Diese Seiten sind eine weiße Fahne, nur andersherum aufgezogen.
Eine neue Rubrik, möglicherweise bald an einem eigenen Ort.
Anlaß
Sich derzeit im Freien zu bewegen, ist eine gewisse Herausforderung, gerade für ältere Herrschaften wie mich. Ich wurde rührenderweise kürzlich mehrfach gefragt, ob ich Hilfe bräuchte, nur weil ich es geschafft hatte, nicht zu stürzen.
Zum Anlaß. Ein Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Nabu-Bundesverbands, unter einem Präsidenten macht man es dort nicht, verteidigt in der BZ vom 6. 2. das Agieren seines Verbandes gegen den Einsatz von Streusalz durch Private. In Berlin sei dieser gesetzlich verboten, weil es Böden, Pflanzen und Gewässern nachhaltig schade, das Grundwasser belaste und langfristig ökologische Schäden verursache. Aufgrund der extremen Glätte sollte das kurzfristig geändert werden. Dafür habe es im Parlament aber keine Mehrheit gegeben. Der Senat wollte daraufhin das Ganze dann per Allgemeinverfügung regeln. „also ohne Parlament, ohne Umweltprüfung, ohne Beteiligung der Verbände“… Wir sind aber immer noch ein Rechtsstaat. Das geht so einfach nicht.“
Krügers Kritik richte sich deshalb vor allem gegen das Vorgehen des Senats. Statt den Nabu einzubinden, habe die Landesregierung versucht, kurzfristig Fakten zu schaffen. Die kurzfristige Gefahrenabwehr ist ihm also ausdrücklich nicht vor das (sehr) langfristige Einbinden des Nabu gegangen. Schlimm das. Die weiteren Pirouetten, die Herr Krüger dort gewissermaßen auf dem Eis dreht, mag, wer will am angegebenen Ort nachlesen. Aber das noch:
„Wir streiten jetzt über Salz auf privaten Gehwegen. Verantwortlich sind weiterhin die Grundeigentümer. Viele kommen ihren Verpflichtungen nicht nach. Das ist hoch unsolidarisch.“ Ach. Wie die Privateigentümer denn diese Räumung bei Spritzeis ohne Tausalz bewerkstelligen sollen, ob mit der Spitzhacke oder dem Absingen von Mantras verrät er natürlich nicht. Schließlich ist er mit dem Herausschleudern von Schuldzuweisungen an andere schon vollauf beschäftigt.
Das Ganze ist nur ein Mosaiksteinchen für das folgende Resümee.
conclusio
Die Weltverbesserer wollen nicht die Welt verbessern, sondern sich unterwerfen. Um diese unter sich zu knechten, brauchen sie immer als Mittel den Mißbrauch von Moral. Und die Lüge natürlich.
Wenn man Übersicht gewinnen will, folge man der Spur der Lüge. Die Lügner müssen immer Staub aufwirbeln, um die Sicht zu nehmen. Wahrheit ist Lüge. Die gute Absicht macht alles zur Wahrheit. Es gibt keine Wahrheit.
Wir sind also auf den Spuren des Bösen. Oder mit Goethe:
"(Ich bin) ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft…
Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zu Grunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element."
Aber.
Das Reich der Lüge hat keinen Bestand.


2 Kommentare:
Weiß ist weiß und das Universum kennt keine erdgebundenes Unten und Oben. Dankbar bin ich für Martins Tag, denn wer hätte keine Freude an einem Licht im Dunkel.
Es ist tatsächlich die Ideologie, die das Licht verdrängt.
Wen wir wie gewinnen lassen...?
Der MartinsTag ist ein Tag of the Light (Tag ist ein Wortspiel)
Das Schlimmste was dem Menschen geschehen kann, ist in eine pränatale Welt abzustürzen. Die kann vieles Mögliche enthalten - die Selbstbegrenzung ist vielleicht das Abgründige dabei. Wenn Menschen nicht mehr Menschen wirchtig sind - sondern ihre inerten Phantasien. Am Martinstag an 11. November lieben und hoffen wir mit den Kindern, wohlwissend, dass sie einst erwachsen sein werden.
Die Nabu-Ideologen werden es nie.
Wisser beschreibt mit der Hoffnung des MartinsTag´s als solchem über die Selbstfeindlichkeit und Anmaßung eines wie von Gott gegeben erscheindenden Gretaismus Ideolgie.
Zuvor hatte etwa um 1933 Walter Benjamin dies in seinem Passagenwerk so beschrieben:
"Ministerium des Innern
Je feindlicher ein Mensch zum Überkommenen steht, desto unerbittlicher wird er sein privates Leben den Normen unterordnen, die er zu Gesetzgebern eines kommenden gesellschaftlichen Zustands erheben will. Es ist, als legten sie ihm die Verpflichtung auf, sie, die noch nirgendwo verwirklicht sind, zum mindesten in seinem eigenen Lebenskreise vorzubilden. Der Mann jedoch, der sich in Einklang mit den ältesten Überlieferungen seines Standes oder seines Volkes weiß, stellt gelegentlich sein Privatleben ostentativ in Gegensatz zu den Maximen, die er im öffentichen Leben unnachsichtlich vertritt und würdigt ohne leiseste Beklemmung des Gewissens sein eigenes Verhalten insgeheim als bündigsten Beweis unerschütterlicher Autorität der von ihm affichierten Grundsätze. So unterscheiden sich die Typen des anarcho-sozialistischen und des konservativen Politikers."
Über die Fortführung an anderem Martins´Tag freue ich mich wie ein Laternengänger und in diesem Sinne ist reaktionär zu sein, pure Avangard.
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