem Wirken überlassen. Er wirkt alles in uns. Durch ihn lieben wir unsere Feinde, tun denen wohl, die uns hassen; segnen die, so uns verfluchen und bitten für die, so uns beleidigen.

Der getaufte und gläubige Christ kann Christus durch sich in der Welt wirken lassen und das schon gekommene Reich Gottes sichtbar machen. Das ist das größte Wunder, dass aus der Gegenwart der Kirche heraus wachsen kann, weil sie seine Gegenwart ist und außerhalb der Kirche ist darum auch kein Heil, weil es ohne Christus kein Heil gibt.

Ihn wollen wir darum loben und ehren und anbeten. Amen

Und der Frieden Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus unserem Herrn.

Amen

Thomas Roloff 







Samstag, 31. Mai 2025

An einem 31. Mai zu singen

Um Monty Python's Flying Circus zu zitieren:

"and now for something completely different". 

hier gefunden