Donnerstag, 19. Februar 2009

Über Luther &


Basilika Sonntagberg nahe Waidhofen/Ybbs
(c) Walter A. Aue

Wahrscheinlich sind selbst wir manchmal nur eine Art Medium, wir tun etwas, und was entstand gefällt, ohne daß wir wissen, warum. Es kam uns halt nur ein wenig richtig vor. Die Auswahl an Schneebildern, die wir hier kürzlich präsentiert haben, völlig gelegentlich beim frustierten „Schneeschippen“ entstanden, gefiel ganz verschiedenen Menschen, das freut uns natürlich, aber …

Prof. Aue war so freundlich, mir ein Bild von einer Kirche auf einem Sonntagberg, wenn ich ihn jetzt richtig verstanden habe, nahe Waidhofen a. d. Ybbs zu schicken, wo im Kuppelgemälde „falsche Kirchenlehrer“ malträtiert werden, darunter auch unser Vater Luther. Die Nachricht wird nicht überraschen, daß es sich nicht um eine protestantische Kirche handelt. Ich war so kühn, dieses hier ohne Erlaubnis weiterzuverwenden.

Aber ich muß gestehen, so sehr dieser „Vater“-Begriff nach einer Floskel klingt, es ergeht mir schon (neuerlich wieder) so: Was man liest, ist angenehm von Sprache, es rührt, es schafft Vertrautheit, nicht immer nur willkommene, es erbaut, es sammelt das Zerstreute des eigenen Empfindens - er ist halt ein Seelsorger. Und um das alles ein wenig zu konterkarieren noch ein Zitat:

„Die Welt ist wie ein betrunkener Bauer, hebt man ihn auf der einen Seite in den Sattel, fällt er zur anderen wieder herab. Man kann ihr nicht helfen, man stelle sich, wie man wolle.“

Eigentlich wollte ich hier etwas über Knut Hamsun schreiben, und irgendwie werde ich das folglich dann wohl, denn sobald ich jemanden mag, verliert sich das nicht so leichthin, auch, wenn ich kaum weiß, warum, und mir alles sehr fremd ist. Hamsun hat für seine Sympathie für Deutschland schwer gebüßt, zumal er einen sehr unglücklichen Zeitpunkt dafür erwischt hatte. Ich muß gestehen, von seinen Büchern habe ich lediglich „Auf überwachsenen Pfaden“ gelesen und aus diesem will ich zitieren:

„Und dazu kann der Mensch nichts sagen, keine zudringlichen Fragen stellen. Die Berge stehen dort drüben in ihrer Schwere ganz für sich, der Wald ist steintot und zuschanden gefroren, alles schweigt zu allem, der Schnee ist weiß und gut und liegt da, der Frost weist alle Ebenbürtigkeit von sich und läßt den Menschen nicht zu Wort kommen.“

Das muß man ertragen können, ich weiß, und man kann es, wie wir sehen.

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