Montag, 10. Oktober 2011

Kleinere Nachträge


William Shakespeare, Sonett XVIII
Shall I compare thee to a summer's day?
gesungen von Bryan Ferry, hier gefunden

William Shakespeare

XVIII


Shall I compare thee to a summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer's lease hath all too short a date:
Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimm'd,
And every fair from fair sometime declines,
By chance, or nature's changing course untrimm'd:
But thy eternal summer shall not fade,
Nor lose possession of that fair thou ow'st,
Nor shall death brag thou wander'st in his shade,
When in eternal lines to time thou grow'st,
So long as men can breathe, or eyes can see,
So long lives this, and this gives life to thee.

XVIII

(nach Stefan George)


Soll ich vergleichen einem sommertage
Dich der du lieblicher und milder bist?
Des maien teure Knospen drehn im schlage
Des sturms und allzukurz ist sommers frist.

Des himmels aug scheint manchmal bis zum brennen,
Trägt goldne farbe die sich oft verliert,
Jed schön will sich vom schönen manchmal trennen
Durch zufall oder wechsels lauf entziert.

Doch soll dein ewiger sommer nie ermatten:
Dein schönes sei vor dem verlust gefeit.
Nie prahle Tod, du gingst in seinem schatten . . .
In ewigen reimen ragst du in die zeit.

Solang als menschen atmen, augen sehn
Wird dies und du der darin lebt bestehn.

Ein freundlicher italienischer Cafehausinhaber heute zu mir (in etwa): „Zu Hause sagt man, dieser Papst jetzt ist noch klüger als der davor“, und mit aufleuchtenden Augen: „und alle haben sie Angst vor ihm, am meisten die Chinesen“, es waren natürlich die „Anderen“ gemeint, die sich fürchten müßten, nicht die eigenen.

Dies ist ein Nachtrag. Ich habe kürzlich den bescheidenen Versuch gemacht, ein paar Gedanken zu Shakespeares Sonetten zusammenzutragen, nun ja, vielleicht gibt es weitere Nachträge, diesmal aber nur dies.
nachgetragen am 12. Oktober

Kommentare:

naturgesetz hat gesagt…

That's an interesting thought about the present Pope. Also an interesting thought about the Chinese.

MartininBroda hat gesagt…

It was a bit strange. As a Lutheran I told him the difference between an archbishop and a cardinal. But I think he's right about the Chinese. The Communists have left there a big emotional & spiritual hole (& they know & fear this), and Christianity is growing obviously, but it's difficult to see how strong at the moment.