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Donnerstag, 10. Dezember 2009

Geschichtsvarianten


"City Hall stands in front of Newspaper Row
- the former publishing headquarters of The World (left),
The Tribune (center)
and The Times (right) in downtown Manhattan, circa 1906.
Behind the New York Times building is the American Tract Society."


Ich gestehe, es gibt so kleine Momente, wo ich gegenüber der amerikanischen Gemütsstruktur wieder ein wenig mißtrauisch zu werden beginne. Der Abriß bedeutender Bauwerke etwa, aus nichtigem Grund. Hier hat es das auch gegeben, das ist zuzugeben, aber da hat man wenigstens als Entschuldigung zur Hand, daß es kulturlose Kommunisten waren oder ebenso barbarische Nachkriegsarchitekten & „Stadtplaner“, die ihre kleine Kulturrevolution durchzogen. Man kann also wenigstens sagen, in dem Jahrhundert ging es drunter und drüber, da wurde ständig irgendetwas Unerfreuliches nach oben gespült.

Aber dort doch eigentlich nicht, es ging alles seinen mehr oder weniger erschütterungsfreien Gang nach dem Bürgerkrieg, wenn man von der Große Depression einmal absieht. Wie ich darauf komme, nun wie ich gerade lese, wurde am heutigen Tage im Jahre 1890 das „New York World Building“ fertiggestellt, ein Wolkenkratzer in New York City für die Zeitung „The New York World“, von 1890 bis 1894 der höchste Wolkenkratzer der Welt, 1955 für eine Auffahrt zur Brooklyn Bridge abgerissen. Und ich muß sagen, das Gebäude scheint so übel nicht gewesen zu sein. Man ist wirklich versucht zu sagen, letztlich war „Amerika“ doch auch nur einer dieser „Gegenentwürfe“.

Ganz im allgemeinen gesprochen: Unterschiedslos Neuem nachzujagen, verrät einen Mangel an Urteil, Beständigkeit und der Fähigkeit, Dinge von Wert zu erkennen, zu schätzen, im Notfalle folglich auch zu schützen. Ich denke und hoffe, daß das Gegenteil davon die europäische Weltsicht, früher hätte man gesagt abendländische Weltsicht ist oder sein sollte, vielleicht etwas zu antiquarisch, aber sei es drum.



Meine Bemerkungen im letzten Jahr zu Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg, geboren am 10. Dezember 1756, waren zweifelsohne eher armselig. Er ist nun einmal eine der Gestalten, die mit dem Land verbunden sind, in dem ich lebe, ein eher unbeachtetes, aber altes Land, dieses Mecklenburg.

Man mag vorläufig Näheres über ihn hier nachlesen, vielleicht fällt mir morgen noch etwas Gescheites ein, warum an ihn erinnern sollte, die Bücher dazu liegen vor meiner Nase, ich müßte nur endlich hineinschauen.