Sonntag, 9. Februar 2014

Sonntag &


Der Fischfrau des Vertrauens war leider der Lachs ausgegangen, also mußte ich mit Welsfilet vorlieb nehmen, sehr zum Mißfallen der Mitbewohnerin (sie habe einmal im Leben Wels gekocht, und das sei ganz furchtbar gewesen; der Fisch selbstredend, nicht das Kochen). Um es gleich vorweg zu nehmen, das einzige, was einer Katastrophe nahe kam – ich habe Fisch einmal mehr die entscheidenden Minuten zu lange gegart, so daß er beim Herausnehmen fröhlich auseinanderfiel (aber bis zur Fischsuppe war der Zerfallsprozeß doch noch nicht fortgeschritten).


Aber der Reihe nach. Der Fisch kam in das schon flüssige Butterschmalz, darauf ein Overkill aus Kräutern (nämlich sehr viel Dill, etwas Thymian und ein wenig Rosmarin, den Thymian hätte ich gern gegen Estragon ausgetauscht, den bekam ich aber nicht), Pfeffer und Salz natürlich. Darauf landete der Wels im Ofen, zunächst mit und dann ohne Deckel, für eine halbe Stunde (jedenfalls dachte ich das). Ach so, und reichlich Weißwein kam zwischendurch noch hinzu. Aus dem Sud wurde dann die entsprechende Sauce fabriziert.



Dazu Rosenkohl, der überraschenderweise dann doch paßte, ich war mir nicht recht sicher gewesen. Daß ich längere Zeit jemandem beim Essen zuschauen durfte, deutet darauf hin -  es war, abgesehen von der Konsistenz des Fisches, ganz und gar nicht furchtbar, selbst die Sauce wurde gelobt, nun ja.


Und an der Dekoration kann man ersehen, dem gefühlten Frühling (dabei waren es „nur“ 10°C,  so ich mich recht erinnere) sollte irgendwie Tribut gezollt werden. Aber wir wollen unseren Enthusiasmus noch ganz vorsichtig gedämpft halten, denn wie wir alle wissen, nichts kann so trügerisch sein wie gefühlte Gewißheiten.  

nachgetragen am 10. Februar

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Man beachte den kleinen Trick beim Rosenkohl-Garen: Ein kleiner Einschnitt in den Strunk, damit der genauso zügig gart wie der Rest.

Statt Wels hättest Du sicher auch noch schlechteres ergreifen können. Natürlich ist es kein Lachs, aber es gibt auch andere Fische, die kein Lachs sind. ;-)

MartininBroda hat gesagt…

In der Tat, eigentlich sogar kreuzweise, aber meist geht nur der tiefere Schnitt auf; Du hast Dir demnach die Bilder richtig angesehen, mein Gott, wir sind gerührt.

Lustigerweise schmeckte der Wels gar nicht wirklich nach Fisch, irgendwie anders, aber nicht übel, nur ungewohnt.

Ach so, hab Deine letzte (wortarme) Sendung gehört, nett, wirklich.

DirkNB hat gesagt…

Ohje, die ist also auch gehört worden ... ;-)

Das der Wels nicht nach Wels schmeckte, sollte bei dem Ansatz mit den vielen Kräutern nicht wundern. Wenn ich mich recht erinnere und nichts verwechsele, hat Wels auch eine leicht andere Konsistenz als man es von anderen Fischsorten her kennt. Da kann das andere kulinarische Erlebnis auch her kommen.

MartininBroda hat gesagt…

Ach, so schlimm war es gar nicht. Ich habe natürlich ebenfalls versucht, mich schlau zu machen (*har *har), und tatsächlich sagt man dem Wels das per se nach, daß er nicht typisch nach Fisch schmeckt, ich habe es demnach nur verschlimmbessert.