Mittwoch, 31. Dezember 2008

Silvesterwanderung







Nebenbei



Ein freundlicher Blogger, bei dem ich heute dieses Bild fand, fand auch noch die Zeit, kurz bevor er zu seiner Silvestervergnügung losstürzte, mir die Quelle anzugeben.

Dienstag, 30. Dezember 2008

Europas Seele

Das mag erstaunen, aber ich verstehe den Wunsch, Geschichte hinter sich lassen zu wollen. Sie ist beim besten Willen nicht immer interessant, unterhaltsam oder zu sentimentalen oder was immer für Neigungen Anlaß gebend. Genau dieser Wunsch befiel mich gerade sehr heftig, aber wollen wir unsere bescheidenen historischen Erörterungen gewissermaßen nach touristischen Maßstäben gestalten?

Als ich eben beim Kalenderblättern darauf stieß, daß das Friedensangebot der Mittelmächte vom 12. Dezember 1916 am heutigen Tage, also 92 Jahre rückgerechnet, zurückgewiesen wurde, stiegen vor meinem inneren Auge all diese Gespenster auf, ihre Hybris, ihre prunkende Hohlheit, das Grauen, das sie auslösten, auf allen Seiten, vor allem mit dem Ziel, den Gegner, soweit als irgend möglich, nicht nur physisch, sondern auch moralisch vernichten zu wollen, gut das letztere war mehr eine französisch-englische Spezialität.

Die Seele Europas ist von diesem 1. Weltkrieg her vergiftet worden, was im 2. materiell geschah, ist im ersten innerlich angelegt worden, und in den tieferen Schichten wirkt es immer noch fort.

Der darauf folgende Friedensvertrag hatte nicht nur das vorgenannte zum Ziel, er gab sich auch alle Mühe, die Bedingungen dafür zu schaffen, daß das Werk auch vollendet würde.

Großbritannien verlor über dieser Heldentat irgendwann sein Empire, Frankreich seine Bedeutung,… ein ganzer Kontinent ist in der Folge sozusagen geschrumpft. Sie handelten wie Kinder, die sich lieber gegenseitig ihre Spielsachen kaputt machten als dem anderen etwas zu gönnen, nur daß diese Spielsachen Dinge von tieferem Wert waren.

Ich will das obengenannte Friedensangebot dennoch auszugsweise (der genaue Wortlaut findet sich hier, der Artikel ist allerdings bezeichnend zeitgeist- und milieutypisch) zitieren:

„Der furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald zwei und einem halben Jahr in einem großen Teil der Welt. Diese Katastrophe, die das Band einer gemeinsamen tausendjährigen Zivilisation nicht hat aufhalten können, trifft die Menschheit in ihren wertvollsten Errungenschaften. Sie droht, den geistigen und materiellen Fortschritt, der den Stolz Europas zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bildete, in Trümmer zu legen.

Deutschland und seine Verbündeten ... haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen... Die letzten Ereignisse beweisen, daß auch eine weitere Fortdauer des Krieges ihre Widerstandskraft nicht zu brechen vermag... Stets haben sie an der Überzeugung festgehalten, daß ihre eigenen Rechte und begründeten Ansprüche in keinem Widerspruch zu den Rechten der anderen Nationen stehen. Sie gehen nicht darauf aus, ihre Gegner zu zerschmettern oder zu vernichten.... von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Greueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten.

Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden, und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden nach ihrer Überzeugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn trotz dieses Anerbietens zu Frieden und Versöhnung der Kampf fortdauern sollte, so sind die vier verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis zum siegreichen Ende zu führen. Sie lehnen aber feierlich jede Verantwortung dafür vor der Menschheit und der Geschichte ab."

Es gab kein siegreiches Ende, für keinen.

Montag, 29. Dezember 2008

Über dies und das

Es muß eine Art olfaktorisches Unbewußtes geben. Kaum erwirbt man ungewohnterweise ein paar an Weihrauch erinnernde Duftöle und schläft bei deren Ausprobieren im Arbeitszimmer ungeplant ein - wovon hat man geträumt, nachdem man sich aufgewacht in aufgeräumtester Stimmung wiederfindet – von geglückten Dämonenaustreibungen.

Einer merkwürdigen Laune folgend habe ich heute mein Mittag in einem Lokal eingenommen, bei dem die mir bekannte Inhaberin zwar reizend, deren Publikum aber zum großen Teil anstrengend ist. Prompt mußte ich das Schwadronieren eines gestrandeten frühverrenteten 68ers ertragen, der seine vergangenen Heldentaten aufzählte und sich bitter beklagte, daß das alles wieder zerstört würde, wenn es denn so wäre, sollten wir wirklich auf so etwas wie historische Gerechtigkeit hoffen.

Rilke starb am 29. Dezember 1926. Wir überleben im Schutz der Sprache, hoffe ich, und darum kann ich nicht umhin, widerstrebenderweise nochmals die Bemühungen eines anderen zu mißbrauchen, nachfolgend zwei Übersetzungen von Prof. Aue, viel mehr als nur die entsprechenden Übersetzungen findet sich hier und hier.

Rainer Maria Rilke

Sonett an Orpheus,
Zweiter Teil, XIII

Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter
dir, wie der Winter, der eben geht.
Denn unter Wintern ist einer so endlos Winter,
dass, überwinternd, dein Herz überhaupt übersteht.

Sei immer tot in Eurydike -, singender steige,
preisender steige zurück in den reinen Bezug.
Hier, unter Schwindenden, sei, im Reiche der Neige,
sei ein klingendes Glas, das sich im Klang schon zerschlug.

Sei - und wisse zugleich des Nicht-Seins Bedingung,
den unendlichen Grund deiner innigen Schwingung,
dass du sie völlig vollziehst dieses einzige Mal.

Zu dem gebrauchten sowohl, wie zum dumpfen und stummen
Vorrat der vollen Natur, den unsäglichen Summen,
zähle dich jubelnd hinzu und vernichte die Zahl.

Sonnet to Orpheus,
Second Part, XIII

Be ahead of all leaving, as if you already
had left, much like the winter now leaving for sure.
For, among winters, there's one so winterly steady
that, having braved it, your heart will forever endure.

Be always dead in Eurydice - full of elation,
fuller of singing return to pure reference ground.
Here, midst the fading, be, in the world of cessation,
be the chalice of song that cracks in the sound.

Be, and concurrently know the terms of non-being,
know the basis supreme of your innermost seeing:
that you realize it fully, if only this time.

To the used-up, and to numbers that, torpid and dumb,
Nature still holds in reserve - to that infinite sum
add in rapture yourself and extinguish the prime.


Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

I'm living my life in spiraling gyres

I'm living my life in spiraling gyres
that move o'er the choirs nearby.
I may never reach the top of the spires,
but still my resolve is to try.

I circle round God, the ancient expanse -
for thousands of years, pray to tell -
and still I don't know: what shall I be thence?
A falcon? A storm? A chorale?

Übersetzung / Translation
von / by Walter A. Aue

Über das Beerdigen von Links oder die Verabschiedung des "thehunkygardenerblog"



Dieses Blog – Abenteuer währt nun wenig über ein Jahr. Ich weiß eigentlich noch, daß es mehr aus Zufallsumständen heraus entstanden ist. Nach dem Eindruck, den ich von mir selbst her gewinne, ist es eine Mischung aus Eitelkeit, Selbstvergewisserung und dem Bemühen, die Grenzen der beschränkten Existenz etwas zu entschränken (bei manchen mag es bis dahin gehen, der Selbstverzweiflung entgehen zu wollen), nun ja, tatsächlich bringt es die merkwürdigsten Erfahrungen mit sich, nicht immer so extreme wie mit „Nicky Cooper“. Immerhin behalte ich „cooperscorridor“ in ehrendem Gedenken, abgesehen davon, daß er bei mir ein Faible für Gartenblogs hervorbrachte, was immer sich daraus ergeben mochte.

Es gibt ein paar Dinge, die in der Tat zu einem Lebensbestandteil geworden sind, über die möchte ich heute nicht reden (das sind die, bei denen man z. B. etwa auch materiell etwas in Händen resp. der andere hält), und es gibt anderes, über das dennoch etwas gesagt werden muß.

Unter meinen Links gab es diesen, der sich der freundliche Gartenratgeber des "Hunky Gardener" nannte, dahinter stand „thehunkygardenerblog.blogspot.com”. Ich gebe zu, allein der Name veranlaßte meine Augenbrauen sich hochzuziehen, dabei handelte es sich neben einigen Skurrilitäten um einen recht fundierten Gartenblog und nachdem ein eher launiger Kommentar von mir sehr ernsthaft (und auch noch hilfreich) beantwortet wurde, tat ich Abbitte.

Auffällig war, daß, nachdem der bewußte Autor über einige Zeit an den verschiedensten Stellen geradezu exzessiv aufgetreten war, seit Monaten Schweigen herrschte, wie ich gerade feststellte, ist sein Blog nun privat geworden (ich erinnere mich noch mit Rührung, wie ich der vorübergehenden Ehre teilhaftig wurde, zum Lesen des privaten Nachfolgeblogs von „cooperscorridor“ eingeladen zu werden). Er wird seine Gründe dafür haben und es verlohnt nicht, dem hinterherzuspekulieren, aber da er die entsprechende E-Mail–Adresse gleich mit beerdigt hat, kam meine Verabschiedungs-Mail postwendend zurück, und das ist auch der eigentliche Grund für diesen Post.

Ich dachte bei mir, um dieses dennoch innerlich abzuschließen, bringe deren Text doch einfach hier an. Der geneigte Leser wird also gleich Zeuge von sehr schlechtem Englisch, also besser hier abbrechen, ach so, damit das Ganze nicht nur finster endet, habe ich mir erlaubt, eingangs und ausgangs noch einmal ein Bild von Prof. Aue zu mißbrauchen, das er mir freundlicherweise zugesandt hat (ich hoffe, er verzeiht mir erneut). Und nun …

„Dear Jason T.,

Since your blog is/was in my blogroll it is a habit from time to time to drop by there. I was a little worried over the last time, so I wrote you this mail: it’s not unhonourable not to blog...
Your blog is private now. I don’t know what the reason is. I hope my mails and comments weren’t too much annoying. I wish you a great New Year. Goodbye.

God bless you

Martin“


Sonntag, 28. Dezember 2008

Samstag, 27. Dezember 2008

Freitag, 26. Dezember 2008

Nachträge

Ich wurde heute gefragt, ob ich denn auch an die Geburt Friedrichs II. erinnert hätte, an "daz chint von Pülle", so genannt, obwohl am 26. Dezember 1194 zu Jesi, also etwas nördlicher geboren. Glücklicherweise habe ich das aus anderem Grund kürzlich getan.

Aber etwas anderes, was gestern nicht so recht passen mochte, wäre tatsächlich nachzutragen, einer meiner Lieblingsdichter aus der verrufenen (Literatur-)Epoche des Barock, Christian Hofmann von Hofmannswaldau wurde am 25. Dezember 1616 in Breslau geboren. Nur das eine, wer diese Dichtung oberflächlich findet, mag sich den Hintergrund hinzudenken, vor dem sie geschrieben worden ist, den 30jährigen Krieg, eine der grausigsten Epochen deutscher Geschichte.


aus den poetischen "Grabschriften":

Mariae Magdalenae

Hie ruht das schöne Haupt / hie ruht die schöne Schoß /
Auß der die Liebligkeit mit reichen Strömen floß.
Nach dem diß zarte Weib verließ den Huren-Orden /
So sind die Engel selbst derselben Buler worden.

Eines Mohren

Kein Europaeer sol die schlechte Grabschrifft lesen /
Und lachen daß ich schwartz und nackend bin gewesen.
Ich trug das Mutterkleid / dich kleidet Bock und Kuh /
Du bist mehr Vieh als ich / ich war mehr Mensch als du.


Und damit wir nicht im scheinbar Frivolen ausgerechnet zu Weihnachten hängenzubleiben scheinen. Hier noch ein Verweis zur Weihnachtsbotschaft des Heiligen Vaters:

“ Gottes Sichbeugen hat einen unerhörten und vorher nicht zu ahnenden Realismus angenommen. Er beugt sich – er kommt, ganz er selbst, als Kind herunter bis in die Armseligkeit des Stalls hinein, die für alle Not und Verlassenheit der Menschen steht. Gott steigt wirklich herab. Er wird ein Kind und begibt sich in die völlige Abhängigkeit eines neugeborenen Menschenkindes. Der Schöpfer, der alles in Händen hält, von dem wir alle abhängen, macht sich klein und der menschlichen Liebe bedürftig.“

PAPST BENEDIKT XVI.
Mitternachtsmesse im Petersdom am 25. Dezember 2008

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Romanorum imperator augustus oder über Geschichte



Darstellung Ottos III. aus dem Aachener Liuthar-Evangeliar,
um 1000 n. Chr., gefunden hier

Es ist vielleicht nicht ganz unauffällig geblieben, daß ich eine gewisse Anhänglichkeit vor allem an die etwas ältere Geschichte pflege.

Ich wollte heute eigentlich innehalten, aber es gab am 1. Weihnachtstag eindeutig zu viele Kaiserkrönungen von Rang, an die zu erinnern wäre:

Im Jahre 800 wurde Karl der Große von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt – zum „Carolus serenissimus Augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam dei rex Francorum atque Langobardorum“. Näheres mag man hier nachlesen.

Am 25. Dezember 967 wurde Otto II. von Papst Johannes XIII. in Rom zum Mitkaiser seines Vaters gekrönt.

Und schließlich krönten die Erzbischöfe Willigis von Mainz und Johannes von Ravenna im Jahre 983 Otto III. in Aachen zum König. Man wußte zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß sein Vater da bereits in Rom verstorben war, ein dreijähriger Junge wurde also römisch-deutscher König.

Diese Abfolge beschreibt mehr als einen Zufall von Jahreszahlen. Mit Karl dem Großen beginnt eine Neu- und Wiederbegründung des abendländischen Geistes, abendländischer Kultur, abendländischen Geltungsanspruchs. Mit Otto III. zerbricht ein Teil davon, der Traum von der „Renovatio imperii Romanorum“.

Dieses Ineinander von großem Anspruch und oft noch größerem Scheitern wird für das nächste Jahrtausend zu einem Wesenszug unserer Geschichte werden.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Christus natus est

1. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.
2. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.
3. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
4. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,
5. auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.
6. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte.
7. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
11. denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14. Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
15. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.
19. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.

Lukas 2, 1 - 21

Dienstag, 23. Dezember 2008

Varia



Gelegentlich wird man zum Gefangenen seiner eigenen Erfindungen, nun vielleicht nicht Erfindungen, eher selbstgewählten Verpflichtungen, das bedeutet, ich muß heute an Konrad I. und an Martin Opitz erinnern.

Das ist aus verschiedenen Gründen etwas mißlich, Konrad I., vermutlich persönlich eine honorige Erscheinung, war als Begründer des deutschen Königtums eher eine Übergangserscheinung.

Martin Opitz
, ein hochgeschätzter Vertreter der Barockdichtung, die allerdings überwiegend eher weniger geschätzt wird, und die ich persönlich sehr mag, ist als Dichter ein wenig ledern. Wir wollen trotzdem ein Exempel von ihm bringen.

Martin Opitz

An Jhr. Fürstl. Gnaden Georg Rudolffen / Hertzogen in Schlesien zur Lignitz / Briegk vnd Goldberg.
WEr das was für jhm ist auß dem was ist geschehen

Mit klugen Sinnen kennt / der läßt den Nortwind wehen
So lang er rasen will / vnd schawet trotzig an
Deß Glückes Wanckelmuth den niemand hemmen kan.
Er thut als wiß' er nicht das Wechsel seiner Zeiten
Daß nur von jhm nicht kompt / vnd steht auff allen Seiten
Gewissensfest' vnd steiff: er weiß daß dieses Spiel
Doch also fallen muß wie Gott es haben wil.
Was möglich ist zuseyn das meynt er stets zuwerden /
Jhm kompt nichts frembdes für auff dieser gantzen Erden /
Dann alles Glück vnd Leyd / worüber der hier lacht
Vnd jener trawrig ist / hat er vorhin bedacht.
O Königlicher Fürst / was kan ein Herr beginnen
Zugegen einer Macht die nur von Menschen Sinnen
Sich nicht beherrschen läßt? schaw' auff die Wolcken zu
Von da du kommen bist / daselbst ist Trost vnd Ruh.
Der grosse Himmelvogt / der diesem armen Leben
Euch Fürsten zum Behülff' vnd Rettung hat gegeben /
Der gibt euch auch die Krafft / im Fall jhr sie begehrt /
Durch die jhr gutes heißt / vnd bösen Sachen wehrt.
Er lait' vnd führe dich auff allen deinen Wegen /
Zu meiner Musen schutz; er schütte reichen Segen
Der Gnaden vber dich / vnd wende seine Hand
Auff dich vnd vnter dir auff vnser Vatterlandt.

Amerikanische Weihnachten

Der gute Greg Waagner hat eine Liste sehr amerikanischer Weihnachtsmusik zusammengestellt, was wenig überrascht, da er nun einmal Amerikaner ist. Hörenswert. Seine "Christmas Tunes" finden sich hier.

Über Nordlichter

Zu dem Bemerkenswerten, das mir Prof. Aue kürzlich zukommen ließ, zählt auch dieser Link zu einigen beeindruckenden Bildern von Nordlichtern, auf den ich hiermit gern verweise, vielleicht stellt sich damit dann auch endlich das längst überfällige Schlafvermögen ein.

Montag, 22. Dezember 2008

Georg Adolf Demmler



Schwerin, Arsenal am Pfaffenteich
gefunden hier

Zu den bekannten Besonderheiten unserer Geschichte zählen die Residenzstädte (daß hier etwa (noch) die größte Theaterdichte wahrscheinlich weltweit besteht, hängt damit zusammen, und daß überhaupt sich Höhepunkte des Kulturellen über die Weite des Landes verteilen, nun ja, die Weite hat letztens etwas nachgelassen), das Reich, in dem wir einmal gelebt haben, bestand nun einmal aus vielen Teilen, die zu ihren besseren Zeiten darin wetteiferten, etwas von Wert zustande zu bringen.

Mecklenburg ist, das muß man leider zugeben, wenn auch ein altes Land, nach dem Dreißigjährigen Krieg sehr an den Rand geraten und leider hat es keinen Glücksfall etwa wie das eher kleine Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach erlebt, so daß die bedeutsameren Blätter seiner Geschichte wohl erst noch geschrieben werden müssen.

Aber eigentlich wollten wir hier nur an Georg Adolf Demmler erinnern, der, obwohl Sozialdemokrat, als Landesbaumeister und Hofbaurat aus Schwerin doch eine recht anmutige Residenzstadt gezaubert hat, das obige Arsenal stammt von ihm und anderes, das Erfreulichste ist, daß dieses Ensemble, an dem natürlich auch andere ihren Anteil haben, im Kern über die Zeiten erhalten geblieben ist, bei den Verlusten des zurückliegenden Jahrhunderts nichts Geringes.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Farah Diba

Man mag es für eine seltsame Marotte halten, daß unter meinen “Anlässen einer gehobenen Gemütsverfassung” auch ein Link zur Kaiserin von Persien auftaucht.Nun als äußerlicher Anlaß für diese heutigen zusätzlichen Erläuterungen mag dienen, daß sie am 21. Dezember 1959 mit Kaiser Mohammad Reza Pahlavi verheiratet und dadurch Kaiserin wurde.

Aber das ist selbstredend nur ein Anlaß, der mich nötigt, Ernsthafteres von mir zu geben. An dem letzten Kaiser von Persien kann man erkennen, wie sehr „falsch“ und „wahr“ verkehrt werden können und in diesem Zeitalter wurden. Es ist in diesem Land, gerade bei der etwas älteren Generation, sicher noch populär, an ihm etwas Degoutantes zu finden, dabei sind exakt sie es, auf die dieses zutrifft. Man mag an seiner Herrschaft im einzelnen aussetzen wollen, was man will, nach ihm kam das Grauen, religiöser Wahn, sadistische Exzesse, kultureller Holocaust, ohne daß die Welt darüber wirklich beunruhigt gewesen wäre.

Ein harmloser Link auf einem noch harmloseren Blog mag da ohne größere Bedeutung sein, aber er verschafft einem wenigstens das Gefühl, an der rechten Stelle erinnert zu haben.

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Irritation, sich am Leben zu fühlen

Wir haben einen warmen Wintersturm von herrlichstem Charakter dort draußen. Wie im Wetterbericht angekündigt, hat er wohl inzwischen nach Südwest gewechselt, dieses „Draußen“ ist nicht völlig korrekt, denn ich habe das Terrassenfenster meines „Arbeits“-Zimmers längst weit geöffnet, so daß das „Draußen“ eher ein „Drinnen“ geworden ist, auch wenn sich darauf das Wärmegefühl schnell entschieden verflüchtigt hat, aber das ist von vernachlässigbarer Bedeutung.

Im Gegensatz zu anderen Menschen bin ich ein großer Freund aufregenden Wetters, ja selbst, wenn ich dabei einmal völlig durchnäßt zurückbleiben sollte… Es verschafft einem dieses unvergleichliche Gefühl, am Leben zu sein, noch überhaupt zu fühlen. So wie gerade jetzt.

Kurioserweise erging es mir schon als Kind so und später als Heranwachsendem (es gibt gruselige poetische Bemühungsversuche dazu) und es ist heute noch ebenso. Was für eine beeindruckende Kontinuität, immerhin besteht ersichtlich im Moment wenigstens diese eine.

Oder um mit unserem Freund Hölderlin zu sprechen (nur Sympathie, keine Anmaßung):

„Nicht ohne Schwingen mag /
Zum Nächsten einer greifen“.

Freitag, 19. Dezember 2008

Über das Vergnügen, mit bedeutsamen Klischees vertraut gemacht worden zu sein



The Burning of the Houses of Parliament
gefunden hier

Nun gut, gelegentlich sind unsere Gedenkbemühungen nur noch Klischee, wenn wir etwa sagen, wir mögen Turner (gestorben am 19. Dezember 1851, von dem ich gern ein nicht so arg politisches Bild gezeigt hätte, etwas mehr überzeitliches) und wir mögen „die“ Piaf (geboren am 19. Dezember 1915), und natürlich präsentieren wir von ihr das klischeeverdächtigste Stück, aber gegen was sollte das etwas bedeuten.


Donnerstag, 18. Dezember 2008

Innehaltend

Kürzlich habe ich wahrscheinlich etwas zu larmoyant über die Wirkungen dieses Mediums geschrieben, kurioserweise erhielt ich danach 2 unprovozierte ermutigende Nachrichten in Fällen, in denen ich dachte, da wurde Mißverständnis auf Ignoranz gehäuft, bis die Sache endlich ganz verfahren war, es ist doch eine rechte Achterbahnfahrt, dieses Leben, auch wenn äußerlich vieles so alltäglich aussieht, aber wahrscheinlich gibt es keine größere Selbsttäuschung als die der Normalität, sie ist nur ein Versuch, sich zu gewöhnen.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Erinnerungs - Bruchstücke



Ulmer Münster,
gefunden hier

Da mir den Tag über ein Gewirr aus gruseligen aber auch ein paar berührenden Sachen begegnet ist, hielt ich nach etwas einfach Erfreulichem Ausschau und fand vorerst, daß zum einen beim verheerenden Fliegerangriff auf Ulm am 17. Dezember 1944 das dortige Münster kaum beschädigt wurde und daß am 17. Dezember 1793 in der „Spenersche Zeitung“ erstmalig ein Lied veröffentlicht wurde, daß ich als kleiner Junge als erstes auf dem Klavier zu spielen vermochte (leider sind meine Klavierkünste danach dann entschieden verkümmert) – „Heil Dir im Siegerkranz“.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Johann Adolph Hasse

Johann Adolph Hasse repräsentiert etwas recht Bedeutsames - die „Opera seria“; er ist am 16. Dezember 1783 verstorben, sein Nachruhm ist bedauerlicherweise schnell verblaßt, zu Unrecht, wie vielleicht schon an den nachfolgenden Beispielen zu erkennen ist, aber glücklicherweise entheben mich diese Beispiele auch für heute der Verpflichtung, etwas Geistvolles von mir geben zu müssen, zumindest als Bemühen.



Montag, 15. Dezember 2008

Über das Eingebundensein



Ich kann schlecht bestreiten, daß nicht zuletzt meine Bemerkungen über Friedrich II. etwas zu persönlich ausgefallen sind. Woher rührt dieses Bemühen, sich an die Geschichte anzulehnen, Bedeutungssteigerung (?), ich habe diese Frage bereits einmal aufgeworfen und dem nichts Neues hinzuzufügen als vielleicht dies: Ist es nicht tröstlich, daß die Geschichte, dieser tote Stoff, von lebendigen Linien durchzogen ist, auf die man eben nur stoßen muß, um in ein fortwirkendes Ganzes einbezogen zu sein, und die selbst nach Jahrzehnten (gefühlten Jahrhunderten) der Ermüdung unverzüglich so etwas wie Wiederbelebung zu verschaffen vermögen.

Eine mehr persönliche Geschichte, aber zum selben Bedeutungskreis gehörig, ich habe früher bereits einmal über Maria Wandelt, diese gütige und weise Gestalt meiner Jugend geschrieben, und dachte daher, daß dieses Bild hier heute nicht gänzlich unangemessen wäre.

Sonntag, 14. Dezember 2008

Samstag, 13. Dezember 2008

Fridericus Imperator Augustus oder Federico Ruggiero


Castel del Monte
gefunden hier

Es gibt nur einen Kaiser, bei dem ich vor etlichen Jahren (es war Ostern 1995) eigens eine Reise unternommen habe, um dessen Grab aufzusuchen. Aus Anlaß seines 800 Geburtstages (*26. Dezember 1194) gab es in Palermo eine ihm gewidmete Ausstellung, die in diesen Tagen endete, und da ich so lange als möglich vorher in Rom bleiben wollte, kam ich just am Tage der Schließung in Palermo an und mußte mich, wenige Brocken Italienisch radebrechend, durchfragen nach „Federico Segundo“.

Eine Nonne fragte unwillig zurück, ich hätte genausogut nach der Adresse des Antichrist fragen können, denn sie schlug darauf das Kreuz und ließ mich böse blickend stehen, aber ein Taxifahrer freute sich sichtlich über mein Interesse, und so war ich doch noch etwa 2 Stunden dort, der buchstäblich letzte Besucher gemeinsam mit einem Archäologieprofessor, der eine vornehme Reisegruppe durch die Ausstellung geführt hatte, die er jetzt unvornehm warten ließ, weil wir uns ziemlich lange, auch noch vor der inzwischen geschlossenen Ausstellungstür über „ihn“ unterhielten: Friedrich II. von Hohenstaufen, römischer Kaiser, gestorben am 13. Dezember 1250 im Castel Fiorentino bei Lucera.

Mit seinem Tod begann "die schreckliche, die kaiserlose Zeit", das Interregnum, von dem man manchmal das Gefühl haben kann, es hätte nie aufgehört. Daß dieses Gefühl nicht nur meine willkürliche Laune ist, kann man daran ersehen, daß sich die Kyffhäuserlegende vom schlafenden Kaiser an seiner Person entzündet hat.

Frau Waldtraut Lewin hat einen achtenswerten Roman („Federico“) über ihn geschrieben, ich habe ihn in meinen jüngeren Tagen neben anderem mit Begeisterung gelesen und fand ihn jetzt beim Herumblättern immer noch mehr als akzeptabel, das ist ja nicht unbedingt die Regel beim Wiedertreffen mit den Artefakten der Vergangenheit. Er hat die Zuneigung gerade der geistvolleren Menschen geradezu magisch hervorgerufen: George, Kantorowicz und andere. Und er hat, gerade das ist erstaunlich, mit seinen eigenen Worten diese Welt von Erwartungen überdauernd ins Leben gerufen.

"So viel auch andere schlafen oder schlummern, Unser Herz wacht unaufhörlich für unsere Untertanen".

Da mag, wer will, behaupten, die Vergangenheit sei vergangen.

Freitag, 12. Dezember 2008

Über Erwartungen

Ich muß gestehen, die Erfahrungen mit diesem Medium: Auf der rein persönlichen Ebene sind sie sehr durchwachsen; da werden Erwartungen enttäuscht, da werden Enttäuschungen zugefügt, aus vermutlich nicht zuletzt sprachlichem Unvermögen, da werden unglaubliche Entdeckungen gemacht, deren realer Rückhalt sich ins Unbestimmbare auflöst.

Es scheint, das Ganze ist doch mehr ein menschliches Labor, in dem man am allermeisten erhebliches über sich selbst erfährt und demütig nachzudenken beginnt, was ist der Grund meines Lebens? Auch ein Ergebnis.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Über die Ansehung der Welt

„Sushun war der einzige japanische Kaiser, von dem sicher bekannt ist, daß er einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Er ist auch der einzige Kaiser ohne überliefertes Grab.“

Dies las ich heute bei meinen Kalenderbeobachtungen und dachte bei mir, irgendetwas an dieser Welt läuft gründlich falsch. Die Pharaonen Ägyptens, wo sind ihre Gräber - so daß man sie als solche wiederkennen kann; dieses eher junge Reich, in dem wir bis vor kurzem gelebt haben, um es einmal so auszudrücken, sind die Gräber dieser Könige und Kaiser lückenlos auffindbar?

Da wird man natürlich etwas neidisch angesichts eines Satzes wie des obengenannten, und zum anderen eher unzufrieden mit der Dignität des Ortes, in den man geworfen wurde, aber die Zuneigung zur Barockliteratur hilft immens in solch einer Situation, da diese (im wesentlichen) Herren sehr genau wußten, wie spröde und vergänglich der Glanz der Gegenwart zu sein pflegt.


Christian Hofmann von Hofmannswaldau

Die Welt.


WAs ist die Welt / und ihr berühmtes gläntzen?
Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Gräntzen /
Ein schneller Blitz bey schwartzgewölckter Nacht.
Ein bundtes Feld / da Kummerdisteln grünen;
Ein schön Spital / so voller Kranckheit steckt.
Ein Sclavenhauß / da alle Menschen dienen /
Ein faules Grab / so Alabaster deckt.
Das ist der Grund / darauff wir Menschen bauen /
Und was das Fleisch für einen Abgott hält.
Komm Seele / komm / und lerne weiter schauen /
Als sich erstreckt der Zirckel dieser Welt.
Streich ab von dir derselben kurtzes Prangen /
Halt ihre Lust vor eine schwere Last.
So wirstu leicht in diesen Port gelangen /
Da Ewigkeit und Schönheit sich umbfast.


Die Welt.

WAs ist die Lust der Welt? nichts als ein Fastnachtsspiel /
So lange Zeit gehofft / in kurtzer Zeit verschwindet /
Da unsre Masquen uns nicht hafften / wie man wil /
Und da der Anschlag nicht den Ausschlag recht empfindet.
Es gehet uns wie dem / der Feuerwercke macht /
Ein Augenblick verzehrt offt eines Jahres Sorgen;
Man schaut wie unser Fleiß von Kindern wird verlacht /
Der Abend tadelt offt den Mittag und den Morgen.
Wir Fluchen offt auf dis was gestern war gethan /
Und was man heute küst / mus morgen eckel heissen /
Die Reimen die ich itzt geduldig lesen kan /
Die werd ich wohl vielleicht zur Morgenzeit zerreissen.
Wir kennen uns / und dis / was unser ist / offt nicht /
Wir tretten unsern Kuß offt selbst mit steiffen Füssen /
Man merckt / wie unser Wuntsch ihm selber wiederspricht /
Und wie wir Lust und Zeit als Sclaven dienen müssen.
Was ist denn diese Lust und ihre Macht und Pracht?
Ein grosser Wunderball mit leichtem Wind erfüllet.
Wohl diesem der sich nur dem Himmel dienstbar macht /
Weil aus dem Erdenkloß nichts als Verwirrung quillet.“

Nur so als Merkzeichen, Adolf Stoecker (geboren am 11. Dezember 1835) wäre jemand, der einige Bemerkungen lohnen würde, aber dafür wird es wohl auch noch eine andere Gelegenheit geben.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Friedrich Franz I.




Mein Enthusiasmus für dieses alte Land Mecklenburg war früher sicherlich größer, das ist nicht so sehr erfreulich, man sollte das Land immer noch lieben können, in dem man geboren wurde. Vielleicht ein Tribut an die Zeit, außerdem war die in Rede stehende Person das Haupt des gerade anderen Teils, denn so sehr das Land sich in seinen Grenzen über Jahrhunderte kaum verändert hat, wurde es doch immer wieder in verschiedener Weise geteilt, um dennoch ein Ganzes zu bleiben, zuletzt gab es also die Großherzogtümer Mecklenburg-Strelitz, in dem ich zur Welt kam, und das andere, Mecklenburg-Schwerin.

Zu dessen bedeutenderen Gestalten zählt zweifelsohne Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg, der am 10. Dezember 1756 geboren wurde.

Dienstag, 9. Dezember 2008

An einem gedankenlosen Tag

Das, womit wir unser Tagewerk zubringen, ist wahrlich nicht immer geeignet, uns zu geistigen Höhenflügen anzustiften, was nicht unbedingt dem Tagwerk angelastet werden muß, aber wo ich die Sache für heute gerade beiseite legen wollte, dachte ich bei mir, warum betreibst du eigentlich diese Kalenderfledderei, aus Mangel an Einfällen, aus Wichtigtuerei...?

Ich denke, ich kann das aus recht gutem Gewissen zurückweisen. Es ist vor allem das Bemühen, Linien zu finden, die unterbrochen sind, Bedeutungen zusammenzufügen, die von jemandem zerbrochen worden sind, mutmaßlich nicht aus gutem Willen, vielleicht aus erklärten guten Absichten. Aber das wäre das übliche.

Oder um an ein Zitat zu erinnern, das hier kürzlich bereits einmal aufgetaucht ist:

"Ein jedes Band, das noch so leise
Die Geister aneinanderreiht,
Wirkt fort auf seine stille Weise
Durch unberechenbare Zeit."

Das wäre die Hoffnung, daß das Häßliche zurückgedrängt werden kann, daß geistiges Bemühen nicht umsonst ist, sondern tradierbar, daß das abendländische Gesicht im Fluß der Zeit wiedererkennbar bleibt.

Montag, 8. Dezember 2008

So gehts hir bey dießem hoffe zu



Elisabeth Charlotte, Duchesse d'Orleans
gefunden hier

Mit diesen Erinnerungstagen ist es ja oft etwas seltsam, aber heute, am Tage „ immaculata conceptio“, also am Tag der „Unbefleckten Empfängnis“, sollten wir da an die Allerheiligste Jungfrau, die Gottesmutter Maria erinnern oder an Ihren demütigen Diener, Pius IX. und seinen höchst bemerkenswerten „Syllabus Errorum“ oder an Elisabeth Charlotte von der Pfalz, genannt Liselotte von der Pfalz, gestorben am 8. Dezember 1722 in Saint-Cloud bei Paris, Herzogin von Orléans, Schwägerin von Ludwig XIV. und Mutter des „Regenten“.

Nun es gibt Menschen, die müßten einem galaxienweise fernstehen, und wenn man die überkommenen Briefe liest, dann geht einem, so sehr sie einem fremd sein sollten, das Herz auf, Liselotte von der Pfalz zählt felsenfest dazu. Ich bin wahrlich nicht der erste, der das entdeckt hat, aber das ist um so bemerkenswerter:

„So gehts hir bey dießem hoffe zu, wen die courtissans sich einbilden, daß einer in faveur ist, so mag einer auch thun was man will, so kan man doch versichert sein, daß man apropirt werden wirdt, hergegen aber, wan sie sich daß contrari einbilden, so werden sie einen vor ridicule halten, wen er gleich von Himmel kämme ...“.

„Wen ich aber E.L. jetzt verzehlen solte, mitt was vor magnificense [Pracht] alle dieße kammern gemeublirt sein undt welche eine mengte von silbergeschir drinnen ist, würde ich nimmer auffhören. Es ist gewiß, daß es meritirt [verdient] gesehen zu werden. Dießes alles were woll köstlich schön undt divertissant [unterhaltend], wen man auch in dießem apartement ein vergnügtes gemühte mitt sich brächte...“.

„Der König bildt sich ein, er seye devot [fromm], weill er bey kein jung weibsmensch mehr schläfft,…“

„Kaum hatte ich mich über des armen Carllutz todt ein wenig erholt, so ist das erschreckliche undt erbärmliche ellendt in der armen pfaltz ahngegangen, undt was mich ahm meisten daran schmertzt, ist, daß man sich meines nahmens gebraucht, umb die arme leütte ins eüßerste unglück zu stürtzen, undt wenn ich darüber schreye, weiß man mirs gar großen undanck undt man protzt mit mir drüber. Solte man mir aber daß leben darüber nehmen wollen, so kan ich doch nicht lassen zu bedauern undt zu beweinen, daß ich so zu sagen meines vatterlandts untergang bin undt über das alle des Churfürstens meines herrn vatter seeligen sorge undt mühe auff einmahl so über einen hauffen geworffen zu sehen ahn dem armen Manheim. Ja ich habe einen solche abschew vor alles so man abgesprengt hatt, daß alle nacht, sobaldt ich ein wenig einschlaffe, deücht mir, ich sey zu Heydelberg oder zu Manheim undt sehe alle die verwüstung, undt dann fahr ich im schlaff auff undt kan in 2 gantzer stunden nicht wider einschlaffen; dan kompt mir in sinn, wie alles zu meiner zeit war, in welchem standt es nun ist, ja in welchem standt ich selber bin, undt dan kan ich mich des flenens nicht enthalten, Was mich noch schmertzlich ist, ist, daß der König just gewahrt hatt, umb alles ins letzte ellendt zu bringen, biß ich vor Heydelberg undt Manheim gebetten; undt noch dazu nimbt man übel, daß ich betrübt drüber bin, aber ich kans warlich nicht lassen undt es ist mir unmöglich, daß ich mich dieß alles erzellen kan ...“.

„... Das weib [die Maintenon], wovon sie sprechen, wie E.L. sagen, die mit einem pfurtz met verlöff met verlöff sol schwanger gegangen sein, divertirt mich nicht sehr, contrari, ich glaube nicht, daß ein bößerer teüffel in der welt kan gefunden werden, alß sie ist mitt aller ihrer devotion [Frömmelei] undt heücheley, befinde, daß sie das alte teütsche sprichwort woll wahr macht, nehmblich: »wo der teüffel nicht hinkommen kan, da schickt er ein alt weib hin.«“.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Gedenkverpflichtungen



Kaiser Otto II., mit den Symbolen der vier Teile seines Reiches,
gefunden hier

Am 7. Dezember 983, also heute 1025 Jahren starb Otto II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, er ist im Dom von St. Peter in Rom beigesetzt.

Sonntag











"Ein Zeichen sind wir, deutungslos
Schmerzlos sind wir und haben fast
Die Sprache in der Fremde verloren."

Hölderlin, Mnemosyne

Samstag, 6. Dezember 2008

Nova Scotia








Prof. Aue, der mir zu meinem immer noch ungläubigen Erstaunen wiederholt versichert hat, daß er diesem bescheidenen Ort etwas abgewinnen kann, hat mir eine Photo-CD zukommen lassen, die mich gestern erreicht hat (unhöflicherweise habe ich ihm noch nicht gedankt).

Und da er das Privileg genießt, an einem, wenn auch vermutlich gerade sehr kalten Meer zu leben, dachte ich, ich wähle aus den 958 Bildern diese 3 hier aus (abgesehen von dem Bild, das ich gerade in den gestrigen Post hineingemogelt habe).

Freitag, 5. Dezember 2008

Über Graf Platen und anderes



Heute, vor ein paar Jahren, am 5. Dezember 1835 starb Karl August Georg Maximilian Graf von Platen-Hallermünde.

Tristan

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!

Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe:
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!

Ach, er möchte wie ein Quell versiegen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!


Ich ringe noch mit mir, ob ich den Grafen Platen einen großen Dichter nennen muß, ich habe eben sein wohl bekanntestes Gedicht gewählt und an gerade diesem entzündet sich mein Zwiespalt geradezu exemplarisch, aber genug, ich werde meinen Geist ein wenig aufräumen und dazu Hölderlin lesen, „Patmos“ wäre wohl angemessen.

Übrigens führt mein zweiter Link zu einem Zitat, das mir höchst bemerkenswert erscheint.

"Ein jedes Band, das noch so leise
Die Geister aneinanderreiht,
Wirkt fort auf seine stille Weise
Durch unberechenbare Zeit."

Über Vegetarianismus

Gerade, als ich in mein Schinken-Käse-Vollkornbrot biß, dachte ich, Du ißt gerade die Überreste von Etwas, das einmal ein empfindendes Wesen war – toll.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

In den Kalenderblättern geblättert

Ein verbreitetes Vorurteil gegenüber der englischen Aristokratie ist, daß ihre Geistlosigkeit nur noch von ihrem Hochmut übertroffen würde, nun das mag ein wenig aus ihrer späten Blüte her resultieren, der immer ein wenig ein parvenühafter Geruch anhaftet, aber man muß auch gerecht sein wollen, und darum versuchen wir heute beiläufig Lord William Henry Cavendish-Bentinck’s zu gedenken. Denn zu den schmerzlichen Geißeln des Kolonialismus ist auch zu zählen, daß eben dieser 1829 als Generalgouverneur von Ostindien die Witwenverbrennung verbot.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Christian Daniel Rauch



Manfred Brueckels, "Sarkophag der Königin Luise von Preußen",
Christian Daniel Rauch, Teilansicht.
gefunden hier


Christian Daniel Rauch, Kammerdiener der jungen Königin Luise und berühmter Schöpfer ihres Grabmals starb am 3. Dezember 1857.

Herbst - Nachträge



Georg Heym

DER HERBST

Viele Drachen stehen in dem Winde,
Tanzend in der weiten Lüfte Reich.
Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern,
Sommersprossig und mit Stirnen bleich.

In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln
Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut;
Und in Träumen seiner leichten Weite
Sinkt der Himmel wolkenüberblaut.

Weit gerückt in unbewegter Ruhe
Steht der Wald wie eine rote Stadt.
Und des Herbstes goldne Flaggen hängen
Von den höchsten Türmen schwer und matt.


THE FALL

Many kites are standing in the breezes,
dancing in the atmospheric veil.
Children stand in fields in flimsy clothing,
bodies freckled and their foreheads pale.

In the golden stubble sea are sailing
tiny ships of whitest, lightest build;
and in dreams of effortless extension
sinks the sky, with clouds of blueness filled.

Far removed, in unperturbèd silence,
stands the forest like a scarlet town -
and the autumn's golden flags are hanging
from the towers grave and tired down.

Translation / Übersetzung
by / von Walter A. Aue


Auch wenn es gerade nicht unbedingt zu meinem gegenwärtigen Gemütszustand paßt, Prof. Aue, von dem auch das obige Bild herstammt, hat einiges Bemerkenswertes über Georg Heym zusammengetragen, über das ich gerade gestolpert bin. Wie immer, sehr zu empfehlen.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Bornstedt


Jonathan Groß, „Bornstedter Friedhof“, gefunden hier

„... und was in Sanssouci stirbt, das wird in Bornstedt begraben – in den meisten Fällen königliche Diener aller Grade, näher- und fernerstehende, solche, deren Dienst sie entweder direkt an Sanssouci band, oder solche, denen eine besondere Auszeichnung es gestattete, ein zurückliegendes Leben voll Tätigkeit an dieser Stätte voll Ruhe beschließen zu dürfen. So finden wir denn auf dem Bornstedter Kirchhofe Generale und Offiziere, Kammerherren und Kammerdiener, Geheime Räte und Geheime Kämmeriere, Hofärzte und Hofbaumeister, vor allem – Hofgärtner in Bataillonen.”So schreibt Fontane es in seinen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg”.

Für mich hat Bornstedt die darüber hinausgehende Bedeutung, daß Michael Schumann, einer der faszinierendsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, mit seiner Frau Ingeburg dort begraben liegt, die beide vor genau 8 Jahren bei einem Verkehrsunfall um ihr Leben gebracht wurden.


Ich habe seither niemanden kennengelernt, bei dem sich höchste Intellektualität mit soviel menschlichen Qualitäten verband. Man fühlte sich verstanden, selbst bei gegensätzlichster Anschauung, er war jemand, der einem Zutrauen zur Wirklichkeit vermittelte, ohne daß man das recht bemerkte, denn sicher, er und seine Gattin erschienen regelmäßig auf meinem Geburtstag, ich genoß jedesmal unsere eher sporadischen Unterhaltungen, und vor allem bin ich jedesmal von seinem Geburtstag, eigentlich immer zu spät, er hatte ihn am 24. Dezember, mit dem freundlichen Herrn Roloff gen Mecklenburg gefahren, aber bei der Nachricht von seinem Tod war ich zum ersten Mal in meinem Leben, und mein Vater ist vorher gestorben, so fassungslos, daß ich die Kontrolle über mich verlor und sie seitdem im Grunde nicht vollständig wiedergewonnen habe. Sein Tod muß auch etwas in mir beendet haben, das klingt zwar unangenehm theatralisch, aber ist bedauerlicherweise wahr.

Man sollte sich zumindest bemühen, die eigene Person nicht zu überschätzen, was wirklich traurig ist: Von dieser lebendigen Intellektualität, in deren Gegenwart man förmlich aufblühte und in der einem die eigenen Gedanken nur so zuflogen, auch wenn sie in völligem Gegensatz standen, ist auffindbar so wenig geblieben, das Wesentliche blieb in den vergangenen Gesprächen und vergeht in der Erinnerung derjenigen, mit denen sie geführt wurden.

Wenn man die nachgelassenen Texte betrachtet, sind es vielleicht gerade einmal Fragmente, so vieles fehlt, und das in meiner dürftigen Erinnerung, er hat sein Leben und Talent wirklich an die Politik dahingegeben, ach zum Stichwort: Er war ein „PDS-Politiker“ und zu diesen Zeiten meinte ich noch Partei ergreifen zu müssen, auf der genauen Gegenseite. Aber wer kommt schon rein durchs Leben, es genügt, wenn man sich von Zeit zu Zeit vom Gröbsten befreit. Ich will versuchen, weiter über ihn nachzudenken.

Aufgefunden

Dieses folgende "Zitat" ist eines ohne Anspielungen, ohne Zweck, ohne Absichten, es ist einfach nur der Freude geschuldet, daß sich ein Englisch sprechender Mensch der deutschen Barockdichtung angenommen hat (vielleicht spielt auch das schlechte Gewissen mit, daß ich jüngst fest einschlief, gerade während ich eine mutmaßlich sehr rudimentäre Mail an ihn zurücksandte).


"Andreas Gryphius

AUFF DIE LETZTE NACHT SEINES XXV. JAHRS.
DEN 11. OCTOBR. ST. GREGOR

Kom Mitternacht und schleuß diß Thränen-reiche Jahr!
Die Schmertzen-volle Zeit, die mich so tiff verletzet,
Die dich, mein Bruder, hat in jenes Reich versetzet,
Vnd Schwester, deine Leich gestellet auff die Baar.

Die Zeit, die auff mich Angst, und grimmer Seuchen Schaar,
Vnd Trauren, und Verdruß und Schrecken hat verhetzet.
Wer hat noch neulich mich nicht schon vor todt geschätzet,
Da, als ich mir nicht mehr im Sichbett ähnlich war.

Wenn deine Treu' O Gott mich nicht mit Trost erquicket
Als so vil grause Noth den blöden Geist verstricket,
So wär ich gantz in Angst ertruncken und verschmacht.

Herr, dessen linde Faust wischt die bethränten Wangen,
Laß doch nach so vil Sturm mich linder' Zeit anfangen
Vnd heiß, die herben Jahr vergehn mit diser Nacht.


ON THE LAST NIGHT OF HIS 25TH YEAR;
THE 11TH OF OCTOBER; ST. GREGORY

trans. Michael Haldane

Come midnight, close the lids of this tear-flooded year!
This time cut deep with pain, which leaves me devastated,
Which you, my brother, has to yonder realm translated,
And, sister, laid your cadaver upon the bier.

The time which loosed on me a merciless collection
Of scourges, torment and terror, mourning and dread.
Who has of late not counted me among the dead
As I lay, on my sickbed, not my own reflection?

Had not your soothing faith, oh God, my heart refreshed
When such cruel misery the sluggish soul enmeshed,
I had half-drowned, half-pined away in cold affright.

My Lord, who wipes the tear-stained cheek with gentle hand,
After such storms let balmy times revive my land,
And bid the bitter year to vanish with this night."

Montag, 1. Dezember 2008

Dem Vergangenen entgegenblickend





Man kann es mit der Historie auch übertreiben, und darum werde ich keine gesucht bemerkenswerten Bemerkungen zum Regierungsantritt des Großen Kurfürsten machen, nur um dem Biographischen zu entgehen, das spätestens morgen sehr energisch an die Tür der Erinnerung schlagen wird, darum heute nur zwei sehr schöne Bilder, wieder nicht von mir, aber von jemandem, mit dem ich ein paar sehr angenehme Gedanken u.a. über die Wichtigkeit von Schönheit austauschen konnte.

Sonntag, 30. November 2008

Sonntag








„Die Leute sagen manchmal, Schönheit sei oberflächlich. Das mag sein. Aber zumindest ist sie nicht so oberflächlich wie das Denken.“

Oscar Wilde, der dieses schrieb, starb heute vor 108 Jahren.

Und Andrea Palladio wurde exakt vor 500 Jahren geboren, das wäre natürlich jederzeit für sich bemerkenswürdig, noch ums so mehr, als er hier in den letzten Tagen mehrfach als Gewährsmann herhalten mußte.

Samstag, 29. November 2008

Über noch weitere Erinnerungen







In der Nähe der Anfänge der Oper, diesem Juwel unseres Abendlandes sein zu dürfen, ist das nicht genau das: Nach Hause zu kommen. Monteverdi starb am 29. November 1643 in Venedig.

Ich habe noch einmal über meine Bemerkungen von gestern nachgedacht und hoffe, dieser Mensch weiß, wovon er spricht, wenn er sich leichthin in die Nachfolge Palladios stellt. Es dürfte in der Tat wenige Berufszweige geben, denen es so umwerfend gelungen ist, das Angesicht dieser Erde zu beschädigen, wie den zeitgenössischen Architekten.

Freitag, 28. November 2008

Erinnerung und Restauration


Haus Doorn, gefunden hier

Wie bereits früher vermerkt, hat Kaiser Wilhelm II. exakt an diesem Tag vor 90 Jahren offiziell abgedankt. Um sich heute einmal die gewünschten Abmilderungen zu ersparen, seitdem ging es eigentlich nur noch kontinuierlich bergab.

Nicolaus Sombart hat ein sehr luzides Buch über Wilhelm II. verfaßt und über die Eintrübung des Urteils von einem dessen Kritiker bemerkt, warum sein Urteil so verzerrt wäre: „Der Grund dafür? Er liebt den Kaiser nicht.“ Und über einen anderen, gewöhnlich für bedeutend gehaltenen Publizisten schreibt er: „Ein solches Urteil, dessen Gehässigkeit erschreckt, hat sich Augstein nicht aus der Nase gezogen. Er hat es aus den Geschichtsbüchern.“

Wir müssen gestehen, all diese Bemerkungen stammen aus der Einleitung des erwähnten Buches, wie auch diese: „In der unbeschreiblichen Dramatik ihrer Geschichtswebung hat es Klio gefallen – in einem großen Menschenschicksal den Deutschen ihr zeitliches Wesen, ihre Selbstentfremdung, ihren Abgott und ihren Sturz zu verknüpfen.“ Nur daß er seinerseits damit Walther Rathenau zitiert hat.

Ob nun kurios das passende Attribut ist, vermutlich nicht, aber am selben heutigen Tag wurde der Siegerentwurf für den Nachbau des Berliner Schlosses bekannt gemacht. So sehr man dem Verlorenen nachhängt, manchmal wird dieses gerade durch mißgeleitete Belebungsversuche endgültig ruiniert. Wir schwanken. Als wir eine Abbildung des Siegerentwurfs sahen, meinten wir, genau das wäre der Fall. Dann aber lasen wir, das alles wäre aus dem Geist Palladios geschehen. Wollen wir noch einmal hoffen, daß eine kühn gewählte Begründung von der Wirklichkeit gerechtfertigt wird.

Donnerstag, 27. November 2008

Radetzkymarsch



Es ist eigentümlich, wie ich in den letzten Tagen an gänzlich unterschiedlichen Orten von Joseph Roth und seinem „Radetzkymarsch“ verfolgt wurde, und ich mag jetzt nicht nach irgendwelchen biographischen Anlässen o. ä. weiter suchen, gerade eben wurde dieses noch abgewechselt vom „Herrn der Ringe“, dieser im Innersten verzweifelten Sehnsucht nach dem „guten König“, aber zurück zu Joseph Roth.

Es gibt wenige Romane, die das Potential haben, einem das Herz zu brechen, wie der soeben genannte Roman, man muß das nicht zulassen, aber sie könnten es. Es gibt ein anderes Buch namens „Die Kapuzinergruft“ von ihm:

„Die Kapuzinergruft, wo meine Kaiser liegen, begraben in steinernen Särgen, war geschlossen. Der Bruder Kapuziner kam mir entgegen und fragte: ‚Was wünschen Sie?‘
„Ich will den Sarg meines Kaisers Franz Joseph besuchen‘ – erwiderte ich.
‚Gott segne Sie!‘ sagte der Bruder, und er schlug das Kreuz über mich.
‚Gott erhalte!‘ rief ich.
‚Pst!‘ sagte der Bruder.
Wohin soll ich, ich jetzt, ein Trotta? …‘“.

zitiert aus:
Joseph Roth, Die Kapuzinergruft, Berlin 1984, Verlag der Nation

Mittwoch, 26. November 2008

Jeglicher Hahn vermeint, er lege die besten Eier.

Ich kann mich zwar nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern („Schwulst“ und in den Augen des Autors Verächtlicheres kamen mit Sicherheit vor), aber umso deutlicher an die Wirkung.

Ich war vermutlich ein Kind von 14 – 15 Jahren und fand in einem Lexikon eine mit sehr spitzen Fingern geschriebene Bewertung der barocken Dichtung (vermutlich liegt das „Buch“ noch irgendwo auf dem Dachboden, aber ich bin zu faul um nachzusehen), exakt ging es um Hofmannswaldau, und meine Reaktion war: Das werde ich lieben. Ich kannte kein Stück:


VERGÄNGLICHKEIT DER SCHÖNHEIT

Christian Hofmann von Hofmannswaldau



Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand
Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen,
Der liebliche Korall der Lippen wird verbleichen;
Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand,

Der Augen süßer Blitz, die Kräfte deiner Hand,
Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen.
Das Haar, das itzund kann des Goldes Glanz erreichen,
Tilgt endlich Tag und Jahr als ein gemeines Band.

Der wohlgesetzte Fuß, die lieblichen Gebärden,
Die werden teils zu Staub, teils nichts und nichtig werden,
Denn opfert keiner mehr der Gottheit deiner Pracht.

Dies und noch mehr als dies muß endlich untergehen.
Dein Herze kann allein zu aller Zeit bestehen,
Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht.


TRANSITORY BEAUTY

trans. Michael Haldane



Pale Death, with his cold scythe-like swaying hand
will stroke your breasts with bony-knuckled time;
your coral-red delicious lips will rime,
your shoulders' clement snow shall run cool sand.

Your eyes' sweet lightning-flashes, your hands' strength -
these conquerors shall yield to Time's taut grip;
the years and days shall finally unslip
your hair from its bright gold attaining length.

Your well-appointed foot, your charming ways,
Will part be dust, and nil and nought in part:
No more prostration at your splendour's shrine.

All this, and more, must end in dead decays;
Nothing can last forever, but your heart -
Created in the deepest diamond mine.


Warum gerade jetzt Hofmannswaldau, nun Dr. Haldane war so freundlich, mir heute zu erlauben, seine Übersetzungen plündern zu dürfen, wovon ich in diesem Fall nur zu gern Gebrauch mache.

Und zu der Überschrift: Arno Holz hat ein wunderbares Büchlein namens „Des berühhmbten Schäffers Dafnis …“ geschrieben, in dem dieser Dafnis sich selbst beschreibt mit den Worten: „Dafnis / der Verfärtiger gegenwärtiger Boesie. Ich habe sie mit so großer Lust gesezzt / daß ich nicht förchte / sie werde mit meinen Hahren verschimmeln. Da ich weder ein gebohrner Schlesier / noch auß Meißßen bün / habe ich in ihrer Orthographia nichts substituirt / alß meinen natürlichen Verstand. Suum cuique Pulchrum; zu Teutsch / jeglicher Hahn vermeynt / er lege die bäste Eyer.“

Dienstag, 25. November 2008

militaria



Schlacht von Montgisard gefunden hier

Wo ich gerade lese, daß Gerhard Tersteegen am 25. November 1697 geboren wurde, heute überwiegend wohl nur noch bekannt als Verfasser geistlicher Lieder, stieß ich darauf, daß auch „Ich bete an die Macht der Liebe“ von ihm herstammt - der Text findet sich hier - ob dieser zu den bedeutenderen religiösen Dichtungen gehört, darin mag man geteilter Meinung sein (es gibt aber auch Liedtexte von unbestreitbarer Qualität von ihm), aber bemerkenswert wird er schon allein dadurch, dass er Bestandteil des „Große Zapfenstreichs“ ist, eines der wenigen Rituale, zu denen dieses Land sich noch durchzuringen vermag.

Und dann gab es am 25. November 1177 auch den glorreichen Sieg der Christen in der Schlacht von Montgisard, auf den sich das obige Bild bezieht.

Sonntag, 23. November 2008

Schnee im November II







Otto der Große



gefunden unter Wikimedia Commons vom Autor Chris 73 hier

Wenn man die Medien dieses Landes flüchtig zur Kenntnis nimmt, was völlig ausreichend sein dürfte, (das soll nicht heißen, daß ich wie etwa Frau Palin alle Zeitungen lese) und dabei die Nebenrubriken außer acht läßt, könnte man den Eindruck gewinnen, man lebe in einer ehemaligen Kolonie, die vor etwas mehr als 60 Jahren unter furchtbaren Umständen langsam ihre Staatlichkeit gewann.

Daß dieses Land den Kern des deutlich mehr als tausendjährigen „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ bildete, dürfte den meisten heutigen Bewohnern so absurd erscheinen, daß jeder Versuch einer Illustrierung dieses Tatbestandes nicht der Mühe wert ist, ihn zu unternehmen.

Otto I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger wurde am 23. November 912 geboren, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde er 962, begraben ist er in Magdeburg, daher das Bild.

Ich dachte, warum soll ich am Totensonntag mit banalen Familiengeschichten langweilen, wenn der erste „deutsche“ Kaiser just an diesem Tage geboren wurde, ist das nicht die wahrere Familiengeschichte, selbstredend nicht in einem anmaßenden Sinn.

Von der Grablege konnte ich mittlerweile erfahren, daß die obige Abbildung lediglich eine Grabtumba zeigt, das Grab selbst dürfte sich irgendwo in den Resten des Vorgängerbaus, sprich in den Fundamenten dieser Kirche, des Doms St. Mauritius und Katharinen finden. Aber die auf ihr befindliche Inschrift (in der deutschen Übersetzung des in Latein gehaltenen Textes) sollte doch noch mitgeteilt werden:

„Drei Gründe der Trauer liegen unter diesem Marmor beschlossen, er war der König des Reiches, das Haupt der Kirche, die Ehre des Vaterlands.“

Totensonntag

Wie bereits gesagt, war Herr Roloff so freundlich, mir seine heutige Predigt zum Totensonntag zu überlassen, verbunden mit der Erlaubnis, sie hier zu dokumentieren:

"Predigt Totensonntag 2008

Hebräer 4, 9-11

Gnade sei mit euch Friede von dem der da war, und der da ist, und der da kommt.
Amen

Liebe Gemeinde,

der Totensonntag des Jahres 2008 fällt auf den 23. November, dem Gedenktag des Hl. Clemens von Rom, des dritten Nachfolgers Petri im Bischofsamt der Reichsmetropole. Er ist wohl ein Sklave im Hause des zur flavischen Kaiserfamilie gehörenden Konsuls Titus Flavius Clemens gewesen. Über dessen Haus wurde später eine Kirche erbaut, die man noch heute in der ewigen Stadt besichtigen kann, und die der zum Papst gewordene ehemalige Sklave geweiht hatte. Er hatte, so wie es damals wohl durchaus üblich war, nach seiner Freilassung den Namen des Herren angenommen, der ihm die Freiheit geschenkt hatte.

Das ist im Übrigen auch eine schöne Begründung dafür, warum wir Christen heißen, denn auch wir haben darin den Namen desjenigen angenommen, der uns unsere Freiheit geschenkt hat.

Zum Gedenktag für Clemens wurde nun der 23. November nicht etwa als der Todestag des Heiligen, wie sonst meistens üblich, sondern der Tag seines Begräbnisses.

Clemens soll als Märtyrer auf der Krim gestorben sein und wurde an einem Anker im Meer versenkt. Darum nennt man diesen Novembertag gelegentlich auch „Ankertag“. Am Grund des Meeres entstand ein Tempel in dem nun seine Gebeine ruhten. Einmal im Jahr, so heißt es weiter in der Legende, teilte sich das Meer auf wundersame Weise und gab einen Weg zum Tempel des Clemens frei, so dass die Pilger zum Grab des Heiligen gelangen konnten. Es wird sogar behauptet, dass ein Kind in diesem Tempel von der Mutter vergessen worden war und nach einem Jahr, als sich das Meer wieder teilte, unversehrt herausgekommen sei.

Diese schönen Anklänge aus der Wanderung durch das Rote Meer und an die Geschichte vom im Tempel vergessenen Jesuskind lassen deutlich werden, wie tief in die Seelen der Menschen diese Bilder eingesunken waren.

Jesus trat seinen Eltern entgegen und war sogar verwundert, dass sie ihn gesucht hatten und fragte sie: „Wisset ihr nicht, dass ich sein muss in dem, das meines Vaters ist?“

Bei der genaueren Bestimmung dessen, worin wir sein sollten, wohinein wir gehören, damit wir ganz wir selbst werden, scheinen nun die Toten eine große Bedeutung zu haben. Warum ist dem so?
Was ist der Tod?

Zunächst macht uns die Erinnerung an die Toten deutlich, woher wir kommen. In manchen Völkern ist es bis zum heutigen Tag üblich, dass die Kinder die Namen von sieben Vätern kennen müssen, um eine Vorstellung davon zu gewinnen, wer sie selber sind. Unsere Traditionen der Grabpflege und regelmäßiger Friedhofsbesuche erfüllen zweifellos einen ganz ähnlichen Zweck. Nicht zuletzt das Schreiben von Stammbäumen und die nach meinem Eindruck wieder sehr populär werdende Ahnenforschung gehören in diesen Zusammenhang. Den Menschen sind ihre Ahnen sehr wichtig und auch von Christus kennen wir sogar zwei Stammbäume, einen königlichen und einen priesterlichen.

Das Erinnern an die Toten lässt aber auch bewusst werden, wohin wir gehen, sagt uns täglich, dass auch wir sterben müssen.

Diese Tage im November sind eine gute Zeit, um diesen Gedanken ganz zur Wirkung kommen zu lassen.

Drängt ihn nicht weg, denkt nicht, es ist noch viel Zeit, sondern stellt die Frage: Warum?

Und dann horcht! Horcht in euer Leben und in die Welt hinein!

Drei Verse des Hebräerbriefes können ein Teil der Antwort sein:

So ist also noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes.
Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken gleichwie Gott von den seinen.
So lasset uns nun Fleiß tun, hineinzukommen zu dieser Ruhe, auf das nicht jemand zu Fall komme in gleichem Ungehorsam.

Zwei Dinge kommen hier nochmals zum Ausdruck, die bereits in der Epistel und auch im Evangelium eine Rolle gespielt haben:

Das „Warum?“ beantwortet sich dann, wenn wir in Gottes Ruhe kommen!

Was ist damit gemeint, wo erfahren wir etwas von Gottes Ruhe?

Das hat mit der Schöpfungsgeschichte zu tun, die natürlich heranzuziehen ist, wenn nach der Ursache der Dinge, also nach dem WARUM gefragt wird!

Nachdem Gott alles geschaffen und es für gut befunden hatte, ruhte er. Gott hat mit seiner Ruhe einen Zustand gefunden, eine Ordnung begründet, die zum siebenten Tag gehört, ihn aber auch schon überwindet, weil sich diese Ruhe natürlich vom SCHAFFEN der vorherigen Tage unterscheidet. In der Ruhe Gottes wird die Schöpfung vollendet, also ein Schlusspunkt gesetzt. Es wird aber auch schon etwas ganz Neues begründet, das über die Schöpfung hinausweist. Die Ruhe Gottes am siebenten Tag ist der erste Hinweis auf die Erlösung. Der Erlösung wegen sollen wir in die Ruhe Gottes finden!

Augustin hat unvergleichlich schön gedichtet: Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te!

Plötzlich wird auch ganz deutlich, warum Christus am siebenten Tag der Woche im Grabe ruhte und damit die Ruhe Gottes in die Wirklichkeit unseres menschlichen Todes hineintrug.

Das Zweite, was uns der Hebräerbrief verdeutlichen will, kommt in seinem Reden vom Ungehorsam zum Ausdruck. Gott hat alles durch sein Wort geschaffen, womit viel mehr gemeint ist als bloßes Reden. Gottes Worte sind tatsächliche Äußerungen, er gibt von sich, aus dem Nichts werden Dinge, die keine Ursache haben als sein Wort. Das ist es, was wir hören sollen, und darin liegt die Ursache dafür, dass wir ungehorsam sind, wenn wir ihm nicht glauben. In diesem Zusammenhang liegt die gewaltige, nicht zu verstehende, sondern nur anzubetende Größe des Satzes: Das Wort ward Fleisch. Das Schöpfungswort Gottes wurde ein Mensch, der unseren Tod teilt und ihn, den Tod, hineinträgt in die Ruhe Gottes.
Nur so ist zu verstehen, was Johannes schreibt: Wer mein Wort hört, der hat das ewige Leben und ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Weil Christus das Wort Gottes ist, nehmen wir im Sakrament unverlierbar an ihm Anteil und üben auch darin Gehorsam. Der Leib Christi wird uns zum Sarg, in dem geborgen wir, wie Noah in der Arche durch die Sintflut fuhr, durch die Abgründe des Todes reisen werden.

Darin liegt der Sinn des Todes, den wir uns nur gleichnishaft verdeutlichen können. Wir müssen verwandelt werden. Die bloße Verlängerung unseres unruhigen Lebens würde gar nichts bewirken. Es geht auch in der Ewigkeit nicht um die Fortführung oder um die Wiederaufnahme dieses Lebens. Tamara Danz, die legendäre und früh unter schwerem Leiden verstorbene Sängerin von Silly, hat in einem ihrer späten Liedern trotzig bekannt: „Das einzige was mir noch droht ist ein Leben, noch so ein Leben nach dem Tod!“

Die Gemeinschaft mit Gott durchbricht und übersteigt alles was wir kennen und was wir uns vorstellen können, aber sie ist nichts, was wir fürchten müssten.
Dies sei euch ein wirklicher Anker des Lebens und so wird uns dieser Tag ein wahrer Ankertag!
Diese Gewissheit, nämlich in der Gemeinschaft mit dem Göttlichen zu stehen hat Goethe dichten lassen:

Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vöglein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

Amen

Und der Frieden Gottes, welcher höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen"

Das Augustinuszitat läßt sich so übersetzen:
Du hast uns geschaffen auf Dich hin und "unruhig ist unser Herz als bis es Ruhe findet in Dir".