Samstag, 23. Juli 2016

Über zeitgenössische Wahrsagerei

John Collier: Pythia, Priesterin des Orakels von Delphi

Herr Pohlmann kommentierte meinen letzten Beitrag etwas überraschend mit einem Verriß von Prognosen, völlig zurecht. Ich wollte ihm gerade antworten, aber da das doch etwas länger geworden ist und ich noch ein paar Links unterbringen wollte, gibt es die Antwort hier:

In einem Interview des Bayrischen Rundfunks erzählte Herr Schellnhuber einmal mit ernster Selbstsicherheit, die großen Himalaya-Gletscher würden"in dreißig, vierzig Jahren verschwinden", bei zwei Grad Erwärmung, zweieinhalb Milliarden Menschen würden dabei ihre sichere Trinkwasserversorgung verlieren. Er hatte das aus einem Report des Weltklimarates. Ein Zahlendreher, gemeint war 2350, und selbst dies hatte man aus einer Broschüre des WWF abgeschrieben. So ein Versehen kann zwar unterlaufen, in einem Gespräch etwa, aber zumindest der Gegenüber sollte dann stutzig werden.

Allerdings, man meint also tatsächlich, Prognosen für die nächsten 300 Jahre abgeben zu können und vermag mit den jetzigen Modellen nicht mal die vergangenen 300 Jahre rückwärts zu erklären. Und bei den zweifelhaften Prognosen bleibt es ja nicht. "Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen neu", konstatiert selbstbewußt der Chefökonom des Potsdamer PIK.

Des Club of Rome, auch so eine Zusammenballung von Expertenwissen, stellte 1972 seine Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft "Die Grenzen des Wachstums" vor, die sehr berühmt wurde. Ohne eine dort geforderte Begrenzung des Wachstums wurde die große Katastrophe für 2100 prognostiziert. Von den übrigen Prognosen, später meinte man, es seien nur Szenarien gewesen, erfüllte sich fast keine. Anfang der 90er etwa sollte weltweit alles Erdöl verbraucht sein.

Nach solchen Bauchklatschern könnte man für danach von den Urhebern derartiger Untergangsprophetien vielleicht mehr Zurückhaltung, Vorsicht, gar Selbstkritik vermuten, wenn man naiv wäre. Nein, Jahrzehnt für Jahrzehnt werden zwar die aktuellen Zahlen eingespeist, die düsteren Zukunftsbilder bleiben gleich und werden einfach nur fortgeschrieben, jetzt noch verbunden mit der angeblich nahenden Klimakatastrophe. Da findet sich zusammen, was zusammen gehört.

Was ist das - Größenwahn, gepaart mit Unwissenschaftlichkeit und hypertrophischer Anmaßung, die Welt, das Klima nach den selbsterfundenen Regeln machen zu können? Oder einfach nur Scharlatanerie.

Jede Zeit produziert sich ihre Gewißheiten. Was den Altvorderen die Astrologie war, sind heute der Club of Rome, Herr Schellnhuber und ähnliche Wahsager. Das ärgerliche an der Astrologie war nur, daß sie die Astronomie dabei auch gleich noch mit herunterzog, aber verglichen mit dem Heutigen ist sie ein ehrbares Handwerk.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Nächtlich - dem 20. Juli nachgetragen

Weichselmünde, ein vergangener Ort

"Ich mache mir viel Gedanken darüber, was mit Deutschland in 50 Jahren sein wird." Es war in diesem versiegenden, beunruhigten Tonfall gesprochen, in dem man an lange verstorbene Verwandte denkt, die noch so lebendig sind. Im eigenen Geist, der sich auf eine andere Wanderschaft vorbereitet, wann immer sie ansteht.

Ich war selbst schuld, hatte ihr auf ihrem Bett ein paar Aktualitäten mitgeteilt, mit der beruhigend gemeinten Beifügung: In 50 Jahren beträfe uns beide das alles nicht mehr.
Darauf obige Antwort.

Sie ist besorgt, nicht überrascht. Und das erinnert mich (um viele Ecken) an die Worte eines in einem Film präsentierten erkennbar betagten Zeitzeugen, der sinngemäß sagte: 'Am Ende, als die Front an die Reichsgrenze kam (in Ostpreußen), dachten wir, nun ist er wenigstens vorbei, der Krieg. Denn ins Reich können sie doch nicht'.

Sie konnten.

Jännerwein - Durch Jede Stunde

Mittwoch, 20. Juli 2016

„Halleluja! Danke Neustrelitz!“ - ein Abend mit der Tanzkompanie


In einer deutschen Übersetzung eines britischen Romans voller Hingabe an aristokratische Untergänge gibt es das hübsche Wort - „Kkkitsch!“. Nur, bevor sich jemand die Mühe machen sollte weiterzulesen. Aber der Reihe nach, allein, es wird ein wenig mäandern.

Wir beginnen mit dem Anfang, besser noch vor dem Anfang. In einem verflossenen Staat wurde einmal ein „Staatliches Folklore Ensemble“ begründet. Nach der Wende knüpfte daran die „Deutsche Tanzkompanie“ im hiesigen Neustrelitz an.

Als ich meine Jugendzeit dort in einem Lokalarchiv für etwas mehr als ein Jahr verplemperte (im anderen Jahrtausend) schwärmte mir die Leiterin, die man von dorther dorthin abgeschoben hatte, etwas von einem 'sündigen Dorf' vor, war wohl ein Stück, gab's aber auch als Film anno 1940. Ein Spruch von ihr bleibt mir in dankbarer Erinnerung: “Worauf Sie keine Lust haben, das tun Sie dann auch gar nicht.“ In resigniert fröhlichem Einverständnis. Sie endete leider im Suff.


Das sündige Dorf (1940)

Wir springen in die Gegenwart. Leider ist für den überwiegenden Teil der demokratischen Partei (ich bin nun mal ein Mensch des 19. Jhts.) Kultur ein modisches Accessoire, man schmückt sich damit, will auch als geschmückt gesehen werden, aber dem Grunde nach ist es einem wurscht. Übertreibung?

Mir ist gerade entfallen, welche dieser Truppen 1996 ganz wichtig war, da betrug die Landesförderung für Theater etc. in diesem Ländle etwa 25 Mio. €. Seither war der Betrag auf nominal 35,8 Mio. gedeckelt. Gesunder Menschenverstand genügt, um auszurechnen, was dann über die Jahre hinweg passiert. Das soll übrigens bis 2020 so weitergehen. Es erinnert ein wenig an einen kleinen Horrorfilm, wo jemand eine Tür aufmacht, und die Dinge beginnen, rasant zu verschwinden.

Das war langweilig, aber notwendig, um zu zeigen, wie diese Typen hier gestrickt sind. Nicht alle, denn besagte Tanzkompanie sollte längst abgewickelt  sein, wurde aber von den lokalen Politikern noch einmal gerettet, für etwas mehr als ein Jahr, voraussichtlich. Wir schätzen das wahrlich nicht gering, denken uns aber unseren Teil.

Das war bisher nur wohlwollend, obwohl der Krach gestern einen rechtschaffen fast in den Wahnsinn trieb. Eine Dankesvorstellung war angesagt, in den Kulissen des 'weißen Rößl's', und bei der Generalprobe abends meinte ich bald, 'bevor du verrückt wirst, kannst Du da auch hingehen, vielleicht ist es von nahem weniger schlimm'. Nun ja. Vielleicht.

Heute tat ich mir die Vorstellung an. Das Publikum in der ausverkauften Arena war enthusiasmiert. Und ab jetzt bringe ich Bruchstücke vom Geschehen.

Nettes Harfengeklimper am Anfang. Feuer werden entzündet, musikalisch leicht folkloristisch begleitet. Die Eingangsbegrüßung spielt mit 'Residenz - Resistenz - Stadt' (neulich waren doch diese vielen gruseligen Fanfaren hier, der Moderator hatte die Worte verwechselt, also ein sog. Insider-Joke, es war aber auch sehr warm an jenem Tag).

Sinngemäß dann – wo einst die Herzöge residierten und jetzt Kunst und Kultur herrschen... – begrüßt werden die, die über eine kurzzeitig reaktivierte „Ferkelbahn“, eine stillgelegte Regionalstrecke, angerückt sind (das Lokalkolorit schimmert zum allgemeinen Vergnügen) – im kulturellen Heerlager des größten Landkreises der BR (Mein Jott).

„Wer Augen hat zu schauen...“, das Stichwort war also nicht fahrlässig gewählt. Gesungen wird – „Kein schöner Land...“, dann Trommelwirbel & leicht zigeunerische Folklore (?), gefolgt von eher tibetanischem (?) Höhlengesang, mit Begattungsandeutungen auf der Bühne. Wieder Folklore (mhd.? 'Rosen sollen gesund machen', ich saß in der letzten Reihe). Gefolgt von Byzantinischem (?). 2 Männer umtanzen sich jedenfalls, Kain & Abel (?), aber nein, es folgen wie gesagt Balzzeremonien o.ä.

Weiß gewandete Frauen unterbrechen das auf Russisch (das Publikum scheint es zu verstehen, Heiterkeit), andere Folklore, gefolgt von Rammstein und halbnackten Männern, die mit langen Wasserrohren spielen; sollte wohl an Speere erinnern.

2 Damen werden darauf barock untermalt. Man denkt zuerst: „Ah, das Pendant', aber die Musik reißt es heraus, eine Mezzosopranistin singt ein barockes Ave Maria auf Latein (sehr berührend übrigens, musikalisch etc., ein Lichtblick, obwohl es schon zunehmend dunkler wurde). Die Damen werden von dem Rest der Truppe umringt. Doch dieser zumindest musikalische Höhepunkt wird abrupt abgebrochen von den Cranberries und „Salvation“ (war mal sehr populär und klingt inzwischen entsprechend hohl).

Darauf ging der Mond unter, gesungen, die Tänzer auf dem Boden oder an einer Kletterwand, jedenfalls immer weiße Schuhe vor sich her tragend oder in der Nähe. Die Tänzerinnen spielen zu Nordeuropäischem (?) mit Vorhängen, unterbrochen von einem elektronischen Schneesturm; man birgt sich in einem Zelt, kriecht wieder heraus, macht einen Kreis zu folkloristischem Klimper-Geräuschen und indianisch Hallendem und mongolisch Tiefdröhn - Kehlendem, ein nettes Gewusel mit dramatischen Einlagen + Tonnen - Getrommel.

Die Nibelungen hier im Landestheater vor einiger Zeit waren großartig. Wir nähern uns aber jetzt dem Eingangswort mit K... (wofür die Tänzer nichts können, sie sind auch deutlich weniger ausgerutscht als bei der Generalprobe).

Schlußmonologe: „Wenn ich von hier weggehe... nach Neustrelitz, weil dort noch die Kultur lebendig ist“ - Großer Jubel (ein voriger „Joke“, nach China, weil er dort den größten hätte, bekam eher höfliche Heiterkeit). Man singt „Lieb Heimatland ade“ zu wuselnder südeuropäischer Folklore.

Und jetzt endlich wirklich der Schlußmonolog, sozusagen etwas verklemmt heraklitisch: „Ich mag Schwarzwälder Kirschtorte..., meine Zunge durchtanzt Schicht für Schicht..., Bäume haben auch Schichten, stützende Schichten, schützende...,  wie der Mensch von innen nach außen“.

Wir haben es fast überstanden. Meditationen über aufgefaltete und erodierende Gebirge folgen. Alte Kirchenfenster sind unten dicker als oben, denn auch Glas fließt. Alles fließt. Zellen erneuern sich, nach 7 Jahren - ein neuer Mensch. Alles fließt. Bewegung, Musik und Tanz. Alles tanzt – Planeten, Galaxien etc. pp. „Ich bewege mich, also bin ich, ich tanze, also bin ich. Wir sind Phönix. Wir kämpfen, leben, lieben, tanzen (Worte wiederholt mit unterschiedlicher Stellung). Halleluja! Danke Neustrelitz!“.

Wir sind durch und es folgte - Große Begeisterung. Kurz gesagt - Das sündige Dorf + Rammstein und eine gewisse Art von folkloristisch lärmender Langeweile (tut mir leid). Eine betagte Nachbarin erzählte mir danach im Verteidigungsmodus - „Aber die Jugend will das doch, was sollen sie denn sonst noch machen.“

Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls haben sie zu ihren Wurzeln zurückgefunden und zum K., aber das erwähnten wir ja bereits.









Nachträge:

Die Bilder sind ganz gruselig, geben aber eine Idee (wie gesagt, letzte Reihe...). Mehr sollte es auch gar nicht sein. Als ich bei der Generalprobe einen ersten Versuch machte, grinste mich einer der Akteure herablassend an, und im aufleuchtenden Moment hinreichend verärgerter Erkenntnis hätte ich ihm am liebsten zugerufen - „Für solcherlei Bedürfnisse gibt es inzwischen ein Ding namens Internet.“ Aber dann hätte man sich auch schon gemein gemacht, und das wollen wir denn doch nicht.

Ich wünsche der Tanzkompanie von Herzen alles Gute. Wäre aber sehr dankbar für bessere Vorwände zu einer lang andauernden Zukunft.

Samstag, 9. Juli 2016

Nachträge


Zeit für Nachträge (wir waren etwas schreibmüde u.a.). Das Warten, Unterhaltsames geschähe vielleicht, welches das Pausieren der Essensbeiträge etwa aufwöge, sollte nicht belohnt werden. Also bleiben wir ereignisarm. Am 26. Juni durfte ich mit dem Chor den Herrn loben, in Feldberg, es war, einmal abgesehen davon, daß ich mir fast die Seele aus dem Leib geschwitzt hätte, angenehm. Das Eingangsbild zeigt besagte Kirche.


This I Believe (The Creed) - En esto Creo (El Credo)

Zufällige Begegnungen sind mitunter recht kurios. Es gibt da ein Stück – Our God is three in one – Creed (das Credo), eigentlich christliche Populärmusik aus Australien, ich finde das Arrangement unserer Frau Chorleiterin besser, um nicht zu sagen erwachsener, der Chor mag es, aber ich kann mich natürlich täuschen, die Zuhörer oft weniger. Wie auch ein offenkundig empfindsame junger Mann, der bemerkte, es habe ihn ganz traurig gemacht (aber als Zugabe gab dann ja immerhin etwas rhythmisch Fröhliches, das riß es wohl wieder heraus). Das obige Stück ist das Original in Spanisch, ich mag es eher noch, obwohl ich gar kein Spanisch kann.


Da dies bisher Essensbeiträgen vorbehalten war, ein kleiner Einschub, ich hatte für besagten Sonntag sogar etwas recht Nettes vorgekocht. Fleischklöße in Gemüsesuppe. Die Klöße wurden ziemlich gut - gemischtes Hackfleisch, Eier, gehackte Zwiebeln, wenig Semmelmehl, Muskat, soweit so bekannt, aber dazu gab es eine Art von Gewürz-Supergau - Mittelmeerkräuter, frisch gehackt als auch getrocknet, viel frischer Pfeffer, Einheimisches, wie Petersilie, das als grobe Zusammenfassung, mir fällt auch nicht mehr alles ein. Das Ergebnis war umwerfend, im guten Sinne. Aber ich hatte das Vergnügen nur für mich, daher auch keine Bilder.




Ach ja, die Katzen, sie kamen und sind wieder fort. Die Katzen-Mutter schaut mir gerade beim Schreiben zu. 4 Stück hatte sie vertrauensselig im Korbsessel hinter der Terrassentür abgelegt, und irgendwann entwickelten sie einen großen Eifer, unter den Küchenschränken zu verschwinden, wenn die Tür einmal auf war. Nett waren sie ja, aber es war zuviel. Freundliche Mitmenschen haben sie jetzt in ihren Garten verschleppt.


Um mit etwas Kuriosem fortzufahren: „Ach, ist schon wieder Kinderlandverschickung?“ Die Kaufhalle (Supermarkt) war am Abend auffallend belagert von jungen Menschen, die irgendwie, unter ethnologischen Gesichtspunkten, merkwürdig aussahen (aber ich bin ja auch aus dem vorvorigen Jahrhundert, mindestens, und da wird man etwas fremd zur Gegenwart). Nach meiner Frage stutzte die freundliche Dame an der Kasse kurz, verneinte dann aber ganz sachlich: „Nein, ist doch wieder Festival in Lärz“. Es gibt also doch noch Erinnerungen, die allgemein mitschwimmen.

Das Festival nennt sich Fusion, begann am 29. d. M. und zelebriert nach eigener Aussage eine Art „Ferienkommunismus“. Um die sozusagen poetische Eigenbeschreibung nicht vorzuenthalten: „Fernab des Alltags entsteht für vier Tage eine Parallelgesellschaft der ganz speziellen Art. Im kollektiven Ausnahmezustand entfaltet sich an einem Ort ohne Zeit ein Karneval der Sinne, indem sich für uns alle die Sehnsucht nach einer besseren Welt spiegelt.“

Es ist zum Glück ganz weit weg, jedenfalls nicht in Hörweite, wahrscheinlich schrecklich laut und subversiv, und wie eben gesagt, weit weg und schon wieder vorbei. Was man vom anderen Extrem nicht behaupten kann, es ist sehr wohl in Hörweite, und noch nicht vorbei, allerdings die Proben, und das ist der schlimmere Teil.




Sollten Sie etwas, daß sie sowieso nie mochten, in einer Dauerschleife ertragen müssen, wie etwa: „Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist“, nach der Hälfte abgebrochen und wiederholt, oder nach ¾ oder 7/8, gefühlt ewige Mal (oder: „Es muß was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden.“ Oder: „Die ganze Welt ist himmelblau.“ Oder als Krönung des Ganzen: „Im Salzkammagut, doa kamma gut lustig sein, wenn die Musi spielt, holdrio“), dann werden Sie für jeden Wolkenbruch dankbar, der das unvermeidliche Eintreten des Wahnsinnig-Werdens hinauszögert. Man kann natürlich auch bis nach Mitternacht Mozart hören, falls sich kein Regen einstellen will.

Die Schloßfestspiele führen diesmal folglich „Im weißen Rößl“ auf (etwa 200 Meter entfernt), inzwischen war verregnete Premiere, man weiß ab jetzt also wenigstens, wann Schluß ist. Und damit beenden wir den ersten Teil unserer Nachträge.


Mittwoch, 22. Juni 2016

Saule, Pērkons, Daugava


Saule, Pērkons, Daugava

Unter dem Datum des 18. Juni 2016 schrieb Herr Klonovsky „Wir – und ich habe keine Ahnung, wen genau ich damit meine, wer noch alles aus welchem Teil der Welt dazustoßen wird, ich bin ja ein gänzlich unrassistischer Chauvinist – wir Europäer sind noch lange nicht besiegt.“

Dies war seine sichtlich beeindruckte Reaktion auf die Darbietung von „Saule, Pērkons, Daugava“ durch einen lettischen Chor. Ich kann das durchaus verstehen, bin aber von so pedantischer Natur, daß ich gern genauer wissen will, was mich da zu überwältigen sucht. Es war recht mühsam.

Zunächst zum Text. Der Dichter Rainis (eigentlich Jānis Pliekšāns), eine offenbar reichlich widersprüchlich Gestalt, einerseits Sozialist mit Revolutionsambitionen, fühlte er sich andererseits den nationalen Mythen und Traditionen seines Landes tief verbunden, so daß er am Ende als angesehener Politiker und Literat im unabhängigen Lettland landete und nicht etwa wie sein zeitweiliger Weggefährte Pēteris Stučka als erster Volkskommissar der Justiz der UdSSR.

1916 schrieb er die patriotische Ballade Daugava, aus der das obige Stück stammt. Es spielte wohl eine Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung am Ende des 1. Weltkriegs, aber soweit ich das nachvollziehen kann, ist bis 1989 die tatsächliche Bekanntheit eher fraglich. Das änderte sich jedenfalls während der 2. lettischen Unabhängigkeitsbewegung, als der Musiker und Komponist Mārtiņš Brauns 1988 „Saule, Pērkons, Daugava“ schuf, das bald in den Rang einer inoffizieller Nationalhymne aufstieg und bis heute populär blieb.


Saule, Pērkons, Daugava

Ich habe keine deutsche Übersetzung gefunden, zwar eine französische, die mir, da ich die Sprache nicht beherrsche, nicht wirklich half, aber auf einem Blog (der etwas verwaist wirkte, aber offenkundig über junge Menschen aus Nordeuropa handelte) sah ich in den Kommentaren immerhin endlich eine englische Übersetzung.

Die nun wiederum ins Deutsche zu übertragen, wäre eher albern; daher läuft es im folgenden weitgehend auf deren Inhaltsangabe hinaus (wobei andere englische Übersetzungen, die ich dann doch noch fand, teilweise recht abweichend übertragen, das Gedicht scheint ausgesprochen interpretationsoffen zu sein).

Es treten auf "Saule" (die Sonne), „Pērkons“ (der Donner) als alte lettische Naturgottheiten.  Der Fluß Daugava (Düna), der als eine Art lettischer Schicksalsfluß gilt, und „Latve“, die lettische Nation:

Saule setzte Latve dorthin, wo sich die Enden treffen, weißes Meer, grüne Erde, für Latve - der Schlüssel der Tore.
Für Latve - der Schlüssel der Tore, Daugava - der Wächter. Fremde Menschen stürmten die Tore. Ins Meer fiel der Schlüssel.
Blau leuchtender Donner nahm den Schlüssel von den Teufeln, Tod und Leben sind weggeschlossen. Weißes Meer, grüne Erde.
Saule setze Latve an das Ufer eines weißen Meeres, die Winde wirbelten Sand. Was sollen die lettischen Kinder trinken?
Saule bat Gott, die Daugava zu graben, Tiere gruben, Gott ergoß das Wasser des Lebens aus einer Wolke.
Das Wasser des Lebens, das Wasser des Todes strömten zusammen in der Daugava. Ich tauchte die Spitze eines Fingers hinein und fühlte beides in der Seele.
Das Wasser des Lebens, das Wasser des Todes, Wir fühlen beides in unserer Seele.
Saule ist unsere Mutter, Daugava lindert den Schmerz, Donner, der Töter des Teufels – er ist unser Vater.

Reichlich kryptisch und überraschend pagan. Eher eine Anrufung dieser längst versunkenen Götter, ein Heraufbeschwören der alten lettischen Mythen. Die Erwähltheit Lettlands macht es für fremde Mächte, Eindringlinge, „Dämonen“ begehrenswert. Das Land leidet an seiner Erwähltheit.

Offenkundig eine Anspielung auf die wechselhafte Geschichte des Landes, in der die herrschenden, aber auch (in unterschiedlichem Maße) kulturtragenden Schichten deutsch, schwedisch, polnisch und am Ende russisch sprachen, die Letten stellten vor allem die Landbevölkerung. Die nationale Selbstfindung begann spät im 19. Jahrhundert, es ist unklar, ab wann sich die Letten überhaupt als Nation empfanden. Die Unabhängigkeit im frühen 20. Jahrhundert endete bald in der Katrastophe, es war lange unklar, ob diese Nation bestehen bleiben würde.

Das ist nicht der Platz, um über lettische Geschichte zu räsonieren oder darüber zu spekulieren, wer mit den Dämonen denn nun wie gemeint sei. Noch mehr erstaunt, daß der Text vor den eigentlichen Katastrophen des 20. Jahrhunderts entstand, sie also gewissermaßen zu antizipieren scheint.

Wie auch immer, dies sollten nur ein paar Anmerkungen sein, damit man ggf. eine Ahnung erhält, was einen denn derart beeindruckt.


Martins Brauns - Saule Perkons Daugava

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Übrigens hatte ich  ja oben zum Artikel „Baltic religion“ in der Encyclopaedia Britannica verlinkt. So instruktiv der Artikel war, zwei Zitate kann ich nicht vorenthalten, bekanntlich gab es lange einen starken, auch kulturellen deutschen Einfluß auf die baltischen Gebiete, aber man darf das natürlich auch so sehen, nun ja:

„Historical documents, already partially compiled and published, could be expected to yield much more information. Their value, however, is made problematic by the fact that all such documents were written by foreigners, mainly Germans who, in the course of their centuries-long eastward expansion, subjugated the Baltic peoples and exterminated some of them.“

„Old religious beliefs have persisted because the Germans, after conquering the Baltic lands in the 13th and 14th centuries, made practically no attempt at Christianization and contented themselves with only economic gains.“

Freitag, 17. Juni 2016

Thomas Jastram in Dresden

Thomas Jastram, "Unterwegs"

Herr Roloff ist heute (so denke ich), auf einer Ausstellungseröffnung aufgetreten - die Galerie Himmel in Dresden präsentiert Bronzeplastiken von Thomas Jastram. Er (Herr R.) beschloß nach einigen Momenten der Überraschung, die Einladung anzunehmen, aber von dem zu sprechen, worüber er einige Jahre ernsthafter nachgedacht hat. Ein Theologe, der sein Metier ernst nimmt. Das dürfte bei solchen Gelegenheiten sehr selten geworden sein (und manche sogar verstört haben).

Jetzt liegt mir zwar vieles auf der Zunge, was die Kunst der Moderne angeht, aber ich spiele hier gerade keine Rolle. Nur soviel, wenn ich jetzt sagen würde, er dürfte sich des Wohlgefallens von Vorgängern wie Georg Kolbe oder Wilhelm Lehmbruck ziemlich sicher sein, mag das zunächst albern erscheinen. Aber warum eigentlich?

Wenn jemand aus einer kenntnisreichen Dazugehörigkeit (die mitunter geradezu ein jahrhundertegesättiges Wissen nahelegt) Neues erschafft, bedeutet das einmal, er hat erfahren und gelernt, und zum anderen, er will diese, wir nennen es hilfsweise „Substanz europäischer Kunst“ bewahren, erneuern, hinüberretten. Wo immer dieser Ort sein mag.

Thomas Jastram, "Eurydike" 

Ausstellungseröffnung Thomas Jastram am 17. Juni 2016 in Dresden

Anrede,

der Wunsch des Künstlers, diese Ausstellung mit einer kleinen Rede von mir eröffnen zu lassen, hat mich überrascht. Niemals würde ich mich als Kunstkenner bezeichnen. Öffentlich reden sollten Menschen nur von Dingen, die ihnen zumindest vertraut sind. Eine Weisheit die gegenwärtig, jedenfalls nach meinem Eindruck, nicht mehr überall die hinreichende Beobachtung erfährt.

Darum will ich heute über die Stellung des Kunstwerks in unserer Welt reden und das aus einer vor allem theologischen Sicht. Sie werden also etwas zu hören bekommen, was bei Ausstellungseröffnungen vielleicht eher ungewöhnlich ist. Wer bereits an dieser Stelle innerlich das Interesse verliert, dem will ich zum Trost versichern, es dauert höchstens eine Viertelstunde!

Caroline Schlegel schrieb 1801 an ihren Mann August Wilhelm:

„O mein Freund, wiederhole es Dir unaufhörlich, wie kurz das Leben ist, und das nichts so wahrhaftig existiert als ein Kunstwerk – Kritik geht unter, leibliche Geschlechter verlöschen, Systeme wechseln, aber wenn die Welt einmal aufbrennt wie ein Papierschnitzel, so werden die Kunstwerke die letzten lebendigen Funken seyn die in das Haus Gottes gehen – dann erst komt Finsterniß.“

Hier sind alle Stichworte genannt, an denen entlang ich mit Ihnen heute über Kunst nachdenken will. Es ist auf die Kürze des Lebens verwiesen worden, es steht die Möglichkeit zu einer wahrhaftigen Existenz im Raum, und es wird das Haus Gottes ersehnt. In diesem Dreieck steht die Kunst.

Ursprünglich, das wird hier ganz klar, verlangte der Mensch nach Dauer. Wenn er das Dauerhafte nicht selbst hervorzubringen vermochte, dann wollte er sich in allen Zeiten wenigstens dort anschließen, wo er größere Dauer vermutete, als er sie selbst in seinem bescheidenen Leben erwarten konnte. Die Monarchie, die Familie und die Religion gaben genau davon den zutreffenden Begriff. Die Monarchie für das staatliche und öffentliche Leben, die Familie für die private Existenz und die Religion für die verbindende Sinnstiftung unter beiden.

Merkwürdiger Weise ist genau das in den vergangenen einhundert Jahren fast vollständig anders geworden. Obgleich damit geradezu ungeheuerliche Zerstörungen verbunden waren, bilden sich Menschen ein oder lassen sich suggerieren, dass wir auf großartige Befreiungen zurückblicken.
Der Mensch der Gegenwart will nun einfach nur noch die Zeitspanne exzessiv auskosten, die ihm gegeben ist, und er bemerkt gar nicht mehr, dass gerade dieses mit Leben oder gar mit Dauer nichts zu tun hat. Es ist im Grunde eine Haltung der Resignation, die sich aber als Erfüllung von Selbstverwirklichung und Freiheit gebärdet. Aber vielleicht gehört das gar nicht hierher, denn noch sind wir um Kunst versammelt, die nach wahrer Dauer sucht.

Ich will damit beginnen, dass ich uns erinnere, wie sehr jede menschliche Hervorbringung an die ursprüngliche Schöpfung anschließt. Das Wesen des göttlichen Handelns liegt zunächst in der Erschaffung aller Dinge aus dem Nichts. „Gott ruft dem, was nicht ist, dass es sei“, so schreibt der Apostel Paulus. In unserem Zusammenhang ist aber die Stelle viel interessanter, an der uns erzählt wird, wie Gott dem aus Lehm geformten Menschen seinem Odem durch die Nase einbläst. In der Genesis heißt es wörtlich: „6 Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land. 7 Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, und blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.“

Das wird oft als die Erweckung zum Leben missverstanden. Dies aber ist auszuschließen, weil im Zusammenhang mit der Erschaffung der Tiere hiervon nicht die Rede ist, und die Tiere leben schließlich auch. Gott haucht dem Menschen seinen Odem ein, er gibt von sich. Er lässt den Menschen Anteil nehmen an seinem inneren Wesen. Darin liegt die eigentliche Bedeutung der Gottesebenbildlichkeit, und darin unterscheidet sich der Mensch von allen anderen Kreaturen.

Der Künstler nun erschafft alle seine Werke aus diesem Geist, oder er bleibt bloßer Handwerker. Im Grunde ist Kunst so etwas wie eine ganz außergewöhnliche Form, um auf Gottes Schöpfung zu antworten. Sie ist in ihrem tiefsten Sinne nur dem Gebet zu vergleichen. So wie sich nach meiner Überzeugung im Gebet, im Gewahrwerden der Schöpfung und ihres Schöpfers und im Drängen zur Antwort, die Sprache geschaffen hat, so ist der Künstler davon getrieben, Bleibendes hervorzubringen.

Die Schöpfung ist die Offenbarung Gottes, und die Kunst ist die Offenbarung der menschlichen Seele.

Nach christlicher Vorstellung äußert Gott sich in der Schöpfung, er gibt tatsächlich etwas von sich preis. So auch der Künstler. Er überlässt sich dem göttlichen Geist und bringt Werke hervor, die mehr sein sollen als er selbst sein kann. Kunstwerke sind Wesen, die mit uns und untereinander Zwiesprache halten können.

Schauen wir uns um. Das ist die Begabung der Galeristen, dass sie die Werke so anordnen, dass sie nicht nur mit dem Betrachter, sondern auch untereinander kommunizieren können. Es entsteht eine neue geistige Welt, die man daran erkennt, dass die Figuren sich mitteilen können.

Eine zweite Geschichte will ich uns ins Gedächtnis rufen. Sie wird uns ganz am Anfang des Johannesevangeliums erzählt. Nikodemus, ein Pharisäer, schleicht sich nachts zu Jesus, bekennt sich zu ihm mit den Worten: „Rabbi, wir wissen, dass du als Lehrer von Gott gekommen bist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“

Jesus geht darauf gar nicht weiter ein sondern sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Es sei denn daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist.“

Hat diese nächtliche Begegnung nicht ein wenig die Anmutung eines Gesprächs zwischen einem Meister irgendeiner Kunst und seinem Schüler? Der Schüler bewundert seinen Lehrer und ist dankbar. Irgendwann aber ist der Zeitpunkt erreicht, an dem der Meister nichts mehr lehren kann, an dem die eigene Kunst geboren werden muss. Sie wird aber nicht aus der handwerklichen Begabung heraus entstehen, sondern allein aus dem Geist, der uns erst eigentlich zu Menschen macht. Alle wirkliche Kunst bringt Geistwesen hervor. Was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Kunst ist Auflehnung gegen die Gottesferne.

Schauen Sie sich den Christophorus, die Eurydike, den Jakob und die Lydia genau an. Man kann an ihnen gewahr werden, dass alle Kunst die Einübung in jene geistige Welt ist, die auch noch dann Bestand haben wird, wenn diese Welt vergeht. In den Kunstwerken behauptet der Mensch sein Menschsein – Kunst ist Selbstbehauptung.

Ich sage gar nicht, Kunst streckt sich immer meinem Gott entgegen. Aber Kunst streckt sich immer einem Gott entgegen, sonst kann sie niemals Kunst werden, sonst bleibt sie Dekoration, Installation, Versuch oder bloßes Ornament, in jedem Falle platt – ganz in dieser Welt gefangen.

Wahre Kunst aber hat sich davon befreit und sie befreit. Fast möchte ich sagen, sie befreit sich irgendwann sogar vom Künstler, also von dem, der sie hervorgebracht hat. Was nun im Verhältnis des Menschen zu seinem Schöpfer als Sündenfall gilt, dass ist im Verhältnis des Kunstwerks zu seinem Künstler anders geartet, weil der Künstler aus Gottes Inspiration heraus schafft, strebt das Kunstwerk nur zu seinem eigentlichen Ursprung in das Haus Gottes, wie Caroline Schlegel es genannt hat. Es wird in einem schon beinahe unchristlichen Sinne zu einer Opfergabe und der Künstler wird zum priesterlichen Mittler.

Kunst ist Vorbote und Verheißung einer schon ganz anderen Welt.

Vielleicht ist es genau dieser Gedanke, der in vielen Religionen auch in unserer christlichen Tradition immer wieder den Schrecken vor der Macht der Bildwerke hat wach und zuweilen militant werden lassen. Es war Moses Bruder Aaron, der mit dem Goldenen Kalb eines der frühesten Bildwerke schuf, von denen wir wissen.

Dabei bildet ja der Künstler am Ende gar nichts ab. Kunst ist nicht Abbildung, um zu erkennen. Kunst zeigt uns, wie wir uns an Dinge und Menschen erinnern sollen. Im Begriff und im Vorgang der Erinnerung verbirgt sich schließlich eine zutiefst vergeistigte Schau auf Mensch und Welt. Unsere Erinnerung offenbart ein verstörendes Vertrauen auf jenes geistige Dasein, dem wir in viel stärkerem Maße angehören als dem leiblichen, weil die geistige Welt eine ewige Welt ist. Die Erinnerung in diesem Sinne ist bereits ganz eine geistige Welt und darin bereits Verheißung der ewigen Welt.

Für die Kunst drückt sich die Bedeutung dieses Gedankens vielleicht schon in der Tatsache aus, dass ihre strengste Richterin schlicht das Vergessen ist. Wahre Kunst erschafft Erinnerung und bewahrt sich darin selbst …

„… bis die Welt einmal aufbrennt wie ein Papierschnitzel, so werden die Kunstwerke die letzten lebendigen Funken seyn die in das Haus Gottes gehen – dann erst komt Finsterniß.“
Thomas Roloff

Sonntag, 12. Juni 2016

Sonntag &


Es war ein Versuch. Genauer, waren es mehrere. U.a. auf die Butter über dem Lachs Petersilie zu streuen, bevor es, in Folie verpackt, im Ofen verschwand. Die Variante mit dem Dill war erneut eßbar, von der anderen rate ich ab. Es gibt mitunter gute Gründe für Gewohnheiten. In den Teigtaschen befand sich ebenfalls Lachs, mit irgendeinem Kräuterfrischkäse beschmiert. Das war nett, aber eigentlich unnötig.


Der Kartoffelbrei ist eine neuere Errungenschaft (in dieser Form), Brokkoli mit brauner Butter gab es vorher schon, wie gesagt, ein Versuch. Und Frau W. hat sich auch Mühe gegeben davon zu essen. Doch bestand die bald eher darin, das Ganze auf dem Teller hin und her zu schieben, um dann feststellen zu können: Das ist alles ganz kalt!




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Ich will meinen Besuchern kurz erklären, warum diese Rubrik sozusagen stottert, wo sie doch nach meiner Erinnerung über Jahre höchstzuverlässig daherkam, mit gelegentlichen "Verzögerungen". Und ich zögere jetzt wirklich, nun gut.

Frau W. schwächelt, sehr. Sie ist aber derzeit zu Hause, und gestern verlangte sie zu ihrem Kartoffelbrei Rührei, immerhin, das sind Fortschritte. Wir befinden uns in sehr nebliger See, mitunter sieht man vermeintlich festes Land, und dann ist es doch nur eine weitere Illusion. Aber das Schiff segelt noch in bewährt erfahrener Hoffnung.

nachgetragen am 17. Juni