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Montag, 1. November 2010

Allerheiligen

David Castor, Allerheiligen in Röke, Schweden
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Man mag es als ermüdend empfinden, daß ich immer wieder zu verschiedenen Anlässen dieses eine Video anbringe, aber so ist es nun einmal, es erzeugt bei mir dieses unerschütterliche Gefühl: „Alles ist wohl und gut geordnet, die Ordnung der Schöpfung ist noch intakt…“ Allerheiligen.



Ich habe heute bei T. S. Eliot in „Beiträge zum Begriff der Kultur“ diesen schönen Satz gefunden „Eine höher stehende Religion haben, heißt eine Religion haben, in der das Gläubig-Sein sehr viel schwieriger ist. Denn je bewußter der Glaube ist, desto bewußter wird der Unglaube…“ Man lese dort weiter nach, es ist der Anfang des 4. Kapitels - „Einheit und Mannigfaltigkeit: Sekte und Kult“. Und er weiß, wovon er spricht, und ist zugleich einer der größten Dichter des 20. Jahrhunderts und ein unerschütterter Verteidiger Christi.

Das Christentum ist eine Religion, die den Himmel am Anfang erst einmal ziemlich leergefegt hat. Das macht es einem nicht unbedingt sympathisch. Daß einen nicht aus allen Winkeln der Natur das Göttliche anspringt, daß die Welt keine sichere Brücke zum Unendlichen mehr sein soll, es gibt einfachere Wege, sich beliebt zu machen. Und man kann die alten Römer einen Moment lang verstehen, die diese neue Religion gottlos, „atheistisch“ empfanden. Da gab es dann wirklich nur den Einen, der das alles herausgerissen hat, nach dem diese Glaubenshaltung denn auch benannt ist.

Und die Kirche war so barmherzig zu verstehen, daß ihre Kinder das Heilige anfassen, begreifen, nahe zu ihm sein wollen, also gibt es die Vorbilder, die auf dem Weg zum Heiligen voranschreiten, und ihre Reliquien. Die Konsequenz eines Gedankens ist oftmals wie ein Schwert – wen gilt es zu richten?

Sonntag, 1. November 2009

Über die Heiligen &


hier gefunden

Nein, ich werde nichts über Allerheiligen schreiben, sollte jemand Bedenken haben, daß ich mich als Protestant dieses Themas bemächtigen will, er sei beruhigt. Aber ich bekenne, ich verehre die Allerheiligenlitanei, klingt wahrscheinlich nicht sehr logisch. Vor mehr als einem Jahr hatte ich schon einmal kurz angedeutet, warum. Und auch dort findet sich schon dieses Stück von dem Begräbnis Papst Johannes Pauls II., ich hatte kurz überlegt, ob es unangemessen sei, so beiläufig an ihn zu erinnern. Aber ich denke nicht. Das mag manchen enttäuschen, doch ich habe enormen Respekt und mehr für ihn empfunden.

Das mit der Verehrung der Heiligen wird einem als Protestanten wirklich schwer gemacht, ich gestehe, daß da durchaus ein Zwiespalt durch mich hindurchgeht. Und ein Blick in die Bekenntnisschriften, so die „Confessio Augustana“, das Augsburgische Bekenntnis von 1530, hilft da nur bedingt:

Der 21. Artikel

Vom Dienst der Heiligen

Vom Heiligendienst wird von den Unseren also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, damit wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu daß man ein Beispiel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, …
Durch die Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. ‚Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus‘, 1.Timoth. 2, welcher ist der einzige Heiland, der einzige Hohepriester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselben Jesus Christus in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe: ‚So jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum etc.‘“

Demnach wäre das Ave Maria, das zu meinem Gute-Nacht-Ritual gehört, überflüssig. Ach ich weiß nicht. Doch ich sehe, über diese Materie muß ich gründlicher nachdenken, nicht heute, heute bin ich zu zerstreut, zu vieles ist halb fertig liegengeblieben.

Aber mit etwas Kuriosem will ich enden. Wie schon gestern erwähnt, war Prof. Aue so freundlich, etwas von mir zu übersetzen, ich will mich nicht weiter über mein Verhältnis zu meinem Zeug ausbreiten, aber er hat es auch in sein umfangreiches Literaturarchiv aufgenommen. So über Wordsworth’s Daffodils zu stehen, da kommt man sich schon vor wie ein Hochstapler, aber zum Glück ist es ja eine Übersetzung. Lustig ist nur, als ich las „(1963 -)“ fragte mein Unbewußtes automatisch mürrisch, ja schön und wann ist der gestorben. Offenkundig noch nicht ganz.