Sonntag, 2. Dezember 2012

Sonntag &

poorly translated

Das heutige Hauptgericht ist einem Kühlschrank zu verdanken, der passend zum Wochenende die ihm zugedachte Tätigkeit einstellte und sich so in eine Art zwar beleuchteter, aber nicht gekühlter Speisekammer verwandelte. Man mag meinen Unwillen nachvollziehen, darüber auch noch zu berichten.

Dabei war es im Ganzen ein sehr angenehmer 1. Advent. In St. Johannis gab man Kantaten aus Bachs Weihnachtsoratorium (kurios, ich hatte tatsächlich zuerst irrtümlich St. Nikolai geschrieben),  die Aufführung war (aber vielleicht interpretiere ich auch zu sehr, denn ich dämmerte währenddessen intensiv irgendwohin, nein, das ist kein Euphemismus für's Einschlafen) sehr gemäßigt, geradezu intim, nicht zu langsam, aber wie gesagt.

Zum Advents-Essen: Der Bericht kann schmal ausfallen, er ist eh verspätet: Schweineschnitzel, die lange im Schlund des Eises geschlafen hatten, wurden zum Bestandteil eines Art Auflaufs–Nr. 1 - eine Schicht kleingeschnittener Zwiebeln, die kurz angebratenen Schnitzel, darauf frischer Thymian und eine letzte Schicht (ehemals) tiefgefrorener Champignons. Auf das alles eine  - horribile dictu - Flüssigkeit aus Milch, Sahne und dem aufgelösten Instantprodukt eines Markenherstellers.

Auflauf Nr. 2 – eine mit Butter gefettete Auflaufform nahm dünn geschnittene rohe Kartoffeln auf, darauf Butter-Flocken und zerkleinerten Greyerzer Käse und zerdrückten Knoblauch, darauf Teltower Rübchen, zerkleinert, wieder Butter etc. und Kartoffeln, das Ganze kam in den Ofen (nun das vorige auch), doch Auflauf Nr. 2 verlor nach einer knappen Stunde seine Abdeckung und bekam nochmals etwas Käse und Butter.

Ich entschuldige mich förmlich für den Eisentopf auf dem Tisch, ich weiß, er sticht in jede ästhetische Empfindung hinein, aber man kann sich das Geschehene im Nachhinein nicht schön reden, nun, man kann es versuchen, doch das ist albern.


Today's dish is due to a refrigerator that - matching the weekend - stopped its intended activities and so turned into some kind of a lit, but not refrigerated pantry.  So one may understand my unwillingness even to write about it.

It was on the whole a very enjoyable first Advent. St. John's was given cantatas from Bach's Christmas Oratorio (strange, I actually wrote first mistakenly St. Nikolai, Potsdam memories must have mixed in), the performance was (but maybe I interpret too much, for my mind dawned meanwhile somewhere intense, no, that's not an euphemism for falling asleep) very moderate, almost intimate, not too slow, but as I said.

About the dish: The report can be short, it’s already late anyway - pork steaks, which had long slept in the depths of the ice, became a part of a kind of casserole - no. 1 - a layer of finely chopped onions, sautéed steak, fresh thyme and a final coat (formerly) frozen mushrooms. Finally doused with a liquid from milk and cream and - horribile dictu - the dissolved instant product of a brand manufacturer.

Casserole No. 2 - a greased with butter baking dish took thinly sliced raw potatoes and butter flakes and grated Gruyere cheese and crushed garlic, thinly sliced Teltow turnips, again potatoes and butter etc., the whole thing came in the oven (the previous one as well), but no. 2 lost after an hour its cover and got again some cheese and butter.

I apologize formally for the iron pot on the table, I know it stings into any aesthetic sense, but you can’t sugarcoat what happened already afterwards, well you can try it, but that's ridiculous.

nachgetragen am 3. November

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Der dritte Auflauf wäre dann der, wenn viele Leute am Tisch stehen würden, um das Essen zu bewundern. In der Not macht der Teufel Auflauf. So oder so ähnlich sagt es Gevatter Volksmund so schön. Das Ungewöhnliche daran ist wohl nur die Dopplung: Auflauf mit Beilage Auflauf.
Sicher ist der Ausfall des Kühlschranks ein guter Grund, ungewöhnliche Sachen zu kochen. Andererseits steht zur Zeit ein sehr viel größerer Kühlschrank als Alternative parat: Der Freiluftbalkon. Katzen- und anderer Raubtiere abgesichert und von fremdem Fuß unbetretbar sollte er schon sein. Die momentanen Außentemperaturen bieten das doch geradezu an.

MartininBroda hat gesagt…

Und wenn man lange genug mit einer Antwort wartet, stimmt es sogar im Wesentlichen. Aber zu besagtem Zeitpunkt war mir das mit den (Ur)alt-Schnitzeln und den nicht ganz so alten Pilzen doch noch etwas zu heikel. Aber es ist hübsch, was man beim Aussortieren alles so findet, z.B. Löwenzahnsirup von Mai 2003!

DirkNB hat gesagt…

Dabei fällt mir ein, dass ich meinen Kühlschrank auch mal wieder aus-/aufräumen müsste. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Es sind wirkliche Entdeckungsreisen, wir haben / hatten 3 Kühlgeräte, der andere Kühlschrank ist jetzt auch übersichtlicher geworden, aber der Gefrierschrank... :(

DirkNB hat gesagt…

Gefrierschrank (separat) habe ich nicht. Nur eben das Gefrierteil eines Kühlschranks, als separates Gerät würde man es wohl als Gefrierwürfel bezeichnen. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

Ach, je mehr Platz man hat desto mehr möhlt man sich zu. :)