
Liselotte von der Pfalz
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Der bekannteste britische Kunstpreis, der Turner-Preis, ging dieses Jahr nicht etwa an kopulierende Plastikpuppen (Chapman Brothers) oder ein ungemachtes Bett (Tracey Emin), zwei „Kunstwerke“, die in der Tat dafür einmal nominiert worden waren, daher die Klammern, nein dieses Jahr ging er an Richard Wright für ein Wandgemälde (ich hoffe dieser Link funktioniert), das zwar ebenfalls unkonventionell (allerdings, wenn jeder unbedingt genau das sein will, nämlich „unkonventionell“, hat dieses Wort seine Bedeutung im Grunde auch längst verloren) daherkommt, aber auch gleichzeitig seltsam schön erscheint. Das ist eigentlich in der heutigen Kunst verboten, was man etwa an diesem milieutypischen verkniffenen Kommentar ablesen kann.
Es gibt ein hübsches Zitat von Kim Howells aus dem Jahre 2002 dazu, als er Junior Minister für Kultur, Medien und Sport war:
“If this is the best British artists can produce then British art is lost. It is cold mechanical, conceptual bullshit. Kim Howells. P.S. The attempts at contextualisation are particularly pathetic and symptomatic of a lack of conviction.”
Das, was ich sehen kann, scheint in der Tat keine dieser verbrämten Scharlatanerien zu sein, sondern ein merkwürdiger Ausdruck flüchtiger Schönheit, gewonnen aus einem Zusammentreffen von Zufall und sorgfältiger Absicht, vielleicht oberflächlich, aber in einer Weise, daß man über das Wesen von Oberflächen nachzudenken beginnt. Oscar Wilde wußte einiges darüber zu sagen.

Wie auch schon vor einem Jahr bemerkt, ist dies einer der Tage, an denen man nicht weiß, woran man zuerst erinnern soll. Wenigstens kann ich auf den Geburtstag von Adolph von Menzel guten Gewissens verzichten, da ich kürzlich dieses sehr angenehme Blog gefunden habe.
Am liebsten würde ich erneut etwas von Liselotte von der Pfalz in Erinnerung rufen, Herzogin von Orléans, Schwägerin Ludwig XIV., Mutter des Regenten; ihre Briefe sind mir wirklich ans Herz gewachsen, was merkwürdig klingen mag, ich habe zu ihrem Geburtstag ein paar zitiert. Das Bild oben stellt sie übrigens in ihrer Jugend dar. So nur ein kurzes Zitat heute:
„Aber das natürliche sprechen mag wohl nicht so gar reguliert in der politesse sein, ist aber viel nobler und expressiver und mehr, wie man denkt, also gar gewiß besser.“
Auch diesmal werde ich wieder nichts über den immer noch aufschlußreichen „Syllabus Errorum“ Pius IX. schreiben, aber obgleich Lutheraner, kann ich doch nicht umhin, wenigstens noch festzuhalten, daß eben dieser Papst am 8. Dezember1854 das Dogma von der „Unbefleckten Empfängnis Mariens“ verkündet hat, so daß die katholische Kirche heute eben dieses Fest „immaculata conceptio“ begeht.

Diego Velázquez
Inmaculada Concepción; c.1618
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Inmaculada Concepción; c.1618
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In Kürze ist damit gesagt, daß die seligste Jungfrau Maria vom Augenblick ihrer eigenen Empfängnis an bis zu ihrem Tode durch die Gnade Gottes von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, so wie ihr Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus. Um dann doch noch den Protestanten etwas durchschimmern zu lassen, sie rückt ihm damit in Bezug auf die Heiligkeit bedenklich nahe.
Aber da ich unmöglich mit so einer Bemerkung enden kann. Papst Benedikt XVI. erklärt dieses Dogma so: Wenn wir unseren Blick zu Maria wenden, erkennen wir "in ihr das 'Lächeln Gottes', den unbefleckten Widerschein des göttlichen Lichtes".

