Sonntag, 8. Januar 2023

Zum 1. Sonntag nach Epiphanias

Nicolaikirche in Magdeburg-Neue Neustadt, Westseite

Herr Roloff, der diesen bescheidenen Ort durch seine gewissermaßen Mitautorenschaft über viele Jahre bedeutend aufgewertet hat (so man sich der Fülle der Eindrücke aussetzen mag, folge man diesem Hinweis), hat heute in in St. Nicolai zu Magdeburg eine Predigt gehalten, die ich nun ohne weitere Umschweife folgen lassen werde.

Anmerken will ich doch aber noch, daß dabei des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. in der Fürbitte gedacht wurde.

Bartolomé González y Serrano, Johannes der Täufer, ca.1600


Predigt zum 1. Sonntag nach Epiphanias

in St. Nicolai zu Magdeburg

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen

Der Predigttext steht im Johannesevangelium im 1. Kapitel:

Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes

29 Des andern Tages sieht Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt! 30 Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. 31 Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser. 32 Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft. 34 Und ich sah es und zeugte, daß dieser ist Gottes Sohn.

Liebe Gemeinde,

ein Herr, eine Kirche und eine Taufe. Das ist das Thema dieses Sonntags am Anfang des neuen Jahres. Als Christen sollen wir von jedem Jahr hoffen, dass es ein Jahr der Erneuerung, der Umkehr und der Mission wird.

Wir sind heute und immer dem Täufer ganz gleich gemacht. Wir werden Johannes darin gleich, dass auch wir in jedem Augenblick, an jedem Tag, den wir leben, Jesus zu uns kommen sehen. Dazu ist Gott Mensch geworden. 

Er ist Mensch geworden, nicht damit er in einer irgendwie abstrakten Weise die Schöpfung, das große Werk seines Vaters besucht. Jesus ist in die Welt gekommen, um jeden einzelnen Menschen zu besuchen. Das eigentliche, das Menschsein im Geiste, so möchte ich es einmal nennen, beginnt erst in dem Augenblick, in dem wir gewahr werden, Jesus kommt zu mir.

Dieses Ereignis wird angenommen und vollendet durch unser Bekenntnis. Wir müssen uns nicht dazu verheben, ein eigenes Bekenntnis hervorzubringen. Es ist ein Geschenk dieser Geschichte des Johannesevangeliums, dass wir das Bekenntnis des Täufers aufnehmen dürfen und mit ihm sprechen: Du bis Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Auch Johannes hat dieses Bekenntnis der Tradition entnommen und zitiert den Propheten Jesaja, der uns überliefert hat: Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.

Joachim Patinir, Taufe Christi, etwa 1515

Stumm und demütig hat der Herr sein Leiden getragen. 

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt.

Mit diesem Ruf kniet und betet die ganze Kirche vom Anbeginn vor ihrem Herrn. 

Wir stellen uns als Menschen immer in die Tradition, wenn wir selbst mehr ahnen als wissen, dass uns der Heilige naht, dass uns das Allerheiligste begegnet.

So geht es auch dem Täufer. Nur darum vermag er das unglaubliche auszusprechen: Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf dass er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.

Das Taufen und die Predigt des Johannes hat den Herrn gleichsam hervorgerufen, ihn offenbar werden lassen, einen weiteren Schritt der Tradition gewirkt. So gehen wir Menschen in rechter Weise durch die Welt, indem wir weitertragen, was uns anvertraut ist. Wir werden getauft, und wir taufen, wir hören das Wort Gottes und wir predigen und wir halten uns zu unserem Gott, zu dem auch unsere Väter gebetet haben.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt!

Johannes macht sich selbst zum Hinweis auf den, von dem das Heil kommt. Er macht sich zum Wegweiser, zum Herold, vor allem aber macht er sich zum Diener. Er macht sich zum Diener des Herrn und seiner Mitmenschen.

El Greco, Johannes der Täufer, ca. 1600 - 1605

Siehe, das ist Gottes Lamm. Es ist unglaublich, dass dieser fundamentale Satz es vermocht hat, bis zu uns vorzudringen über die Jahrtausende und über Länder und Meere hinweg.

Dann beginnt Johannes scheinbar in Rätseln zu sprechen: „Dieser ist´s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich.“

Obwohl es alle menschliche Vorstellung übersteigt, versucht Johannes hier auszudrücken, was es bedeutet, dass sich in Jesus Gottheit und Menschheit miteinander verbunden haben. Durch seine Geburt, durch die Inkarnation, die Fleischwerdung, ist Jesus Mensch geworden und war dennoch als Gott von aller Ewigkeit her.

„Diejenigen aber, die da sagen „es gab eine Zeit, da er nicht war“ und „er war nicht, bevor er gezeugt wurde“, und er sei aus dem Nichtseienden geworden, oder die sagen, der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar, die verdammt die Kirche.“

So lehrt es das Konzil von Nicäa auch im Ergebnis von menschlichem Nachdenken über drei Jahrhunderte hinweg im Jahre 325.

Ikone zum Nicaeno-Constantinopolitanum mit dem Text in griechischer Sprache

Johannes kann noch ganz offen bekennen: „Und ich kannte ihn nicht; sondern, auf dass er offenbar würde in Israel, darum bin ich gekommen, zu taufen mit Wasser.“

Johannes war, wie jeder religiöse Mensch, zunächst ein Suchender, der sich auf das Unbekannte einlassen musste, um zur Wahrheit zu gelangen. Dann folgt sein gewissenhaftes Bekenntnis, das verbunden ist mit einem Rückblick auf die Taufe, wie er sie erlebt hat: „Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich erkannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist´s, der mit dem heiligen Geist tauft. Und ich sah es und zeugte, dass dieser ist Gottes Sohn.“

Mit diesem Bekenntnis wird Johannes der Täufer zum Diener an der durch Christus gewordenen Wahrheit.

Das ist das gültige neue Paradigma: Auch wenn es zunächst so aussieht, als würde sich Christus der Taufe des Johannes unterwerfen, als würde er sich der damals wohl recht großen Jüngerschaft des Täufers anschließen, so wird doch gerade in der Taufe Jesu Johannes zum Diener an ihm und seiner erlösenden Botschaft.

Die Begegnung mit Christus macht uns zu Dienern der Wahrheit, oder sie lässt unser Menschsein leer und sinnlos werden, wenn wir uns ihm versagen. Was wäre die Taufe des Johannes noch, wenn er sich geweigert hätte, dem Willen des Mensch gewordenen Gottes nachzugeben, der die Taufe wollte, um sich als solcher zu offenbaren?

Der Wille Gottes ist der einzige Weg zur Wahrheit, denn er ist die Wahrheit. So wird denn in der Taufe Jesu auch nicht eigene Sünde abgewaschen, sondern sein Menschsein bekräftigt und der Weg zum Heil erstmals offenbart. Die Kirche hat dann verstanden, wie in der Taufe Tod und Auferstehung verheißen wurden noch ehe sie geschichtliche Faktizität erlangt hatten – übrigens ganz ähnlich wie in der Feier des historischen Abendmahls, das auch den Tod begeht, ehe er erlitten war – dadurch kann nun auch in der christlichen Taufe eine Anteilnahme an der Auferstehung des Herrn eröffnet werden.

Hilarius von Poitiers, der ein bedeutender Bischof und Lehrer der Kirche im 4. Jahrhundert gewesen ist, hat es im arianischen Streit mit den schlichten Worten ausgedrückt: „Wer soll die Wahrheit sagen, wenn nicht der Diener der Wahrheit?“

In diesem Streit ging es um die wahre Gottheit Jesu, die durch die Arianer bestritten wurde, obgleich sie auch durch den Täufer im Evangelium klar bezeugt ist.

Nachdem Hilarius wegen seiner Standhaftigkeit im Glauben nach Kleinasien verbannt worden war, schrieb er glühende Worte an seine Gemeinden: „Schweigen wäre nicht Mäßigung, sondern Feigheit. Mögen die Hirten ihre Stimme erheben, nachdem die Mietlinge die Herde verlassen haben.“

Manchmal scheint es mir so zu sein, dass die großen Kämpfe unter uns Menschen niemals endgültig entschieden sind. Immer wieder drängen dieselben Zweifel heran, die das einzigartige Geschehen der in Christus vollbrachten Heilsgeschichte, seine Gottheit, die Notwendigkeit seines Leidens und Sterbens am Kreuz, die Tatsächlichkeit seiner Auferstehung in Frage stellen. 

Wir sollen ihnen, wie Hilarius, wie schon Johannes der Täufer begegnen durch das klare Bekenntnis der Wahrheit. „Nach mir kommt der Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich.“ Und auch wir sehen und bezeugen, dass dieser ist Gottes Sohn.

Nur aus diesem Bekenntnis heraus, nur aus unserer Dienerschaft gegenüber Gott, erheben sich unsere Begriffe von Wahrheit und Treue, die uns dann auch als Menschen untereinander binden.

Nur, wo wir uns zum wahren Gott bekennen, können wir uns am Altar wahre Versprechungen geben und durch sie unser Leben gestalten. Ohne Wahrheit und Aufrichtigkeit im Glauben und in der Liebe zerfällt alles zu Nichts.

Das ist die Verheißung unserer Taufe, das ist die Hoffnung unseres Glaubens, das ist der Kern des Bekenntnisses zum Sohn Gottes.

Amen



Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unsern Herrn.

Amen

Thomas Roloff

Donnerstag, 5. Januar 2023

Zum Gedenken an Benedikt XVI.

 

Gravur an der Münchener Mariensäule mit dem Datum des Besuches von Benedikt XVI..

Marktl am Inn, Inschrift am Geburtshaus Benedikt XVI. 

Was am Hl. Vater Benedikt XVI. sterblich war, liegt nun dort in St. Peter, wo vor seiner Heiligsprechung das Irdische seines Vorgängers Johannes Paul II. niedergelegt worden war. An diesem Tag wurde seiner mit einer Totenmesse gedacht. 

Papst Franziskus hat dabei eine sehr respektvolle geistliche Homilie über das Hirtenamt gehalten, die in wesentlichen Teilen aus einer Aneinanderreihung von Zitaten des Verewigten bestand (man findet den gesamten Text auf der Seite des Hl. Stuhles).

 "'Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist' ... Dies sind die letzten Worte des Herrn am Kreuz; sein letzter Seufzer - so könnte man sagen -, der das zu bestätigen vermag, was sein ganzes Leben kennzeichnete: ein ständiges Sich-Hingeben in die Hände seines Vaters."

"Betende Hingabe, die sich still zwischen den Kreuzungspunkten und Widersprüchen, denen sich der Hirte stellen muss... und der vertrauensvollen Aufforderung, die Herde zu hüten... herausbildet und verfeinert. Wie der Meister trägt er auf seinen Schultern die ermüdende Last des Eintretens für andere und die Zermürbung der Salbung für sein Volk, vor allem dort, wo das Gute zu kämpfen hat und die Brüder und Schwestern in ihrer Würde bedroht werden... In dieser Begegnung der Fürsprache bringt der Herr die Sanftmut hervor, die fähig ist, zu verstehen, anzunehmen, zu hoffen und alles zu wagen – über das Unverständnis, das dies hervorrufen kann, hinaus. Es ist eine unsichtbare und unbegreifliche Fruchtbarkeit, die entsteht, wenn man weiß, in wessen Hände man sein Vertrauen gelegt hat..."

"Und auch Hingabe, die vom Trost des Geistes getragen ist, der ihm bei seiner Sendung immer vorausgeht: in dem leidenschaftlichen Bestreben, die Schönheit und die Freude des Evangeliums zu vermitteln..., im fruchtbaren Zeugnis derer, die wie Maria in vielerlei Hinsicht beim Kreuz bleiben, in jenem schmerzvollen, aber starken Frieden, der weder angreift noch unterdrückt, und in der hartnäckigen, aber geduldigen Hoffnung, dass der Herr seine Verheißung erfüllen wird, wie er es unseren Vätern und seinen Nachkommen für immer verheißen hat..."

Benedikt XVI., Pfingstmesse im Petersdom am 15. Mai 2005

"Das gläubige Volk Gottes versammelt sich, es begleitet das Leben dessen, der sein Hirte war und vertraut es dem Herrn an. Wie im Evangelium die Frauen am Grab, so sind wir hier mit dem Wohlgeruch der Dankbarkeit und der Salbung der Hoffnung, um ihm noch einmal die Liebe zu erweisen, die nicht vergeht; wir wollen dies mit derselben Salbung und Weisheit, mit demselben Feingefühl und derselben Hingabe tun, die er uns im Laufe der Jahre zu schenken wusste. Wir wollen gemeinsam sagen: 'Vater, in deine Hände übergeben wir seinen Geist.'

Benedikt, du treuer Freund des Bräutigams, möge deine Freude vollkommen sein, wenn du seine Stimme endgültig und für immer hörst!"

Und auch wir wollen bitten, daß er nun schaut, was er geglaubt hat. Und wir wollen weeiter hoffen, daß das Wirken Benedikts XVI. nicht in seiner Kraft dahinschwindet, sondern lebendig bleibt und wächst.

Benedikt XVI. in Auschwitz-Birkenau 2006, mit dem berühmten Regenbogen

Benedikt XVI. dankt für Geburstagsgrüße am 16. April 2008 vom Weißen Haus

nachgetragen am 8. Januar


Sonntag, 1. Januar 2023

Zum Neuen Jahr






Eine Ansammlung mißglückter, verschwommener Bilder - von der Silvesternacht, meiner bescheidenen Weihnachts-Fensterdekoration des Wohnzimmers. Warum damit unschuldige Seelen belästigen? Aber dann dachte ich, von den technischen Unzulänglichkeiten kurz abgesehen: Was für ein Sinnbild der Zukunft. Das Bleibende erscheint unklar, die Freude fahl, aber die Bilder im Innern sind völlig intakt. Die kann ich natürlich nicht mitliefern. Aber andeuten.

Eines der Bücher, die ich wieder wegräumen sollte, weil es jetzt lange genug hier herumgelegen hat, ist das Drehbuch zu „Fanny und Alexander“, dem Film von Ingmar Bergman. Es schließt mit Worten von August Strindberg (aus „Traumspiel“): „Alles kann geschehen, alles ist möglich und wahrscheinlich. Zeit und Raum existieren nicht. Auf einem unbedeutenden Grund der Wirklichkeit spinnt die Einbildung weiter und webt neue Muster.“

Auch das Spiel der Träume ist trügerisch. Wenn wir Glück haben, erstaunen sie uns mit ihren farbenreichen Einfällen, zweifelhaften Erfindungen und den detaillierten Vorführungen gruseliger Dinge. Damit unsere Seele nicht unvorbereitet bleibt. 

Glückwunsch dem, der Träume wirklich nachzuerzählen vermag. Denn die Kategorien verfließen ständig. Aber Muster bleiben erkennbar. 

In dem Film wird ein dämonischer Bischof, Edvard Vergerus, für kurze Zeit zum Stiefvater der o.g. Kinder. Zur Mutter der Kinder sag er: „Ich will, daß du dein Haus verläßt, deine Kleider, deinen Schmuck, deine Möbel, deine Freunde, deine Besitztümer, deine Gewohnheiten und deine Gedanken. Ich will, daß du dein früheres Leben voll und ganz abstreifst.“

Äußerlich Ähnliches wurde Abraham gesagt. Doch der Teufel lügt am liebsten mit der Wahrheit und nimmt deren Maske an, oder die der Gerechtigkeit, oder was immer nützlich scheint.

Laß alles zurück, euren Glauben, eure Traditionen, was euch vertraut ist an Namen und Geschichten, eure innere Sicherheit, eure Kultur. Vertraut uns. Wir werden das alles auslöschen, aber dann! Ein neuer Albtraum? Wir werden es sehen.

Ein überlebensreiches gutes und gesegnetes Neues Jahr!

nachgetragen am 7. Januar

Samstag, 24. Dezember 2022

Frohe & Gesegnete Weihnachten

 

Diese beiden Seiten sind aus einem Kinderbuch aus der letzten Kaiserzeit (das ich hier einmal etwas länger vorgestellt hatte).

Dieser Beitrag ist keine Täuscherei, gewissermaßen aber ein Nachtrag. Das Weihnachtsfest liegt tatsächlich hinter uns, aber die Weihnachtszeit dauert mindestens bis Epiphanias (die Hl. Drei Könige warten also noch auf uns), so wollen wir einigen zeitlosen Weihnachtsgedanken nachfolgen.

Mahalia Jackson hat mit ihrer Interpretation (Silent Night) von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ die Essenz des Ereignisses völlig gültig vorgetragen, wie folgend zu hören ist.


Wir kommen zu etwas Merkwürdigem: „Do You Hear What I Hear?“, vorgetragen von Bing Crosby. Der Text hat etwas von einer neu-protestantischen Predigt. Ein König bekehrt sich und erklärt, ein  Kind werde "Güte und Licht bringen". Aber warum und welche Geschichte ist gemeint (das Evangelium ist hier deutlich ernster) und welches Kind? Dieser Artikel wird die nicht auflösbare Konfusion  nicht klären, aber weiter ausführen. Und es ist ein sehr eingängiges Stück.


Über den Stammbaum Jesu

Der Hl. Vater hat vor 10 Jahren ein schmales Buch über die Geburtsgeschichten Jesu vorgelegt. Ich hatte hier versucht, es vorzustellen.

Zum Stammbaum Jesu sagt er: Maria sei der neue Anfang. Ihr Kind stamme von keinem Mann, sondern sei Neuschöpfung durch den Heiligen Geist. 

„Josef ist der rechtliche Vater Jesu“, durch ihn gehört er rechtmäßig zur Sippe Davids, der Stammbaum ist nicht belanglos, aber zum anderen komme er von Gott her. „Das Geheimnis des Woher, des doppelten Ursprungs begegnet uns ganz konkret: Seine Herkunft ist zu benennen, und dennoch ist sie Geheimnis.“ Der Stammbaum der Männer habe sein geschichtliches Gewicht. „Und dennoch ist es am Ende Maria, die demütige Jungfrau aus Nazareth, in der ein neuer Anfang geschieht, das Menschsein neu beginnt.“

Um es nüchterner zu sagen: Gott ist kein Ehebrecher (sollte er selbst gegen die von ihm erlassenen Gebote verstoßen), er handelt nicht nach der Art antiker Götter mit ihren Amouren (etwa wie bei der Dame Leda mit Zeus als Schwan, inwiefern wäre dann Christi Inkarnation sonst ein derart herausgehobenes Ereignis und nicht vielmehr einfach die Variation eines bekannten mythologischen Musters), sondern Gott hat seine Sohnschaft Jesu in diese Ehe hinein gestiftet. Darum haben die Evangelisten auch kein Problem mit der Angabe von Jesu Davidischem Stammbaum und schon Johannes der Täufer sagt (in Matthäus Kap. 3 V. 9): „Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.“

Warum ist das wichtig. Zurück zum Hl. Vater: „Wer an Jesus glaubt, tritt durch den Glauben in Jesu eigenen und neuen Ursprung hinein, empfängt diesen Ursprung als den seinigen.“ „So wie die Stammbäume am Ende abbrechen , weil Jesus nicht von Josef gezeugt wurde, sondern ganz wirklich durch den Heiligen Geist aus der Jungfrau Maria geboren worden ist, so gilt nun auch für uns: Unser wahrer ‚Stammbaum‘ ist der Glaube an Jesus, der uns eine neue Herkunft schenkt, uns ‚aus Gott‘ gebiert.“

Wie wir hören müssen, liegt der Hl. Vater Benedikt XVI., vormals Joseph Kardinal Ratzinger im Sterben. Er war seit langem verstummt. 

Beten wir für seinen gesegneten Heimgang zur Quelle der Herrlichkeit und dafür, daß uns Gott den Beistand Seines Geistes erhalten und die vor uns liegende Zeit gesegnet sein möge.

The Lamb, Sir John Tavener

Little Lamb, who made thee?
Dost thou know who made thee?
Gave thee life, and bid thee feed
By the stream and o'er the mead;
Gave thee clothing of delight,
Softest clothing, woolly, bright;
Gave thee such a tender voice, 
Making all the vales rejoice?
Little Lamb, who made thee?

Dost thou know who made thee?
Little Lamb, I'll tell thee,
Little Lamb, I'll tell thee:
He is called by thy name,
For he calls himself a Lamb.
He is meek, and he is mild,
He became a little child.
I, a child, and thou a lamb,
We are called by his name.
Little Lamb, God bless thee!
Little Lamb, God bless thee!

nachgetragen am 30. Dezember

Donnerstag, 24. November 2022

Nostalgie

 

gestohlen von hier, und vor allem von hier

Samstag, 5. November 2022

Über Tage

 









Ob Mauern, ob Wege oder das Offene. Gelassen dem Nebel entgegen.


nachgetragen am 6. November