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Sonntag, 15. Januar 2023

Ein überwürztes Sauerkraut



Zuerst etwas TMI. Ich vertrage Sauerkraut wirklich nicht besonders. Doch nach einer gewissen Zeit hat mein Körper das immer wieder vergessen. Wenn ich dann etwa sehr fett aussehende Schweinswürste sehe, denke ich automatisch: Du müßtest mal wieder Sauerkraut machen. Außerdem war ich irgendwie in morbider Stimmung. Was man auch daran erkennen kann, daß ich inzwischen ein Faible für mißglückte Bilder entwickelt habe.

Der Vorgang: Viel angeschmorte Zwiebeln als erstes, dazu klein geschnittene Pellkartoffeln und Salz, Pfeffer- sowie Pimentkörner, Wacholderbeeren, ganze Nelken und ein halber Busch von Lorbeerblättern, ach so, und Sauerkraut natürlich. Und die Knacker, wie konnte ich nur den Anlaß vergessen, samt eines guten Stücks gekochten Bauchspecks, in eßbare Portionen zerkleinert selbstredend. 

Am Abend zusammengeköchelt, ich dachte noch, wenn es auch furchtbar ausfallen sollte, riechen tut es wunderbar. Es war überraschenderweise genießbar, sehr sogar. Aber ich werde voraussichtlich nur ein wenig davon essen. Den Rest kann man einfrieren und nach einiger Bearbeitung als Füllung für Pasteten nehmen z.B. 

Und später: Den Eingangssatz, nein, den eigentlich nicht, aber den zweiten, diesen könnte ich wohl vorübergehend streichen.


Freitag, 7. Dezember 2012

Über das Verfertigen von Glühwein &


Das, was dort im Kochtopf liegt, sind Zimtstangen, Nelken und kleine Stücke Ingwer. Das Ganze wird in Wasser für einige Zeit aufgekocht, etwas später kommen Muskatstückchen hinzu. Rotwein, eine kleingeschnittene Zitrone und der eben genannte Sud werden dann zusammengeführt, aber nur erhitzt, nicht gekocht. Wie man sieht, beschreibe ich parallel zu dem, was ich eben tue, die Zubereitung meiner Variante von Glühwein. Eigentlich gehört auch noch Zucker hinein, aber den habe ich für meine Person ersetzt, also kam ein Ersatzstoff (und für jemand anderen eben Zucker) später dazu.

Es ist erstaunlich, wie ein solches Gebräu für eine gewisse Zeit eine fragile Wohlfühlstimmung auszubreiten und aufrechtzuerhalten vermag. Ansonsten wird es in den nächsten Tagen (hoffentlich) ein paar Nachträge geben und dieser Ort sich wieder etwas beleben. Aber wenn man selbst oder die Gedanken, die man noch hat, sehr unbefriedigend unfertig erscheinen, ist es vielleicht doch angemessener zu schweigen, wo man (noch) nichts zu sagen hat. Das mit den Gedanken ist halt oft ein wenig wie Ebbe und Flut an der Nordsee, und erfreulicherweise kommt gerade das Wasser zurück.




Freitag, 19. März 2010

Ein Rezept



Es ist nicht selten, daß fremde Eroberer immerhin in der Küche eines Landes ihre Spuren hinterlassen, dazu zählt auch die Soljanka, die aus dem Russischen zu uns gekommen ist. Und da heute Abend ein paar Herren meine Gesellschaft ertragen haben, von denen einer - der Mitproduzent dieses Videos - mich fragte, ob ich es denn schon gesehen habe, dachte ich, ich präsentiere es einfach. Das ausführliche Rezept findet sich schriftlich übrigens hier.

Samstag, 19. Dezember 2009

Rezepte meiner Großmutter



Ein junger Mann, dem ich noch einen Kommentar schulde, hat kürzlich ein paar bemerkenswerte Gedanken zum Einfluß der neuen Medien auf unser Denken und unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung geäußert. Selbstredend ändert sich da einiges. Ich hatte hier heute einen überraschenden Besuch zu ertragen, dem ich mich nicht völlig entziehen konnte, und während der Unterhaltung hatte ich häufig das Bedürfnis, die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, um den Kanal zu wechseln, nur daß es kein Kanal in diesem Sinne war. Das nur zur Erläuterung.



Angenehmer Nebeneffekt, es ging häufig ums Essen. Das ist noch nicht der Punkt, sondern meine Frau Mutter erwähnte mehrere Rezepte, die ihr ihre Schwiegermutter vermacht hätte. Und zum Ausgleich für meine Duldsamkeit mußte sie mir ein paar davon danach abschreiben. Es ist exakt das, was auf den Bildern zu sehen ist, ein Problem ist nur, ich kann keine Backzeiten und -temperaturen angeben, weil sie einen Gasofen benutzt hat und meine Mutter die Rezepte nicht alle nachgebacken hat. Nur bei den „Weißen Pfeffernüssen“ wußte sie noch, die hätten bei 200°C 10 Minuten gebraucht. Also ich kann daher nur ermuntern, das Ganze auszuprobieren. Ich dachte, das wäre zur Auflockerung ganz hilfreich, morgen geht es um Ranke.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Über Kabarett und Apfelkuchen



Ich muß zugeben, ich war etwas zögerlich, ob ich heute an Claire Waldoff erinnern sollte, die Berliner "Kabarettkönigin", die am 21. Oktober 1884 geboren wurde, ich finde sie gelegentlich etwas sagen wir zu laut, aber ich gestehe, als ich mich ein wenig durch ihre Lieder hörte, es hat schon was irgendwie. 3 davon folgen also und das erste über die Sinnhaftigkeit plastischer Chirurgie hat auch noch nicht wirklich Patina angesetzt.









Den Apfelkuchen habe ich an diesem Abend gebacken und Urs aus Zürich ist daran irgendwie schuld, er hatte kurioserweise heute auf seiner Seite das Rezept vorgestellt und Anlaß dafür war wiederum ein Kommentar eines gemeinsamen Bekannten zu einem Post von mir, so schließt sich der Kreis.

Mittwoch, 12. August 2009

Aussichten, Höhenangst, die Schlacht von Kunersdorf und ein Entenrezept



Als ich heute den Aussichtsturm „Behmshöhe“ am Hochufer des Tollensesees hinaufstieg, hatte ich völlig vergessen, daß ich nicht selten extreme Anwandlungen von Höhenangst habe, als ich oben „stand“ (mehr ein Euphemismus), wußte ich es wieder.



Was tut man nicht alles, um seine Leser nicht allzusehr zu langweilen. Wenn das obige Bild also nicht so toll geworden ist, hat das auch damit zu tun, daß ich ein wenig davon abgelenkt war, den Drang zu kontrollieren, nicht hinunterzuspringen, der überkommt einen nämlich gern in solchen Momenten.



Wo wir gerade bei so gemütlichen Themen sind, hinter diesen beiden verschwommen erkennbaren Inseln stecken die Überreste einer Torpedoversuchsanstalt, die es während des letzten Krieges hier gab, man hat dann nach Kriegsende versucht, sie zu sprengen, was aber nicht recht gelungen ist. Also am mangelhaften Beton ist dieser Krieg nicht verlorengegangen. Jetzt nisten unschuldige Vögel auf den Überresten.

Wir nähern uns einem anderen (kriegerischen) Thema. Heute jährt sich zum 250. Mal die Schlacht von Kunersdorf, wurde ich von jemandem erinnert. Die Schlacht von Kunersdorf (ein Ort, der jetzt in Polen liegt) fand somit am 12. August 1759 statt, es war während des Siebenjährigen Krieges, in dem Friedrich der Große, zu dieser Zeit noch König „in“ Preußen seine Eroberung Schlesien behaupten wollte. Andere sagen, es war einer der ersten kleinen Weltkriege, die Zählung ist da etwas unklar, in dem Frankreich und England um die Vorherrschaft knobelten, eine Angewohnheit, die Staaten wohl nie seinlassen werden. Friedrich der Große erlebte eine seiner furchtbarsten Niederlagen, er war am Boden zerstört.



"Es ist ein grausamer Fehlschlag, den ich nicht überleben werde; die Folgen der Schlacht werden schlimmer sein als die Schlacht selbst. Ich habe keine Ressourcen mehr und glaube, offen gestanden, daß alles verloren ist. Ich will nach dem Untergang meines Vaterlandes auf keinen Fall weiterleben. Adieu auf ewig!" Aber Friedrich der Große was nicht nur groß an Ruhm er hatte auch verdammtes Glück, der Gegner marschierte nicht auf Berlin und Friedrich vermochte sich seelisch zu fangen und seine Truppen zu reorganisieren.

„Ich verkündige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg. In der Zeit, da der Feind die Oder überschritten hatte und eine zweite Schlacht hätte wagen und den Krieg beendigen können, ist er nach Müllrose und Lieberose marschiert.“

Am Ende seiner blutigen „Pokerrunde“ war er zwar körperlich ein Wrack, aber Preußen war 5. europäische Großmacht und er König von Preußen.





Wir wollen milde enden. Offen gesagt, war ich etwas abgelenkt von der Beendigung dieser harmlosen Bemerkungen, aber da mir gerade ein freundlicher Kommentator fröhlich potentiellen Genickbruch wünschte, gefolgt von der Bemerkung, daß er Ente chinesisch bevorzuge, wollen wir doch noch wenigstens mit dem Rezept enden. Wer die Kommentare vom letzten Post verfolgt hat, weiß, daß ich da etwas versprochen hatte:

Nur nebenbei, ich bevorzuge ebenso Ente chinesisch, aber das sollte nun wirklich nicht als Fraternisierungsversuch mißverstanden werden. Also das Rezept, sehr fettig, mehr ein Wintervergnügen oder eine Kindheitserinnerung.

Eine Ente waschen und dann innen und außen pfeffern und salzen.
Die Füllung: Mindestens 4 geschälte Boskoop-Äpfel (manche bevorzugen Backpflaumen), dazu 2 Stiele Majoran und etwas Thymian (Thymian ist meine Idee, ich mache an fast alles Thymian, kleine Schwäche).

Das Ganze in die Bratenpfanne und in den Backofen mit 3 Eßlöffeln Butterschmalz und etwas Wasser. Mit 175° beginnen. Es gibt zwei Varianten. Entweder zuerst mit der Brustseite in die Pfanne und nach 60 Minuten drehen und auf 200° hochstellen. Oder gleich mit der Brustseite nach oben, dann aber öfter mal mit Bratensud übergießen.

Eigentlich ist dies ein ziemlich primitives Rezept. Also die Bratzeit liegt zwischen 1 ½ und 2 Stunden, hängt von der Größe der Ente ab, wenn die Haut schwarz wird, war es zu lange. Wer es mag, kann die Haut kurz vor Ende mit kalter Salzwasserlösung einpinseln (bin ich zu faul zu).

Für die Soße sollte man erst einmal kräftig Fett abschöpfen und dies beiseite tun, den Bratenfond mit Wasser und Mehl ansämen. Ich nehme für Soßen meist saure Sahne, aber hier reicht Mehl.