Sonntag, 31. März 2024

Auferstehung

© Klaus Lorenz


„Sintemal die Juden Zeichen fordern und die Griechen nach Weisheit fragen, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.“

1. Kor 1, 22 f.

„Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich... Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen, sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden.“

1 Kor 15, 14, 19-22

Der gekreuzigte und auferstandene Messias, das ist der Kern des Christentums, wie ihn der Apostel Paulus, selbst von Geburt Jude, deutlich beschreibt. Zieht man die Auferstehung vom Neuen Testament ab, so bleibt bloßes Judentum übrig. 

So kann man denn auch denen, die hier meinen, Entmythologisieren oder was immer zu müssen, nur zurufen: Konvertiert, so man euch denn überhaupt haben will. Zumal man die Auferstehung nicht mehr mißverstehen könnte, als in ihr einen Mythos zu sehen. Der Mythos hat seine Wahrheit, er kann uns Tiefenschichten der Wirklichkeit erschließen.

Hier aber geschieht anderes. Und zwar mit solch elementarer Wucht, daß ein Christenverfolger Saulus „umgedreht“ und zu Paulus wird, die enttäuschte und verängstigte Jüngerschar schlagartig verwandelt erscheint und ziemlich vollständig irgendwann ins Martyrium gegangen sein dürfte. Das wäre ein bißchen viel kollektive Selbstsuggestion. Vor allem läßt es alle bisherigen Erwartungs- und Glaubenskategorien hinter sich. 

Jesus Christus ist als Erster der Menschheit bei Gott, durch ihn ist die Menschheit in Gott aufgenommen.

Benedikt XVI. schrieb dazu (Jesus von Nazareth, Bd. II) „Sie [die Auferstehung Christi] ist ein Ereignis in der Geschichte, das doch den Raum der Geschichte sprengt und über sie hinausreicht.“ Gewissermaßen ein Mutationssprung im Sein. „Ja, die Materie selbst wird in eine neue Wirklichkeitsweise umgebrochen. Der Mensch Jesu gehört nun gerade auch mit seinem Leib ganz und gar der Sphäre des Göttlichen und Ewigen zu.“ 

Und Tertullian zitierend: „Geist und Blut“ hätten von nun an einen Ort in Gott. „Auch wenn der Mensch von seinem Wesen her zur Unsterblichkeit geschaffen ist, so ist erst jetzt der Ort da, in dem seine unsterbliche Seele den ‚Raum‘, die ‚Leiblichkeit‘ findet, in der Unsterblichkeit Sinn erhält als Mitsein mit Gott und der ganzen versöhnten Menschheit.“

Und ich erlaube mir hinzuzufügen, auch mit der erlösten Schöpfung. Es ist sozusagen die Wiedergewinnung des Paradieses nach einigen bedauerlichen und störenden zwischenzeitlichen Ereignissen - eine Art von Happy End.


Eine besinnliche und angenehme österliche Freudenzeit.


nachgetragen am 3. April

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