Sonntag, 2. November 2014

Sonntag & (sehr kurz nachgetragen)


Wenn eine Opern-Diva sich "ausgesungen" hat, sollte sie einfach aufhören, und wenn ein Legehuhn sich ausgelegt hat... Wir verstummen, bevor uns noch ein Tierfreund wegen seelischer Grausamkeiten verklagt. Ich hatte so "unterhaltsam" begonnen, was diesen Sonntag betraf (siehe vorigen Beitrag), aber einige Ereignisse später, u.a. ein Geburtstag, der mir völlig unerwartet zustieß (wir kommen gleich darauf zurück) muß ich mein vorheriges Verstummen erklären, fürchte ich.


Dieses hier aber können wir kurz machen. Nach 2 Stunden Kochens von eingangs besagten Hühnern waren sie immer noch reichlich zäh. Eine Stunde später mit der Hilfe einiger Kognaks (ein altes Hausmittel) immerhin so mürbe, daß ich das parallel vorbereitete Wurzelgemüse dazu tun konnte, in der Hoffnung, wir bekämen eine Art von Geschmack. Freundlich gesprochen war es der von eingeschlafenen Füßen.


Etwa eine weitere Stunde später, nach reichlich frischen Kräutern, Balsamico-Essig, eingefrorenem Fond (glaube ich, die Erinnerung ist geschwunden), auf jeden Fall final einem Löffel einer „Gewürzmischung“, die ich irgendwann nur unter Hinterlegung einer Protest-Note eingekauft hatte (sie beginnt mit einem großen „M“ und dann kommt in Wirklichkeit eine Weile nüscht), hatten wir – Hurrah - eine Art von Geschmack. Außerdem war mein Interesse an der Sache doch massiv geschwunden.


Der Verzehr hat dann keine weiteren Schäden hinterlassen, und die gehackte Petersilie obendrauf gab dann sogar noch eine Illusion von Frische. Außerdem war das Gemüse ganz angenehm. Aber wenn es bei dem allen eine Moral gibt: Wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Und das Ende läßt sich nicht wirklich verlängern. Jedenfalls tut das dem Geschmack erheblich Abbruch.

nachgetragen am 9. November  

Kommentare:

naturgesetz hat gesagt…

It looks spectacular with the parsley on top. I was prepared to read of another culinary triumph, so I'm sorry to hear that what lay below didn't match the appearance. No doubt it was at least nutritious and filling.

DirkNB hat gesagt…

Das ganze Grünzeug auf der Schüssel lässt ja keinen Blick in dieselbe zu. Nach der Beschreibung stelle ich mir eine Art Hühnerbrühe vor, vielleicht weniger Brühe als Huhn, dafür aber beschwipst. ;-)
Die Variante mit dem Kognak zur Zermürbung ist mir neu, ich sah mal (dann aber für Gans und Ente) eine andere Variante: Injektion von Ananassaft ins Geflügelfleisch vor der Zubereitung. Da ging es dann aber auch eher um die Garung im Ofen. Wäre vielleicht mal eine Idee beim Kochen.
Was mich zur Idee bringt, doch auch mal wieder eine schöne Hühnerbrühe zu kochen, aber das nur nebenbei. Die braucht aber auch immer eine Weile. Kochzeit in Stunden > Gewicht in Kilo. So eine verdiente Legehenne des Volkes braucht eben ihre Zeit. Und wirklich gut schmeckte diese Brühe auch immer erst nach einer Nachtruhe auf dem Balkon (also der Suppentopf, nicht ich). Naja, und eine Charge Wurzelgemüse kam schon zum Anfang mit ran, wurde aber vor dem Verzehr entfernt und durch frisch mitgekochte ersetzt.

MartininBroda hat gesagt…

@naturgesetz That was the intention and so we got at least the illusion of freshness. And yes, sometimes we just have to paint a handsome face on the surface of an ugly reality, because it's our duty. :)

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB Doch, der Trick mit dem Kognak funktioniert, habe ich von einer lange verstorbenen LPG-Küchenleiterin, die unsere Nachbarin war, damals, in einem der vorigen Leben.

Ansonsten erinnerte das Ganze wirklich an das Märchen von dem, der aus Nägeln eine Suppe kochte.