Sonntag, 9. August 2015

Sonntag & (translated)


Das ist das schöne, wenn man zu Denkmälern hinüberblicken kann. Der Herzog ist auch immer noch da, dann wirst das selbst ja wohl ebenfalls irgendwie hinkriegen. Ich kann Sommer nicht. Der Satz ist so rudimentär (und falsch), daß ins nachfolgende keine Erwartungen mehr gesteckt werden müssen. Ich war offen gestanden schon gestern so plem plem, daß ich abends auf meinem verwaisten Twitter-Account einen Zeit-Artikel „geteilt“ habe, auf Englisch. Irgendwie befiel mich wohl das Gefühl, daß dieser Quark, vielleicht unfreiwillig, schon auf ein paar Wahrheiten hindeutet, in diesen Tagen, in denen einem durchaus etwas mulmig wird. Genug davon.


Zurück zur Idylle, und die heißt diesmal Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ich bin also sehr früh aufgestanden (als alle potentiellen Unruhestifter noch fest schliefen und die Temperaturen leidlich erträglich waren), habe Kartoffeln gekocht, abkühlen lassen, gepellt, kleingeschnitten, eingelegte Gurken kleingeschnitten, Zwiebeln, nun, man ahnt den Fortgang. In das Ganze kam nur noch ein Mayonnaise-Ersatz, etwas Gurkenwasser, viel Pfeffer, etwas Salz, Dill, darauf Tomaten, nicht nur als Garnierung. Und ein Sado-Maso-Ei, das uns die betagte Nachbarin geschenkt hatte, die auf die Hühner des Herrn, der dieses Haus mal erworben hat, aufpassen mußte.


Der Satz kommt nicht von ungefähr; die beiden Damen hatten einen regen Gedankenaustausch über das Sujet, wie sich das Tier wohl gequält haben mußte, um das Ei am Ende glücklich aus sich heraus zu bekommen. Frauengespräche eben (man bedenke immer noch, es ist deutlich zu warm für mein unschuldiges Gemüt).

Man kann das alles den Bildern ablesen. Auch die ursprüngliche Skepsis, die dann bald umschlug, selbst die Nachbarin bekam später etwas davon ab („Das schmeckt aber gut“, und das aus mecklenburgisch-pommerschen Munde). Dazu Schnitzel, erst fein schmalgeklopft, dann in Mehl gewälzt, darauf in kräftig gewürztem Ei, zuletzt in Paniermehl. Alles endlich in Butterschmalz gebraten und dann im Ofen abgedeckt warmgehalten.



Dafür, daß ich eigentlich keine Lust hatte zu kochen, war es doch ein wenig mehr Aufwand als gewollt. Nun ja, manchmal entsteht der Spaß eben beim Tun. Und das selbst in einer brütend heißen Küche.


(I wasn't sure if I should delete or translate this. And as you can see, I choose to “translate” it, so to speak.)

That's the wonderful aspect if you can look across to monuments of people you like. The Duke is still there: So get yourself together and do the same. I cannot do summer. This sentence is even senseless in German, so not much expectations into the following, you've be warned. Frankly, yesterday evening I was so confused I even shared something on my orphaned Twitter account, in English, from this important weekly journal called “Die Zeit”. Somehow befell me probably a feeling that this fiddle-faddle (is flapdoodle offensive? It was my 1st choice, but my “English” will always be a guessing), perhaps involuntarily, evoked a few truths in these disturbing days. But enough of this.

Back to the idyllic topics, it's named this time Schnitzel with a potato salad. So I was up very early (as all potential troublemakers were still asleep and the temperatures fairly bearable), have boiled potatoes, let them cool down, peeled it thereafter, chopped it, added small pieces of pickled cucumbers, and onions, well, you got the idea already. To the whole hotchpotch only a mayonnaise substitute was added, some cucumber water, a lot of pepper, a little salt, dill, on top some tomatoes, not only as a garnish thing. And a sadomasochistic egg (well here is a story behind), our elderly neighbour, who had to take care of the chickens of the Landlord while he was in Hungary (and it's back now), gave this to dear mother.

So the strange word was no accident. The two ladies had a lively exchange of views on the subject (an egg with two yolks), how poor chicken probably had to endure a lot of pain to get rid of that. Women's talk, so to speak, I really had to leave the room (remember, it's clearly too warm for my innocent mind).

You can read all this from the images. The initial scepticism, which then capsized soon, even the named neighbour got later some of it ("that tastes good", and this from a rural Mecklenburg- Pomeranian point of view). These Schnitzel were just knocked to fine narrow pieces, then rolled in flour, then in vigorously spiced egg mud, at last in breadcrumbs. Everything finally fried in ghee and then into the oven, covered, to be kept warm.

For that I actually could not be bothered to cook at first, I took a little more effort than intended. Well, sometimes the fun is created while doing. And that even in a kitchen with a sweltering atmosphere.

Kommentare:

DirkNB/Herdnerd hat gesagt…

"Der Spaß kommt beim Tun" ist die nichtkulinarische Entsprechung von "Appetit kommt beim Essen", obwohl es hier doch mit der Speisenzubereitung zu tun hat. Solche Floskel habe ich immer gesucht, kann ich bisher nur letztere. Gibt es da nebem Martin Wisser noch eine andere prominente Quelle?

Aber schön, dass sich noch jemand "den Aufwand" macht, und den Kartoffelsalat selber zubereitet. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Nee, nur mich, soweit ich weiß. Eine ganze Sendung mit Saxophon? Waren wir da irgendwie melancholisch drauf?

DirkNB hat gesagt…

Nee, ich hatte die CDs neu und habe sie einfach nur abgespielt ... Wenn ich in die CDs heute reinhöre, finde ich es schrecklich, weil sie einfach nur billig klingen. Und sowas habe ich gesendet ...

naturgesetz hat gesagt…

Thanks for translating.

Double yolked eggs are quite rare, so always interesting to see.

It looks and sounds like a delicious meal — well worth the effort.

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB Und ich dachte, ich hätte mich darüber schon amüsiert, war vielleicht woanders. Die letzte Sendung war ja eher wieder im gewohnten Rahmen. Ich habe mich letztens selbst ein wenig durch den Fahrstuhl-Jazz gemüht, es ist schon nett, aber auch da macht's die Dosis.

MartininBroda hat gesagt…

@naturgesetz It was nice indeed. I translated the last Sunday post as well, but to be honest I have the distinct impression to appear ridiculous every time I do so.

Thanks for visiting.