Samstag, 24. Februar 2018

Nacht - Töne


Walther von der Vogelweide

Palästinalied

Nû alrêrst lebe ich mir werde,
sît mîn sündic ouge sihet
daz hêre lant und ouch die erde,
der man vil der êren gihet.
Nû ist geschehen, des ich ie bat:
ich bin komen an die stat,
dâ got mennischlîchen trat.

Schœniu lant rîch unde hêre,
swaz ich der noch hân gesehen,
sô bist dûz ir aller êre.
Waz ist wunders hie geschehen!
Daz ein maget ein kint gebar,
hêre über aller engel schar,
was daz niht ein wunder gar?

Hie liez er sich reine toufen,
daz der mensche reine sî.
Dô liez er sich hie verkoufen,
daz wir eigen wurden frî.
Anders wæren wir verlorn.
Wol dir, sper, kriuze unde dorn!
Wê dir, heiden, daz ist dir zorn!

Dô er sich wolte übr uns erbarmen,
hie leit er den grimmen tôt,
er vil rîche durch uns armen,
daz wir kœmen ûz der nôt.
Daz in dô des niht verdrôz,
dast ein wunder alze grôz,
aller wunder übergenôz.

Hinnen fuor der sun zer helle
von dem grabe, dâ er inne lac.
Des was ie der vater geselle,
und der geist, den nieman mac
sunder scheiden: êst al ein,
sleht und ebener danne ein zein,
als er Abrahâme erschein.

Dô er den tievel dô geschande,
daz nie keiser baz gestreit,
dô fuor er her wider ze lande.
Dô huob sich der juden leit,
daz er herre ir huote brach,
und daz man in sît lebendic sach,
den ir hant sluoc unde stach.

Dar nâch was er in dem lande
vierzic tage: dô fuor er dar,
dannen in sîn vater sande.
Sînen geist, der uns bewar,
den sante er hin wider zehant.
Heilic ist daz selbe lant:
sîn name, der ist vor gote erkant.

In diz lant hât er gesprochen
einen angeslîchen tac,
dâ diu witwe wirt gerochen
und der weise klagen mac
und der arme den gewalt,
der dâ wirt an ime gestalt.
Wol ime dort, der hie vergalt!

Das Ding will gerade nicht aus den Ohren. Entweder ist diese Textvariante richtig oder eine andere, hier gibt es eine Übersetzung ins gegenwärtige Deutsch davon und und hier und dort sogar eine ins Englische. Und wenn das alles zu lesen ist, kann ich hoffentlich weiterschlafen.

Walther von der Vogelweide

Freitag, 23. Februar 2018

Gedenken an SKH Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg


Gedenkstunde

Das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz, Kulturgut Mecklenburg-Strelitz e.V. und das Großherzogliche Haus Mecklenburg laden zu einer öffentlichen Gedenkstunde zum 100. Todestag Großherzogs Adolf Friedrichs VI. von Mecklenburg ein -

am Sonnabend, 24. Februar 2018, 15.00 Uhr

Daniel-Sanders-Saal im Kulturquartier in Neustrelitz.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Freitag, 10. November 2017

Beiläufig


Jordan B. Peterson at Resurrection of Logos in Toronto, March 2017

Sonntag, 5. November 2017

Nachtrag I - Stefan Zweig - Graues Land / Clouds in the reddish gloaming

Johan Christian Dahl  (1788–1857),
Wolken und Landschaft bei Mondschein, hier gefunden

Stefan Zweig

Graues Land

Wolken in dämmernder Röte
droh'n über dem einsamen Feld.
Wie ein Mann mit trauriger Flöte
geht der Herbst durch die Welt.

Du kannst seine Nähe nicht fassen,
nicht lauschen der Melodie.
Und doch: in dem fahlen Verblassen
der Felder fühlst du sie.


Grey Country

Clouds in the reddish gloaming
threaten the lonesome dale.
Like a man with a sad flute is roaming
autumn all over the pale.

You cannot lay hold of this passing
nor hear his sorrowful sound.
And yet you can feel it caressing
the fading, gloomy ground.

Translation/ Übersetzung
by / von Walter A. Aue

Carl Ludwig Christoph Douzette (1834 - 1924),
Mondschein über Barther Werft, hier gefunden

nachgetragen nachts 13. 1. '18

Samstag, 4. November 2017

Clean up your room 1st – Über Jordan Bernt Peterson, die richtige Art, ihn zu lieben, und wie man das alles überleben könnte, vielleicht



Gott, der Herr, sah eines schönen Morgens auf die Welt, und war wieder nicht sehr erfreut über den Anblick. Da kam Prof. Jordan Bernt Peterson aus Toronto, Canada des Wegs und sagte mit seiner etwas zu hohen Stimme, wie meist, wenn er so bewegt ist, daß er fast die Herrschaft über sich selbst verliert (ein Eindruck, der sehr täuscht), besorgt, tröstend und fordernd zugleich:  Bewußtheit ist der Start für Verbesserung.

Anschließend erzählte er Gott dem Herrn Geschichten aus Ägypten, Sumer und...; von der Hierarchie in allem Lebendigen, daß nur Menschen ein Bewußtsein von Gut und Böse hätten, es würde ihre Existenz aber nicht einfacher machen, es gäbe z.B. keine bösen Löwen, sie würden schlicht das ausleben, was in ihrer Natur liege; von der Schlange, und wie tief sie im sogar vormenschlichen Bewußtsein angelegt sei, und und...; damit er sich Seiner selbst ein wenig mehr erinnere, wie Er, Seine Vorgänger, wie auch immer, Problem dieser Art angegangen wären. Und er solle aufhören, nur so müde vor sich hinzuträumen, schließlich ginge gerade die Welt darüber zugrunde. Möglicherweise war Ihm danach etwas schwindelig. Das verbindet uns, irgendwie, den Herrgott und mich. Aber ich will nicht unhöflich aussehen.

Wissenschaft ist ein Machtspiel, Realität ist ein Machtspiel, Vernunft ist ein Machtspiel. Erfolg ist Diebstahl. Differenz ist Unterdrückung. Immer. Es existiert keine Realität. Es gibt keine Wahrheit, nur Machtverhältnisse. Etwas wie eine menschliche Natur, existiert nicht. Logik ist eine Erfindung von Männern, um Frauen zu demütigen. Gut, letzteres ist von mir. Sehr arg zusammengezogen. Im Original:  "The post-modern neo-Marxists are not known for their coherence."

Verwirrt? Willkommen im Club. Ein sehr liberaler Professor war jüngst das Opfer von sozusagen Linken-Kannibalismus im beschaulichen Staat von Washington, nun das gehört zu ihrer gestörten Natur, und er antwortete: "To quest an allegation of racism is racism." „The illogic of those arguments doesn't matter because logic isn't a thing, it's a tool of oppression.“

(Joe Rogan Experience #970 - Bret Weinstein, 1,046,857 views, Streamed live on Jun 2, 2017, Bret Weinstein is a biology professor at Evergreen State College in Olympia, WA)

Ich habe mir das alles also nicht ausgedacht, nur herausgedacht. Prof. Peterson aus Toronto steht so sehr im Zentrum des Spiels wahrlich mächtiger Spieler und vor allem allen im Weg, daß man sich sofort fragt, warum er?

Etwas beginnt im Herbst letzten Jahres. Die durchgedrehte pc-fromme Meinungsherschaft in Kanada denkt sich ein Gesetz aus, das mindestens Staatsdienern auferlegt, Menschen so anzusprechen, wie sie sich stimmungsaktuell gerade wahrnehmen - als Einhorn, Cis-Gender, was auch immer (man sollte da nicht zu sehr einsteigen), anderenfalls mache man sich eines Haßverbrechens schuldig. Bevor jemand sagt das stimme so gar nicht: "The post-modern neo-Marxists are not known for their coherence." Nun für die Gutgesinnten bestimmt sich Wahrheit nach Nützlichkeit.

Peterson erkannte darin einen neuen Exzess des Totalitären. Er sagte Nein. Dieses unmoralische Gesetz ist gegen den LOGOS, das Herz von allem, aus dem wir im Westen leben. Ich folge dem nicht. Seit Ende September 2016 veröffentlichte er mehrere Videos (das erste findet man hier), in denen er seinen Widerstand erklärte. Er war sich des Risikos seines Handelns sehr bewußt, es hätte leicht seine Existenz als klinischem Psychologen zerstören können. Und es war nicht zu erwarten, daß das vielen auffallen würde. Eher, daß sein Widerspruch ihn "bürgerlich" vernichten würde. Bill C-16, so heißt das Gesetz, ist zwar mittlerweile in Kraft, aber Peterson wurde über Nacht berühmt und nicht vernichtet.

Es kam also anders, aber das konnte er nicht wissen. Und seitdem haben wir einen neuen Helden, einen, der das letzte Jahr sehr krank war, der eigentlich nicht politisch werden wollte und dem Erwachsene jetzt anhängen wie Kinder.

„Life is suffering,
Love is the desire to see unnecessary suffering ameliorated,
Truth is the handmaiden of love,
Dialogue is the pathway to truth,
Humility is recognition of personal insufficiency and the willingness to learn,
To learn is to die voluntarily and be born again, in great ways and small,
So speech must be untrammeled,
So that dialogue can take place,
So that we can all humbly learn,
So that truth can serve love,
So that suffering can be ameliorated,
So that we can all stumble forward to the Kingdom of God.“

Das alles kann man im obigen Video näher verfolgen. Und wenn der liebe Gott will, findet dies auch eine Fortsetzung, denn ich wüßte nicht, wann Er mir zum letzten Mal einen solchen Brocken vor die Füße geworfen hätte. Das Bild ist wahrlich komplett falsch, aber der Gutwillige bekommt eine Ahnung.


Dienstag, 24. Oktober 2017

nachträglich


Jacky Terrasson & Stéphane Belmondo - Mother