Montag, 5. September 2016

Sonderrundschreiben Margot Wisser

Die Pröpstin
Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Mecklenburg


Sonderrundschreiben

Wir haben allenthalben Trübsal, aber wir ängsten uns nicht; uns ist bange, aber wir verzagen nicht; wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen; wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.
2. Buch Korinther 4, 8-9

Am Sonntag, dem 28. August 2016, verstarb im Alter von 80 Jahren unsere Schwester

Margot Wisser, geb. Wienhold.

Sie wurde am 24. Oktober 1935 in Weichselmünde bei Danzig geboren. Bei Kriegsende und unmittelbar danach verlor sie bis auf ihre beiden älteren Schwestern ihre gesamte Familie. Neue Wurzeln schlug sie schließlich in Mecklenburg und der hiesigen lutherischen Kirche, in deren Dienst sie trat.
Sie heiratete 1962 den Landmaschinenschlosser Klaus Wisser, beide hatten 2 Söhne – Martin und Christoph.

Von April bis Juni 1952 absolvierte sie den Katechetischen Elementarkurs am Michaelshof in Rostock-Gehlsdorf. Ab September 1952 war sie als Katechetin in der Kirchengemeinde Benthen tätig. Am 20. Juni 1957 schloss sie ihre Ausbildung als C-Katechetin ab und begann im September 1958 ihren Dienst in der Kirchengemeinde Ballwitz. Ein Jahr später wurde sie Katechetin und Organistin in der Kirchengemeinde Eichhorst, der sie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand treu blieb. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit wurde ihr ab 1. September 1991 durch den Oberkirchenrat der Status als B-Katechetin zugesprochen. Mit dem 1. November 1995 ging sie in den Ruhestand.
Margot Wissers Wirken war von den typischen Umständen einer ländlichen Umgebung geprägt. Sie war viel unterwegs. Ihr Moped brachte sie selbst bei widrigstem Wetter an den Ort ihres Dienstes. Christenlehre, Rüstzeiten, Bibelwochen, Krippenspiele oder Bastelnachmittage als Ferienbegleitung waren wesentliche Bestandteile ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus begleitete sie als Organistin auch Beerdigungen an entfernteren Orten und war Chorleiterin. Der Kontakt zu den Bewohnern der Gemeinde war eng, auch zu denen, die der Kirche weniger nahe standen. Sie hatte für jeden ein offenes Ohr, ihr Rat wurde gesucht und geschätzt.
Während mehrerer Vakanzen übernahm sie engagiert Verantwortung. Den Orten ihres Wirkens blieb Margot Wisser auch über ihren Wegzug nach Neubrandenburg hinaus in dankbarer Erinnerung.
Anfang 2000 zog sie nach Neubrandenburg, sei dem Sommer des Jahres 2013 wohnte sie in Neustrelitz. Ihre letzten Jahre waren überschattet von starken körperlichen Gebrechen, dennoch hat sie bis in die letzten Monate versucht, alte Verbindungen zu pflegen und am Leben zu erhalten. Für Neues blieb sie aufgeschlossen.

Nun befehlen wir sie der Gnade Gottes. Für alle, die um sie trauern, bitten wir Gott um seine Kraft und sein gutes Geleit.

Herr, wir bitten Dich, lass sie schauen, was sie im Leben geglaubt hat. Sie ruhe in Frieden und das ewige Licht leuchte ihr.

Der Trauergottesdienst findet am 14. 9. 2016 um 14.00 Uhr in der Kirche von Jatzke statt. Die Bestattung wird auf dem dortigen Friedhof erfolgen.

Neustrelitz, den 5. September 2016

Britta Carstensen

Pröpstin

Anm.: nachgetragen am 19. 9.


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein erfülltes Leben, wenn auch mit vielen schmerzhaften Schicksalsschlägen. Ihre Mutter verfügte aber über große innere Kräfte, sonst hätte sie es nicht so gut geschafft. Was ich von ihrem Lebensabend mitbekommen habe, war eigentlich sehr versöhnlich und weitgehend noch selbstbestimmt und recht geborgen, dafür kann man dankbar sein. Mir hilft, gerade jetzt im Herbst, wenn einen die Trauer um Verstorbene immer wieder heftiger überkommt, ein Gedicht von Hilde Domin : Die schwersten Wege... Manchmal höre ich Autumn leaves von Eva Cassidy, die ja leider schon sehr jung verstorben ist. Dieses Lied erinnert mich an meinen verstorbenen Bruder. Wie schreibt Domin so schön "die unverlierbaren Toten", ja, sie bleiben für immer bei einem. Ihnen und Ihrer Familie herzliches Beileid und alles Gute, vor allem für die nächsten Monate, in denen man lernen muß, mit der Veränderung des Alltags zu leben.

naturgesetz hat gesagt…

Dear Martin, my condolences on your loss. May your mother rest in peace. She certainly knew tragedy in her life, but she seems to have endured it well. She did not let it break her, but lived a good and full life. May your memories, the knowledge that you cared for her so lovingly, and above all, God's promise of resurrection and eternal life with him bring you a measure of consolation in your grief.

I am sorry that I never even noticed this post and the next one until now. That is why I have not responded before this.

MartininBroda hat gesagt…

@Anon Autumn leaves habe ich mir gerade noch einmal angehört. Danke. Das Domin - Gedicht kannte ich gar nicht. Aber es ist wahr. Ja, man steht allein, es ist schlimmer, man taucht zwangsläufig in die Spuren eines Lebens ein, das vertraut, aber bei jedem Schritt fremder wird. Aber der Rest ist, hoffentlich, auch wahr.

Die Draußen - Katzen haben übrigens offensichtlich gerade beschlossen, daß sie zwar keinen Hunger, aber dafür Panik haben, selbst die ängstlichste lümmelt sich gerade in 1 Meter Luftlinie auf der Couch herum und tut unbeteiligt. Es hat schon seine kuriosen Momente, das Leben.

Danke nochmals.

M. W.

MartininBroda hat gesagt…

Dear N., no reasons for bad feelings really. Unfortunately I've learned during this unpleasant past year how compassion and love are able to withdraw someone from other peoples life and so alienate his own one. On the other hand I got a lot of help from people I didn't even considered as friends (and the opposite). Life is a strange thing usually. The service in this village of my childhood was a good one. There was even a Ave Maria from a trumpet, played by a good friend.

Stay blessed!

M.