Freitag, 4. September 2009

Über Mecklenburgische Königinnen



Es gibt zwar keine mecklenburgischen Könige (das ist wie fast alles nur beschränkt richtig, die schwedischen Könige nennen sich, glaube ich, immer noch auch Könige der „Wenden“ und damit ist Mecklenburg gemeint), da beide Landesteile (Mecklenburg wurde zuletzt 1701 geteilt in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, sie blieben aber durch gemeinsame Institutionen, etwa einen gemeinsamen Landtag, verbunden) nie über den Status eines Großherzogtums hinausgekommen sind, wohl aber mecklenburgische Königinnen, was sie naturgemäß dann auswärts wurden.

Heute traktieren wir also ein wenig mecklenburgische Geschichte, wirklich nur ein wenig, da ein unangekündigter Besuch abends alle meine Pläne über den Haufen geworfen hat, ich weiß, das wird alle langweilen, so sei es.

Das kleine Mecklenburg-Strelitz, zu dem der Ort, an dem ich gegenwärtig lebe, einmal gehörte, hat, wenn ich keine übersehen habe, 3 Königinnen hervorgebracht, Königin Luise von Preußen, ihre Schwester Friederike, Königin von Hannover und Königin Sophie Charlotte von Großbritannien. Wie man an den Links erkennen kann, ist mir dazu gelegentlich etwas eingefallen.

Neugierig geworden, habe ich begonnen, darauf zu achten, welche Königinnen denn das restliche Mecklenburg vorzuweisen hat und wurde heute gleich zweimal fündig:

1557 wurde Sophie, Herzogin zu Mecklenburg geboren, sie heiratete mit 14 Jahren den 23 Jahre älteren König Friedrich II. von Dänemark und wurde wohl trotzdem glücklich, nach dessen Tod verlor sie den anschließenden Machtkampf und wurde nach Nykøbing auf die Insel Falster verbannt. Sie nutzte diesen Umstand und verlegte ihren Ehrgeiz auf’s Wirtschaftliche, wurde sehr reich und lieh aller Welt Geld, auch ihrem eigenen Sohn.

Und heute (offiziell 2 Tage später, am 6. September 1948) wurde Juliana Louise Emma Marie Wilhelmina, Prinzessin von Oranien-Nassau, Herzogin zu Mecklenburg zur Königin Juliana der Niederlande, offen gestanden, wußte ich bisher nicht, daß ihr Vater aus dem mecklenburgischen Herzogshaus stammte.

Vor wenigen Tagen stolperte ich bereits über Louise, Herzogin zu Mecklenburg; geboren am 28. August 1667, heiratete sie 1695 den Kronprinzen Friedrich von Dänemark und wurde somit 1699 Königin von Dänemark. Das sie dessen Temperament nicht gewachsen war, lebte sie aber recht zurückgezogen.

Wie man aus der Kinderzeichnung schließen kann, ist diese Neigung zum Monarchischen wohl der ins Marottenhafte abgesunkene Rest eines kindlichen Interesses. So scheint uns manchmal das Leben, unsere Erwartungen bleiben ungestillt, und was sie ausgelöst hat, versteinert zu einem Artefakt und Dekor, und was einst Bedeutung versprach, gerät in Vergessenheit und löst sich auf, nahezu ohne noch eine Spur.

Kommentare:

Pilgrim hat gesagt…

Oh yeah, Julianas Mother was Queen Wilhemina and she married Friedich von Mecklenburg so she was technically princess of Mecklenburg. Analogy; Empress Victoria (Mother of Wilhelm II:) remained Princess of GB, and so on...Propz Pilgrim..good to have a dad, who has a magister in history :-)

MartininBroda hat gesagt…

I know it’s a lame excuse for a boring post, but my whole evening was getting lost because of an unexpected visitor, an old acquaintance of my mother, usually I refuse to give company to her visitors, in this case, I couldn’t, sorry.

MartininBroda hat gesagt…

About Mecklenburgian queens
Translation - Part 1

There were no Mecklenburgian kings (like nearly everything this is only limited true, the Swedish kings call themselves, I guess until today, also kings of the “Wenden“ which means Mecklenburg), since both parts of the country (Mecklenburg was at last divided in 1701 into Mecklenburg Schwerin and Mecklenburg Strelitz, they remained connected by common institutions, so a common state parliament - http://en.wikipedia.org/wiki/Mecklenburg) never came beyond the status of a Grand Duchy, but there were Mecklenburgian queens, obviously because they became queens outwards.

Today we treat thus a little bit Mecklenburgian history, really just a little, since a not announced visit threw in the evening all my plans over the heap (a German saying), I know it will bore all, be it so.

The small state of Mecklenburg Strelitz, to which the place, where I live at present, once belonged, has, if I hadn’t ignored someone, to show 3 queens - Queen Luise of Prussia (http://en.wikipedia.org/wiki/Louise_of_Mecklenburg-Strelitz), her sister Friederike, Queen of Hanover (http://en.wikipedia.org/wiki/Frederica_of_Mecklenburg-Strelitz) and Queen Sophie Charlotte of Great Britain (http://en.wikipedia.org/wiki/Charlotte_of_Mecklenburg-Strelitz). As you can see sometimes I had to say something about them in the past.

MartininBroda hat gesagt…

Part 2

Getting curious I began to pay attention to the fact which queens came from the other parts of Mecklenburg and today I found two:

In the year 1557 Sophie, Duchess of Mecklenburg was born, she married with 14 years the 23 years older king Friedrich II of Denmark and was probably nevertheless happy with him, after his death she lost the following struggle of power and were banished to Nykøbing on the island Falster. She makes the best from this circumstances and moved her ambitions toward business, she managed her estates in Lolland-Falster so well (including large-scale trade and money-lending) that she became very rich, even her son, the king had to borrow money from her (http://en.wikipedia.org/wiki/Sophie_of_Mecklenburg-G%C3%BCstrow).

And today (officially 2 days later, on September 6th 1948) Juliana Luise Emma Marie Wilhelmina van Oranje-Nassau, Duchess of Mecklenburg became Queen Juliana of the Netherlands, honestly I did not know her father originated from the Duke house of Mecklenburg. (http://en.wikipedia.org/wiki/Juliana_of_the_Netherlands).

Few days ago I already stumbled over Louise, Duchess of Mecklenburg, born on August 28th 1667; she married in 1695 the Crown Prince Frederic of Denmark and became thus 1699 Queen of Denmark. She was not equal to his temper and lived therefore withdrawn or in other words: “Queen Louise suffered because of her husband's infidelity, which caused embarrassing scenes at the Court.” (http://en.wikipedia.org/wiki/Louise_of_Mecklenburg-G%C3%BCstrow).

As one can conclude from the children's drawings, this inclination toward Monarchy is probably the remainder of a child interest dropping into figary. But our life appears so sometimes, our expectations remain unfulfilled, and what caused it petrifies to an artefact and a decoration, and which once promised meaning, comes into oblivion and dissolves, almost without still another trace.

Mr. Urs hat gesagt…

Einen weiteren Beweis, dass wir Schweizer es mit blaublütigen nicht so können habe ich heute aus NZZ am Sonntag erfahren. 1980 hat ein Bundesrat in der 1.Mai-Ansprache kurz vor dem offiziellen Besuch von Elisabeth II. in der Schweiz ihre Unterwäsche zum Thema gemacht. Die Presse hat darauf das Schlimmste erwartet, die Königin hingegen liess sich nichts anmerken und hat sich damit begnügt, die Schweiz über den grünen Klee zu loben.

MartininBroda hat gesagt…

Das war eigentlich immer deren Maxime, Mißliebiges nicht einmal zu ignorieren, das ist erst mit Diana ins Rutschen gekommen.
Ist das jetzt der letzte Abend an Land oder darfst du auch vom Schiff aus bloggen (wie immer das gehen soll)?

Mr. Urs hat gesagt…

Ja, es hat Internet auf dem Schiff (über Satellit), sie geben uns Gästen in der Regel aber kein Passwort für den Zugang.