Montag, 25. Januar 2016

Politische Leseempfehlung

Unter „Sich vollendender 23. Januar 2016“ notiert Herr Klonovsky „Von ihrem Amt sowie ihrer Geschlechtslosigkeit abgesehen, schienen lange Zeit kaum Ähnlichkeiten oder gar Verbindungen zwischen A. Hitler und A. Merkel zu bestehen.“ Mittlerweile dämmere es vielen, daß es eine womöglich fundamentale, ins Metaphysische reichende Allianz zwischen den beiden geben könnte, sozusagen spiegelbildlich.

Das ist sehr, nein erheiternd trifft es nicht mehr wirklich, aber doch anregend zu lesen. Alles Unvergleichbare abgezogen bliebe doch folgendes übrig: Der eine habe das von ihm beherrschte juvenile Volk in Marsch gesetzt, die halbe Welt zu überrennen, die andere rufe die halbe Welt herbei, das von ihr regierte greise Volk zu überrennen; der eine habe keine fremden Grenzen akzeptiert, die andere akzeptiere keine eigenen Grenzen; der eine habe es auf monströse Weise böse gemeint mit den Fremden, die andere meine es auf monströse Weise gut mit den Fremden; der eine habe übermenschliche Leistungen beim Unterjochen fremder Völkerschaften abverlangt, die andere verlange ihrem Volk übermenschliche Leistungen beim Bewillkommnen fremder Völkerschaften ab; der eine habe Deutschland ruiniert durch eine außer Rand und Band geratene Inhumanität, die andere sei dabei, Deutschland durch eine außer Rand und Band geratende Humanität zu ruinieren.

Frau M. sozusagen als späte Vollstreckerin des Nero-Befehls. Darauf muß man erst mal kommen.

Soweit Herr Klonovsky. Das mag man alles hier zu Ende lesen. Ich schreib es auch nur nächtens, weil mir kürzlich auffiel, daß mein kleiner politischer Beitrag hier überraschend reichlich Leser fand. Zu derlei muß ich mich aber tatsächlich förmlich nötigen, ich mag es einfach nicht, außerdem ist Herr K. viel unterhaltsamer.

Nachtrag

Der Psychologe Hans-Joachim Maaz, der mitunter auch schon mal großen Unsinn erzählt, aber wenigstens nicht ganz unbekannt ist, schreibt übrigens folgenden netten Satz: "Dass etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung nach deutschem Asylrecht auch asylberechtigt wären, führt den Streit um eine Obergrenze ad absurdum." Ja, man mag den Rest hier nachlesen.

Kommentare:

Walter A. Aue hat gesagt…

Unterhaltsam, ja, wirklich.

Der Vergleich mit A.H. mag A.M. vielleicht betrueben, aber es ist schon ein bisschen Folgerichtiges dabei, wenn auch vice versa. A.H. ist, meistens un- aber manchmal auch direkt benannt, in die Politik von A.M. als Krampus eingespannt. Und, nun ja, wie einmal ein beruehmter Deutscher sprach (der sich jetzt wahrscheinlich im Grabe umdreht), die Geister, die sie rief, wird sie nicht mehr los...

DirkNB hat gesagt…

Manchmal sind das kleine und das große so nahe beieinander. Wenn man beruflich mit Menschen zu tun hat, gibt es immer wieder welche, die dies ausnutzen. Um den Kollegen einen Hinweis darauf zu geben, dass man nicht jeden Telefonanruf annehmen muss, hatte ich vor, ins telefonanlagenweite Telefonbuch ein paar Rufnummern statt mit dem Namen mit "Nicht abnehmen!" zu verknüpfen. Um aber doch eine Unterscheidbarkeit mit dabei zu haben, sollte danach ein Namenskürzel kommen. Die Idee wurde verworfen, alle drei Nummern hätten sich dann mit "Nicht abnehmen (A.M.)" gemeldet. Zufälle gibt es, und dabei war unsere Staatsgeschäftsführerin noch nicht mal mit dabei. Aber die ruft uns auch nicht an.

Manchmal bin ich mir gar nicht so sicher, ob es wirklich zielführend ist, sich mit bestimmten Ereignissen und Vorgängen pointiert auseinander zu setzen. Wenn man sich über etwas erheitert, habe ich öfters das Gefühl, dass da was verharmlost wird, und damit gesellschaftlich eher akzeptiert wird, anstatt es zu bekämpfen. Der Beispiele ließen sich da genug sammeln. Natürlich ist es immer besser, die Menschen lachen über einen als dass sie weinen, aber etwas Differenzierung hilft manchmal auch. Aber das ist nicht jedem gegeben.

MartininBroda hat gesagt…

Herr Professor, ich habe, bevor ich Sie mit einer langweiligen Antwort traktiert hätte, mich lieber entschieden, dem unwilligen Beitrag einen kleinen Schwanz zu einem hier nicht unbekannten Psychologen beizufügen. Im übrigen spaziere ich gerade auf Ihrer Seite herum und freue mich. Irgendwohin muß man ja schließlich noch flüchten können.

MartininBroda hat gesagt…

@DirkNB Zu letzterem ja, ich mutmaße einmal, schließlich ist das hier öffentlich, daß es wichtige Menschen gibt, die sich Seiten wie die von Herrn K. zur Seelenberuhigung auf dem Privattelefon reinziehen (auch ein wenig naiv), um anschließend Frau M. überzeugender unterstützen zu können.

Der einzige Grund, warum ich hier jüngst mitunter tagesaktuell werde, nach meinem Empfinden ist dieses Land dabei, mental durchzudrehen, und die AfD, um den, dessen Name nicht genannt werden darf, denn doch zu sagen, ist vor allem eines, ein Symptom.

DirkNB hat gesagt…

Da stimme ich zu: Sie ist ein Symptom. Aber nicht das einzige. Und überall wird nur an den Symptomen rumgedoktert, nirgends aber an den Ursachen. Was vermutlich auch daran liegt, dass sich die Ursachen nicht in einer Legislaturperiode lösen lassen.