Sonntag, 15. März 2015

Sonntag &


Ich kann mit Fisch nicht so, genauer gesagt, hasse ich den Gedanken, daß jede Gräte die letzte sein könnte, das Leben ist so schon anstrengend genug. Mit anderen Worten, es muß mich schon eine menschliche Schwäche angreifen, wenn ich ihn trotzdem zuzubereiten versuche.

Ich erwarb also in der Nähe des hiesigen Stadthafens mehrere (überteuerte) Stücke vom Karpfen. Habe sie brav in Butterschmalz angebraten und danach in viel Fischfond und Kochsahne mit Dill, Pfeffer und Salz im Ofen versenkt.


Wo sie besser geblieben wären. Nein, es ist nicht wirklich mißlungen. Der Blumenkohl zum Beispiel, war wirklich nett, mit viel brauner Butter; ich mußte den 2. Kopf barbarisch zerteilen, da die Schüssel zu klein war, oder zuviel an Blumenkohl? Wie auch immer.


Und der Fisch, nun ja. Er war ziemlich gar und schmeckte nach dem, was man mühsam an Aromen hinterher geworfen hatte (inklusive frischem Zitronensaft). Aber vielleicht bin ich auch nur ein Fisch-Analphabet, sozusagen.


Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Normalerweise bin ich ja ein wohlwollender Leser Deiner Sonntags-Kolumne (sie kommt sonntags, egal, welcher Wochentag gerade ist ...). ;-)
Aber heute muss ich doch mein Missfallen ausdrücken! Warum wird der Karpfen so vergewaltigt? Sicher, man kann ihn auch schmoren, aber wozu, wenn man ihn sowieso so selten isst, dass er doch einfach nur er selbst hätte sein können? Und warum kauft man Karpfen, wenn man Angst vor Gräten hat? ;-) Zander oder Forelle wären doch dann viel besser geeignet. Aber das nur nebenbei.
Karpfen, oder eben die Karpfenstücke, salzen, pfeffern, buttern, auf Backpapier und grünem Speck platzieren und in den (vorgeheizten) Ofen schieben. Wenn die Rückenflosse leicht das sie umgebene Fleisch verlässt, ist der Karpfen genussbereit, aber noch sehr heiß. Fertig. So esse ich ihn einmal im Jahr, manchmal zweimal. Und es ist immer wieder ein Genuss.

MartininBroda hat gesagt…

Na ja, wenn man keine Lust zu etwas hat, kommt halt sowas dabei heraus (aber ein Rest von Wohlwollen muß übrig geblieben sein, bei der Zahl der Sätze).
Ich werde das in Erinnerung zu behalten suchen, ausgenommen den "grünen Speck" (das klingt irgendwie nach einer Lebensmittelvergiftung).

DirkNB hat gesagt…

Der "grüne Speck" ist der weiße, wenig oder gar nicht geräuchert. Das ist genau wie mit den Blaubeeren, die rot sind, wenn sie noch grün sind. ;-)