Sonntag, 13. März 2016

Sonntag & (nachgetragen)


Ich bin mir sicher, Katzen würden nie grün wählen. Keine Sorge. Wie komme ich darauf. In der jüngeren Vergangenheit tauchte hier ein junger Hahn auf, idyllisch anzuschauen, aber er hatte sein Schicksal besiegelt, als er wirklich fast alles mit seinen Hinterlassenschaften besudelte.

Die Katzen nahmen nach dessen Hinscheiden den gewohnten Platz nur unter protokollarischem Protest ein, anders kann man es nicht beschreiben. Ich habe erst halbherzig, dann entschlossen, alles mit viel Chemie „bereinigt“, das Ergebnis - (fast) interesseloses Wohlgefallen.

Die Bilder sind durch die Tür aufgenommen, weil ich die von mir einmal als „häßliche Katze“ titulierte sonst am Hals oder an den Füßen gehabt hätte, anstrengend, und vor allem keine Bilder. Übrigens nicht nur Igel mögen Laubhaufen, auch intelligente Katzen bauen sich dort offenkundig Nester. Fiel mir heute auf, als großes Rascheln sich als gänzlich harmlos erwies.



Zum Essen. Jemand hatte einen Anfall von Widerborstigkeit, warum auch nicht. Also gaben wir dem Bestreben die Bühne in der Küche. „Stampfkartoffeln“ mit Gemüse waren verlangt. Und halfen dann ein wenig dabei, daß sehr viel Sahne, Butter und Mehl den Weg in beides fanden. Menschen leben eben doch in sehr verschiedenen Welten, aber jedem seinen Schrebergarten, so er denn will.




Mir verschaffte das vor allem einige Erleichterung, und ich konnte so u.a. mit einem Kartoffel-Gratin experimentieren. Also die Form mit Butter einschmieren, rohe Kartoffelscheiben hineingelegt, Apfelscheiben darauf (das war die Abweichung), zermatschten Knoblauch dazwischen, nochmals Kartoffeln. Das Ganze mit einer Mischung aus Milch mit Muskat, Pfeffer und Salz aufgefüllt. Butter darauf und geriebener Grana Padano (was immer das sein mag, jedenfalls ist es italienischer Hartkäse, denke ich) und sogar etwas Sahne.

Das Ganze war zu lang im Ofen und ich hätte statt des Rindersteaks lieber ein solches vom Lamm gehabt, aber die waren schon aus. So ist das mit den Plänen. Ich war dennoch ganz zufrieden.




Nur eine Anmerkung noch. Ich wurde kürzlich, vielleicht wegen meiner Verirrungen in diese unselige Gegenwart, von einer Dame sehr mild, aber wirksam gescholten, warum ich nichts über Schinkel geschrieben hätte. Ich versuche es, gnädige Frau, weiß Gott, ich versuche es.

nachgetragen am 15. März

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Ein paar Schinkelwürfel mit ins Gratin, das wird lecker. Ach nee, da habe ich mich bei dem einen Konsonanten wohl vergriffen. Tausche l gegen n. Schlechte Wortwitze gehen immer.
Beim reinen Betrachten der Bilder kam ich nicht gleich drauf, was sich in der "Schüssel" befand, die das Lesen des Textes zu einer Auflaufform werden ließ. Oder Gratin-Form, wobei ich das Wort innerlich eher als Gratinn oder Grateng ausspreche, je nach Minutenform. Ich vermute mal mehlig kochende Kartoffeln als Basis, irgendwo muss ja das Bindemittel her kommen, dass den Auflauf zu einem solchen und nicht zu "Kartoffel in Würzmilchbeiguss" werden lässt. Oder ist das der Unterschied zwischen Gratin und Auflauf, dass in einem ein Ei zur Bindung in die Milch/Sahne gequirlt wird und beim anderen nicht?
Grana padano ist übrigens einer von den beiden standardisierten Parmesans - wenn ich mich richtig erinnere derjenige, an den etwas weniger hohe Ansprüche gestellt werden.

MartininBroda hat gesagt…

Der Parmesan war im Angebot, folglich glaube ich das unbesehen. Nein das waren festkochende und Schinkelwürfel kamen erst am nächsten Tag beim Aufwärmen hinzu. Das hat trotzdem gebunden, vielleicht durch den angebotenen Käse, wovon Puristen ja sagen, dann sei es kein Gratin. Aber mir geht es hier wenig um Weltanschauung, ich will es nur essen (können). Ei war tatsächlich nicht dabei (reim dich oder ich hau dich...).

Im Gegensatz zum Essen kau ich an einem Versuch, etwas nicht augenscheinlich Albernes über Schinkel zu schreiben, tatsächlich immer noch, nichtsdestotrotz bin ich der Anregerin sehr dankbar.

DirkNB hat gesagt…

Schlegel wäre ja noch ein Ansatzpunkt, werden nicht Hähnchen-Schinkel auch so genannt? Ach, Mist, diesmal im Vokal vergriffen.

Rosabella hat gesagt…

lieber Martin, es liegt mir fern, Sie zu schelten, und deshalb bin ich gerade ein wenig betroffen, wenn ich lese, dass Sie es so empfanden ... tut mir sehr leid ... dennoch freue ich mich auf einen Schinkel-Beitrag :-) der dann irgendwann kommen wird ... ich harre also weiter ... herzliche Abendgrüße von besagter Dame :-)

MartininBroda hat gesagt…

@Rosabella Also betroffen sollten Sie sich wahrlich nicht fühlen, sagen wir es so, ich habe es als Ermunterung oder, besser wohl, Ermutigung empfunden, vom Eigenen zu sprechen, wenn darin nur nicht so viel Anmaßung stecken würde.

Sie hatten ja wirklich, sicherlich unbewußt, einen wunden Punkt getroffen und eine müde gewordenen Seele wieder aufgeweckt, zumindest den Wunsch zum Aufwachen. Wir werden sehen. Es muß Ihnen folglich gar nichts leid tun.

Die Abendgrüße erwidere ich gern. Ihr M. W.