Sonntag, 24. Mai 2015

Pfingsten &


Pfingsten also. Ich habe, denke ich, kürzlich erwähnt, wie mir ein ganzes zerteiltes Reh zustieß. Der Anfang vom Fortgang der Geschichte war eine Rehkeule; die ein paar Tage im Kühlschrank (nicht mehr tiefgefroren) vor sich hin reifte. Und dann über Nacht in sehr viel Rotwein eingelegt wurde. Es ist lustig, wie man auch noch auf die beiläufigste Nebensächlichkeit achtet, wie etwa Piment, Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Rosmarin, Wacholderbeeren..., um eines komplett  zu vergessen - das Salz.

Das mußte man halt nachträglich darüberstreuseln. Die eingelegte Rehkeule wurde heftig angebraten und kam dann in ihr Lotterbett zurück und in den Ofen. Aus dem Sud wurde selbstredend später eine Sauce, deren Säure beklagt wurde, nun ja, es war Rotwein und nicht Zuckersirup. Aber es bestand ein Ausweg. Mein Gemüse war nämlich keines.


Ich hatte Preiselbeeren und Brombeeren den Abend zuvor in Rum eingelegt und jetzt nur ein wenig erwärmt. Und als ich zum Ende der „Sitzung“ hin erwähnte, ich könne den Rest doch in einen Obstsalat tun, wurde unmittelbar im Anschluß an die gerade gehörte Behauptung, man sei jetzt sehr satt, dieser schnell an sich gerissen und so „gerettet“.




Es war alles sehr gut. Und das Reh weder zu trocken, noch zu zäh, alles war  - durchaus zu meiner Verwunderung - genau richtig, bis auf das fehlende Salz eben. 



Frohe Pfingsten!

 nachgetragen am 25. Mai

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Da war der Pfingstochse also ein Reh ... ;-) Warum nicht, mich ereilte des Mittags eine Ente. Die verbindet man auch eher mit anderen Jahreszeiten. ;-)
Apropos fehlende Gewürze. Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erzählte, aber vor einiger Zeit aß ich mal ein selbst gebratenes Stück edles Fleisch vom Rind, ich erinnere mich nicht mehr, welches Teil, es könnte Rip-Eye oder Roastbeaf gewesen sein. Es schmeckte gut, wenn auch etwas anders als gewohnt. Bis mir dann irgendwann einfiel, dass auch hier das Salz durch Abwesenheit glänzte.
Warmer Rumtopf zum Reh als Beilage ist aber auch etwas gewagt. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Nun, als der weitaus schlauere Küchenexperte weißt Du natürlich, daß das mitnichten ein Rumtopf war (allenfalls der Anfang davon). Wie kam es aber dazu. Alle meinen, zu Wild gehörten bestimmte Dinge wie etwa Preiselbeeren unbedingt dazu, als Reminiszenz vermutlich, wie auch immer. Mir leuchtet das durchaus ein. Nur stand ich vor meiner Rotweinsauce und dachte mir, nein, das lösen wir anders.

Preisel- und Brombeeren hatte ich, wie gesagt, aber es war mir ein Horror, die Vitamine etc. verkocht zu sehen, u.a. Daher kam ein wenig Rum ins Spiel und später auch nur wenig Wärme, sonst nichts. Und ich denke fast, daß das das Beste von allem war.

Die Salzgeschichte war sehr sinnhaft in der Tat, und nein, ich kannte das noch nicht (allerdings ist mein Gedächtnis inzwischen auch hilfreich wie ein verrosteter Eimer).

Ach übrigens, das wollte ich schon so oft anmerken: ich höre jedesmal heraus - „Unverantwortlich für die Sendung ist...“ :)

DirkNB hat gesagt…

Das sind eben die unverantwortlichen Wortspiele ... ;-) Wenn ich dran denke und das Vernuscheln konzentrativ überspiele, scheint das "und" eher als "untt" gesprochen. Vermutlich liegt die Kunst im Weglassen. Aber das muss man sich auch erstmal angewöhnen.

Preiselbären zum Wild, Muskat zu den Kartoffeln, Kümmel an den Kohl. Es gibt schon ein paar Standards, die manches lecker, aber auch irgendwie immer wieder gleich machen. Da sind die beinahe rohen Früchte schon beinahe eine Abwechslung. Feigensenf auf Käse ist auch lecker ...