Montag, 25. Juli 2011

Jakobus und Regen


Also für einen Spätherbst ist das Wetter immer noch recht angenehm, ach richtig, wir haben ja Hochsommer, wie auch immer. Mein sonntäglicher Spaziergang gestern war eher eine Wasserwanderung. Davon gebe ich 2 Bilder zur Illustration bei, andererseits ist zu große Hitze ja auch dem Denkvermögen abträglich.

Herr Roloff hat recht angenehm an den Hl. Jakobus erinnert, der entsprechende Beitrag findet sich nachfolgend:


Jakobus – einer der Donnersöhne

Der Jakobsweg erfreut sich schon einiger Zeit wieder großer Beliebtheit. Aus allen Teilen Europas führt er durch ganz Frankreich und den Norden Spaniens nach Santiago de Compostella, an das Ende der Welt. Jedenfalls glaubte man bis in das Mittelalter, dass dieser weit in den Atlantik hinausgeschobene Zipfel felsiger Küste das Ende der Welt sein müsse. Dort in der gewaltigen Kathedrale findet sich das Grab des Apostels Jakobus des Älteren, dessen Gedenktag die Kirche am 25. Juli feiert, und die zu einem der bedeutendsten Pilgerorte der Christenheit werden sollte.

Jakobus war ein Sohn des Fischers Zebedäus und Bruder des Johannes und lebte bis zur Begegnung mit Jesus am See Genezareth. Christus gab den Geschwistern wegen ihres ungestümen Eifers den Namen „Donnersöhne“. Sie und Petrus gewannen eine besondere Stellung im Jüngerkreis. Sie waren bei ihrem Herrn als er auf dem Berge Tabor verklärt wurde und auch in seiner Todesangst im Garten Gethsemane. Besondere Bekanntheit erlangte die Geschichte im Matthäusevangelium, die davon handelt, wie die Mutter bei Jesus um die Plätze zur Rechten und zur Linken in seinem Reich für ihre Söhne bittet und dadurch den Unwillen der anderen Jünger verursacht.

Nach dem Pfingstfest verkündet Jakobus das Evangelium in Samarien, bis er um Ostern 43 unter König Herodes Agrippa I. von Judäa in Jerusalem mit dem Schwert enthauptet wurde. Er war damit der erste Märtyrer unter den Jüngern, wie wir aus der Apostelgeschichte wissen.

Auf teilweise wundersamen Wegen ist Jakobus nach Spanien gelangt. Hier hat er sich 813 auf dem Sternenfeld – Compostella – einem Eremiten offenbart. Sofort wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen und die Reliquien des Heiligen dort am 25. Juli 816 beigesetzt, weshalb sein Fest bis heute an diesem Tage gefeiert wird.

Die Verehrung, die der Heilige erfuhr, steigerte sich ins Grenzenlose, als man in ihm einen wirksamen Helfer im schicksalhaften Abwehrkampf erblickte, den das Abendland in jener Zeit gegen die Mauren führte. Er bekam den Beinahmen „Matamoros“ – Maurentöter – und wurde Patron der Reconquista, die am 2. Januar 1492 mit der Kapitulation Boabdils, des letzten Emirs von Granada, siegreich endete.

1492 wurde damit in zweifacher Weise das Jahr einer großen Zeitenwende. Es endete nämlich nicht nur dieser aus einem zutiefst mittelalterlichen Geist heraus geführte Krieg, sondern das Mittelalter selbst. Mit der Entdeckung Amerikas im selben Jahr am 12. Oktober begann die Renaissance und entfaltete in allen Bereichen des Lebens einen vollkommen neuen Sinn. Aus der Rückeroberung Spaniens wurde die Eroberung Amerikas, aus der Reconquista wurde die Conquista, und sie brachte nun Santiago, wie unser Heiliger Jakobus spanisch heißt, in viele Länder des Kontinents. Santiago de Chile und Santiago de Cuba sind dafür ein beredter Ausdruck.

Die Verehrung dieses großen Heiligen wurde jetzt eine globale Angelegenheit. Seit dem Jahr 1122 wird in Santiago de Compostella immer dann ein Heiliges Jahr gefeiert, wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Das war im vergangenen Jahr der Fall und brachte rund 10 Millionen Pilger in die Stadt. Diese Größenordnungen kannte man bisher nicht. 1926 kamen beispielsweise nur 90.000 Pilger. Die Zahl ist erst in den 70er und besonders in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts explosionsartig auf über 7 Millionen gewachsen und erreichte 2004 mit 12 Millionen einen vorläufigen Höhepunkt. Das nächste Heilige Jahr wird es in Santiago 2021 geben.

Die Bauernregel sagt uns übrigens: „Um Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken.“
Thomas Roloff

Kommentare:

Mr. Urs hat gesagt…

...was mich dran erinnert, dass mein Vater Namenstag hat. Danke Martin :)

MartininBroda hat gesagt…

Oh, es ist immer ein angenehmes Gefühl, wenn man behilflich sein konnte :)