Sonntag, 28. Februar 2016

Sonntag &


Nur eine kleine Vorbemerkung, warum Beiträge hier mitunter nicht stattfinden: König Manfred, ein Sohn unseres Kaisers Friedrich II. fiel am 26. Februar 1266, er hat zuvor u.a. noch eine Stadt gegründet. Die Bürger von Manfredonia erinnerten sich seiner und haben ihm vergangenes Jahr eine beeindruckende Reiterstatue errichtet.

Darauf wollte ich eigentlich nur hinweisen, aber wie es so ist, man will ein wenig gründlicher sein, vertieft sich wieder in seine Bücher und spürt irgendwann erneut die blanke Galle hochkochen. Das Papsttum dieser Jahrhunderte ist einfach eine zu unerfreuliche Erscheinung. Vielleicht schreibe ich doch noch über ihn, denn selbst Dante gedenkt seiner schließlich sehr schön und versetzt ihn ins Fegefeuer, während die Päpste seines Verderbens in der Hölle schmoren. Doch genug davon, für jetzt.


Zum Essen. Frau W. hatte die grandiose Idee, daß ich ihr diesen Sonntag fettes Bauchfleisch in der Pfanne kross braten könne, nun ja. Ich mußte sie darauf etwas aus ihrer Nostalgie reißen und daran erinnern, daß sie inzwischen die Rinde von allzu harten Brotscheiben abschneidet...

Dann eben gekocht. Nun finde ich das Zeug ja per se gruselig, habe also keinerlei Erfahrung und bin bei der Suche nach einem Rezept prompt an das falsche geraten. Sagen wir es so, den aufgefangenen Kochsud hätte man gut dafür gebrauchen können, die Terrassenfliesen wieder vorzeigbar zu machen. Es war schlicht zuviel Essig, der Vorschlag war etwa 1/3 Essig auf 2/3 Wasser, das Fleisch darin aufkochen und anschließend ziehen lassen, ich hatte noch Lorbeer, Piment, Pfeffer, Salz und Sauerkraut dazugetan. Wie gesagt, falls es noch einmal dazu kommen sollte, deutlich weniger Essig, dann wäre auch der Sud vielleicht genießbar. Immerhin gab es einen 2. Anlauf am überfolgenden Tag ohne Flüssigkeit, dafür Bratkartoffeln, soll eßbar gewesen sein.


Ich erfreute mich an 2 Rumpsteaks (also nicht zur gleichen Zeit, sondern eins nach dem anderen) und Bohnen mit brauner Butter. Allerdings war mir das Bohnenkraut ausgegangen bzw. ich konnte es nicht finden, also habe ich wieder von dem reichlichen selbstgetrockneten Oregano genommen, mit dem eine Bekannte uns vor einiger Zeit bedacht hat, Bohnenkraut ist besser (also mitgekocht, nicht draufgestreut, wie ich mal eine Anverwandte aufklären durfte, der ihr Mann vorwarf, sie würde mit den Bohnen was falsch machen, nach deren Besuch bei uns).



Die Strelitzie auf dem Teller übrigens ist nicht ohne Bedacht gewählt; sagen wir, ich mußte meiner Freude über einen sehr freundlichen Anruf irgendwie Luft machen. Ein Sonntag von der wechselhafteren Sorte folglich, aus diesen und auch anderen Gründen.

nachgetragen am 1. März

Kommentare:

DirkNB hat gesagt…

Städte, die Manfredonia heißen. Natürlich. Tolle Geschichte! Aber ich habe mal gegoogelt. Die Stadt gibt es wirklich, irgendwo in Italien ... Eine Stadt in Italien nach einem Manfred benannt. Sachen gibt's. Da könnte man ja Orte auch Wassersuppe oder Kotzen nennen ... ;-)

Sauer eingekochter Bauch? Die knusprige Version hätte ich mir ja noch ganz lecker vorstellen können. Aber sauer? Klingt fast nach einem Rezept für Kutteln. Was die Menge des Essigs betrifft: Es gibt ja auch sehr milde ...

Es geht doch nichts über ein schönes Rumpsteak (oder ein ähnliches edle Stück). Beim Oregano zur Bohne wäre ich aber etwas skeptisch, was aber eher in meiner Nichtliebe diesem Kraut gegenüber begründet ist. Sorgt es doch regelmäßig auch als Pizzagewürz für meine Nichtwahl eines belegten Teigfladens.

Was die Verwendung von Kräutern beim Essen betrifft, gibt es ja einige Unterschiede zwischen ihnen. Einige kommen erst ganz zum Schluss dazu, andere sollten zumindest eine Zeitlang mitgegart werden, um ihre Würze zu entfalten. Auch eine Wissenschaft für sich.

MartininBroda hat gesagt…

Na ja, der war schon nicht ganz unbedeutend, deswegen hatte ich auch diesen italienischen Link hineingemogelt, da gibt es hübsche Bilder dazu. Im Mittelalter gehörte Italien ja über weite Strecken irgendwie zu uns, aber das ist lange her.

Oregano und Bohnen war Quark, aber ich habe es ausprobiert, und jetzt weiß ich es. Ansonsten ist es für mich schon ein nettes Gewürz, wo es paßt.

Das Rumpsteak war in der Tat nett, wenn es nach mir ginge, würde das für ein Mittag hinreichen, vielleicht noch etwas Brot dazu.

DirkNB hat gesagt…

Genau. Ein gutes Steak, gut zubereitet, kann nichts entstellen. ;-)