Donnerstag, 23. Juli 2026

Bei der Muttergottes von Laase


Der Wechsel vieler Jahrhunderte hat Farben und Gold lange fortgenommen, Verletzungen und Verluste sind hinzugekommen. Aber still strahlt die Würde und die Verehrung, die diese Figur als Hinweis auf die unsichtbare Himmelskönigin ausgelöst haben wird und immer noch wirkt.

So ist die Skulptur im Äußeren zurückgekehrt zu ihrem Ursprung aus „einem mächtigen Eichenstamm der Urwälder Mecklenburgs“. Die Figur erwächst aus der Tiefe der Natur des Landes und trägt ihr Gesicht.

Das Gewand liegt in schweren Falten über dem Leib der Gottesmutter, gleichsam wie ein Ornament, umkreisend das thronende Kind. Sie „bieten ihm Stütze und laufen von allen Seiten auf es zu“.

„Damals sah man in Maria den 'Thron' ihres Sohnes Jesus Christus: Durch sie kam Gott zur Welt. Am Ende der Zeit werden sie beide im Reich Gottes herrschen, so das damalige Glaubensverständnis.“ Daher die Darstellung als König und Königin, eben die gekrönte Madonna.

Nun ja, daß die Gottesmutter einen zentralen Platz im Heilshandeln Gottes einnimmt, darf man auch heute noch glauben. Die Glaubenden früherer Zeiten hatten dafür eben ein unmittelbareres Gespür.

Es war Marias „fiat“ – „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast,“ ihr Einverstanden-Sein, korrespondierend zum „fiat“ – „es werde“, mit dem Gott die Schöpfung ins Leben rief, welches der Erlösung der Schöpfung in ihrem Sohn Jesus Christus den Weg eröffnete.

(Wo ich zitiert habe, stammen die Worte von einer Präsentation unter dem Titel„Die Sprache der Falten“ der Laaser Madonna unter www.kunst-geschichte-kirche.de, einem kunstgeschichtlichen Auftritt der „Nordkirche“, dessen eher mühseliger Navigationszugang noch einen milderen Kritikpunkt darstellt. Aber man schaue selbst.)

Vermutlich gehörte die Skultur zur ursprünglichen Ausstattung der Laaser Kirche, womöglich schon im hölzernen Vorgänger des heutigen Gebäudes, als Zentrum eines prachtvollen Altaraufbaus, vergoldet und farbig gefaßt.

Fragment des ursprünglichen Altaraufbaus

Aber die Figur selbst blieb erhalten, immerhin. Das ist in den Wirrnissen, die u.a. auch die Reformation selbst ausgelöst hatte, alles andere als selbstverständlich.

Kirche Laase

Laase liegt auf der Pilgerroute der Heiligen Birgitta, die 1341 von Schweden nach Santigo de Compostella über Mecklenburg gepilgert war. Es gibt heute wieder Besucher. 

Der Ort wird 1248 als Kirchdorf im Stiftsland erstmals urkundlich erwähnt. Das Stiftsland war ein besonderes Gebiet, das direkt dem Bistum Schwerin unterstellt war. Auf Grund von Untersuchungen am Dachstuhl kann man von einem hölzernen Vorgängerbau der jetzigen Kirche ausgehen. 


Sakramentsschrank mit Christus als Schmerzensmann

Dies und anderes Wissenswertes darf man auf einer sehr lesenswerten Seite der Kirchengemeinde Bützow finden und bei der Gelegenheit kann ich auch auf einen Artikel des Nordkurier verweisen, in dem Katharina von Stralendorff eindrucksvoll von den Bemühungen um die Kirche berichtet, so daß man danach einen recht guten Eindruck vom Ort und von den Restaurierungsbemühungen der zurückliegenden Zeit gewinnt.

Dort kann man auch nachlesen, wann die Kirche geöffnet ist, nämlich von Mai bis September, außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Blick auf das  Kirchenschiff vom Turm her möglich, eine spezielle Schaltung beleuchtet den Kirchenraum, mit Spot auf die Madonna von Laase.

Herr Roloff hat mich auf diesen Ort gebracht. Und da er auf dem Weg dorthin an Schloß Vietgest, einem Sitz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe vorbeikam, will ich mit diesen beiden Bildern enden.



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