Donnerstag, 21. April 2016

Über wieder wachsendes Zutrauen zur Wirklichkeit

Alte Post

Man kennt das sicherlich: Da sieht man jemanden, freut sich, und dann fällt es einem ein, nein, das kann dieserjenige gar nicht sein, aus bekannten Gründen.

Es besteht auch, wie ich seit heute weiß, die umgekehrte Variante. Man müht sich die Tiergartenstraße empor, wird von der anderen Straßenseite angewunken, und denkt - das ist ja kein Denken in Worten (man denkt nicht so häufig in Worten), es ist eher ein Gemütszustand, der augenblicklich eintritt und einem wortlos sagt: „Du wirst gerade verrückt.“

Das Winken hielt an. Und es war tatsächlich die Herzogliche Familie. Die Häupter samt jüngerem Sohn. Morgen wird das Museum der „Residenzstadt“ in der alten Post wiedereröffnet (ich hatte diesen Termin irgendwie falsch abgelegt, war somit komplett mental unvorbereitet), also am 22.4. um 14 Uhr. Und S.H. wird dort sprechen.

Es existieren einige Möglichkeiten, diese wenigen Zeilen mißzuverstehen. Mir ging es um das eine: So ein Tag allein hat 24 * 60 Minuten. Es gab ein Zeitfenster von vielleicht 2 davon.

Die Wirklichkeit ist mitunter überraschend mirakulös.

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Die Wirklichkeit ist also Nudeln mit Tomatensoße ... ähm ... -beiguss.

Naja, der flache Kalauer will ja auch gepflegt werden. Erinnere ich mich doch auch an einen Film, da hieß ein Pferd "Mirakel", passende Wortspiele inklusive. Aber lassen wir das.

"Alle Zeitfenster auf Kippe" hieß mal ein Programm eines ruhrpottischen Satirikers, wobei ich gerade nicht weiß, ob ich ihm mit der Lokalisierung kein Unrecht tue. Oder mit der Bezeichnung Satiriker. Aber egal. Es gibt da - was Zeiten betrifft - noch eine andere Weisheit, die die vermutlich auch auf den einen oder anderen Zutrifft, die Jahreszahlen sind individuell anpassbar, nur der Abstand sollte bleiben: "Mit Mitte 40 kann man genau das gleiche machen wie mit Mitte 20 ... allerdings nur noch eine halbe Stunde am Tag." ;-)

"Tunnelblick" scheint eine immer weiter um sich greifende Art der Außenwahrnehmung zu sein, bewegt man sich denkend oder ohrstöpselversiegelt lauschend durch die Geografie. Reißt ein anderer einen aus der mobilen Meditation, braucht man immer einen Moment, um die Umgebung komplex zu erkennen. Bisher kenne ich das nur von anderen, aber ich fürchte, auf dem morgendlichen Arbeitsweg nehme ich zunehmend auch diesen Zustand an.

Walter A. Aue hat gesagt…

Schoen!

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNb Damit mir dieser Kommentar nicht als Nachlässigkeit ausgelegt wird: Ich höre gerade Deine letzte Sendung als Konserve (bevor sie im Orkus des bundesdeutschen Rechtsirrsinns verschwindet). Über den Inhalt grübel ich noch (des Kommentars), aber der bleibt ja jedenfalls bestehen, mutmaßlich. Und da geschriebene Ironie angeblich nie funktioniert, werden wir brachial :)

MartininBroda hat gesagt…

@Prof. Aue Nicht wahr? Es eine Facette (der andere folgten). Aber sollen wir uns nicht auf das Wesentliche ausrichten?