Samstag, 26. Januar 2013

Baum - Abschied





Bis zu Mariä Lichtmeß hat es der Baum nun also doch nicht geschafft, aber es ist ja auch ein protestantischer Weihnachtsbaum, irgendwie. Bzw. war, denn seit gestern gibt es ihn nicht mehr (ich trage dies am Sonntag nach), irgendwie brach sich die Vernunft ihre Bahn, obwohl der Geruch brennender Tannenzweige wirklich in angenehmer Weise kräftig ist (das Geräusch des Feuermelders leider auch, nur anders).

Wenn man sich einen Baum ins Zimmer stellt zum langsam Dahinsterben, hat das irgendwie etwas von einem Opfer. Aber was wäre die zu verehrende Wesenheit? Nostalgie, Frömmigkeit, Sentimentalität, gar die Gemütlichkeit? Wir wissen es nicht und lassen all dies für heute auf sich beruhen, nebst ein paar Bildern vom dahingeschiedenen, jüngsten Weihnachtsbaum.








Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Danke für die Info mit Maria Lichtmess, ich wusste, es gibt Anfang Februar einen entsprechenden Tag, wusste aber weder Namen noch Anlass. Ich habe mal Deinen Beitrag als Aufhänger für was eigenes genommen. Ist nur noch nicht ganz fertig. Kommt aber noch des nächtens.

naturgesetz hat gesagt…

I'm always amazed that people dare to put burning candles on evergreen trees. No doubt it's beautiful, and before the light bulb was invented it was the only way to achieve the effect.

Do you keep a bucket of water handy?

Walter A. Aue hat gesagt…

"Wenn man sich einen Baum ins Zimmer stellt zum langsam Dahinsterben, hat das irgendwie etwas von einem Opfer. Aber was wäre die zu verehrende Wesenheit?"

Der Baum, der zur Gottheit wird? Weihnachten als die Transzendenz, die Apotheose (der Seele) des Baumes? Den Deutschen, die Baeume verehrten, sollte die Idee nicht so ferne liegen.

"Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit."

Und an dieser Erhebung und Erleuchtung - bitte mit brennenden Wachskerzen, wenn's auch hier verboten ist - darf halt die Menschenseele auch ein bisschen teilhaben...

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB Dann werde ich mal zu suchen anfangen, ob ich was finde. Außerdem habe ich den Tag selbst ignoriert, was Raum für einen lahmen Nachtrag gibt. *seufz

MartininBroda hat gesagt…

@Prof. Aue Nun ja, eigentlich sind Opfer und Gottheit ja unterschieden, aber dennoch haben Sie vielleicht auf Umwegen recht. Das Kuriose wäre, das Ur-Germanische würde also immer noch in diese transzendenz-entleerte Gegenwart reichen und dem Nachfolger Hilfe leisten, verwirrend.
Das Gedicht ist natürlich bekannt und schön, und ansonsten sind es womöglich tatsächlich die kaum verhüllten Riten, die uns über all das hinwegretten könnten. Wir werden es herausfinden.