Montag, 16. Januar 2012

Zwischendurch

Wie heißt doch eine der Floskeln, die einem bei derartigen Gelegenheiten nahezu automatisch in den Sinn kommen - die Nachrichten von meinem Ableben sind entschieden übertrieben. Seit über einer Woche pausiert dieser Blog, und das aus einem zwar ausgesprochen ärgerlichen, aber dennoch eher banalen Grund. Mein heimischer Computer ist offenbar recht krank, und die freudige Nachricht, die mir der Herr eines Reparaturdienstes letzten Freitag mitteilte, er sein nunmehr genesen, der Computer, schien zu dem guten Stück irgendwie nicht durchgedrungen zu sein.

Nun ja, wie schön, daß es öffentliche Bibliotheken gibt (offen gestanden hatte ich daran zunächst gar nicht gedacht). Kurios, als ich letzten Freitag zunächst überlegte, was ich denn Aufregendes hier zu erzählen hätte (immerhin hatte ich inzwischen einiges gelesen, das Pergamonmuseum besucht, einen befreundeten Blogger getroffen etc.), überfielen mich starke Selbstzweifel, ob das denn alles so orginell sei, was ich zu bemerken hätte, zumindest oft genug. Vielleicht entsprang das aber auch meinem allgemeinen Mißgestimmt-Sein. Sei es wie es sei.

Die Essensberichte werden also bestenfalls nachgetragen. Ohne Bilder ist das ohnehin nicht gar so spannend, obwohl gerade die es diesmal ebenfalls nicht sind. Letzten Sonntag zum Beispiel gab es ein Suppenhuhn (und zwar ein großes, gekocht in einem entsprechend riesigen Kochtopf mit Wurzelgemüse und Zwiebeln (vorher angedünstet) sowie Thymian, Bohnenkraut, Pfeffer und Oregano). Nicht, daß es mißlungen wäre, nur sieht der Inhalt der Terrine auf den Photos eher aus wie die Oberfläche eines trüben Gewässsers auf einem Alien-Planeten, und man fürchtet, daß gleich etwas Gruseliges herausgesprungen kommt. Suppen zu photographieren ist eher mühsam.

Wo wir gerade bei Ängsten sind. Bis zum 30. 9. 2012 gibt es im Berliner Pergamonmuseum eine Große Ausstellung zum antiken Pergamon. Aha, ist man versucht zu sagen, das klingt nicht unbedingt überraschend. Aber im Ehrenhof des Museums hat man ein ausgesprochen beeindruckendes 360° - Panoramabild in Kuppelform errichtet. Um dieses zu bestaunen, sind eine ganze Reihe von Stufen zu erklimmen, es erinnert an eine Art Nottreppe oder ein Baugerüst. Und mit ziemlicher Atemnot oben auf der Plattform angelangt (ältere Herrschaften geraten nicht selten schnell außer Atem), fiel mir einmal mehr schlagartig ein - ich habe Höhenangst (man wird von einem irrationalen Gefühl befallen, jemand wolle einen hinunterstoßen, man müßte unweigerlich sofort über die Brüstung fallen, die Knie werden wacklig, derartiges)!

Nach einiger Zeit der Selbstdisziplinierung ging es dann, und ich konnte mich dem Eindruck überlassen, im Jahr 129 n. Chr. eine antike Stadt und die dazugehörige Landschaft von einem benachbarten Berg aus zu entdecken. Empfehlenswert.

Das war letzten Mittwoch. Bei der Gelegenheit durfte ich auch gleich noch das sozusagen rekonstruierte Neue Museum "genießen". Nein, es ist nicht unbedingt angenehm, wenn die mitgebrachten Vorurteile aufs Trefflichste bestätigt werden. Bekanntlich hat Herr Chipperfield hier seine Duftmarke hinterlassen, und bevor wir uns naserümpfend abwenden. Es würde wirklich einmal lohnen, der "Geisteshaltung" nachzugehen, der derartiges entspringt. Aber genug für heute.

Eigentlich hatte ich ja auch nur anzeigen wollen, daß ich partiell noch existiere. Ach, und der befreundete Blogger, den ich an besagtem Mittwoch ebenfalls in Berlin traf, war der Herr Morgenländer.

Kommentare:

naturgesetz hat gesagt…

I had started to wonder if you were okay, and was even thinking of asking Morgenländer if he had heard from you. Then I remembered that you has told us of computer problems. Still, it's good to have something from you. I'm glad you discovered the library.

Well, it sounds like a pretty good week, apart from the computer. The museum website and its videos of the exhibit are interesting to see.

I hope you'll get a chance to post a photo of the soup from which something creepy might emerge. LOL I'm sure it was delicious.

Morgenländer hat gesagt…

Hallo Martin,

da du mich ja vorgewarnt hattest, war ich nicht allzu besorgt um dein Wohlergehen; aber deine Beiträge vermisse ich doch. Hast du denn eine Idee, wann du wieder online sein wirst?

Viele Grüße
Morgenländer

MartininBroda hat gesagt…

Guten Abend,

nein, ich habe keine Ahnung, auch nachdem ich heute noch einmal bei dem guten Mann nachgefragt hatte. Und nun nähere ich mich gerade der Frage, ob ich nicht ernsthaft über ein neues Gerät nachdenken sollte, zum Glück konnte ich noch einen Großteil meines Krams sichern, aber eben auch nicht alles, nun ja.

Es ist direkt ein archaisches Gefühl, ausschließlich wieder mit Federhalter auf Papier zu schreiben (aktuell sammle ich gerade zu Friedrich II.).

Beste Grüße
Martin