Montag, 8. November 2010

Über Zeiten



Vor kurzem fiel mir eher beiläufig auf, daß dieser Blog schon seit mehr als 3 Jahren besteht. Was sind 3 Jahre? Denn, nun wir bewegen uns hier in einem sehr schnellebigen Milieu, das wenig Sicherheit bereithält oder anders gesagt, wenig Raum, mit etwas vertraut zu werden. Aber ist das nicht wie im wirklichen Leben? Mir fiel nämlich zugleich dieser Beitrag vom Samstag, 21. Juni 2008 auf, mit dem nicht gar so flachen Titel "Idylle zu einem gewissen Zeitpunkt". In der Tat, und nur zu diesem. Sowohl der Rosentopf des ersten Bildes als auch der im Hintergrund des zweiten (des damaligen Beitrags) haben den letzten Winter nicht überlebt. Ein wirklicher Verlust...

So sind die Dinge, Schönheit ist etwas, das uns begleitet auf unserem Weg, vorübergehend, von dem wir hoffen, daß an seinem Ende etwas Dauerhaftes und Erfreuliches stehen wird und alles Bisherige eine Art Einübung, nun ja.

Ein Vorteil, einen Blog etwas länger geschrieben zu haben, besteht darin, man weiß, man hat schon einmal etwas darüber verfaßt, etwa über Palladio, der am 8. November 1508 geboren wurde. Und um andere Namen macht man dann regelmäßig einen Bogen, etwa den eines Schotten, den es einst nach Köln verschlug, vor etwas mehr als 700 Jahren, wo er auch starb, am 8. November 1308 - Johannes Duns Scotus.

wird fortgesetzt

Sonntag, 7. November 2010

Sonntag &

roughly translated

Nun ja, inzwischen ist die Jahreszeit zu weit fortgeschritten als daß man noch draußen essen könnte. Das erste Mal nach dem „Sommer“. Irgendwie hat das Essen im Freien doch immer eine gewisse Leichtigkeit, die viele Wahrnehmungen ins Freundliche zieht.


Ich bringe diese Bilder eigentlich mehr an, um meiner selbstausgedachten Chronistenpflicht zu genügen. Meine Frau Mutter hatte meine vormittägliche Absenz dafür genutzt, ein wenig mehr anzufangen, als abgesprochen war (damit es „pünktlich etwas zu essen gibt“), gut der Rollbraten vom Schwein war dann letztlich doch in Ordnung, nachdem dem reichlichen Salz noch ein paar andere Gewürze und Kräuter hinzugefügt wurden.

Ansonsten tröste ich mich damit, daß der gestrige Hefekuchen ziemlich gelungen war, abgesehen davon, daß ich zwischendurch die Sache völlig vergessen hatte und der Teig, nun ja, erstaunlich angewachsen war, leider habe ich vor Schreck versäumt, ein Bild davon zu machen (übrigens sind Apfelstücke vom Boskop unter der Streuseldecke).


Well, now the season has progressed too far so we could eat outside no longer. The first time after the "summer". Somehow eating outdoors has always a certain lightness that put a friendly flavour to many observations.

I present these pictures more to satisfy my self-devised chronicler duty. My mother had used my morning's absence for doing a wee bit more than we were talking about before (so we could "eat on time"), well the roast pork was finally bearable after to the abundant salt were added some other spices and herbs.

Otherwise, I console myself with the fact that yesterday's yeast streusel cake was fairly successful, apart from the fact that in between I forgot it completely and the dough well was grown so amazing, unfortunately I forgot (a bit with shock) to make a picture of it (by the way there are slices of Boskoop apple under the crumble plates).

Samstag, 6. November 2010

November





Diese Bilder mögen für sich sprechen, aber Prof. Aue hat eine wundervolle Bilderfolge zusammengestellt mit Gedichten bzw. deren Übersetzungen von Rilke, Emily Dickinson, W.B. Yeats, Hölderlin, Hoffmann von Fallersleben, Francis William Bourdillon, Matthias Claudius, Hermann Hesse, Trakl… Diese Übertragung eines Gedichts von Hoffmann von Fallersleben fand ich neben anderen so angenehm, daß ich sie mitteilen wollte:

Evening is descending

Evening is descending
over dale and hill,
peace its whispers sending
and the world grows still.

Just the brook keeps flowing
as it did before,
burbling, never slowing,
ever, ever more.

And no evening brings it
peace and quiet keep,
and no churchbell rings it
evening's song of sleep.

Thus, my heart, will rend you
feelings likewise stressed:
God alone can grant you
evening's real rest.



Abend wird es wieder

Abend wird es wieder,
Über Wald und Feld
Säuselt Frieden nieder
Und es ruht die Welt.

Nur der Bach ergießet
Sich am Felsen dort,
Und er braust und fließet
Immer, immer fort.

Und kein Abend bringet
Frieden ihm und Ruh,
Keine Glocke klinget
Ihm ein Rastlied zu.

So in deinem Streben
Bist, mein Herz, auch du:
Gott nur kann dir geben
Wahre Abendruh.

Freitag, 5. November 2010

Nachdenkend

roughly translated

Man sollte einen Kontrast dazu setzen, denn diese Ente war eher ein Zugeständnis. Meine Frau Mutter wollte auch etwas von dem Anlaß meines Geburtstages haben. Also gab es diese als gewünschtes „Festessen“, ein etwas heikler Tag aus unterschiedlichen Gründen, aber nun gut, er ist fast überstanden. Ich habe heute sehr beschämend Freundliches über mich gehört und auch ganz vereinzelt das Gegenteil. Zumindest kann ich nicht behaupten, keinen Umgang mit Menschen zu haben. Und das ist auch schon etwas. Ich bin aufrichtig dankbar, daß so viele Menschen im guten Sinne heute an mich gedacht haben.
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One should set a contrast to this, because the duck was more of a concession. My mother wanted to have something nice on the occasion of my birthday. So there was that as the desired "feast", a somewhat intractable day for different reasons, but anyway it’s survived. I heard today some embarrassing friendly things about me and one time quite the opposite. At least I cannot claim to have not much contact with people. And that's something. I am sincerely grateful so many have thought in the good sense of me today.

Mittwoch, 3. November 2010

Georg Trakl


Am Hügel


Still vergeht am Saum des Waldes
Ein dunkles Wild
Am Hügel endet leise der Abendwind,

Balde verstummt die Klage der Amsel
Und die Flöten des Herbstes
Schweigen im Rohr.

Mit silbernen Dornen
Schlägt uns der Frost,
Sterbende wir über Gräber geneigt.

Oben löst sich blaues Gewölk;
Aus schwarzem Verfall
Treten Gottes strahlende Engel.


At the Hill

Silently fades on the fringe of the forest
a darkening deer,
comes to rest at the hill the wind of the evening,

soon subsides the plaint of the blackbird
and the flutes of the autumn
quiet down in the reeds.

With silver thorns
hits us the Frost,
us, the dying, bent over graveyards.

High up dissolves the blue of the clouds:
Out of their somber decay
stride the shining Seraphs of God.


Georg Trakl starb am 3. November 1914, und ich hoffe, mir wird morgen noch etwas zu ihm in den Sinn kommen, das mitteilenswert wäre, für heute dieses Gedicht mit der Übersetzung von Prof. Aue.

Dienstag, 2. November 2010

Dies & Das

Nun, zuerst eine Aufzählung der Dinge, über die ich heute nicht schreiben werde: Johann Joseph Wenzel Anton Franz Karl Graf Radetzky von Radetz wurde am 2. November 1766 geboren, glücklicherweise habe ich zuletzt hier etwas über ihn geschrieben.

Beim nächsten Namen mußte ich schon etwas mit mir ringen, aber wem helfen abgerungene Platitüden (ich hatte heute eine kleine literarische Veranstaltung und stehe in der Hinsicht noch immer ein wenig unter Schock), Odysseas Elytis, ein neugriechischer Dichter, der nicht folgenlos für mich blieb, wurde am 2. November 1911 geboren, zum Glück ist mir dieser Umstand auch schon einmal früher aufgefallen, dachte ich zuerst jedenfalls, um festzustellen, offenbar nicht so, daß ich etwas rechtes vorzeigen könnte, das wäre also noch zu leisten.

Allerseelen, nun, ich muß doch wenigstens gelegentlich meinen Protestantismus herauskehren und Totensonntag steht vor der Tür, also wird es hoffentlich dazu einen Beitrag geben, ein paar passende Bilder habe ich jedenfalls schon gesammelt.

Gut, dann also etwas Banales, ich kam spät zurück zu diesem Ort, an dem ich derzeit lebe, heute abend und dachte mir, ich bastele mir mal eine Pizza zusammen. Das war das Endergebnis, und zum Zwecke der Erheiterung anschließend die vorangehenden Schritte.



Montag, 1. November 2010

Allerheiligen

David Castor, Allerheiligen in Röke, Schweden
hier gefunden

Man mag es als ermüdend empfinden, daß ich immer wieder zu verschiedenen Anlässen dieses eine Video anbringe, aber so ist es nun einmal, es erzeugt bei mir dieses unerschütterliche Gefühl: „Alles ist wohl und gut geordnet, die Ordnung der Schöpfung ist noch intakt…“ Allerheiligen.



Ich habe heute bei T. S. Eliot in „Beiträge zum Begriff der Kultur“ diesen schönen Satz gefunden „Eine höher stehende Religion haben, heißt eine Religion haben, in der das Gläubig-Sein sehr viel schwieriger ist. Denn je bewußter der Glaube ist, desto bewußter wird der Unglaube…“ Man lese dort weiter nach, es ist der Anfang des 4. Kapitels - „Einheit und Mannigfaltigkeit: Sekte und Kult“. Und er weiß, wovon er spricht, und ist zugleich einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und ein unerschütterter Verteidiger Christi.

Das Christentum ist eine Religion, die den Himmel am Anfang erst einmal ziemlich leergefegt hat. Das macht es einem nicht unbedingt sympathisch. Daß einen nicht aus allen Winkeln der Natur das Göttliche anspringt, daß die Welt keine sichere Brücke zum Unendlichen mehr sein soll, es gibt einfachere Wege, sich beliebt zu machen. Und man kann die alten Römer einen Moment lang verstehen, die diese neue Religion gottlos, „atheistisch“ empfanden. Da gab es dann wirklich nur den Einen, der das alles herausgerissen hat, nach dem diese Glaubenshaltung denn auch benannt ist.

Und die Kirche war so barmherzig zu verstehen, daß ihre Kinder das Heilige anfassen, begreifen, nahe zu ihm sein wollen, also gibt es die Vorbilder, die auf dem Weg zum Heiligen voranschreiten, und ihre Reliquien. Die Konsequenz eines Gedankens ist oftmals wie ein Schwert – wen gilt es zu richten?