Sonntag, 24. Juli 2016

Sonntag & (gewissermaßen)

 

Die jüngere menschliche Evolution ging vermutlich so vonstatten: Als es bei unseren in Afrika beheimateten Vorfahren wieder einmal über 30° C war, sagten sich einige, das hält ja kein Affe aus und zogen gen Norden, bis sie sich im Schatten eines Eisbergs befriedigt niederlassen konnten. Die, die den Zustand eines abschmelzen Gehirns zu schätzen wußten, blieben zurück, oder so.

Ein Nachtrag sozusagen, aber auch nicht wirklich. Denn der Lachs, der an jenem Tag gekocht wurde, den bekamen einen Tag später die Katzen. Es war mir einfach zu warm und ich mochte am Ende nicht mehr.

Jüngst wurde ich wieder einmal wegen der ausbleibenden Essensbeiträge angeklagt. Und da dachte ich mir, bring Bilder vom letzten halbwegs erfolgreichen Versuch. Es ist erstaunlich, was in Menschen mitunter so hochkommt. Frau W. gelüstete es jedenfalls urplötzlich nach fettem Bauchfleich (das es kaum noch zu kaufen gibt). Davon existieren jedenfalls Bilder. Und es war im Juli. Am 10. davon, genauer gesagt.

Das Bauchfleisch, ich versuche mich gerade zu erinnern, wurde von mir also kleingeschnitten und gekocht, die Reihenfolge bekomme ich nicht mehr zusammen, jedenfalls kamen dazu – Lorbeerblatt, Pfeffer, Piment, Essig, Zucker, Salz – es fehlt sicher noch einiges. Ich hab es unter innerlichem Protest abgeschmeckt.

Für mich gab es dann Rosmarin-Kartoffeln, ein Steak und Bohnen. Wie gesagt, warum sollte man die netten Momente vorenthalten. 

Ich sehe gerade, auf einem der Bilder erkennt man im Hintergrund die Kulisse vom "Weißen Röß'l", die, der Jungfrau sei's gedankt, ab heute endlich abgebaut wird.  Man darf das alles auch ganz anders sehen, etwa so, wir wollen fair bleiben. Aber ein Monat Probe + überlautem Generator gewissermaßen vor dem Fenster hat im Endeffekt die Wirkung einer Neutronenbombe. Da wächst erst einmal nichts mehr. 

Wenn ich nicht gleich einschlafe, gibt es bald weitere Nachträge. Wir werden sehen.




nachgetragen am 1. August

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Die Bratkartoffeln finde ich immer wieder bewundernswert, wunderschön gebräunt und nicht fetttriefend. Man hört förmlich eine gewisse Knusprigkeit. In der letzten Zeit wurde ich öfters mit labrigen Kartoffelscheiben gleichen Namens "verwöhnt", die zwar optisch mehr Röstaromen aufwiesen, aber eher neutral schmeckten. Aber das wollte ich gar nicht erwähnen.

Ein schönes Bauchfleisch zu bekommen, ist wirklich nicht so einfach. Vor längerem versuchte ich es auch einmal, allein eine Bestellung und eine gewisse Wartezeit half dann weiter. Das Ziel war dann aber etwas anderes, wobei ich bei der Beschreibung noch eine Weile mitkam: Ich kochte das Stück mit einer ähnlichen Kräuterversammlung, wie Du sie aufgereiht hast. Die Garung erlebte dann aber noch einen zusätzlichen Schritt: Das Bauchfleisch samt Schwarte kam noch in den recht heißen Ofen. Es sollte eine Variante eines Krustenbratens werden. Ich erinnere mich an knackig knusprige Genüsse, und das Fett wurde mit ein wenig Senf in Schach gehalten.

Wo kommt eigentlich die weit verbreitete Abneigung gegen bestimmte Teile des Tiers her? Auch wenn es sich in meinem Blog nicht widerspiegelt, aber diese neue Ess-"Mode" "from nose to tail" finde ich durchaus interessant im Ansatz, also das Verwenden des ganzen Tieres für die Ernährung. Und da gehört Bauch mit dazu, wobei sicher die Optik der rein gekochte Version eine genussvolle Herausforderung darstellt. Aber die Art der Zubereitung wird ihre Gründe gehabt haben. Es ist wohl die Herausforderung, aus allem etwas ansprechendes zu zaubern. Der Rest ist Kopfsache.

MartininBroda hat gesagt…

Ich vermute, es waren die Kartoffeln hier gemeint, ja da hatte es mal geklappt.
An Krustenbraten habe ich mich bekanntlich auch schon versucht; den vorher zu kochen, darauf bin ich noch nicht gekommen. Wär mal eine Idee, da ich sowieso immer viel Flüssigkeit verwende, ist das Schmoren im Ofen ja auch schon ein halbes Kochen.

Weniger das Teil selbst als die Betonung auf "fett" in meinem Fall. Da ich es schlecht vertrage, habe ich gegen ein Übermaß schlicht eine Abneigung entwickelt. Ansonsten habe ich gegen die neue Mode nichts. Beim Schweine-Schwanz und -Kopf würde ich dann aber spätestens streiken. Obwohl letzterer offensichtlich mal sehr beliebt war.

DirkNB hat gesagt…

Gerade Kopf und Schwanz sind wohl noch die harmloseren Sachen. Sicher ist eine frisch gegrillte Schweineschnauze nicht jedermanns Sache (ich aß sie noch nicht, würde es aber versuchen) und der für eine Kartoffel- oder Linsensuppe ausgekochte Schweineschwanz auch nicht. Auf dem Weg dazwischen hätte ich andere Teile, denen ich skeptischer gegenüber stehe. Wobei sich die Frage stellt, ob es überhaupt noch bekannte Zubereitungen gibt, die Teile genussmöglich oder -fähig machen. Ich denke da an den Schlapperkram á la Hirn oder Lunge oder andere Teile tief aus dem Inneren. Und auch die Schweinepfoten sind nicht Mainstream, aber als Suppeneinlage geht's. Ich erspare mir mal einen weiteren Weg durch die Anatomie.
Anders sieht es ggf. noch mit der Zubereitung aus. Eine gute (Schweinekopf-)Sülze mundet immer gut zu schönen Brat- oder Stampfkartoffeln oder auf Brot, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die Zubereitung wagen würde.
Vor längerem sah ich mal die Zubereitung eines Gerichtes mit Tintenfisch. Hätte man mir das Endergebnis vorgesetzt, ich hätte zumindest probiert. Aber nur in Unkenntnis der Optik der Zubereitung, die fand ich nicht so appetitlich.

MartininBroda hat gesagt…

Nicht zu vergessen die flüssigen Bestandteile. Frau Mutter hat früher gern erzählt, so sehr sie auf der Flucht habe hungern müssen, Schwarzsauer ging nicht, dann lieber Brennnesseln, wobei ich jüngst gelesen habe, daß unsere Naturfreaks daraus sogar Marmelade machen, mit Löwenzahn und Pfefferminze, aus den Brennnesseln natürlich, nicht dem Schwarzsauer.

Tintenfisch hab' ich auch schon gegessen, fand's eher langweilig, aber hätte ich bei der Zubereitung zugeschaut, wär's mir vermutlich so ergangen wie Frau W. mit dem Schwarzsauer.

DirkNB hat gesagt…

Schwarzsauer kenne ich auch nur vom Hörensagen und das allein macht mir das Gericht nicht sympathisch. Brennesselzubereitungen als Tee oder in der Art von Spinat habe ich auch schon gesehen. Soll ja gut für die Haare sein. ;-)