Ich war mir seit Beginn dieses Blogs recht sicher, daß ich nie einen Beitrag über Brigitte Reimann anstellen würde, auch wenn sie irgendwie zu diesem seltsamen Ort gehört (dieser Ort ist seltsam! Kürzlich, als ich fatalerweise einmal wieder ins Kino ging (Harry Potter! ich weiß) und feststellte, mein Platz wäre inmitten einer Horde junger Menschen gewesen, und ich meinte ihnen mitteilen zu müssen, sie hätten nicht zu befürchten, daß ich mich da zwischen sie drängen würde, war die Antwort: „Hab keine Angst vor dir!!“).
Nun ja, so sind sie eben diese, „Leute“. Ich hatte mich also erinnert, daß ich sie vor gefühlt 100 Jahren beeindruckend fand, also ging ich widerwillig zu meiner Bücherwand und suchte nach ihrem Roman „Franziska Linkerhand“, da ich mich dunkel erinnerte, da waren zwei Sätze, nach denen es sich zu schauen lohnte, ohne das Ding zu finden. Wahrscheinlich ist es gut so, dachte ich dann.
Während ich übrigens wieder einmal mißmutig auf meine unfertigen Sachen sah, hatte ich wenigstens diese beiden Beiträge irgendwie beendet, den über Otto von Habsburg und den über den Bildhauer Begas.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Sonntag, 17. Juli 2011
Sonntag &
poorly translated
Mein Verhältnis zu Fisch ist heikel (ich mag keine Gräten z.B.), meiner Standardgerichte war ich aber eher überdrüssig geworden. Also etwas Neues - die Beschreibung in Kurzfassung (mit einem Dank an die Fischfrau): Mohrrüben, Zwiebeln, Sellerie und Porree wurden in Butterschmalz angedünstet, das alles kam in eine Bratenpfanne zusammen mit Dill, Rosmarin und Thymian - zuoberst ein großer halber Lachs und ein ebensolches Stück Wels - in den Backofen, auf den gepfefferten und gesalzenen Fisch hatte ich Butterstücke gelegt.
Bei 200 °C war alles nach ca. 1/2 Stunden fertig, zwischendurch habe ich es kräftig mit Weißwein begossen. Selbst meine leicht mißvergnügte Frau Mutter gestand zu, daß es im Ganzen ganz hervorragend herausgekommen war (nur daß sie kein bißfestes Gemüse mag).
My relationship with fish is tricky (I like no fish bones e.g.), but I became somewhat tired of my usual meals. So something new - the description in a nutshell (with thanks to the Fish Woman): carrots, onions, celery and leeks were sautéed in clarified butter, it all came in a roasting pan along with dill, rosemary and thyme – on the top a large half salmon and a similar piece of catfish - in the oven, on the peppered and salted fish I placed some pieces of butter, at 200 °C it was all done in about 1/2 hours, in between I watered the whole thing with some white wine. Even my slightly discontented mother admitted that it had come out quite well (just she doesn’t like vegetables al dente).
Samstag, 16. Juli 2011
Christus ist die Schönheit
Nun liegt er also in der Kapuzinergruft. Wie zu befürchten, geriet schon die Anklopfzeremonie in manchen Augenblicken fast zur Farce, die Nachgeborenen versprechen nicht viel. Mitunter überrascht uns die Trauer, die uns überfällt, wenn wir sehen, wie etwas zu Ende geht, offenbar hatten wir dann das Maß der Distanz überschätzt. Ich hatte mir in den letzten Tagen einiges über Otto von Habsburg angesehen, auch weil er mir so seltsam ungreifbar erschien, so zugleich in und außer der Zeit. Dabei war ich ihm in einem anderen Leben vor langer Zeit sogar einmal vorgestellt worden, aber das war dann doch auch nur eine Anekdote.
Einiges gab dann eine Ahnung seiner Persönlichkeit, das obige Video "Christus ist die Schönheit" etwa. Wurde hier eine Existenz im Warten verschwendet? Denn von Charakter, Haltung, Bildung her wäre er bestens auf das Amt vorbereitet gewesen, auf das ihn seine Geburt vorbestimmt zu haben schien, ihn, den letzten Kronprinzen Österreich-Ungarns. Wenn er es so empfand, hat er es sich nicht anmerken lassen, er blieb souverän in seiner äußeren Erscheinung.
Sein Nachkriegs Österreich war dies hingegen weniger gegen ihn, selbst im Kleinsten eher kleinlich. Aber vermutlich überfordert eine derart große Idee auch ein nicht gar so großes Land. Wofür es in gewisser Weise nichts kann, schließlich ist es nur ein Restteil vom Heiligen Römischen Reich, soweit es deutschsprachig war, der nicht in diesem größeren deutschen Staat aufging, das hatten die Alliierten nach dem 1. Weltkrieg denn doch zu verhindern gewußt.
„Man muß den Mut haben, ein Anachronismus zu sein, nämlich dann, wenn höhere Interessen wichtiger sind als das eigene Überleben.“
„Der Clipper geht herunter auf Lissabon, und ich sehe wieder eine Stadt, wo in der Mitte eine Kathedrale steht, nicht eine Großbank. Das ist für mich Europa.“
„Wenn ich eine Schlacht zu Pferd nicht gewinnen kann, muß ich hinuntersteigen und zu Fuß weiterkämpfen. Ich muß versuchen, meine Ideen, die sich ja nicht geändert haben, dort zu vertreten, wo sie heute vertretbar sind.“
Es gibt einen Punkt, an dem das Leben so sehr aus den Fahnen und Uniformen gewichen ist, daß sie wie Staffage oder Kostüme zu erscheinen beginnen. Ich fürchte, dieser Punkt ist überschritten, nicht in seiner Person, aber mit dem was zurückblieb. Ich habe auch mit diesen Bemerkungen so gezögert, weil ich nach einem tröstlichen Ausgang suchte. Aber der liegt bei Gott, und darum will ich auch mit den Worten enden die Papst Benedikt an seinen „Nachfolger“, wie immer man ihn jetzt benennen will sandte:
Seiner Kaiserlichen Hoheit
Erzherzog Karl von Österreich
Mit tiefer Anteilnahme habe ich vom Heimgang Ihres Vaters S.k.k.H. Erzherzog Otto von Österreich Kenntnis erhalten. In der Stunde der Trauer über diesen schmerzlichen Verlust verbinde ich mich mit Ihnen und der gesamten kaiserlichen Familie im Gebet für den Verstorbenen. In einem langen und erfüllten Leben ist Erzherzog Otto zum Zeugen der wechselvollen Geschichte Europas geworden. In Verantwortung vor Gott und im Bewusstsein eines bedeutenden Erbes hat er sich als großer Europäer unermüdlich für den Frieden, das Miteinander der Völker und eine gerechte Ordnung auf diesem Kontinent eingesetzt. Gott, der Herr, möge ihm sein vielfältiges Wirken zum Wohle der Menschen reichlich lohnen und schenke ihm das Leben in Fülle in seinem himmlischen Reich. Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria erteile ich den Angehörigen und allen, die um Erzherzog Otto trauern und für sein ewiges Heil beten, von Herzen den Apostolischen Segen.
Benedictus PP. XVI
zu Ende geschrieben am 20. Juli
Freitag, 15. Juli 2011
Begas
Bismarck-Sarkophag im Dom zu Berlinhier gefunden
Daß er ein Schüler Christian Daniel Rauchs war, hat mich zuerst etwas erstaunt, gebe ich zu. Wie eng die Zeiten dann doch beieinanderliegen. Wenn man auf das Werk eines Künstlers wie Reinhold Begas blickt, wird man wieder einmal daran erinnert, wie sehr das letzte Jahrhundert ein Zeitalter der Verluste war.
Von dem für Bismarck vorgesehenen Grabmal im Berliner Dom existiert noch der Kopf: „ 1975 begann schließlich die Wiederherstellung des Außenbaues mit dem Abriss der Denkmalskirche, die sich als große Apsis an die Nordseite des Gebäudes angeschlossen hatte. Der Gebäudeteil hatte den Krieg unversehrt überstanden, musste aber wegen seiner Funktion als Ehrenhalle der Hohenzollerndynastie beseitigt werden. Während des Abrisses wurde Reinhold Begas' marmorne Bismarck-Statue zerschlagen. Seine Steine wurden auf ein Feld nach Berlin-Köpenick verbracht, wo sie bis heute lagern.“
Das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. vor dem Berliner Schloß war im letzten Weltkrieg merkwürdigerweise ebenso unzerstört geblieben, es wurde dann zusammen mit dem Berliner Stadtschloß beseitigt. Die damalig vorübergehend zum Zuge Gekommenen hatten vermutlich einen Heidenspaß dabei. Immerhin durften Löwen überleben, die kamen vor das Alfred-Brehm-Haus in den Tierpark. Dieser auch sonst lesenswerte Artikel vermittelt einen Eindruck davon.
Von dem für Bismarck vorgesehenen Grabmal im Berliner Dom existiert noch der Kopf: „ 1975 begann schließlich die Wiederherstellung des Außenbaues mit dem Abriss der Denkmalskirche, die sich als große Apsis an die Nordseite des Gebäudes angeschlossen hatte. Der Gebäudeteil hatte den Krieg unversehrt überstanden, musste aber wegen seiner Funktion als Ehrenhalle der Hohenzollerndynastie beseitigt werden. Während des Abrisses wurde Reinhold Begas' marmorne Bismarck-Statue zerschlagen. Seine Steine wurden auf ein Feld nach Berlin-Köpenick verbracht, wo sie bis heute lagern.“
Das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. vor dem Berliner Schloß war im letzten Weltkrieg merkwürdigerweise ebenso unzerstört geblieben, es wurde dann zusammen mit dem Berliner Stadtschloß beseitigt. Die damalig vorübergehend zum Zuge Gekommenen hatten vermutlich einen Heidenspaß dabei. Immerhin durften Löwen überleben, die kamen vor das Alfred-Brehm-Haus in den Tierpark. Dieser auch sonst lesenswerte Artikel vermittelt einen Eindruck davon.
Den Sockel des besagten Denkmals soll übrigens demnächst etwas Unsägliches zieren, ein sogenanntes Einheitsdenkmal. Aber so ist es halt mit den Dingen, man muß nur richtig hinschauen, dann weiß man mehr als man überhaupt wissen will.
Begas hatte mit seinen Denkmalen dem 2. Kaiserreich etwas von einem Glanz verliehen, der viele, die bei vergleichbaren Anlässen Beiträge liefern mußten, erblassen lassen sollte. Wenn man heute auf sein Werkverzeichnis blickt, fühlt es sich bedrückend an. Wie bereits gesagt - dieses Zeitalter der Verluste. Nicht daß davon viel im allgemeinen Bewußtsein wäre, aber von welchem Bewußtsein würden wir dann auch sprechen.
Und was ebenso beiläufig auffiel: Dieser hochgebildete, feinsinnige und hochgeachtete Künstler ist heute nahezu vergessen, auch wenn sich erstaunlich vieles von ihm unübersehbar erhalten hat, was ihn immerhin zur Fußnote in Reiseführern macht. Wir lernen: So schnell kann bedeutsam Erscheinendes wenig später zur Fußnote schrumpfen, mitunter zu Unrecht, nicht selten aber auch nicht.
Begas hatte mit seinen Denkmalen dem 2. Kaiserreich etwas von einem Glanz verliehen, der viele, die bei vergleichbaren Anlässen Beiträge liefern mußten, erblassen lassen sollte. Wenn man heute auf sein Werkverzeichnis blickt, fühlt es sich bedrückend an. Wie bereits gesagt - dieses Zeitalter der Verluste. Nicht daß davon viel im allgemeinen Bewußtsein wäre, aber von welchem Bewußtsein würden wir dann auch sprechen.
Und was ebenso beiläufig auffiel: Dieser hochgebildete, feinsinnige und hochgeachtete Künstler ist heute nahezu vergessen, auch wenn sich erstaunlich vieles von ihm unübersehbar erhalten hat, was ihn immerhin zur Fußnote in Reiseführern macht. Wir lernen: So schnell kann bedeutsam Erscheinendes wenig später zur Fußnote schrumpfen, mitunter zu Unrecht, nicht selten aber auch nicht.
Dienstag, 12. Juli 2011
Rückblick

Dies Bild hat etwas schreiend Unnatürliches, kein Wunder, es wurde mit dem falschen Licht aufgenommen. Das war an dem Abend des benannten Tages, das nächste Bild stammt vom folgenden Morgen. Ich versuche gerade Stück um Stück ein paar fehlende Posts aufzufüllen. Eine sehr seltsame Woche (und der benannte folgende Tag war gewissermaßen der Höhepunkt), ich bitte darum meine verbliebenen Leser aufrichtig um Nachsicht.
Nur um zu sagen, was man sieht: Ein Erbstück meiner Großmutter väterlicherseits. Nachdem es lange in einer mit Aluminiumfolie ausgelegten Schüssel mit Salzwasser gelegen hatte, sah es nach einigem Putzen wieder recht nett aus. Wenn die Zeiten unangenehm schneller werden, kommt man vermutlich instinktiv auf solche Wegmarken der Erinnerung zurück, und dann gewähren die Dinge ein Gefühl des Zusammenhangs, von dem man nicht weiß, ob wir es in die Dinge hineintragen oder ob sie wirklich die Macht dazu haben, von sich aus
zu Ende geschrieben am 16. Juli
Montag, 11. Juli 2011
Merkwürdigkeiten
Mitunter ergreift einen eine gewisse Sentimentalität, und dabei wollte man nur etwas über Benedikt von Nursia schreiben.
Sonntag, 10. Juli 2011
Sonntag &
Nun also wenigstens dieser kurze Bericht. Ich bin derzeit nicht recht in Kochstimmung und sagte meiner Frau Mutter, sie dürfe gern eines der ihr vertrauten Gerichte kochen. Auf der Skala von 1 – 6 fiel die Entscheidung also auf Gulasch (mit Blumenkohl dazu). Sie wollte mir wohl einen Gefallen tun und gab reichlich Balsamico-Essig dazu, nicht daß ich den nicht mögen würde, aber wie schon Paracelsus wußte, die Dosis macht’s. Ich gebe zu, ich bin in etwas unfreundlicher Stimmung, aber gerade sah ich der geschätzt 20gsten Amsel zu, wie sie das Vogelbad benutzte, das half.

Well at least this brief report. I'm currently not really into cooking mood and told my mother, she might like to cook one of her familiar dishes. On the scale from 1 - 6, the decision was made for goulash (with cauliflower). Probably she wanted to do me a favor and gave plenty of balsamic vinegar into it, not that I wouldn’t like it, but as already Paracelsus knew, the dose makes the poison. I admit I am a bit in a grumpy mood, but I just saw the felt 20st blackbird using the birdbath, that was helping.
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