Brandenburger Tor
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Als ich kürzlich Carl von Gontard ein wenig das Brandenburger Tor unterschieben wollte, gab es in gewissem Sinne zu recht Protest, denn dessen Erbauer war in der Tat Carl Gotthard Langhans, der ist heute gestorben, genauer am 1. Oktober 1808.
Man kann sich kaum vorstellen, daß ihm beim Brandenburger Tor vor allem mangelnde Originalität vorgeworfen wurde, denn natürlich ist es zunächst ein Zitat der Athener Propyläen, aber manchmal vermag ein solcher Verzicht auf vordergründige Originalität beträchtliche Wirkungen hervorzurufen, wie etwa die Erschaffung einer Ikone einer Nation, ein Bild davon, wie eine Nation betrachtet sein will. Das ist nicht wenig.
Natürlich umranken einen solchen Ort Geschichten (interessante wie unerfreuliche) und Legenden, eine beliebte ist die Legende vom Tod des Lorenz Adlon, der 1907 am Pariser Platz das berühmte Hotel Adlon eröffnet hatte. Bis zum Ende der Monarchie 1918 durften über die Mitglieder der kaiserlichen Familie hinaus nur ganz wenige die mittlere Durchfahrt des Brandenburger Tors benutzen. Adlon konnte die Veränderungen von 1918 nicht akzeptieren und starb demzufolge bei einem Verkehrsunfall 1921.

