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Montag, 28. Februar 2011
Mecklenburgische Altertümer
Ich weiß, der Satz klingt ein wenig nach Nonsens, aber dieses Land Mecklenburg wirkt in gewisser Hinsicht etwas vegetabil. Dabei ist es gar nicht geschichtslos, es ist sogar ein sehr altes Land, es sind die verheerendsten Stürme darüber hinweg gezogen, aber das ist es auch, es blieb immer von eher passiver Natur. Von hier aus ist nie wirklich etwas ausgegangen, das die Welt in Atem gehalten hätte. Einzelne bemerkenswerte Menschen hat es durchaus hervorgebracht, Johann Heinrich Voß etwa oder die vielgeliebte Königin Luise. Die regierenden Herzöge waren, wenn es gut ging, tüchtig, aber das hing auch an ihrem durch die ständische Verfassung beengten Spielraum. Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg (Schwerin), geboren am 28. Februar 1823, war zweifelsohne ein tüchtiger und bemühter Mann, nur weiß ich meinen Worten von vor 2 Jahren gerade nicht viel hinzuzufügen. Seine Mutter, Alexandrine von Preußen, die eine Tochter der erwähnten Königin Luise war, muß hingegen eine eindrucksvolle Person gewesen sein, wie ich früher schon einmal anmerkte. Für ein passendes Bild eines Hünengrabs mußte ich übrigens auf die Insel Rügen ausweichen, aber Vergleichbares existiert im Mecklenburgischen auch.
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Mecklenburg
Freitag, 6. August 2010
Über das Heilige Römische Reich
Kaiser Franz I. von Österreich im österreichischen Kaiserornathier gefunden
Der Staat, in dem die Deutschen die längste Zeit ihrer Geschichte lebten, ist erst seit wenig mehr als 200 Jahren untergegangen, man muß dennoch sehr nach seiner Präsenz im heutigen Bewußtsein suchen. Manchmal kommt einem dieses Land vor wie ein junger afrikanischer Nationalstaat, der seine koloniale Vergangenheit am liebsten auslöschen möchte, verwirrte Zeiten, nun warum auch immer und wie auch immer.
Am 1. August 1806 erklärten Bayern, Württemberg, Kurmainz, Baden, Hessen-Darmstadt, Nassau, Kleve und Berg, Hohenzollern-Sigmaringen und ein paar weitere „Fürsten“ gegenüber dem Reichstag den Austritt aus dem Reich. Napoleon gab zugleich zu erkennen, die Reichsverfassung nicht mehr anerkennen zu wollen. Die ersteren hatten sich zuvor zum Rheinbund zusammengeschlossen und sich Napoleon zum Protektor erwählt, der belohnte sie dafür mit Königstiteln und anderen Erhöhungen.
Ich weiß nicht , ob es derartige Fernwirkungen gibt, aber wenn man sich fragt, wie 1918 jahrhundertealte Bindungen geradezu pulverisieren konnten, dann kann man daran erinnern, daß eine Reihe deutscher „Fürsten“ in einer Mischung aus Skrupellosigkeit, Schwäche, Eigennutz und Gier ein wunderbares Vorbild abgaben.
Es liegt nahe, Franz II. das Niederlegen der Krone des Heiligen Römischen Reichs übelzunehmen, zumal außer Preußen ja noch eine Reihe weiterer Staaten im Reichsverband verblieben waren, aber durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803 gab es zudem ein protestantisches Übergewicht im Reich, so daß ein Nachfolger Franz II. vermutlich kein Habsburger mehr gewesen wäre.
Napoleon tat nun also das, wovon schon viele französische Könige geträumt hatten, er griff nach der römischen Kaiserkrone und begann zuvor damit, die alte Verfassung des Reichs auszuhöhlen. Johann Aloys Josef Freiherr von Hügel und Graf von Stadion hatten ein Gutachten über die Bewahrung der Kaiserwürde des Reiches verfaßt mit dem eben genannten Ergebnis und dem Ausblick, daß ein Festhalten am Kaisertitel zum Krieg mit Napoleon führen würde, sie empfahlen daher den Verzicht.
In gewisser Weise nahm Napoleon Franz II. die Entscheidung darüber ab, denn in einem Ultimatum wurde dem österreichischen Gesandten in Paris, General Vincent, mitgeteilt, sollte Franz II. bis zum 10. August nicht abdanken, würde Österreich angegriffen. Und so verkündete am 6. August 1806 Franz II., er sähe sich nicht mehr in der Lage, seine kaiserlichen Pflichten zu erfüllen. Der Herold des Reiches bestieg die Balustrade der Kirche "Zu den neun Chören der Engel" am Hof in Wien und verkündete das Ende des Reichs mit den Worten seines letzten Kaisers:
„…, daß Wir das Band, welches Uns bis jetzt an den Staatskörper des deutschen Reichs gebunden hat, als gelöst ansehen, daß Wir das reichsoberhauptliche Amt und Würde durch die Vereinigung der conföderirten rheinischen Stände als erloschen und Uns dadurch von allen übernommenen Pflichten gegen das deutsche Reich losgezählt betrachten, und die von wegen desselben bis jetzt getragene Kaiserkrone und geführte kaiserliche Regierung, wie hiermit geschieht, niederlegen.“
Er löste das Reich gleich mit auf, wozu er gar nicht berechtigt war, denn der Kaiser war nur ein Organ des Reiches neben anderen, er verkündete:
„Wir entbinden zugleich Churfürsten, Fürsten und Stände und alle Reichsangehörigen, insonderheit auch die Mitglieder der höchsten Reichsgerichte und die übrige Reichsdienerschaft, von ihren Pflichten, womit sie an Uns, als das gesetzliche Oberhaupt des Reichs, durch die Constitution gebunden waren.“
Damit war ihm nur noch das eben erst geschaffene österreichische Kaisertum verblieben. Sicherlich wäre auch ohne diesen Schritt das Alte Reich untergegangen. Man war sozusagen in einem Akt von Staatsklugheit Napoleon zuvorgekommen. Daß es keinen Widerstand gegen die Auflösung des Reiches gab und es nach dem Sieg über Napoleon auch nicht wiederbegründet wurde, spricht für sich. In gewisser Weise war die Aggression Napoleons auch mit einer Art Charakterprüfung verbunden. In Preußen hatte man daraus Lehren gezogen, die unter den „Hardenberg- Stein’schen Reformen“ bekannt sind, und es hatte ein Selbstbewußtsein gestärkt, daß sich etwa an einer Königin Luise aufrichten konnte. Aber diese Probe haben viele auch nicht bestanden.
Ich hatte schon einmal einen Anlauf gemacht, über dieses Heilige Römische Reich zu schreiben, der nun wieder nicht zustande kommt, aber dieses Datum wollte dich doch festhalten. Übrigens unter dem gleichen Datum begann ein paar Jahre zuvor die Schändung der Grablege der französischen Könige der Basilika Saint-Denis, wochenlang werden die Leichname in einem Massengrab verscharrt oder in die Seine geworfen, die Monumente verwüstet, nicht ganz unpassend.
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Dienstag, 22. Dezember 2009
Über Demmler und wiederkehrende Erinnerungen

Diese Bemerkungen müssen etwas fragmentarisch bleiben, denn offen gestanden wird dieser Post erst am Folgetag beendet, und es spricht wahrscheinlich nicht gegen den Gegenstand, wohl aber gegen den Autor, wenn dieser über dem Schreiben eingeschlafen ist.
Ich wollte eigentlich etwas zu Georg Adolf Demmler anmerken, mecklenburgisch-schwerin‘scher Hofbaurat und Sozialdemokrat, eine in der Tat etwas ungewöhnliche Mischung, der am 22. Dezember 1804 geboren wurde. Schwerin hat ihm einiges zu verdanken, vor allem das Schloß zu wesentlichen Teilen. Dabei halte ich ihm besonders zugute, daß er bei dem Schloßneubau, der unter ihm begann, wesentliche Vorgängerbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert auf der Seeseite geschont und in den Neubau einbezogen hat.

Insbesondere über sein Verhältnis zu Großherzog Friedrich Franz II. ließe sich noch einiges sagen, aber zum einen habe ich über Demmler vor einem Jahr schon einmal hier etwas kurz bemerkt und dann läßt sich das wohl besser demnächst passenderweise am selben Tag nachholen.
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Donnerstag, 16. April 2009
Friedrich Franz II.

Eigentlich wollte ich schon gestern an einen für diesen Flecken Erde relevanten Großherzog erinnern, Friedrich Franz II., der zwar dem benachbarten größeren Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin zugehört, aber da Mecklenburg irgendwie immer ein Ganzes geblieben ist, sei es drum. Jedenfalls ist er am 15. April 1883 verstorben.
Die Verspätung hängt auch ein wenig daran, daß es ein mühsames Geschäft ist, ihm Rühmenswertes zuzusprechen. Am augenfälligsten noch ist sein Verdienst bei der Verschönerung seiner Residenzstadt Schwerin. Der Schloßneubau ist maßgeblich von seinen Vorstellungen geprägt, das Museum am Alten Garten wurde in seiner Regierungszeit fertiggestellt. Überhaupt, daß sich Schwerin wie eine klassische (und zum Glück so auch erhaltene) Residenz darstellt, ist vor allem ihm zu danken.
Andererseits waren die Zustände im Lande aber von der Art, daß sie Reichskanzler Bismarck wohl zu dem bekannten Ausspruch veranlaßt haben: "Wenn die Welt untergeht, gehe ich nach Mecklenburg. Da geht sie 50 Jahre später unter." Mecklenburg behielt bis 1918 nicht nur seine Verfassung von 1755 („Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich“), auch wirtschaftlich waren die Verhältnisse so, daß bis zum Jahr 1900 etwa 120.000 Mecklenburger vor allem nach Amerika auswanderten.
Aber das eine ist zum Glück vollendete Vergangenheit, während das Schloß in Schwerin immer noch steht.

Das alte Schweriner Schloß
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Das neuerbaute Schloß
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