Sonntag, 5. April 2015

Ostern &


Nach all diesen schweren Themen etwas Leichteres. Es war wirklich schwierig, meiner Kamera begreiflich zu machen, daß das Huhn mitnichten angebrannt sei. Dabei hatte ich es gefühlte 25 Mal mit dem Fond übergossen.

Doch der Reihe nach: Uns wurde ein früher glückliches Huhn offeriert. Warum früher? Nun mittlerweile war es offenkundig tot und auch ausgenommen; vorerst wurde es daher dann erst einmal tiefgefroren.

Da ich mich seit spätestens Sonnabend kaum noch von der Couch trennen mochte, kam das insofern nachträglich ganz gelegen, denn mein Enthusismus für Einkäufe, der generell nicht sehr groß ist, ging mittlerweile gegen Null. Ich hörte von sehr fern lebhafte Debatten mit der hochbetagten (und schwerhörigen) Nachbarin darüber, was man alles Nettes aus so einem Vogel machen könne. Dabei war es nicht die Vielfalt der Ideen, die dieses „alles“ umfaßte, sondern die beiden bekannten Varianten „Brühe“ oder „gebraten“ wurden auf ihr Genußpotential hin exploriert (etwa mit: „Brühe ist auch sehr schön, da hat man was Warmes zum Löffeln“)...


Soweit ich mich noch erinnere, hatte ich dann später dem aufgetauten Vogel nur etwas Butterschmalz beigesellt und wenig Wasser, aber auch Pfeffer und Salz natürlich und Thymian und Rosmarin und alles kam mit geschlossenem Deckel in den Backofen. Als der nach einer Stunde entzogen wurde, der Deckel, kam noch Gemüsebrühe mit Weißwein hinzu und mildes Paprikapulver. Und eben dieser Sud wurde dann regelmäßig von mir über den „Broiler“ gegossen.


Dazu später geschmorte Mohrrüben und, aus einem Teil des Fonds, eine Sauce. Beides convenierte dem Gegenüber sichtlich und sorgte damit schon mal für eine entspannte Grundstimmung. Ich selbst zog mich bald wieder auf o.g. Couch zurück. Ärgerlicherweise blieb damit aber auch so manches liegen, was ich u.a. hier längst anbringen wollte (daher der Beitragswust von heute, wie sich an der kleinen „nachgetragen am“ Notiz ablesen läßt). Das muß zum Essen genügen.


Wir kommen mit nachfolgendem Bild behäbig zur Überleitung:


Ich habe versucht, gegen meine grumpelige Grundstimmung u.a. mit viel Osterkitsch anzukämpfen, konzentriert auf ein Fenster. Ich mag das sogar, gebe ich unumwunden zu.


Nun hinke ich mit dem Nachfolgendem unübersehbar leicht hinterher, aber vom Kirchenjahr her hat gerade nur die „Österliche Freudenzeit“ begonnen, also - aufrichtig und herzlich, und ein wenig nachträglich -


Frohe und Gesegnete Ostern





nachgetragen am 8. April

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

SO ein ehrlicher Vogel ist doch immer wieder mal was feines.

Walter A. Aue hat gesagt…

Ich irre mich wahrscheinlich und ich will auch einem Masterchef nichts dreinreden, aber das mit dem Paprika bei offenem Deckel haette mich geschreckt: Wenn ich so etwas tue, verbrennt mir der Paprika und wird bitter. Kommt aber sicher aufs Uebergiessen und die Heizungskonfiguration des Bratrohres an...

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB Danke!

MartininBroda hat gesagt…

@Prof. Aue Das mit dem Bitter-Werden war meine größte Sorge. Denn erst kürzlich war ich so rüde, bekannt zu machen, daß es ab jetzt wieder Paprika geben würde (irgendwann hat auch die größte Geduld ihr Verfallsdatum erreicht), aber mir fehlte inzwischen halt die Erfahrung.

Ich kann nur versichern, auch die Paprika war nicht angebrannt, aber ich hatte dafür möglicherweise auch einen sehr umständlichen Weg gewählt. Schön, von Ihnen zu hören.

Anonym hat gesagt…

Erfreulich, dass es etwas zu Ostern zu lesen gibt, ohne dass uns Frau Margot K. ihren Wunsch vermittelt, wir sollten gut behuetet sein ...