Sonntag, 28. Juni 2015

Sonntag &


Mitunter riechen Rosen nach Himbeeren, das ist merkwürdig, aber nicht unnaürlich, sogar schön. Die Rosen erfreuen derzeit sehr.

Und wiederum sieht manchmal etwas äußerlich zwar nett aus, tatsächlich hat sich jedoch das Grauen darin eingenistet. Man ahnt die Richtung, die der Beitrag heute nehmen muß.

Ich hatte den Sonntag-Vormittag in Feldberg zugebracht. Es war sehr entspannt. Der Chor hatte seinen letzten Gottesdienst-Auftritt vor der Sommerpause und war offenkundig in so guter Form, daß es noch eine Zugabe geben mußte, was für einen Gottesdienst eher ungewöhnlich ist. Leider hatte ich die Speicherkarte meiner Kamera vergessen, daher gibt es davon keine Bilder. 


Die Einladung, gemeinsam mit einigen Sangeskollegen noch Essen zu gehen, schlug ich aus Pflichtgefühl aus, was ein Fehler war. Mit Eintritt in die Wohnung kippte meine Stimmung nämlich komplett und meine Befürchtungen bestätigten sich bald. Ich habe ziemlich gezögert, diesen Bericht abzuliefern, aber jetzt will ich da durch:

Frau W. hatte mit Hilfe der noch betagteren Nachbarin gekocht und behauptete steif und fest, damit habe sie mir eine Freude machen wollen. Nun ist es nicht schön, das so deutlich zu sagen, aber es gibt Gründe dafür, warum ich am Sonntag koche, und sie kennt sie (obwohl sie ihre Freundinnen immer wieder mal nötigt, mir gegenüber zu bestätigen, was für eine herausragende Köchin sie sei).


Ich hatte vorgehabt, Bouletten zu braten und dazu Pfannengemüse zu schmoren. Der erste Teil hatte sich erübrigt. Den 2. habe ich zwar noch bestritten, doch das hätte ich auch besser sein lassen sollen. Die Nachbarin stürmte dann bald fort, als sie den Temperaturabsturz bemerkte, und ich durfte so noch beim halb fertigen Kartoffelbrei helfen, genauer gesagt reichte ich die Sahne, die dort reichlich hineingeschüttet wurde. Wie sich später herausstellte, fehlte ihm das, was die Bouletten überreich abbekommen hatten – das liebe Salz.

Ansonsten waren die nach der bekannten Manier hergestellt worden, was ebenfalls bedeutet, daß sie bei eher niedriger Temperatur in reichlich Fett gebraten worden waren, so daß man eine recht weiche Masse erhielt, die sich mit Fett vollgesogen hatte.


Mein Fehler nun war, in dieses salzige Fett auch noch das Pfannengemüse zu tun und es darin zu schmoren. Ich habe alles in allem lange nicht so ein kulinarisches Erlebnis über mich hineinstürzen fühlen dürfen wie an diesem Sonntag.



Denn natürlich habe ich tapfer versucht, von allem etwas herunterzubekommen, was bald mißlang und mich schließlich motivierte, mich angenehmeren Eindrücken außerhalb des Hauses auszusetzen, gestärkt von „Subway“ übrigens.

nachgetragen am 29. Juni

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Da hat die Residenzstadt - neben vielen anderen Aspekten - auch kulinarisch einen Vorteil gegenüber der Kreisstadt: Es gibt belegte Markenbrote. Der hiesige Versuch scheiterte bereits vor Jahren und so muss der des Belegens Unkundige nicht mehr an die weiter entfernte Jarmener Tankstelle, sondern wird auch bei der kleinen Konkurrentin fündig.

Dem Klassiker häuslicher Esskultur sei positives abgerungen, dass spätestens bei der verdaulichen Vermischung summa summarum ein ausgeglichener Salzhaushalt erreicht wurde. Kartoffeln nehmen ja gern Salz auf. Bei deiner Low-carb-Variante ist das sicher kein wirklicher Trost. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Ach Gott, schon wieder Jahre her? Ich sach ja ümmer, irgendwann sündt wa dot und denn merkens wa jar nich. Hat mich auch gewundert. Die Ladenmiete zu hoch? Wer weiß. Ist übrigens direkt neben der Stadtkirche hier, die Sprößlinge des "landlords" wiesen mich darauf hin, ist ein bißchen um die Ecke.

Ja das war so etwas wie der sehr späte Heesters als Mahlzeit, nur schlimmer. Vielleicht hätte man alles pürieren müssen. Aber die Damen müssen bei ihrer angeregten Unterhaltung, mutmaßlich über früher, auch noch eine angeschimmelte Zwiebel übersehen haben, anders ist der "Geschmack" nicht erklärbar. Wie auch immer.

Ich wollte das wirklich erst ganz unter den Tisch fallen lassen *har*har. So ist ein Akt von bloggender Notwehr geworden. Oh, sie proben wieder...

MartininBroda hat gesagt…

*es ein Akt...

DirkNB hat gesagt…

Das *har*har erinnert mich an einen Film, den ich dieser Tage erst mal wieder hervorgekramt und zur eigenen Sedierung geschaut hatte. "Klamotte" ist die treffendste Beschreibung. Die Hauptfigur sagte, im Anblick eines Sieges, auch mal *har*har ... Ich fand es passend.

Es war wohl nicht nur die Ladenmiete, wenn man der Gerüchteküche glauben schenken darf. Auch die Einengungen durch den Franchise-Vertrag strangulierten wohl das junge Unternehmertum. Dazu kamen eigentümliche Angebote: Wozu bietet man in einem Restaurant, in dem man sich seinen Softdrink selber abfüllt, unterschiedliche Bechergrößen an?
Auch der Versuch, ohne die große Marke im Hintergrund, mit den belegten Broten Fuß zu fassen, war nicht von langem Erfolg gekrönt. Nunja, es liegt nicht in der Natur des hiesigen, sich aus zu vielen Wahlmöglichkeiten etwas auszusuchen und zusammen zu stellen. 3 Brote, 3 Salate, 6 Gemüse, 5 Soßen, 5 Fleische und 5 Toppings (á la Sonnenblumenkernen oder ähnliches) ergibt 6750 verschiedene Brote plus mehrfachauswahl aus den Kategorien ... Eindeutig zu viele. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Das stimmt, Vielfalt überfordert das einfache Gemüt regelmäßig, und sei es die gefühlte. Schade eigentlich, ich mochte die irgendwie. Besten Dank für die Info(rmation).
Langsam könnte ich die Heiratsvermittlerin Dolly mitsingen, wenn ich mir zuvor irgendwohin träte, will ich aber nicht.

DirkNB hat gesagt…

Na, da wird es doch noch einen passenderen Gesangspart geben ...

naturgesetz hat gesagt…

I wonder if you're familiar with the saying, "Too many cooks spoil the broth." I've found from my Rothenburger friends that often German has equivalents. In some cases one seems to be a translation of the other.

Subway certainly isn't haute cuisine, but I've occasionally tried one of their special offerings and found them quite tolerable.

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB So man denn wöllte.

MartininBroda hat gesagt…

@naturgesetz The same German saying goes: “Zu viele Köche verderben den Brei.” But I doubt that was the crux of the matter here. It depended but rather with the issue of accepting the reality of aging or not and I was really hesitant to report it this way so clear here. But even our Lord and Saviour was angry sometimes, so - who I am?

I'm sorry for my late reply. Hope you're doing fine.